Mal umgekehrt: Altes Auto aus der Ukraine nach Deutschland importieren

      Mal umgekehrt: Altes Auto aus der Ukraine nach Deutschland importieren

      Hallo allerseits,

      heute habe ich von jemandem erfahren, der ein altes, fast schrottreifes Auto aus sentimentalen Gründen aus der Ukraine nach Deutschland holen und hier restaurieren (lassen) möchte. Das Fabrikat ist mir nicht beakannt, ich vermute mal ein Shiguli oder vergleichbares, also nichts besonders wertvolles. Das Auto hat seinem Opa gehört, nach dessen Tod es jahrelang vor sich hin gegammelt hat. Den Transport hat er angeblich bereits organisiert, dabei hat man ihm etwas von Zollformalitäten in der Ukraine erzählt.

      Die Verzollung in Deutschland hat er schon abgeklärt, nicht so ganz klar sind die erforderlichen Vorgänge innerhalb der UA. Hat jemand von Euch hier Erfahrungen zu bieten? Ich hätte vermutet, das Auto muss abgemeldet werden und an der Grenze müssen die Eigentumsverhältnisse geklärt sein. Der Eigentümer selbst wird voraussichtlich nicht selbst bei dem Transport anwesend sein, daher könnte ich mir vorstellen, dass hier der ukrainische Zoll in Spiel kommt, aber genaues weiß ich halt auch nicht.

      Viele Grüße
      Reinhard
      =!..
      Hallo,

      aus deinem Text geht der eigentliche Ablauf nicht klar hervor. Soll das in der Ukraine ? auf wen ? zugelassene ? Fahrzeug in Deutschland nur restauriert ? oder auch in Deutschland ? zugelassen ? werden, oder nur restauriert ? und dann eventuell von einem zweiten Betrieb ? lackiert ? und dann zurück in die Ukraine verbracht werden ? ....
      Sollen Ersatzteile, und wenn ja in welchem Umfang, der grenzüberschreitenden Lieferung beigefügt werden?

      Nur mal ein Beispiel für den Wahn des deutschen Zolles bzw. Importvorschriften, google dich mal in die Leuchtmittelsteuer ein :lol:

      Jedes dieser Fragezeichen würde einen anderen Vorgang beim Im- bzw. Export begründen...

      Nur ein 100 % ig klares Vorgehen läßt sich in Zollpapiere eintragen bzw. definieren.
      Hab nochmal nachgefragt:

      Das Auto (ein WAS 201) soll, so wie es ist, ohne weitere Ersatzteile oder ähnliches zum Verbleib nach Deutschland geholt werden. Beweggrund ist lediglich Sentimentalität, weil es dem verstorbenen Opa gehört hat. Der in Deutschland lebende Enkel möchte den Wagen hier restaurieren und, falls möglich, für den Privatgebrauch in Deutschland zulassen.

      Wie gesagt wurde die deutsche Zollseite bereits abgeklärt, es ging hauptsächlich um die Vorgaben der ukrainische Seite. Ein Telefonanruf dort hat meine Vermutung bestätigt, dass man dot lediglich den Nachweis der Abmeldung des Autos in UA und einen Eigentumsnachweis sehen will. Da der Wagen bisher nicht auf die Erbin (Tochter des Verstorbenen und Tante des Importeurs) umgemeldet wurde, muss dies erst geschehen, um den Wagen dann ordnungsgemäß abmelden zu können. Anschließend kann der Enkel das Auto von seiner Tante kaufen, um sich als Eigentümer an der Grenze ausweisen zu können. Dieser komplette Vorgang wird wohl die größte Hürde bei der Sache werden, da ein Notar und einige amtliche Stellen benötigt werden dürften.

      Ich hatte die Hoffnung, dass vielleicht jemand im Forum schon einmal etwas ähnliches durchgeführt hat und Tipps geben könnte.

