Schulunterricht in Deutschland für Kinder aus der Ukraine.

      Schulunterricht in Deutschland für Kinder aus der Ukraine.

      Frage
      Das Kind ist 15 Jahre alt und geht in die 9. Klasse von 11. Klassen in die ukrainische Schule. Nach Heirat der ukrainischen Mutter mit einen deutschen Staatsbürger wohnt diese zusammen mit dem Kind In Deutschland. Das Kind kann nur ihre Landessprache und Englisch. Deutsch spricht sie nicht. Wie ist das jetzt mit der Schule in Deutschland? In welche Schule? Was gibt es dazu alles zu sagen?
      Hallo,
      zunächst einmal einen link zur Schulpflicht hier in D:
      de.wikipedia.org/wiki/Schulpflicht_(Deutschland)
      Wie Du siehst, ist das in jedem Bundesland verschieden geregelt.
      Oberste Priorität ist, daß der Sprößling so schnell wie möglich deutsch lernt,
      sonst wird es sehr schwer in der Schule werden!
      Je nachdem, wo Du wohnst, gibt es die verschiedensten Möglichkeiten.
      Relativ günstig im Vergleich zum Privatunterricht ist die Volkshochschule.
      Am besten und günstigsten wäre es natürlich, wenn Ihr in Eurem Bekanntenkreis Ukrainer oder Russen habt,
      die der deutschen und der ukrainischen/russischen Sprache mächtig sind.
      Wir, zum Beispiel, haben das Glück, daß wir eine Schule in der Nähe haben,
      wo viele Deutsch-Russen hingehen.

      Gruß Michael
      15 Jahre sind meiner Meinung nach ein sehr "spezielles Alter" (im Sinne von: Spät) und es ist durchaus mit einigen Problemen zu rechnen - respektive darauf zu achten,daß kein "Knick für's Leben" dabei heraus kommt...
      In jedem Fall sollte man auf eine enge Zusammenarbeit mit dem gesamten "Schulapparat" bedacht sein,und das "Kind" in jeder Hinsicht unterstützen,die deutsche Sprache schnell und effizient zu erlernen.

      In Österreich erhalten Kinder ein Jahr lang (kann um ein Jahr verlängert werden) einen Sonderstatus,was bedeutet,daß das Kind am praktischen Unterricht teilnimmt (Mathematik,Sport,usw. - also,wo das Kind keine Sprache benötigt),aber anstelle von reinem Deutschunterricht oder beispielsweise Religion,separater Deutschunterricht gegeben wird...

      Als weiteren Punkt würde ich die familiäre Situation sehen,also,wie die Zusammenarbeit und Unterstützung seitens der Familie erfolgt - in diesem Sinne zu empfehlen: Zu Hause wird nur deutsch gesprochen.

      Viel Erfolg! (Ist jedenfalls ein hartes Stück Arbeit für alle Beteiligten)
      Вежливый мужчина спросит: 'можно я приеду?', 'можно я встречу?', 'тебе помочь?'. Хороший мужчина скажет: 'я приеду', 'я встречу', 'я помогу'. Настоящий мужчина: приедет, встретит, поможет!

      Feindflieger schrieb:

      15 Jahre sind meiner Meinung nach ein sehr "spezielles Alter" (im Sinne von: Spät) und es ist durchaus mit einigen Problemen zu rechnen - respektive darauf zu achten,daß kein "Knick für's Leben" dabei heraus kommt...
      In jedem Fall sollte man auf eine enge Zusammenarbeit mit dem gesamten "Schulapparat" bedacht sein,und das "Kind" in jeder Hinsicht unterstützen,die deutsche Sprache schnell und effizient zu erlernen.

      In Österreich erhalten Kinder ein Jahr lang (kann um ein Jahr verlängert werden) einen Sonderstatus,was bedeutet,daß das Kind am praktischen Unterricht teilnimmt (Mathematik,Sport,usw. - also,wo das Kind keine Sprache benötigt),aber anstelle von reinem Deutschunterricht oder beispielsweise Religion,separater Deutschunterricht gegeben wird...

