Integrationskurs für Arbeitstätige

      Integrationskurs für Arbeitstätige

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      Hallo Zusammen,

      meine Frau geht einer Vollzeitbeschäftigung nach, soll aber trotzdem den Integrationskurs + Sprachkurse absolvieren. Wir beziehen keine sozialen Leistungen und es macht definitiv mehr Sinn wenn meine Frau im Arbeitsalltag deutsch lernt , als in überfüllten Klassenräumen mit lernunwilligen Klassenteilnehmer.

      Per Fakto haben wir unsere ungunst der Ausländerbehörde mündl. mitgeteilt, natürlich ohne Verständnis, nun haben wir einen Brief bekommen wo das Amt für Kinder, Jugend und Familie uns androht bei der Ausländerbehörde uns zu "melden".

      Die Arbeitszeiten lassen sich nicht mit den Kursen kombinieren, auch der Arbeitgeber ist nicht gewillt die Arbeitszeiten anzupassen.

      Kann man das mit dem Ausländeramt auskämpfen ?

      Gruß,
      Dima

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      Naja, was passiert denn, wenn man sich nun weigert an so einem Kurs teilzunehmen?
      Gehe mal davon aus, dass es dann jeweils nur eine Aufenthaltsgenehmigung für ein Jahr gibt.
      Das dürfte das schlimmste sein, was passieren kann.
      Dann gehst Du eben vor Ablauf wieder hin und stellst wieder einen neuen Antrag.
      Auf deutsch, Deine Frau unterschreibt das Formular bei der Ausländerbehörde und fährt wieder nach Hause.
      Das ist ja eigentlich eine Formalität und dürfte ein paar Minuten dauern.
      Im übrigen auch viel stressfreier als der monatelange Besuch von so einem Kurs...:)))

      Theoretisch können Verwaltungszwangsmittel eingesetzt werden.
      Anders sieht die Sache auch aus, wenn staatliche Mittel beantragt wurden.
      Hartz IV etc....

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      :) Danke für die schnelle Rückantwort. Meine Frau hat eh nur einen Aufenthaltstitel für 1 Jahr. Warum in diesem Forum einige Ehefrauen den ersten AT für 3 Jahre bekommen haben und andere, wie meine Frau , nur für 1 Jahr , entzieht sich meines Verständnis.

      Die Verpflichtung ist zu widerrufen, wenn es dem Ausländer zusätzlich zu
      seiner Erwerbstätigkeit nicht zuzumuten ist, an einem Kurs
      teilzunehmen. Im Übrigen sind die Ausnahmetatbestände für eine
      Verpflichtung in § 44a Absatz 2 AufenthG zu beachten.


      BAMF - Bundesamt für Migration und Flüchtlinge - Ausländer

      :help: Die Tante von der Ausländerbehörde hat mir definitiv gesagt, dass Sie auch bei Erwerbstätigkeit den Integrationskurs besuchen soll. Wenn man tagtäglich der Arbeit nachgeht, wie kann man dann so unwissend sein..

      Sehe ich das richtig, dass ihr der AT nicht aberkannt werden kann, da in unser Verfassung - Artikel 6.
      Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.
      ?

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      Nein, das dürfte in der beschriebenen Konstellation nicht möglich sein.
      Abgesehen davon würde ich das bei der Ausländerbehörde so schildern, dann sollte man da ein Einsehen haben.
      Wenn das aus Zeitgründen nicht möglich ist, dann geht es nicht, oder soll sie für diesen Kurs nun die Arbeitsstelle aufgeben, wo man ihr dann beibringt, wie man Bewerbungen schreibt um sich eine Arbeitsstelle zu suchen, oder Harz-IV -Anträge ausfüllt????

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      Dima schrieb:

      nun haben wir einen Brief bekommen wo das Amt für Kinder, Jugend und Familie uns androht bei der Ausländerbehörde uns zu "melden".

      was hat das mit dem Integrationskurs zu tun????


      Ahrens schrieb:

      Naja, was passiert denn, wenn man sich nun weigert an so einem Kurs teilzunehmen?
      Gehe mal davon aus, dass es dann jeweils nur eine Aufenthaltsgenehmigung für ein Jahr gibt.
      Das dürfte das schlimmste sein, was passieren kann.

      Nene, das wird damit anfangen, dass das Amt den Eigenkostenanteil im Voraus einkassieren wird und kann zu weiteren Maßnahmen führen

      (3) Kommt ein Ausländer seiner Teilnahmepflicht aus von ihm zu vertretenden Gründen nicht nach oder legt er den Abschlusstest nicht erfolgreich ab, weist ihn die zuständige Ausländerbehörde vor der Verlängerung seiner Aufenthaltserlaubnis auf die möglichen Auswirkungen seines Handelns (§ 8 Abs. 3, § 9 Abs. 2 Satz 1 Nr. 7 und 8, § 9a Absatz 2 Satz 1 Nummer 3 und 4 dieses Gesetzes, § 10 Abs. 3 des Staatsangehörigkeitsgesetzes) hin. Die Ausländerbehörde kann den Ausländer mit Mitteln des Verwaltungszwangs zur Erfüllung seiner Teilnahmepflicht anhalten. Bei Verletzung der Teilnahmepflicht kann der voraussichtliche Kostenbeitrag auch vorab in einer Summe durch Gebührenbescheid erhoben werden.


      Dima schrieb:

      Warum in diesem Forum einige Ehefrauen den ersten AT für 3 Jahre bekommen haben und andere, wie meine Frau , nur für 1 Jahr , entzieht sich meines Verständnis.


      das liegt an den einzelnen Sachbearbeitern und/oder ABHs, die es "immer" so machen - es aber nicht dürfen.
      Meistens ist man selber schuld, wenn dann im Gespräch die Frage kommt, ob man wegen dies und dem den Antrag auf 3Jahre AE auf 1 Jahr ändern mag, weil es dann schneller geht. Sagt man irgendwie "ähem, ja vielleicht" ist es schon passiert.
      Hat man aber 3 Jahre beantragt und kriegt weniger, kann man sich dagegen wehren. Manhcmal mahct es Sinn, manchmal nicht

      Dima schrieb:

      Sehe ich das richtig, dass ihr der AT nicht aberkannt werden kann, da in unser Verfassung - Artikel 6.

      ja



      Aber man kann natürlich auch bei Unzumutbarkeit die Freistellung beantragen. Das macht man aber schriftlich mit Angabe der Gründe.