Muss der ukrainische Führerschein abgegeben werden?

      Muss der ukrainische Führerschein abgegeben werden?

      Hallo,

      Ich Mal wieder, hoffe auf Eure Erfahrungen.
      Meine Frau ist schon 2 Jahre hier und das Thema Führerschein steht an.
      Ich habe gelesen, dass nicht EU-Führerscheine grundsätzlich eingezogen werden.
      Was mir nicht einleuchtet, denn nach 6 Monaten Wohnsitznahme in EU ist er bei uns nicht mehr gültig, sehr wohl aber in der Ukraine.

      Hat es nach 2 Jahren überhaupt noch Sinn, die ukrainische Fahrerlaubnis bei den Deutschen Behörden zu erwähnen, ergeben sich dadurch Vorteile, die die Abgabe der ukrainischen Fahrerlaubnis rechtfertigen?

      Ich habe hierzu nicht wirklich belastbare Infos gefunden, nur für die ersten 6 Monate nach dem Zuzug.

      Vielleicht ist es auch relevant für eine evtl. Abwägung, dass ich erwarte, dass meine Frau mangels Fahrpraxis sicherlich nicht mit nur ein paar Übungsstunden auskommen wird.

      Danke schön noch im Voraus. :)
      genau gleiche Situation bei uns,
      ...ich hatte hier Kontakt zur Fuehrerscheinstelle aufgenommen, die sagten mir €U-Fuehrerscheine werden in DE anerkannt,
      Nicht-€U-Herkunftslaender muessen zumindest Pruefung in Theorie und Praxis machen, danach ist eine Umschreibung moeglich
      ...das der ukr. Lappen abgegeben werden muss ist m.W. nicht richtig...an wen denn ? - eine dt. Behoerde ? (genau aus dem Grund den du nennst; - offizielles, gueltiges ukr. Dokument)
      In DE darf Sie nach Wohnsitznahme max. 6 Monate mit ukr. Lappen fahren,danach nicht mehr, - darauf bezieht sich die Regelung (eigentlich diskrimminierend in meinen Augen, Verstoss des Gleichheitsgrundsatzes)

      - dieser Logik nach ( keine ausreichende Fahrpraxis ) legt einen kompletten Neuerwerb des Fuehrerscheins nahe, einziger Vorteil den ich sehe waeren weniger Fahrstunden, wobei die Theorie-Pruefung in dt. Sprache die groessere Huerde darstellt
      500 Jahre M.Luther "Wer nicht liebt Wein, Weiber und Gesang, / der bleibt ein Narr sein Leben lang."
      Das der ausländische Führerschein abgegeben werden muss, nachdem der Deutsche erworben wurde, ist eigentlich Standard.
      Der Deutsche gilt ja dann auch wieder weltweit.
      Prinzipiell, wobei ich mir durchaus vorstellen kann, das es evtl. wieder Probleme geben kann, wenn man im Ausland weiterhin seinen Wohnsitz hat, nun aber bei einer Kontrolle den deutschen Führerschein zeigt...

      Deswegen - warum sollte ich den deutschen Behörden freiweillig erzählen, das bereits ein ausländischer(ukrainischer) Führerschein existiert?
      Haben wir auch nicht gemacht. Kann ja eh keiner kontrollieren.
      Bringt aber im Zweifelsfall nur Vorteile.


      egonolsen schrieb:

      keine ausreichende Fahrpraxis

      Das war auch ein Grund weswegen meine Frau den Führerschein komplett neu gemacht hatte.
      Mit ihren weißrussischen Fahrkenntnissen konnte ich sie nicht auf deutsche Straßen lassen (zumal mit meinem Auto :) ).
      "Radfahrerblick - Häh?!..."


      egonolsen schrieb:

      die Theorie-Pruefung in dt. Sprache die groessere Huerde

      Äh Nö, wieso?
      Die Fragebögen gibts doch in zig verschiedenen Sprachen, und natürlich auch in russisch.