      Als weiteren Punkt würde ich die familiäre Situation sehen,also,wie die Zusammenarbeit und Unterstützung seitens der Familie erfolgt - in diesem Sinne zu empfehlen: Zu Hause wird nur deutsch gesprochen.

      Viel Erfolg! (Ist jedenfalls ein hartes Stück Arbeit für alle Beteiligten)


      @Feindflieger

      Du hast absolut Recht. Es ist das schlimmste Alter für ein Kind um nach Deutschland zu kommen.
      Natürlich kann man sich Sachen Zusammenträumen und sagen: ja die kleine die wird 24 Stunden am Tag lernen und sie ist schlau usw.

      Aber die Realität schaut da einfach anders aus. Hauptschulabschluss mit guten Noten in Mathematik, eventuell noch Sport, in ihren Fall vielleicht noch Englisch. In allen anderen Fächer, durch dir schlechten Deutschkenntnisse, schlechte Note = Ausbildung ala Verkäuferin, Friseurin.

      Ich habe gute Bekannte, die haben bei uns im Dorf gewohnt. Die sind vor über einem Jahr nach Deutschland gezogen. Auch eine Tochter, damals aber schon 16. Sie hat hier alleine die Schule zu Ende gemacht und studiert jetzt in Lvov. Die Eltern finanzieren ihr das Studium. Im Sommer und im Winter war sie in Deutschland für je 2-3 Monate.

      Der eine oder andere kann jetzt natürlich denken: wie kann man nur ein Kind mit 16 Jahren alleine lassen. Aber sind wir doch mal ehrlich. Frau will besseres Leben, bekommt besseres Leben, aber versaut das Leben ihrer Kinder/Kind!
      So ist es nun mal leider.
      Diese Tatsache kann man nicht schön reden und es spielt keine Rolle wie man anfängt zu träumen, das es vielleicht doch noch alles anders wird.

      Hallo323 schrieb:

      Das Kind ist 15 Jahre alt und geht in die 9. Klasse von 11. Klassen in die ukrainische Schule.

      Noch etwas ist zu beachten: Wenn das Kind 16 ist, gibt es das Familienzusammenführungsvisum für das Kind nur noch bei positiver Integrationsprognose, d.h. bei ordentlichen Deutschkenntnissen des Kindes.

      Wenn das Kind selbst nicht sehr motiviert ist oder Du vielleicht eine internationale Schule mit Unterricht auf Englisch findest (vorausgesetzt wirklich sehr gute Englisch Kenntnisse des Kindes), zeichnet sich eine mittlere Katastrophe ab. Da stimme ich mit dem vorherigen Beitrag vollkommen überein. Ich kenne einige Fallbeispiele, nicht eines ist positiv. Dabei kann es so weit gehen, dass die Kinder sich hin- und hergerissen zwischen Zeit Ländern und Kulturen fühlen und gar nicht mehr wissen, wo sie hingehören.

      Gruß
      Siggi
      Vielleicht habe ich das ja überlesen, aber ist das "Kind" (per rechtlicher Definition müsse es Jugendliche/r lauten) weiblich oder männlich?

      Erfahrungsgemäß lernen Mädchen eine andere Sprache (Fremdsprache) schneller. Wenn das "Kind" selber will und motiviert ist, würde ich mir bzgl. besonderer Lernkurse nicht allzu viel Kopfzerbrechen machen. Gerade in Ballungsgebieten haben Schulen häufig Erfahrungen mit zugezogenen Schülerinnen und Schüler und was deren Beschulung angeht. Gerade in der aktuellen Flüchtlingssituation in D wird es hier auch das eine oder andere Angebot (FremdsprachenCrashKurs) geben.

