Anerkennung ärztlicher Tätigkeiten außerhalb der BRD

      Anerkennung ärztlicher Tätigkeiten außerhalb der BRD

      vielleicht wissen es noch nicht alle, die es betrifft, wir wussten es auch nicht...............


      Wenn ein/e Arzt/Ärztin in Deutschland die Aprobation erhält, fängt sie / er als Assistensarzt an. Bezahlung richtet sich nach der Anzahl der Jahre der Tätigkeit.
      Vor kurzem hat ein ausländischer Kollege meiner Frau davon erzählt. Wir haben dann letzte Woche am 30.5. einen formlosen Antrag mit einer beglaubigten Übersetzung des Arbeitsbuches an die Ärztekammer geschickt und haben am Freitag , demn 02.06. ( nach 3 Tagen!!!!!!!) die entsprechende Bescheinigung zur Vorlage beim Arbeitgeber erhalten.

      Nun sind wir gespannt, wie weit rückwirkend der Arbeitgeber das Gehalt nachzahlen wird. Für die Differenz werden wir wohl die Ärztekammer auf Schadenersatz verklagen. OK, wir werden die Möglichkeit prüfen lassen, da wir der Meinung sind, dass es die Pflicht der Ärztekammer gewesen wäre uns darauf hinzuweisen, schließlich sind sie doch für die Mitglieder da...... :cursing:

      binglücklich schrieb:

      Bezahlung richtet sich nach der Anzahl der Jahre der Tätigkeit.


      Wir sind hier in der Bundesrepublik Deutschland und hier herrscht Vertragsfreiheit. Anders als in der DDR wo alle gleich waren, kann man hier Arbeitsverträge individuell aushandeln.
      Ausnahmen sind nur einige große Kliniken in öffentlicher Hand.

      Mir persönlich ist es immer schon lieber gewesen nach Leistung und nicht nach Dienstjahren bezahlt zu werden.

      NORAD

      NORAD schrieb:

      Wir sind hier in der Bundesrepublik Deutschland und hier herrscht Vertragsfreiheit. Anders als in der DDR wo alle gleich waren, kann man hier Arbeitsverträge individuell aushandeln.


      darf ich mal lachen ?

      Sicher, es wird Ausnahmen geben, aber die meisten Kliniken unterliegen einem Tarifvertrag und der ist für sie bindend, eben weil wir in der Bundesrepublik Deutschland leben.

      und was DIR in dem Fall lieber ist, interessiert eben keinen anderen, weil die sich nach dem Tarifvertrag bezahlen lassen müssen.

      binglücklich schrieb:

      aber die meisten Kliniken unterliegen einem Tarifvertrag und der ist für sie bindend, eben weil wir in der Bundesrepublik Deutschland leben.

      Aber es gibt doch einen außertariflichen Bereich oder etwas nicht? (Ich kenne so etwas von meinen Kunden.)

      Nur kommt da vermutlich eine Ärztin aus UA so schnell nicht rein.

      Gruß
      Siggi
      Ich kenne keine Assistenzärztin die in der Position wäre einen außertariflichen Vertrag auszuhandeln. Die ausländischen Ärzte müssen sich in das deutsche Gesundheitswesen "eingewöhnen", die deutschen kommen frisch von der UNI.

      Bei meinem Beitrag sollte es aber nicht darum gehen ob jemand an den Tarifvertrag gebunden ist, oder eben einen außertariflichen abschließen kann.
      Es war einzig und allein ein Hinweis, dass ein ausländischer Arzt, der (wenn er nicht aus der EU kommt) zwangsläufig als Assistenzarzt eingestellt wird eine Menge Geld verliert wenn er sich seine ausländischen Berufsjahre vorher nicht anerkennen lässt.
      Geht mal auf den Tarifrechner vom Marburger Bund, dann seht ihr, dass es da um mehr als 1000 € im Monat geht.
      Im übrigen sind da auch einige private Kliniken aufgelistet, die dem Tarifvertrag unterliegen. Dazu gehört auch noch die AMEOS-Gruppe. Warum die da nicht gelistet sind weiß ich nicht.


      Tarifverträge | Marburger Bund

      binglücklich schrieb:

      Pflicht der Ärztekammer gewesen wäre uns darauf hinzuweisen, schließlich sind sie doch für die Mitglieder da.....


      Das habe ich auch einmal geglaubt bzw. das meine Handwerkskammer für die Mitgliedsbetriebe da ist-Pustekuchen! Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Die Betriebe sind da um die-willkürlichen-Beiträge an die Kammer zu bezahlen.Für mehr werden dort keine Mitglieder gebraucht!

      Gruß

      Martini

      Kuhtreiber schrieb:

      Die Betriebe sind da um die-willkürlichen-Beiträge an die Kammer zu bezahlen.

      Die Beiträge sind vermutlich für Dich nicht nützlich und nicht freiwillig, aber doch nicht willkürlich, nicht in DE! Da gibt es schöne Tabellen, die die Beitragshöhe in Abhängigkeit vom Gewinn genau festlegen.

      Gruß
      Siggi
      Bei der Handwerkskammer ist aber schon eine gewisse Willkür vorhanden in ihrer Preisgestaltung.
      Ich habe erst einmal bei der Handwerkskammer angerufen in 20 Jahren Selbständigkeit. Ich wollte die Telefonnummer meiner Berufsgenossenschaft (übrigens auch so eine Willkürfirma), weil die Schwachköpfe auf der Internetseite ihre Telefonverbindungen vergessen haben. Ich rief also die Handwerkskammer an und bekam promt eine Telefonnummer, die seit 10 Jahren nicht mehr aktuell war. Zu Guter letzt bemühte ich die Auskunft für gutes Geld, aber die hatten dann wenigstens die richtige Nummer. Für das zahle ich dann einige hundert Euro im Jahr. Sonstiges zum Beispiel Aufträge haben sie mir bei der HK niemals gebracht, noch jemals ein Seminar, wie man Kunden bekommen kann. Für mich ist es ein unverständlicher Geldeinreibebetrieb !