Geld senden auf die Krim zur Freundin, wie?

      Geld senden auf die Krim zur Freundin, wie?

      Guten Tag zusammen,

      ​ich wollte zu meiner Freundin Geld schicken, weil sie ein Schengen-Visum beantragen will.

      ​Sie lebt auf der Krim und ich kann ihr via Banküberweisung kein Geld senden, sagte sie.

      Welche Möglichkeiten würde es geben?


      ​Vielen Dank im Voraus!
      Schicke den Betrag mittels eines der vielen Geldversender. Deine Freundin dann braucht vor Ort nur zu einer der lokalen Filialen zu gehen, den ihr von Dir übermittelten Transfercode zu nennen, sich auszuweisen und das Geld in Empfang zu nehmen.
      Tue nie altruistisch etwas Gutes, denn es wird doppelt und dreifach im Üblen vergolten.

      Maria schrieb:

      Ich weiss ja nicht, wo sie das Schengen-Visum zu beantragen gedenkt, aber auf der Krim selber dürfte das wohl kaum möglich sein. Dorthin, wo es hingegen möglich ist, sollte es auch Mittel und Wege geben, ihr Geld zu senden. Oder?


      ​Also sie hatte es schon mal auf der Krim versucht, jedoch wurde es abgelehnt.

      Sie macht es jetzt in Odessa.

      ​Ich werde ihr jetzt per Online-Banking Geld senden, ist aber nicht sooo einfach...

      Tristan_DEL schrieb:

      Sie sagte, dass es nicht mehr funktioniert auf der Krim, seitdem die Krim nun nicht mehr zur Ukraine zählt...

      Richtig. Wenn Sie ein Konto auf dem RU Festland hätte, wäre eine Überweisung möglich. Es gibt Banken, die als Relais Stationen dienen und dann das Geld auf die Krim weiterleiten. Sie kann sich vor Ort nach solchen Dingen erkundigen. Das brauchen mehrere Krim Bewohner.

      Ein direkte Überweisung auf ein Krim Konto wird wg. der Sanktionen sehr wahrscheinlich fehlschlagen.

      Tristan_DEL schrieb:

      Sie macht es jetzt in Odessa.

      Auf Seiten der UA Administration ist Kherson für die Bewohner der Krim zuständig, für das Visum die Botschaft in Kiew (bzw. das Visaantragszentrum in Odessa):
      Deutsche Botschaft Kiew - Visarechtliche Hinweise für Bewohner der Krim

      Gruß
      Siggi
      Gratulation an @Tristan_DEL , das persönliche Kennenlernen in Odessa hat anscheinend gut geklappt und ihr geht den nächsten Schritt:

      Geldüberweisung:
      Die Freundin hat Recht. Direkten Weg gibt es keinen. Aber es gibt einen einfachen Weg: (so wie auch die Sanktionen im Großen ausgehebelt werden): Über Dritte:
      1. Deine Freundin nennt Dir eine vertrauenswürdige Verwandte / Bekannte auf dem ukrainischen Festland (hat sie mit 96 % iger Wahrscheinlichkeit, ukrainische Familienverhältnisse sind wie ein Oktopus.
      2. Du sendest dieser Verwandten / Bekannten das Geld mittels bekannten Geldüberweisungs-Dienstleister.
      3. Diese Verwandte / Bekannte überweist das Geld von der Ukraine an Deine Freundin (das Geld sogar mit den Automaten im Supermarkt).

      Tristan_DEL schrieb:

      Und die Sache mit dem Visa, da hat sie eine Bekannte und die hat ihr versprochen, dass es 100%ig klappen wird mit dem Schengen-Visum.

      Ich weiß ja nicht genau, was sie damit meint, aber bei solchen Aussagen und Angeboten wäre ich etwas vorsichtig...

      Tristan_DEL schrieb:

      Meine Freundin meinte, sie kann nicht zur Deutschen Botschaft gehen, weil sie ukrainische und russische Papiere hat und sie auf der Krim lebt??? :

      Wer sonst sollte zuständig sein, wenn nicht die Botschaft in Kiew oder eines der von ihr beauftragten Visaantragszentren?
      Deutsche Botschaft Kiew - Visarechtliche Hinweise für Bewohner der Krim
      Habt Ihr Euch schon irgendwie mit der Thematik befasst? Auf der Seite der Botschaft stehen eigentlich alle Informationen über Voraussetzungen, benötigte Unterlagen und das Procedere...
      Bist Du schon irgendwie aktiv geworden, falls Du gedenkst, sie einzuladen?
      Die EU anerkennt nicht die Krim-Einverleibung durch Russland. Also sind Krim-Bewohner mit früherer ukrainischer Staatsbürgerschaft als Ukrainer zu behandeln und die deutsche Botschaft in der Ukraine ist dafür zuständig.
      Auch wenn sie mittlerweile einen russischen Reisepass lösen kann, gilt sie weiterhin als Ukrainerin.

