Hilfsprojekt für Kinder

    Hilfsprojekt für Kinder

    Hallo Gemeinde,

    ich werde in naher Zukunft damit beginnen, diverse Kleidung und Spielsachen für die Kindergärten in der Ukraine zu sammeln und persönlich rüber zu fahren. Als erstes möchte ich den heimischen Kindergarten meiner Liebsten etwas zu gute kommen lassen. Als erstes werden Kleidung für Kinder (bis ca. 7 Jahre) sowie Spielsachen rüber gebracht. Was ich auch noch habe, sind Säcke mit Kuscheltieren.

    Könnt IHR mir ggf. hinweiße geben zu Einfuhr in die Ukraine!!!

    Gibt es bestimmte Voraussetzungen? Was kann ich problemlos Einführen? Muss ich Vorbereitungen in Deutschland treffen oder kann ich einfach das Zeug ins Auto und rüber damit?

    Um sinnvolle Hinweiße wird ausdrücklich gebeten.....

    DANKE!

    marc37 schrieb:

    Könnt IHR mir ggf. Hinweise geben zu Einfuhr in die Ukraine!!!

    Gibt es bestimmte Voraussetzungen? Was kann ich problemlos einführen? Muss ich Vorbereitungen in Deutschland treffen oder kann ich einfach das Zeug ins Auto und rüber damit?

    Laß am besten Deine Holde mal bei der Zollverwaltung anrufen, um zu erfahren, was die sagen. Was Dir passieren kann ist, daß man bei Säcken voll Stofftieren im Auto ein Gewerbe vermutet/unterstellt. Inwiefern eine solche Vermutung entkräftet werden kann, kann eigentlich nur der Zoll sagen. Womöglich stellen sie Dir Bescheinugungen aus, die die Einfuhr legitimieren. Womöglich interessiert es die nicht die Bohne, wenn beim Öffnen des Kofferraums ein Dutzend Deiner kuscheligen Mitfahrer herausploppen.

    RumboReload schrieb:


    Warum Kindergärten und nicht Waisenhäuser?

    Weil man sicher keinen Unterschied erkennt, wenn es einem nicht gasagt wird... Beides spartanisch...
    Tue nie altruistisch etwas Gutes, denn es wird doppelt und dreifach im Üblen vergolten.
    Merkblatt von Kiew diplo.de - humanitäre Hilfe Ukraine
    pdf_Human_Hilfe_042014.pdf
    Die Einfuhr humanitärer Hilfe in die Ukraine wird seit 01.01.2000 durch das Gesetz der Ukraine über humanitäre Hilfe geregelt. Nach dem o.g. Gesetz können Hilfsgüter, kostenlose Dienstleistungen und Geld als humanitäre Hilfe nach Erhalt einer entsprechenden Genehmigung deklariert, zoll- und gebührenfrei eingeführt werden.
    Als humanitäre Hilfe können gem. Art. 5 des o.g. Gesetzes von dem zuständigen Ministerium für Sozialpolitik der Ukraine unter anderem Lebensmittel mit begrenzter Aufbewahrungsdauer, Gegenstände des medizinischen Bedarfs (eine Arbeitsübersetzung über die Einfuhr von Medikamenten in die Ukraine befindet sich in Anlage 1), Kleidung, Schuhe sowie Gegenstände des sozialen Bedarfs und der Rehabilitation von Behinderten anerkannt werden. Die Deklarierung von Hilfsgütern erfolgt auf Basis der Verordnung Nr. 278 des Ministerkabinetts der Ukraine vom 17.04.2013. Hilfsgüter, deren zollfreie Einfuhr vom Ministerium für Sozialpolitik genehmigt wurde, sind von der ukrainischen Mehrwertsteuer befreit
    II. Genehmigungsverfahren Der aktuelle Verfahrensweg sieht wie folgt aus: 1) Für die zollfreie Einfuhr humanitärer Hilfsgüter wird die Genehmigung des Ministeriums für Sozialpolitik der Ukraine benötigt (Anschrift siehe Anlage 2). Hierzu stellt der Empfänger einen schriftlichen Antrag. Das Antragsformular sowie die Auflistung der Unterlagen,
    Kontaktdaten der Abteilung für Humanitäre Hilfe beim Sozialministerium: ...
    Tel.: +38 044 289 47 95, +38 044 289 53 78 E-Mail: 608@mlsp.gov.ua Internet:
    ̳í³ñòåðñòâî ñîö³àëüíî¿ ïîë³òèêè Óêðà¿íè

    Marc,
    besser du organisierst die Sammlung und gibst die Sachen dann weiter, ist einfacher für dich, da der Umfang überschaubar sein wird und du es rein privat betreibst,
    - alternativ lass dir eine Liste vom Kindergarten/heim deiner Wahl geben und beschaffe einige Dinge dieser Liste (diese Liste kannst du ja beeinflussen), dann hast du beim Grenzübertritt was in der Hand und kannst es auch ohne diesen Bürokratieaufwand versuchen.