      Gruß
      Ja, der ukrainische wird eingezogen, von der Führerscheinstelle. Wenn man erwähnt, dass man einen hat, hat es eben den Vorteil, dass man nur die Prüfungen machen muss, keinen theoretischen Unterricht und auch keine Pflichtfahrstunden. Muss halt jeder für sich entscheiden wie er es machen will.

      Uns hatte die Behörde damals gesagt, dass der Führerschein für 5 Jahre aufbewahrt und anschließend vernichtet wird. Nach ca zwei Jahren haben wir ihn dann mal ausgeliehen für einen Urlaub in der Ukraine. (der deutsche war nur für Automatic)
      Wir bekamen ihn auch problemlos ausgehändigt mit der "inständigen Bitte" ihn auch wieder zurück zu geben, weil die Behörde das nämlich nicht kontrolieren kann, mangels nichtexistierendem Formular für die Herausgabe........

      Nun kann ich mich leider nicht daran erinnern was nach dem Urlaub geschah..... :whistling:
      Danke Euch. Das beantwortet doch meine Fragen schon ganz gut. :) Hat also möglicherweise keinen Sinn, den ukrainischen Führerschein die Waagschale zu werfen,
      weil meiner Frau ohnehin die jahrelange Fahrpraxis fehlt.

      Theorieprüfung kann bei uns problemlos in Russich gemacht werden, nur die Praxis, die muss auf Deutsch gemacht werden.
      Allein deshalb braucht sie schon genügend Fahrstunden und einen geduldigen und didaktisch guten Lehrer mit eisernen Nerven ;)

      MrMogilev schrieb:

      "Radfahrerblick - Häh?!..."

      Das geht mir aber auch schon so. Als ich das letzte Mal in Norddeutschland zu Fuß unterwegs war, hörte ich hinter mir ein Ping. Wir waren ins Gespräch vertieft. Ich habe gar nicht realisiert, was das bedeutet. Die anderen sprangen brav auf die Seite und ich hätte den Radfahrer fast vom Rad geholt. Total ungewohnt. Fußgänger und Radfahrer auf einem Weg und da gibt es tatsächlich Radfahrer und auch wirklich viele.

      Wobei ich sagen muss, dass es auch in DE große Unterschiede gibt. Im bayerischen Wald gibt es (dank der omnipräsenten Steigungen) Radfahrer fast nur in homöopathischen Dosen. Die wenigen sind eher von einem älteren Semester, die auf besonders ausgewiesenen Wegen gemächlich (elektrounterstützt) fahren. Ganz anders das Erlebnis in einer Uni Stadt. Dort gibt es eine schier unübersehbare Menge von jungen Radfahrern. Entsprechend ist der Fahrstil als flott und mutig einzustufen. Kommt man in so eine Stadt, erlebt man einen verkehrstechnischen Kulturschock.

      Reiner H. schrieb:

      einen geduldigen und didaktisch guten Lehrer mit eisernen Nerven

      Bei meiner Frau würde es so vor allem einen unerschrockenen Lehrer brauchen. =O

      Reiner H. schrieb:

      Was mir nicht einleuchtet, denn nach 6 Monaten Wohnsitznahme in EU ist er bei uns nicht mehr gültig, sehr wohl aber in der Ukraine.

      Er gilt sogar nicht nur in der Ukraine, sondern noch überall weltweit. Nur nicht mehr im dem Land, in dem sie ihren Wohnsitz hat. Also auch im Nachbar EU Land dürfte sie noch fahren.

      Gruß
      Siggi

      egonolsen schrieb:

      an wen denn ? - eine dt. Behoerde ?

      an die den deutschen FS ausgebende Führerscheinstelle

      egonolsen schrieb:

      ...das der ukr. Lappen abgegeben werden muss ist m.W. nicht richtig

      tja, die FS-Stelle sieht das anders. Die wird den neuen FS nur im Austausch für den alten rausgeben --- und bei Fahrten in die UA wieder tauschen und so weiter.

