Mit dem Auto von Stuttgart nach Saporoshje

      Mit dem Auto von Stuttgart nach Saporoshje

      Hallo liebe Forumsgemeinde,

      ich plane ende August mit dem Auto von Stuttgart nach Saporoshje zu fahren. Hat jemand von Euch Informationen über die Strecke?
      Mir ist zwar schon bekannt wie man Google Maps benutzt, nur sagt das noch nichts über die Strassenverhältnisse aus. Desweiteren interessieren mich gute Unterkünfte auf dem Weg, da ich mit 2 kleinen Kindern Unterwegs bin werde ich wohl den ein oder anderen Pit Stop einlegen müssen.

      Eventuell habe ich auch noch einen Mitfahr Platz frei. Die Fahrt ist geplant vom 17.08.18 Abfahrt bis zum 09.09.18 Ankunft in Stuttgart.

      Herzlichen Dank schon mal für alle nützlichen Informationen.
      Guten Abend

      Herzlich Willkommen im Forum von meiner Seite aus
      Ich lebe ja auch teils in Saporoshje in der Ukraine ,aber mit dem Auto bist Du 2 Tage minimum unterwegs.Warum fliegst Du nicht ? Es gibt mittlerweile fenug Alternativen um Diekt zu fliegen oder nach Dnepro. Per PN kann Ich Dir vielleicht Infos geben auch zu einer Unterkunft. Ukraine International fliegt via Kiev nach Saporoshje bzw mit Motorsich geht es auch via Kiev nach Saporoshje ,aber die fliegen nicht jeden Tag .Ich fliege teils Austrian nach Dnepro oder UIA nach Saporoshje.Die LOT fliegt jetzt auch von Warschau nach Saporoshje weis aber nicht genau ab wann. Türkisch Airlines via Istanbul geht auchdirekt nach Sapo.
      Ich kann Dir leider keine aktuellen Informationen über die gesamte Strecke liefern, aber einen Teil der Strecke bin ich vor einem Monat gefahren.
      Ich fahre aus dem Raum Nürnberg nach Wien, Budapest bis Vasarosnameny (kurz vor der Grenze bei Berehove), dort übernachte ich im Hotel Kovacs, hat im Mai 34€ für zwei Personen gekostet. Die Strecke ist auch von Stuttgart über die A8 nach München, Salzburg, Wien an einem Tag gut zu schaffen.
      Am nächsten Morgen früh (wir sind um 5 Uhr los) die letzten Kilometer bis zur Grenze. Die Wartezeiten sind am frühen Morgen normalerweise minimal.
      Nach dem Grenzübertritt gibt es viele Tankstellen, an denen man erstens Geld wecheseln und ein Frühstück zu sich nehmen kann.
      Danach geht es durch Berehove bis Mukachewo, die Straße kann man fahren, etwas holprig aber keine großen Schlaglöcher. Danach auf die M25 bis Stryi. Die M25 läßt sich gut fahren.
      Das waren die aktuellen Informationen; ich fahre gewöhnlich bis Marhanets, das ist wenige Kilometer von Zaporoschje entfernt, aber das letzte Mal bin ich 2016 gefahren.
      Man kann jetzt von Stryi direkt nach Ternopol oder über Lwow; oder doch über die Autobahn nach Kiew und weiter nach Poltawa.
      Stryi - Ternopol war 2016 in einem erbärmlichen Zustand, aber ein Forumskollege hat vor ein paar Wochen geschrieben, die Straße wurde ausgebessert und sei gut zu fahren.
      Stryi - Lwow -Ternopol war besser zu fahren. Von Ternopol weiter über Uman nach Kirowograd, Olexandrija bis zum Dreieck südlich von Dnepropetrowsk und dann auf der Schnellstraße nach Zaporoschja. Die Strecke war durchwachsen mit teilweise sehr guten Streckenabschnitten und teilweise unterirdisch. Ortsdurchfahrt Rohatyn ist furchtbar. Bei Hajssyn auf keinen Fall die ausgeschilderte Umgehung verwenden, das ist ein Acker, eifach durch die Stadt fahren.
      Die weitere Strecke über Kiew ist gut bis Kiew, weiter bis Poltawa durchwachsen und von Poltawa nach Dnepropetrowsk teilweise furchtbar.