    "wer mich beleidigt, bestimme ich" K.Kinski
    Hallo,

    ich finde, Du planst eine gute Sache. In Khmelnitsky gibt es zwei Kinderheime.
    Seit drei Jahren nehme ich zweimal im Jahr
    gebrauchte Kinderbekleidung, Schuhe, Süßigkeiten, Zahnbürsten, Schreibgeräte, Papier und Kinderzeitschriften für das dortige Kinderheim mit . Vieles davon spenden Freunde und Kollegen in Deutschland. Im Heim gibt es nun einen Schrank voller Plüschtiere. Etwas weniger Plüschtiere dafür mehr nützliche Dinge wäre jetzt angebracht. Vielen Kindern mangelt es an Bekleidung und Schuhen, wenn sie in das Heim kommen und so werden sie erst mal eingekeidet. Es sind ca. 40 Kinder zwischen zwei und 17 Jahren.
    In der Regel sind sie sechs bis 18 Monate dort, bis sich die familiären Verhältnisse gebessert haben oder eine Pflegefamilie gefunden wurde. Die Kinder haben es dort gut, wenn man das überhaupt sagen kann. Es geht sehr familiär zu. Im Winter ist es warm im Haus. Die Einrichtung ist einfach aber praktisch. Die Kinder organisieren Kulturveranstaltungen. Die Großen kümmern sich um die kleinen Kinder. Manch ganz kleines Kind sagt zu dem großen Mädchen Mama.
    Es gibt keine Gruppen. Zum Letzten Weihnachtsfest haben wir eine sächsische Weihnacht gefeiert und ich war der Weihnachtsmann.
    Ich nehme alle Geschenke im Auto, Rücksitzbank umgeklappt, und im Dachgepäckträger mit. Das Auto ist gerammelte voll.
    Die polnischen Beamten interessierte das nicht. Wenn die ukrainischen Zöllner in das Auto schauen, sage ich Adjeschda, Padarok, Detskidom. Einmal fragten sie ob die Sachen Neuware sind. Ich sagte "Second Hand". Damit ist alles gut. Manchmal fragen sie auch noch mal nach. Nur einmal mußte ich in die Halle fahren und man hat mich eine Stunde warten lassen. Einige Zöllner haben geraucht und sich beraten, wie weiter verfahren wird. Ich hörte öfters das Wort Natschalnik. Der kam dann auch und man schaute noch mals in das Auto. Ich musste nichts auspacken. Danach wieder warten und auf einmal hieß es weiterfahren. Im Zweifel handeln die Zöllner im Interesse der Kinder. Meine Erfahrung. Ich fahre meistens alleine.
    Wer gute Absichten hat wird eher Unterstützung erfahren. Man muss immer ein gewisses Risiko einkalkulieren.