      Wir hatten zu meiner Zeit einen türkischen Jungen (14 oder 15 Jahre) in die Klasse aufgenommen, der mit keinerlei Sprachkenntnissen nach D kam, einen mehrwöchigen Intensivkurs zur Integration besucht hatte und nach ca. 6 Monaten, über bessere Deutschkenntnisse verfügte, als manch anderer in der Klasse und teilweise tief philosophische Diskussionen führte. Daran denke ich immer noch gerne zurück.

      Siggi schrieb:

      Noch etwas ist zu beachten: Wenn das Kind 16 ist, gibt es das Familienzusammenführungsvisum für das Kind nur noch bei positiver Integrationsprognose, d.h. bei ordentlichen Deutschkenntnissen des Kindes.

      Das gilt nur, wenn das Kind dann alleine nachzieht. Zieht es gleich mit der Mutter mit, dann gilt das nicht (§32 Abs.2 Aufenthaltsgesetz)

      Cinderella_Search schrieb:

      aber ist das "Kind" (per rechtlicher Definition müsse es Jugendliche/r lauten)

      Das Aufenthaltsgesetz kennt beim Famileinnachzug nur "minderjährige ledige Kinder", keine "Jugendlichen".
      Das Kind fällt zweifellos da unter die Definition "Kind", und ist dazu auch noch zweifellos minderjährig und höchstwahrscheinluch auch ledig und kann damit als "Kind" mit der Mutter nachziehen.

      Cinderella_Search schrieb:

      Erfahrungsgemäß lernen Mädchen eine andere Sprache (Fremdsprache) schneller.

      Interessant. Ich habe andere Erfahrungen.
      (Mädchen lernen früher zu sprechen als Jungs, das ja .... aber Fremdsprachen, ne ... ach ja, siehe doch selbst dein eigenes Bspl. unten, wenn es ein Mädchen wäre, müsste es ja fast deutsch schon gelernt haben, bevor es das erste deutsche Wort gehört hätte :) ... womit ich nicht sagen will, dass ich dein Beispiel so glaube )

      Cinderella_Search schrieb:

      Wenn das "Kind" selber will und motiviert ist, würde ich mir bzgl. besonderer Lernkurse nicht allzu viel Kopfzerbrechen machen.

      ich schon (und offensichtlich auch alle anderen, die hier geschrieben haben)
      Ich habe das gerade genau so hinter mir.
      Mein Stiefsohn ist 15, hatte in der Ukraine die 9. Klasse schon beendet und hat beim warten aus das Visum diese noch einmal wiederholt.
      Im Dezember ist er dann hierher gekommen.

      In Niedersachsen, bzw. meiner Heimatstadt sind die Haupt und Realschulen zu sogenannten Oberschulen zusammengefasst worden.
      Dort ist er dann in die 9. Klasse Realschulzweig gekommen.
      Er hatte in der Schule Ukrainisch, Russisch, Englisch und 3 Jahre Deutsch gelernt.
      Das mit dem Deutsch lernen war aber nicht so der Bringer. Jedenfalls konnte er sich nicht mit mir auf deutsch unterhalten. Nichts.
      Englisch geht.
      An der Schule hat man dann eine Klasse ausgesucht in der 3 Kinder Russischer Abstammung sind und deshalb Russisch sprechen können.
      Es stellt sich heraus das sogar 6 Kinder Russisch sprechen.
      Neben einem Litauer sitzt er jetzt im Unterricht und er hat zusätzlichen Deutschunterricht bekommen.

      Normalerweise gibt es Sprachlernförderklassen nur im 5. bis 7. Schuljahr.
      Durch die vielen Flüchtlinge ist aber ein erhöhter Bedarf aufgetreten, so das es jetzt in allen Jahrgangsstufen zusätzlichen Deutschunterricht gibt.
      Alleine in seiner Klasse sind 14 Flüchtlingkinder seit Dezember dazu gekommen.
      Dieser zusätzliche Deutschunterricht läuft erst seit diesem Halbjahr, also seit Februar.