      Die Grundlage dafür ist der Grudsatz, dass niemand zwei aktuelle und gültige FS haben soll/darf. Das ist richtig.
      Dummerweise ist der UA-FS 6 Monate nach Wohnsitznahme in D schlicht ungültig, da hat man dann auch keinen zweiten *gültigen* FS, wenn man ihn nicht abgibt (ausser im Ausland, wo dann beide gültig wären ---- aber das sollte die dt. Behörden wenig kümmern). Dummerweise ist diese Disussion mit den FS-Behördlern absolut fruchtlos, die kenne nur ihr Ding und vor allem anderen verschliessen sie die Augen.
      Das vor Gericht zu bringen wars uns nicht wert.


      binglücklich schrieb:

      5 Jahre aufbewahrt und anschließend vernichtet wird.

      das wurde mir auch gesagt.
      Ich hatte etwas Lust genau das auszuprobieren, und wenn dann nach 5 Jahren die info kommt, dass der UA-FS von dt. Behörden vernichtet wurde, wäre es sehr interessant zu Erahren, auf welcher Grundlage eine dt. Behörde ein in UA gültiges UA Dokument vernichtet hat. Die Lust darauf war aber a) nicht sehr groß und b) hatte meine Frau ihren UA FS dummerweise verloren, als sie ihn abgeben sollte. Das Gesicht der Behördler war gar nicht so blöd, das scheint dauern zu passieren.




      Ach ja, zum Thema ob es sich lohnt, den FS *umzuschreiben* und damit den UA FS abgeben zu müssen oder den dt. FS neu zu machen.
      Unterschied ist:

      neu machen heisst
      a) teure Pflichtfahrstunden (Nacht, Autobahn, Überland), nicht nur die Übungsstunden, die man selber für nötig hält.
      b) Bei Theorie Anwesenheitspflicht, also 12 Wochen einen oder zwei Tage die Woche abends 2h investieren

      umschreiben:
      nur die Prüfungen machen (und die Übungsstunden, die man selber für richtig hält --- Thorie kann man selber zu Hause pauken, muss man sowieso)

      Duundich schrieb:

      Mehr möchte ich jetzt dazu nicht sagen, sie hatte ja einen UA-Führerschein.


      das heisst nichts,
      meine Frau mit UA FS hatte nur 4 Doppelstunden (die letzten 2 hatte ihr der Lehrer ans Herz gelegt, bwohl sie schon vorher recht sicher war) und bestand die praktische Prüfung. Ob es knapp war, weiss ich nicht, ist aber egal, es gibt nur bestanden und nicht bestanden.
      (ich kenne aber so manchen mit reinem D-FS, da würde ich nicht mitfahren wollen)

      erne schrieb:

      meine Frau mit UA FS hatte nur 4 Doppelstunden (die letzten 2 hatte ihr der Lehrer ans Herz gelegt, bwohl sie schon vorher recht sicher war) und bestand die praktische Prüfung


      Gratuliere! Nun, das erwarte ich in unserem Fall nicht. Die Gründe hatte ich ja schon angedeutet.

      erne schrieb:

      umschreiben:
      nur die Prüfungen machen (und die Übungsstunden, die man selber für richtig hält --- Thorie kann man selber zu Hause pauken, muss man sowieso)


      Und später dann wieder Führerscheinentzug, weil Frau die drei Radfahrer beim Rechtsabiegen platt gemacht hat,
      die Oma auf dem Zebrastreifen zur Seite gehupt hat, oder in der verkehrsberuhigten Zone vor der Schule mit 60kmh durchgebrettert ist :)

      Nicht zu vergessen die ständigen Auffahrunfälle, weil die Autos vor ihr ja ständig und plötzlich Bremsen - eben vor Zebrastreifen, oder noch gelben Ampeln.

      Nee - das war mir das alles nicht wert.
      Vor ca. 7 Jahren haben wir für ihren Führerschein ca. 1700€ bezahlt.
      Inkl. 2tem Versuch der praktischen Prüfung.
      (Prüfer hatte sie beim ersten Male durchfallen lassen, weil sie sich bei einer nur 20m langen Einbahnstraße beim Linksabbiegen eben nicht links eingeordnet hat.)