      Viele Grüße
      Reinhard
      =!..
      Ja, klar, ein 2101. Hab zu schnell getippt, dabei ist die 1 auf der Strecke geblieben. Eine Kopeika halt.

      Mit der Zulassung in D hast Du schon recht, das dürfte auch nicht so ohne sein, allerdings handelt es sich um ein historisches Fahrzeug. Vor diesem Schritt steht aber noch die Erlangung des Eigentümernachweises. Wie ich die ukrainischen Behörden kennengelernt habe, dürfte dieses Procedere zumindest viel Zeit und Nerven kosten.
      =!..
      Wir sind gerade am überlegen, ob wir unser Auto in UA oder DE verkaufen sollen. Die Einfuhr nach DE wäre als Umzugsgut zollfrei möglich. Das viel größere Problem besteht jedoch darin, dass dieses Modell nie in einem EU Land als Neuwagen angeboten wurde.

      Wir müssen also alles per Einzelgutachten nachweisen und ggf. Modifikationen am Fahrzeug vornehmen lassen, um einen deutschen KFZ Brief erhalten zu können. Kosten von ca. 2000 Euro für die Gutachten und Verwaltungsgebühren fallen dabei (ohne Modifikationen) an. Je nach Ergebnis der Gutachten kann das noch deutlich mehr werden. (Was ist zu tun, wenn der Motor die Euro Abgasnorm nicht einhält?) Uns wurde davon abgeraten, es lohne bei dem Fahrzeugalter (6 Jahre) nicht mehr: "Das kann ein Fass ohne Boden werden. Verkaufen sie besser in UA, auch wenn sie dort ein paar Tausender weniger erzielen."

      Nur dies einmal als Hinweis an alle, die ein Fahrzeug, was niemals in der EU als Neuwagen veräußerte wurde, von UA nach DE importieren wollen. Für historische Fahrzeuge mag es wieder einfacher werden. Also am besten vorher erkundigen, welche Schritte für die Zulassung in DE notwendig sind und dabei nicht den Fokus auf den Zoll legen.

      Gruß
      Siggi

      Siggi schrieb:

      Das viel größere Problem besteht jedoch darin, dass dieses Modell nie in einem EU Land als Neuwagen angeboten wurde.


      Das kann aber nicht so schwer sein.
      Ich hatte letzte Woche einen neuen Nissan Qashqai zum lackieren. Bei der Suche nach der Farbnummer ist mir im Handschuhfach ein russisches Serviceheft in die Hände gefallen.
      Ich habe noch nie verstanden, wie man beim Biathlon Zweiter werden kann.
      Man hat doch ein Gewehr...
      Es gibt Modelle, die werden überall angeboten. Das ist sicher die Mehrzahl. Ob er dann die Erstzulassung in RU hatte, ist unerheblich.

      Aber einige Fahrzeuge gibt es eben nur in speziellen Märkten. Mein Wagen ist so einer. Ob dafür technische oder Marketinggründe verantwortlich waren, werden wir wohl nie ergründen. In Australien hat man ihn zumindest auch verkauft, nicht jedoch im EWR/EU Raum:
      First drive: Subaru Forester S-Edition

      Gruß
      Siggi

      Siggi schrieb:

      Es gibt Modelle, die werden überall angeboten. Das ist sicher die Mehrzahl. Ob er dann die Erstzulassung in RU hatte, ist unerheblich.