      NORAD

      Inzwischen unterhalten wir uns schon sehr oft auf deutsch. Ich bin erstaunt wie schnell er das lernt.
      Hier der Auszug aus dem Gesetz, also ab 16 wird es kritisch:
      (2) Einem minderjährigen ledigen Kind, welches das sechzehnte Lebensjahr vollendet hat, ist eine Aufenthaltserlaubnis zu erteilen, wenn es die deutsche Sprache beherrscht oder gewährleistet erscheint, dass es sich auf Grund seiner bisherigen Ausbildung und Lebensverhältnisse in die Lebensverhältnisse in der Bundesrepublik Deutschland einfügen kann, und beide Eltern oder der allein personensorgeberechtigte Elternteil eine Aufenthaltserlaubnis, Niederlassungserlaubnis oder Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EG besitzen.

      Aufenthaltsgesetz - AufenthG

      Gruß
      Siggi

      Siggi schrieb:

      Hier der Auszug aus dem Gesetz:
      (2) Einem minderjährigen ledigen Kind, welches das sechzehnte Lebensjahr vollendet hat, ist eine Aufenthaltserlaubnis zu erteilen, wenn es die deutsche Sprache beherrscht oder gewährleistet erscheint, dass es sich auf Grund seiner bisherigen Ausbildung und Lebensverhältnisse in die Lebensverhältnisse in der Bundesrepublik Deutschland einfügen kann, und beide Eltern oder der allein personensorgeberechtigte Elternteil eine Aufenthaltserlaubnis, Niederlassungserlaubnis oder Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EG besitzen.

      Aufenthaltsgesetz - AufenthG

      Gruß
      Siggi


      Siggi,

      das habe ich auch gelesen. Deshalb kam ja auch meine Frage.
      Also geht es bei guten Sprachkenntnissen und guter Eingliederung schon?

      Gruß Michael
      Bis 16 bekommt jedes Kind eine Aufenthaltserlaubnis, wenn der sorgeberechtigte Elternteil eine besitzt.
      Von 16-18 sind wir in der kritischen Phase, da sind Voraussetzungen zu erfüllen (s.o.). Es gibt auch eine Härtefallklausel, aber da erfolgt eine Einzelfallbeurteilung s. §32 Abs. 4.
      Ab 18 geht gar nichts mehr. Dann kann man nur versuchen über Studium den Stiefkindern den Zugang zu DE zu eröffnen.

      Was diese Formulierung in der Praxis bedeutet, kann ich Dir leider nicht beantworten:
      gewährleistet erscheint, dass es sich auf Grund seiner bisherigen Ausbildung und Lebensverhältnisse in die Lebensverhältnisse in der Bundesrepublik Deutschland einfügen kann

      Aber mit Sprachkenntnissen muss sich das Kind nicht auf diese Bedingung berufen.

      Gruß
      Siggi

      Siggi schrieb:

      Bis 16 bekommt jedes Kind eine Aufenthaltserlaubnis, wenn das sorgeberechtigte Elternteil eine bekommt.
      Von 16-18 sind wir in der kritischen Phase, da sind Voraussetzungen zu erfüllen (s.o.) Es gibt auch eine Härtefallklausel.
      Ab 18 geht gar nichts mehr. Dann kann man nur versuchen über Studium den Stiefkindern den Zugang zu DE zu eröffnen.

      Gruß
      Siggi


      Siggi,

      danke für die Auskunft!!! :thumbup:

      Siggi schrieb:

      Hier der Auszug aus dem Gesetz, also ab 16 wird es kritisch:
      (2) Einem minderjährigen ledigen Kind, welches das sechzehnte Lebensjahr vollendet hat, ist eine Aufenthaltserlaubnis zu erteilen, wenn es die deutsche Sprache beherrscht oder gewährleistet erscheint, dass es sich auf Grund seiner bisherigen Ausbildung und Lebensverhältnisse in die Lebensverhältnisse in der Bundesrepublik Deutschland einfügen kann, und beide Eltern oder der allein personensorgeberechtigte Elternteil eine Aufenthaltserlaubnis, Niederlassungserlaubnis oder Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EG besitzen.