      Trotzdem wird die Fahrt mit 2 kleinen Kindern (wie klein?) nicht einfach. Ich bin früher aus dem Raum Stuttgart mit 4 Kindern jedes Jahr nach Sizilien gefahren, ähnlich weit. Es ist wichtig die Kinder zu beschäftigen. Wir hatten Hörspielkasetten dabei, das hielt sie ruhig , oder die Tunnel auf dem Weg zählen lassen, in die Ukraine kann man nur Schlaglöcher zählen. Mach Dir bewußt, es wird nicht einfach.
      Gruß
      Chopper
      Nur so lange ist uns der Friede sicher, solange wir des Sieges sicher sein können!
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      - die Sterne der Nacht, - die Blumen des Tages - und die Augen der Kinder
      Ich würde über Kiew fahren, dann runter nach Cmyla, Olexandrivka, Snamenka, Dnipro...Berehove-Kiew ist sehr gut zu fahren, Kiew Cmyla, schon teilweise erbärmlich, dann wieder besser bis Olexandrivka. Weiter weiß ich nicht, da ich dann nach Kirovograd abbiege. Nehme aber an, dass es grenzwertig ist an manchen Stellen.
      Mit zwei kleinen Kindern würde ich das eher ruhig angehen und viele Pausen einplanen.

      Die M12 ist mit Kindern und für das Auto eine Zumutung.
      Abgesehen von dem Zeitaufwand mit dem Auto - wären drei Flugtickets am Ende nicht billiger?
      ​Die Straßenverhältnisse sind streckenweise furchtbar. Nachts würde ich nicht fahren. Immerhin wird viel auf den "Autobahnen" gebaut, das ist positiv. Aber bei einem Unfall? Wohin dann mit den Kindern? Nix ADAC... Hast Du bei Deiner Kfz.-Versicherung den Service für Nicht-EU-Länder?

      Ich weiß nicht...
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      Deeeer Toooooood isssss laaaaaang.... :dash:

      billyx schrieb:

      Nix ADAC...

      Da muß ich widersprechen, ich bin 2016 mit dem Auto liegengeblieben. Auslandsdienst des ADAC angerufen, hat alles wunderbar funktioniert. Nur auf Grund der Entfernungen etwas länger gedauert.
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      Wenn man Kontakte in die UKraine hätten könnten diese sich auch um einen Autoreiszug bemühen.
      Wir werden wieder die 800 km von Lwiev nach Dnepropetrovsk im Schlafwagen verbringen während das Auto im "Gepäckwagen" transportiert wird... für mich die absolut beste Option für Material und Nerven!
      Erstmal herzlichen Dank an alle für die hilfreichen Informationen.
      Aufgrund des Gesamteindrucks werde ich denke ich doch eher mit den Kindern fliegen und mir bei Bedarf vor Ort einen Mietwagen ausleihen. Zum Hintergrund ich hatte zuerst geplant mit dem Auto zu fahren, da wir von Saporoshje noch weiter wollen nach Berdjansk. Das lässt sich aber auch anders bewerkstelligen.

      Hab jetzt einen Flug mit der LOT gebucht von Stuttgart über Warschau nach Saporoshje. Am 04.07. Um das erstmal alleine zu testen. Hoffendlich ist der Flughafen bis dahin fertig renoviert.
      Falls das gut funktioniert werde ich dann den Urlaub mit den Kindern buchen und 1 oder 2 Gepäckstücke extra nehmen.
      Der Flug hat 325 EUR gekostet. Wenn man flexiblier ist als ich geht es aber auch deutlich günstiger. Der Hinflug am Mittwoch kostet nur 115 EUR. Leider muss ich aus arbeitstechnischen Gründen unbedingt am Sonntag nach Hause fliegen.
      Bisher bin ich immer mit Austrian über Wien geflogen. Das ist schon deutlich teurer. Bin sehr gespannt wie die Abwicklung mit der neuen Airline funktioniert.
      Ja mit Austrian fliege Ich auch oft ,aber der Preis dort ist auch ca 350 Euro so waren es immer die letzten 2 mal. Die UIA hat Ihre Preise angehoben und das letzte mal bin Ich im Dezember mit denen geflogen. Mit LOT werde Ich es auch im nächsten Monat testen.
      Hier mal ein ergänzender Bericht eines Bekannten, der öfter mit dem Auto und seiner ukrainischen Frau von Deutschland Richtung Asowsches Meer fährt. Ich habe diesen Bericht auf seinen Wunsch hin anonymisiert, aber ich habe keine Zweifel am Wahrheitsgehalt)))