      Aber einige Fahrzeuge gibt es eben nur in speziellen Märkten. Mein Wagen ist so einer. Ob dafür technische oder Marketinggründe verantwortlich waren, werden wir wohl nie ergründen. In Australien hat man ihn zumindest auch verkauft, nicht jedoch im EWR/EU Raum:
      First drive: Subaru Forester S-Edition

      Gruß
      Siggi


      Du hast gute Chancen dein Auto in Deutschland oder Europa zu verkaufen. Habe zwei Angebote gefunden ;)



      Subaru Forester Suv/geländewagen in Blau als Gebrauchtwagen in Wien für € 29.000,-
      Dateien
      Das Leben als Rentner ist nicht das Schlechteste :D
      Na ja , eins stört schon , als Rentner bekommt man keinen Urlaub mehr
      :hmm:

      Das kann aber nicht so schwer sein.
      Ich hatte letzte Woche einen neuen Nissan Qashqai zum lackieren. Bei der Suche nach der Farbnummer ist mir im Handschuhfach ein russisches Serviceheft in die Hände gefallen.


      Doch, daß kann leider schwer werden. Die Qashqais waren für Rußland bestimmt haben aber nie russischen Boden betreten. Die kamen genau bis Paldiski in Estland. Der russische Importeur hat die Fahrzeuge wg. der Krise damals nicht übernehmen können, und die Dinger wurden europaweit wieder retour verteilt. Allerdings hat eben auch Nissan in Köln die Papiere gefixt und die Zulassungen koordiniert. Wer Zugang hatte, dem wurden die Dinger für knapp über 11 net. export angeboten.

      Ohne EU-Typzulassung ist der Import von einem neueren Fahrzeug mit Herkunft außerhalb der Eu einfach ein sehr teures "Experiment", alleine das notwendige Abgasgutachten kann ins 4stellige gehen.
      Ich glaube in Bremerhaven war's (oder Emden) , jedenfalls dort wo die Ueberseetransportschiffe (lmportautos) ankommen.
      Dort gibt es Dienstleister die koennen fuer nahezu jedes Kfz eine dt. ( €U ) - Zulassung beschaffen. Ich hatte das mal vor 2 Jahren durchexerziert (fuer einen Ami') und das war bezahlbar, aber sicher zw. 2000-5000 € (allerdings schon mit Zoll und Steuer)
      Es haengt halt vom Wert des Wagens ab und von der hiesigen Marktsituation/Nachfrage.
      Die Besonderheit bei solchen Dienstleistern (hab den Namen nicht parat) , die haben natuerlich einen "Pool" von bereits geprueften Kfz und greifen so auf Daten zurueck, die bereits vom dt. Tuev/Zulassungsstellen/Abgasgutachten begutachtet wurden, - somit sind deren Preisangebote durchaus interessant.
      Am besten mal raussuchen, Kontakt aufnehmen ( die brauchen nur die Kfz-Papiere, per Mail,...-die waren wirklich gut und flexibel) und die sagen dir wie teuer, wie schnell etc.
      500 Jahre M.Luther "Wer nicht liebt Wein, Weiber und Gesang, / der bleibt ein Narr sein Leben lang."
      Wenn das Automodell von Siggi schon mal in der Eu zugelassen wurde, bekommt man das erforderliche Abgas Gutachten vom Hersteller. Und ich habe ja zwei Autos auf die schnelle gefunden. Einmal Österreich und einmal Italien. Gibt bestimmt noch viel mehr EU weit.
      Das Leben als Rentner ist nicht das Schlechteste :D
      Na ja , eins stört schon , als Rentner bekommt man keinen Urlaub mehr
      :hmm:

      plougras schrieb:

      bekommt man das erforderliche Abgas Gutachten vom Hersteller

      Ich habe mich an Subaru gewandt. Die haben nichts. Würde mich auch sehr wundern, wenn denen das Abgasgutachten zugehen würde, dass irgend jemand auf private Rechnung irgendwo in der EU anfertigen lässt.

      Die Preise, die Du mir dort gezeigt hast, sind recht optimistisch. Der eine hat über 15T Euro in ein sechs Jahre altes Ding gesteckt. Damit ist er vermutlich über den Zeitwert gegangen. So etwas kann man IMHO machen, wenn man das Ding "ewig" weiterfahren will. Beim Verkauf wird er das nie zurück bekommen.

      Gruß
      Siggi