    Viele Grüße
    der Sachse
    Danke mein Lieber für die ausführliche Beschreibungen. Meine Holde meinte heute, es gebe ein Kinderheim, die wären sehr frech und würden auf Neuware bestehen. Kann dem noch nicht so ganz folgen. Sei doch mal so nett und gebe mir mehr Infos zu den Heimen. Ggf. Adresse bzw Namen. Ggf reden ich mit Ihr einander vorbei ;) . Risiko ist klar. Aber es wird sich lohnen. Und bis her ist absolut nichts schlimmes passiert. Habe immer ein sehr gutes Gefühl in der Ukraine. Alles sehr dankbare und freundliche Menschen.
    Nabend,
    also nix für ungut, aber ob diese Sperrmüllsammlungen und der damit verbundene Aufwand sowas wirklich wert sind, möchte ich ernsthaft bezweifeln.
    Nimm doch einfach 200.- Euro, geh zum nächsten Second-Hand Basar und da kannst Du dir dann einen ganzen Bulli mit alten Klamotten volladen.
    Also second-Hand Klamotten in die Ukraine zu karren, halte ich irgendwie für abwegig. Wahrscheinlich gehts den Zöllnern an der Grenze da nicht viel anders, wenn die sowas sehen.
    Meine Schwägerin arbeitet in Kiew und wohnt auch in der Firma. Ist eine Art Hausmeister. Zuhause in Kaniv ist sie von Dienstagabend bis Donnerstagabend. In Kaniv wohnt nebenan ein junges Paar mit kleinen Kindern. Die haben kaum Geld und können ihre Kids nicht ausreichend einkleiden. Meine Schwägerin kauft immer in Kiew in einem Second Hand Laden Klamotten ein für die Kinder und schenkt sie der Nachbarin. Sie hat sie mir letztens gezeigt. Sehen aus wie neu und sie zahlt nur 2 bis 5 Griwna dafür pro Stück. Also bei den Preisen würde ich sie hier kaufen.
    Das Leben als Rentner ist nicht das Schlechteste :D
    Na ja , eins stört schon , als Rentner bekommt man keinen Urlaub mehr
    :hmm:
    Mein Reden.
    Das ist sicher alles gut gemeint aber irgendwie recht planlos....
    Wenns hier keine Klamotten gäbe, könnte ich das verstehen. Aber die gibts wie Sand am Meer und dazu fast kostenlos.
    Danke für Euer Interesse zu dem Thema.
    Meine Erfahrungen: Für Freunde und Bekannte nehme ich keine Klamotten mit in UA, denn diese haben sie selber.
    Ihr habt die Möglichkeit ein Kinderheim in UA zu besuchen und mit den Mitarbeitern zu sprechen. Sie nehmen sehr gerne gebrauchte Sachen aus Deutschland. Viele Muttis aus meinem Kollegenkreis haben jahrelang die Kindersachen im Wäscheschrank aufgehoben. Sie sind von guter Qualität was auch für gebrauchte Kinderschuhe gilt. Warum sollen wir Neuware kaufen. Man muss nicht alles wegwerfen. Viele Kinder auch in der BRD tragen die Klamotten der herausgewachsenen großen Geschwister auch. Natürlich nimmt man nur gute und saubere gebrauchte Sachen mit. Auch die Flüchtlinge aus dem Donbass im Heim in Khmelnitsky nehmen gebrauchte Bekleidung aus Deutschland. Gefragt sind Wintersachen.
    Für das eingesparte Geld kaufen wir Spielzeug, Hygieneartikel, Süßigkeiten in Deutschland. Diese Sachen sehen auch die Zöllner.
    Die Hilfe muss sich nicht nur auf materielle Dinge beziehen. Im kulturellen Bereich mit gemeinsamen Veranstaltungen kann man einiges bewirken.
    Wenn ich dran denke was in D für ein Aufwand mit den Vorsorgeuntersuchungen für Kinder betrieben wird, könnte ich mir vorstellen sie lieber dahingehend zu unterstützen. Ich glaube nicht dass in UA die Kinder so eine gute medizinische Versorgung haben. Meine Frau sagte mir auch dass kleine Kinder ohne eine spezielle Impfung nicht in den Kindergarten dürfen. Und schwangere Frauen / Mädchen müssen bevor sie zur Entbindung in das Krankenhaus gehen, erst nachweisen dass sie alles für das Baby haben. Also Kinderwagen, Kleidung usw. Sonst werden sie vom Krankenhaus abgewiesen.
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    :hmm:

    plougras schrieb:

    Wenn ich dran denke was in D für ein Aufwand mit den Vorsorgeuntersuchungen für Kinder betrieben wird, könnte ich mir vorstellen sie lieber dahingehend zu unterstützen. Ich glaube nicht dass in UA die Kinder so eine gute medizinische Versorgung haben. Meine Frau sagte mir auch dass kleine Kinder ohne eine spezielle Impfung nicht in den Kindergarten dürfen. Und schwangere Frauen / Mädchen müssen bevor sie zur Entbindung in das Krankenhaus gehen, erst nachweisen dass sie alles für das Baby haben. Also Kinderwagen, Kleidung usw. Sonst werden sie vom Krankenhaus abgewiesen.


    Ich lach mich schlapp...

    Und schwangere Frauen / Mädchen müssen bevor sie zur Entbindung

    ..... man stelle sich das mal vor..... Ich habe die Sachen erst in ca. 5 Monaten zusammen... na dann warten wir eben mit der Entbindung .....