      Aufenthaltsgesetz - AufenthG

      Gruß
      Siggi


      Siggi,

      im Aufenthaltsgesetz liest sich das alles ganz gut, aber dann das Merkblatt der Deutschen Botschaft in Kiew:
      Bei Einreise von Kindern ab 16 Jahren muss ein Sprachnachweis C1 vorgelegt werden.
      Dieser entfällt bei gemeinsamer Einreise mit mind. einem Elternteil.

      Das heißt in 5 Monaten von fast 0 auf C1, theoretisch und praktisch unmöglich! ;(

      Gruß Michael
      Die Information auf der Webseite der Botschaft steht im Widerspruch zu §32 Absatz 2. Wo steht im Gesetz, dass dieser Nachweis bei gemeinsamer Einreise mit einem Elternteil entfällt?
      Die Lösung: Das Gesetz auf info4alien scheint veraltet:
      (2) Hat das minderjährige ledige Kind bereits das 16. Lebensjahr vollendet und verlegt es seinen Lebensmittelpunkt nicht zusammen mit seinen Eltern oder dem allein personensorgeberechtigten Elternteil in das Bundesgebiet, gilt Absatz 1 nur, wenn es die deutsche Sprache beherrscht oder gewährleistet erscheint, dass es sich auf Grund seiner bisherigen Ausbildung und Lebensverhältnisse in die Lebensverhältnisse in der Bundesrepublik Deutschland einfügen kann.

      AufenthG - Einzelnorm

      Also ist es jetzt viel günstiger, als zuvor.

      Gruß
      Siggi
      Da ich eine Nachfrage per PN erhalten habe noch einmal ganz deutlich:

      Der Widerspruch existierte zu dem von mir zuerst zitierten Version des Gesetzes von info4alien. Dort stand nämlich keine Ausnahme, wenn das Kind mit einem Elternteil gemeinsam verzieht. Aber info4alien verbreitet offensichtlich veraltete Gesetzestexte! Das kein Ruhmesblatt. Ich würde dort den Text entfernen und dejure.org verlinken.

      Bei dejure.org steht es dann anders, daher kein Widerspruch. Nur dort steht nämlich, dass die Deutschkenntnisse nur dann nachgewiesen werden müssen, wenn das Kind allein kommt.

      Da i.a. Mutter + Kinder nachziehen, dürfte es nun die meisten nicht mehr stören. Deutschkenntnisse werden dann nicht gefordert. Also bis 18 Jahre alles ganz einfach - zumindest der formale Teil.

      Gruß
      Siggi

      NORAD schrieb:


      An der Schule hat man dann eine Klasse ausgesucht in der 3 Kinder Russischer Abstammung sind und deshalb Russisch sprechen können.
      Es stellt sich heraus das sogar 6 Kinder Russisch sprechen.




      Natürlich hat das so seine Vorteile. Ein Kind zieht in ein neues Land, keine Freunde, alles neu, es fühlt sich alleine.
      Wen da paar Kinder russisch sprechen, so ist man nicht mehr so alleine und die erklären einen schnell wie das Leben dort so abläuft.
      Aber rein lerntechnisch ist das natürlich eine Katastrophe.
      Vor 25-30 Jahren hatten die deutschen Pädagogen damit noch keine Erfahrungen gemacht und wussten natürlich nicht, wie und was besser ist.
      Aber es scheint so das auch nach 30 Jahren die Pädagogen rein gar nichts daraus gelernt haben.

      Kinder lernen besser deutsch, wen sie angewiesen sind deutsch zu sprechen. In einer Klasse mit 6 russisch sprechenden Kindern, spricht man natürlich russisch. Klar hat das nur negativen Auswirkungen auf das lernen.


