Orthodoxe Taufe

      Orthodoxe Taufe

      Grüezi,

      Ich wollte mal ein paar Informationen ergattern bezüglich der orthodoxen Taufe. Ich weiss ungefähr wie das Abläuft, nun werde ich aber selber als Vater einer Tochter mittendrin sein. Meine Frau weiss auf was man alles achten muss und wie es genau Abläuft.

      Das Problem ist also ein Anderes, denn ich bin nicht Orthodox und der Patenonkel auch nicht, da wir als Schweizer entweder katholisch- oder reformiert sind. Der Pate hat ja mit der Patin (Ukrainerin bei uns) einige Aufgaben, wie irgendwie aus einem Buch zu lesen ect. Ja mein Kollege ist der Sprache nicht mächtig und dann noch auf altslawisch lesen? No way! :D
      Wir wollen in einer eher alten Kirche die Taufe begehen, die zudem wohl dem Moskauer-Patriarchat untersteht (Doppelkopfadler wo man nur hinsieht) in Poltawa. Ich denke die sind da eher streng und meine Frau meint, die könnten uns evt. glatt die Taufe verweigern...

      Was meint ihr, was gibt es für Komplikationen? Habt ihr eigene Erfahrungen gesammelt? Wäre echt interessant!

      lg

      Olli74 schrieb:

      wedel aber nicht mit den kleinen :)


      Bei der Kirche sowieso nicht! :)

      Aber ehrlich: Könnte es Komplikationen geben wegen der religiösen Unterschiede oder fehlende Sprachkenntnisse des Paten?
      ich hab gerade mal meine Frau gefragt
      sie sagt beide Paten müssen orthodox sein
      aber ganz sicher wird dir da nur die Kirche helfen denk ich
      Frag doch einfach ganz unverbindlich nach dort
      Aber das sollte doch die Ukrainische Patin auch wissen
      Ich bin mehrfach Patenonkel bzw. Kum, ich bin bis jetzt noch nicht orthodox und viel zu tun gab es bei der Taufe auch nicht. Es ist ganz interessant aber für meinen Geschmack dauert die Zeremonie arg lange, hätte nie gedacht einmal evangelisches Kirchengestühl zu vermissen.
      Gruß Herr Mayer
      "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst."
      Kurt Cobain
      Hallo,

      ich bin auch ein Kum, ein Patenonkel von Jelisaveta aus der Ukraine. Ich war deshalb bei der Taufe
      in der orthodoxen Kirche dabei, so wie die Eltern und die Kuma (Patentante).
      Die Familie des Kindes erhielt eine Urkunde mit meinem Namen. Diese wurde in der Kanzlei der Kirche,
      wo auch Bilder und Bücher verkauft werden, am Tage der Taufe ausgestellt. Man hat mich nicht nach einer Konfession gfragt.
      Ich erhielt nur die Anweisung auf jede Frage vom Vater mit "Da" zu antworten. Am Ende seiner langen, langen
      Rede und der eigentlichen Taufe mit etwas Wasser und Öl, mussten wir die Bibel küssen, d.h. der Vater hat sie mir förmlich ins Gesicht gedrückt.
      Sicher hat er gewußt, dass ich als Deutscher kaum orthodox bin.
      Wir durften filmen und fotografieren.
      Die Familie der Patentochter hat ein gutes Verhältnis zur Gemeinde.
      Für mich war dieser Tag ein großes Erlebnis . In der Ukraine ist es eine Ehre als Patenonkel
      bestimmt zu werden.

      Der Sachse

      Der Sachse schrieb:

      Hallo,

      ich bin auch ein Kum, ein Patenonkel von Jelisaveta aus der Ukraine. Ich war deshalb bei der Taufe
      in der orthodoxen Kirche dabei, so wie die Eltern und die Kuma (Patentante).
      Die Familie des Kindes erhielt eine Urkunde mit meinem Namen. Diese wurde in der Kanzlei der Kirche,
      wo auch Bilder und Bücher verkauft werden, am Tage der Taufe ausgestellt. Man hat mich nicht nach einer Konfession gfragt.
      Ich erhielt nur die Anweisung auf jede Frage vom Vater mit "Da" zu antworten. Am Ende seiner langen, langen
      Rede und der eigentlichen Taufe mit etwas Wasser und Öl, mussten wir die Bibel küssen, d.h. der Vater hat sie mir förmlich ins Gesicht gedrückt.
      Sicher hat er gewußt, dass ich als Deutscher kaum orthodox bin.
      Wir durften filmen und fotografieren.
      Die Familie der Patentochter hat ein gutes Verhältnis zur Gemeinde.
      Für mich war dieser Tag ein großes Erlebnis . In der Ukraine ist es eine Ehre als Patenonkel
      bestimmt zu werden.

      Der Sachse


      Dann sollte es ja kein Problem sein. Ich war nur immer an Ostern oder Weihnachten in der orthodoxen Kirche, deshalb musste ich mir Videos von Taufen ansehen und nachfragen. Für die Ukrainer war es oft komisch dass wir Schweizer zwei Konfessionen haben, immer fragten sie mich: "Du bist aber schon Christ?" :D

      Noch eine Frage zum Thema Religion, weil ich gerade für ein Projekt bezüglich des Christentum schreibe: Wie finde ich dezent heraus, welche Kirche dem Kiewer- oder Moskauer Patriarchat angehört? Was ich von einem Ukrainer/Russen weiss ist, dass ein grosser Teil dem Moskauer Patriarchat angehört. Ich will es aber genauer wissen, vielleicht weiss einer dazu etwas.

      RumboReload schrieb:

      Swiss_Kosak schrieb:

      immer fragten sie mich: "Du bist aber schon Christ?


      Also wenn Du das auf deinem Avatar bist, bist Du von einem islamistischen Bombenleger nicht weit entfernt.
      Von daher ist die Frage durchaus berechtigt... :D


      Als ich das zum ersten mal gefragt wurde hatte ich nen kürzeren Bart :D könnte auch als orthodoxer Priesterstudent durchgehen meinte einer.
      Die unterscheiden sich oft nicht von "Normalos" auf der Strasse :) vor allem in Kiew!
      ...bei uns war es eine Taufe von mehreren Kindern / Familien. Wenn Du mit dem Kind rechts von all den Anderen stehst, machst Du alles nur nach.
      An der Grenze UA bei der Abfertigung ist es gelegentlich schwieriger alles richtig zu machen.
      Es gibt mindestens drei verschiedene orthodoxe Kirchen in UA (Autokephale noch).
      Man erkennt von außen nicht, welchem Patriarch die orthodoxe Kirche zugehörig ist. In letzter Zeit wechsel Kirchen
      auch das Patriarch. Man muss vor Ort fragen oder man findet die Informationen im Internet.

      Zur Vorbereitung eines Paten gehören normalerweise Gerspräche und Lesungen im Vorfeld mit dem Vater. In den hier genannten Fällen
      wird darauf verzichtet.

      Während unserer Taufe waren Teilnehmer: Katholiken, Atheisten, Humanisten, Orthodoxe, Protestanten. Offiziell waren wir orthodox.
      Unter den Paten gibt es keine Reichen. Sie wären aber in der Lage, im Fall der Fälle, das Kind aufzuziehen. Das ist ja neben der Aufnahme
      in die Religionsgemeinschaft auch Sinn der Sache.