    Aber Du hast schon recht, die Versorgung ist nicht zwangsläufig die Beste.
    @marc37
    Ich habe nicht geschrieben dass die Frauen die Sachen schon 5 oder noch mehr Monate vor der Entbindung haben müssen. Aber wenn sie zum Entbindungstermin ins Krankenhaus gehen, werden sie danach gefragt. Quelle : meine ukrainische Ehefrau die es eigentlich wissen muss ;)
    Aber ihr könnt ja auch eine Hausgeburt mit ein paar Babuschkas bevorzugen ;)
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    :hmm:
    Morgen.
    Tja das ist zwar zum Lachen aber tatsächlich so.
    Wenn man ins Krankenhaus für Geburten geht, muss man die ganzen medizinischen Verbrauchsmaterialien selbst dabei haben...:))
    Das ist übrigens im Krankenhaus immer so. Nicht nur bei Geburten.
    D.H. Wasser, Spritzen, Plastiklatschen, eine Art Raumanzug aus Papier und und das ganze Zeug.
    Man soll nicht denken, dass sich um sowas das Krankenhaus selbst kümmert. Wer kommt denn auf sowas?!?
    Das gibts vielleicht in Deutschland aber nicht hier. :)))
    Ansonsten kann man wieder nach Hause oder in die nächste Apotheke gehen. Schlägt man da ohne Geld auf, war der Weg ebenso umsonnst.
    Das hat weniger was mit Fürsorge zu tun. Das Krankenhaus will schlichtweg kein Theater.
    Tja und nebenbei gucken sie auch noch auf die Babyklamotten. Aber das ist eher Nebensache.
    Bei Kinderheimen kommt es unserer Erfahrung nach immer auf das entsprechende Heim an. Einige sind besser gestellt, andere schlechter. I.a. gilt: Je näher an einer großen Stadt, je mehr Sponsoren schon existieren, je besser.

    Ich war mehrfach bei einem Kinderheim in Sumy, welches uns eine sehr detaillierte Liste von Dingen gegeben, die sie benötigen (bis hin zu Sand für den Sandkasten). Die Dinge wurden in DE durch gezielte Ansprache von Firmen besorgt, d.h. die Firmen gaben Sachspenden aus ihrem Produktspektrum (ok, den Sand haben wir nicht aus DE importiert). Bei Wäsche und Kleidung herrschte kein Mangel. Im Gegenzug gab es dann Bilder von der Übergabe und einen offiziellen schriftlichen Dank der Heimleitung, somit war für die Firmen auch die steuerliche Absetzbarkeit kein Problem.

    Gut erhaltene Kleidung im privaten Umfeld zu verschenken, ist im übrigen kein Problem.

    Gruß
    Siggi
    Guten Morgen, jetzt wollte ich eigentlich die selbe Frage stellen und dabei sind alle Antworten schon da. Ich war ja seit Oktober 2013 etwa 50 Wochenenden in Kiew, plante ja auch schon mal einen generellen Umzug dorthin..., was ich aber wieder verworfen habe.

    Ich habe immer schon Sachen für die Obdachlosen auf dem Kretschatik mitgenommen, aber irgendwann waren meine Sachen alle...und das hat mir einfach nicht mehr gereicht.

    Durch meine Englischlehrerin bekam ich Kontakt zu Ihrer Freundin, die so etwas wie Sozialpädagogik studiert. So reifte dann die Idee, dass Ganze etwas strukturierter anzugehen. Die Studenten haben auch etwas Geld an der Uni gesammelt und ich werde noch 200 Euro von mir dazugeben. Heute hat das Mädel einen Termin in einem Kinderheim und wir haben uns darauf verständigt, dass wir uns eine Liste mit den benötigten Artikeln geben lassen und nicht das Geld aushändigen. Am Wochenende werde ich dann mit den Mädels einkaufen gehen und für die insgesamt 250 Euro werden wir schon etwas finden. Die Studenten wollen dann die Verbindung zu dem Heim weiterhin pflegen und Zeit mit den Kindern an den Wochenenden verbringen.
    Da mein Koffer auf dem Hinflug meist nicht sehr voll ist, werde ich wieterhin Sachen mitnehmen, die ich von Freunden im Tennisverein oder Kollegen bekomme. Das schadtet ja auch nicht, aber der Schwerpunkt wird schon die finanzielle Hilfe vor Ort sein.
    Solltet Ihr noch Ideen haben, wie man am besten helfen kann, ich bin für alles offen....