      Dafür fährt sie seitdem unfallfrei.

      MrMogilev schrieb:

      Und später dann wieder Führerscheinentzug, weil Frau die drei Radfahrer beim Rechtsabiegen platt gemacht hat,
      die Oma auf dem Zebrastreifen zur Seite gehupt hat, oder in der verkehrsberuhigten Zone vor der Schule mit 60kmh durchgebrettert ist

      Woher kennst Du meinen Fahrstil? ;)

      Aber die Radfahrer waren bei mir immer noch schnell genug weg, bei Oma hupe ich nicht (ohnehin zwecklos bei Altersschwerhörigkeit, die wird elegant umfahren - ggf. unter Ausnutzung des Gehwegs, da weiß man doch, wofür man ein SUV hat) und wenn man nur 60km/h fährt, ist man doch schon deutlich langsamer als normal in der Innenstadt. Das ist doch verkehrsberuhigt oder habe ich schon wieder etwas falsch verstanden?

      Von mir machen Sie immer nur (schöne?) Bilder, aber sonst passiert dank UA Kennzeichen gar nichts!

      erne schrieb:

      und das war keiner mit UA FS.

      Das sind die schrecklichen Folgen einer Kulturassimilation.

      Gruß
      Siggi, der gerade Lust auf Autofahren bekam
      Noch ein Tipp am Rande: Bevor deine Frau den Ukrainischen Führerschein bei der deutschen Behörde abgibt, soll sie sich bestätigen lassen, seit wann sie einen Führerschein und somit (theoretisch) Fahrpraxis besitzt. Das kann ihr mal später zugute kommen wenn sie ein Kfz auf ihren Namen versichern will.
      Bei meiner Ex haben sich so nochmals 6 Jahr Schadenfreiheitsrabatt hinzuaddiert, da in ihrem deutschen Führerschein natürlich nur das Ausstellungsdatum in D drinsteht.

      Druch schrieb:

      Noch ein Tipp am Rande: Bevor deine Frau den Ukrainischen Führerschein bei der deutschen Behörde abgibt, soll sie sich bestätigen lassen, seit wann sie einen Führerschein und somit (theoretisch) Fahrpraxis besitzt. Das kann ihr mal später zugute kommen wenn sie ein Kfz auf ihren Namen versichern will.


      Na, das ist doch mal ein wertvoller Tipp, in die andere Richtung als ich dachte ...

      Also damit wäre theoretisch dann doch wieder offen, ob wir den ukrainischen Führerschein verwenden oder nicht.

      Ich glaube als FahranfängerIn ist der Beitrag ziemlich hoch. Eine gewisse Anzahl an schadensfreien Jahren macht sicherlich eine Menge aus ?
      Als Fahranfänger ohne Erfahrung, am besten noch jung und ohne Rabatte zahlst bei so mancher Versicherung zum start gern mal 230% im ersten Jahr.
      Wenn du dann paar Jahre unfallfrei unterwegs warst wird das deutlich günstiger.
      Dafür gibts dann die Schadenfreiheitsklassen die (solange unfallfrei) von Jahr zu Jahr mehr Rabatt gewähren.
      nach 5 Jahren liegst du dan etwa so bei 60% des Jahresbetrags
      Kann also je nach Auto schon nen deutlichen Unterschied machen.

      binglücklich schrieb:

      Ja, der ukrainische wird eingezogen, von der Führerscheinstelle. Wenn man erwähnt, dass man einen hat, hat es eben den Vorteil, dass man nur die Prüfungen machen muss, keinen theoretischen Unterricht und auch keine Pflichtfahrstunden. Muss halt jeder für sich entscheiden wie er es machen will.


      Wie ist das eigentlich wenn man einen ukrainischen Führerschein in der Ukraine als verloren meldet. Bekommt man dann einen neuen?