      Unterlagen: Die findest Du auf der Homepage der Botschaft. Zuerst die elektronische Verpflichtungserklärung machen, dann geht sie mit der zur Botschaft. Die österreichische Botschaft braucht bei einer elektronischen Verpflichtungserklärung kein Einladungsschreiben. Wenn das auch in Deutschland so ist, würde ich es trotzdem zusätzlich machen und die näheren persönlichen Umstände (Kontakt seit..., persönliches Kennenlernen in Odessa, etc.) und auch Argumente, warum sie wieder zurückreisen wird, reinschreiben.
      Das mindert die Wahrscheinlichkeit einer Ablehnung.
      Gute und günstige Krankenversicherung habe ich im Internet bei Hanse Merkur gefunden.
      So, ich habe ihr jetzt mitgeteilt, dass sie nach Odessa zum Visaantragszentrum müsste.

      Sie glaubt nicht, dass sie ein Schengen-Visum bekommt, da sie auf der Krim lebt etc...

      Nun schrieb sie mir nochmal das mit ihrer Freundin, die könnte auf jeden Fall ein Visum machen.

      Meine Freundin müsste erst nach Lettland und könnte von dort aus in jedes Schengen-Land???

      ​Außerdem schrieb sie noch, dass sie niemals ein Visum nach Deutschland bekommen würde dort.

      Bitte um Hilfe!

      Tristan_DEL schrieb:

      Meine Freundin müsste erst nach Lettland und könnte von dort aus in jedes Schengen-Land?


      Prinzipiell ja.
      Ich kenne das von etlichen Weißrussen hier.
      Litauen vergibt z.B. ohne besondere Schwierigkeiten Kurzzeit-Visa für z.B. einer Woche zwecks Einkaufen in Litauen.
      Man muss wohl nur einen Hotel-Reservierungsnachweis vorlegen und fertig (und neuerdings aber einmal persönlich bei der Botschaft erscheinen wg. Fingerabdruck).
      Danach hat man das litauische Visum im Pass.
      Das ist aber ein vollwertiges Schengenvisum.

      D.h. man kann damit in alle Schengenländer (inkl. Deutschland reisen).
      Nur sollte man das dann nicht auf direktem Wege tun. Sondern über das Visum-Ausstellungsland reisen.

      So ähnlich wirds bei dem "Lettland"-Visum sein.

      D.h. für mich klingt das erstmal plausibel und nicht wie irgendein "unglaubwürdiges Märchen".
      Ob das nun aber die beste Lösung ist...
      Wir müssten für das Visum über Lettland 425 Euro zahlen, denke das ist nicht eine wirklich gute Idee.

      ​Ich werde mich jetzt drum kümmern, sie einzuladen etc. und dass sie dann zum Visumantragszentrum nach Odessa fährt.

      ​Oder was meint Ihr?

      DerWiener schrieb:

      Zuerst die elektronische Verpflichtungserklärung machen, dann geht sie mit der zur Botschaft. Die österreichische Botschaft braucht bei einer elektronischen Verpflichtungserklärung kein Einladungsschreiben.


      Für die Verpflichtungserklärung musst Du meist zur Ausländerbehörde. Hier an meinem Heimatort geht das nur mit Termin, für den es Wartezeiten von mehreren Wochen bis Monaten gibt. Kann an Deinem Heimatort natürlich vollkommen anders aussehen. Also kümmere Dich rechtzeitig darum, wie das genau bei Euch abläuft. Eine Einladung wurde bei uns bislang auf der Botschaft immer verlangt.

      Tristan_DEL schrieb:

      Wir müssten für das Visum über Lettland 425 Euro zahlen, denke das ist nicht eine wirklich gute Idee.


      Wer verdient da denn noch alles mit?

      Eigentlich gibt es feste Regeln, in welchem Land man das Visum beantragen muss. Die deutsche Botschaft schreibt dazu: "Sie können mit dem Visum innerhalb der Gültigkeit jedes Schengenland bereisen. Bitte beachten Sie jedoch, dass das
      Hauptreiseziel (längste Aufenthaltszeit) in dem Land liegen muss, von dessen Botschaft das Visum ausgestellt wurde."
      Wenn man über Lettland ein- und wieder ausreist, den Rest der Zeit aber in Deutschland verbringt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Visamissbrauch auffliegt, vermutlich nicht sehr hoch. Trotzdem sollte man sich des Risikos bewußt sein.