      Wen das Kind 12 oder junge ist, spielt das keine große Rolle, aber bei einem Kind mit 15, wo vielleicht nur noch 1-2 Jahre Zeit hat deutsch zu lernen, ist das nicht nur pädagogisch falsch, sondern pädagogischer Schwachsinn hoch 10.
      Das stimmt. Wir sind zum Studium gekommen, mit guten bis mittelmäßigen Vorkenntnissen der russischen Sprache, eben Schulrussisch. Egal, ob du im Abschlusszeugnis eine 1 oder eine 3 hattest, vor Ort haben wir erst mal begriffen, das wir gar nichts können. Unterricht 6 Stunden Russisch pro Tag, dazu noch 4 Stunden Selbststudium. In unserer Gruppe waren wir 5 DDR- Kursanten und 5 Ungarn. Die ersten 3-4 Wochen haben wir uns auf englisch versucht zu verständigen, aber dann wurde russisch einfach einfacher. Nach etwa 3 Monaten habe ich begonnen, die Sätze in Russisch zu bilden ( Also nicht mehr in Gedanken in deutsch zu formulieren und dann zu übersetzten, sondern gleich im russischen zu bilden) Seitdem ist Russisch nur noch Spaß. Das einzige Problem - als Dolmetscher bin ich nicht so gut.

      Siggi schrieb:

      Hier der Auszug aus dem Gesetz, also ab 16 wird es kritisch:

      (2) Einem minderjährigen ledigen Kind, welches das sechzehnte Lebensjahr vollendet hat, ist eine Aufenthaltserlaubnis zu erteilen, wenn es die deutsche Sprache beherrscht oder gewährleistet erscheint, dass es sich auf Grund seiner bisherigen Ausbildung und Lebensverhältnisse in die Lebensverhältnisse in der Bundesrepublik Deutschland einfügen kann, und beide Eltern oder der allein personensorgeberechtigte Elternteil eine Aufenthaltserlaubnis, Niederlassungserlaubnis oder Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EG besitzen.


      ist veraltet

      nimm die neue Fassung, am besten vom Bundesministerium für Justiz
      AufenthG - Einzelnorm
      da steht

      2) Hat das minderjährige ledige Kind bereits das 16. Lebensjahr
      vollendet und verlegt es seinen Lebensmittelpunkt nicht zusammen mit
      seinen Eltern oder dem allein personensorgeberechtigten Elternteil in
      das Bundesgebiet, gilt Absatz 1 nur, wenn es die deutsche Sprache
      beherrscht oder gewährleistet erscheint, dass es sich auf Grund seiner
      bisherigen Ausbildung und Lebensverhältnisse in die Lebensverhältnisse
      in der Bundesrepublik Deutschland einfügen kann. Satz 1 gilt nicht, wenn
      1.der
      Ausländer eine Aufenthaltserlaubnis nach § 23 Absatz 4, § 25 Absatz 1
      oder 2, eine Niederlassungserlaubnis nach § 26 Absatz 3 oder nach
      Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis nach § 25 Absatz 2 Satz 1 zweite
      Alternative eine Niederlassungserlaubnis nach § 26 Absatz 4 besitzt oder
      2.der
      Ausländer oder sein mit ihm in familiärer Lebensgemeinschaft lebender
      Ehegatte eine Niederlassungserlaubnis nach § 19 oder eine Blaue Karte EU
      besitzt.

      Siggi schrieb:

      Bei dejure.org steht es dann anders, daher kein Widerspruch. Nur dort steht nämlich, dass die Deutschkenntnisse nur dann nachgewiesen werden müssen, wenn das Kind allein kommt.


      So steht es auch auf den Seiten der Botschaft.

      Bei Einreise von Kindern ab 16 Jahren muss ein Sprachnachweis C1 vorgelegt werden. Dieser entfällt bei gemeinsamer Einreise mit mind. einem Elternteil.


      pdf_kindernachzug.pdf
      Ich habe noch nie verstanden, wie man beim Biathlon Zweiter werden kann.
      Man hat doch ein Gewehr...