      Abenteuerreise mit dem Pkw, Dresden - Berdyansk…
      (gekürzte, anonymisierte Fassung)

      Freitag sind wir dann früh Richtung Polen aufgebrochen. Der Grenzübertritt zur Ukraine war ohne Probleme - ca. 1 Stunde. Weiterfahrt nach Lwiw ohne Probleme aber dann ging es los. Mindestens 2 Stunden Staufahrt durch Lwiw. Nachdem wir das Ende vor Augen hatten, passierte es auf der Ausfallstraße: Eine Ampel die von der Sonne bestrahlt wurde und wo keine Farbe zu sehen war…. Zwei Fahrzeuge vor uns und ich musste ich erst etwas stärker abbremsen, konnte aber in ausreichendem Abstand hinter den Fahrzeugen anhalten. Als wir schon standen, krachte uns ein VW-Bus ins Heck und schob uns auf den Vorderwagen. Uhrzeit ca. 07.00 Uhr.. .Der Motor heulte auf, weil ich mit dem Fuß von der Bremse aufs Gas gerutscht bin. Meine Frau hat ordentlich geschrien und hat sich eine Beule am Kopf zugezogen, aber nichts Schlimmes. Nun war es passiert, unsere Reise hatte erst einmal ein Ende. Kühlwasser floss auf die Straße, also irgendwas kaputt... Kurze Diagnose: Kühler geplatzt - an Weiterfahrt nicht zu denken. Polizei angerufen, nach dem vierten Polizeiwagen, die angehalten hatten und uns erklärten, dass sie für diesen Unfall nicht zuständig sind, kam dann die Mafia und wollte den Unfall dann ohne Polizei regeln ( kein Witz )Meine Frau (Ukrainerin) hat dankend, aber bestimmt abgelehnt und auf die Polizei bestanden, so sind die schwarzen Anzugträger wieder abgezogen. Nach ca. 4 Stunden kam dann endlich der offenbar für uns zuständige Polizeiwagen mit 4 Mann Besatzung, wovon ich mir einen Beamten (?) gegriffen habe und ihm die Aufnahme von meiner Dash-Cam gezeigt habe. Das Ergebnis teilte er gleich aufgeregt seinem Vorgesetzen mit und somit war unsere Unschuld bewiesen. Nun wurde in allen Details ein Protokoll geschrieben, das dauerte noch einmal 3 Stunden. Die Straße war also etwa 8 Stunden gesperrt… Ein herbei gerufener Freund vom VW-Busfahrer hat sich dann um den Abtransport von unserem Auto auf einen bewachten Parkplatz und ein Hotelzimmer gekümmert. Er selber war dazu mental nicht in der Lage, uns zu helfen. So waren wir letztlich um ca. 02.30 Uhr in einem Hotel und konnten erst einmal etwas schlafen. Die nächsten Tage wurden wir auch weiter unterstützt. Ein Kühler wurde bestellt. Nach den Feiertagen habe ich mit der Versicherung telefoniert – Ergebnis: Wir sollen 8 Tage auf einen Sachverständigen warten. Nach einigen Überredungskünsten meiner Frau (Androhung einer gerichtlichen Klage usw.) kam der Sachverständige dann doch schon am nächsten Tag. Gleichzeitig hatte meine Frau einen privaten Sachverständigen angefordert. Beide trafen sich dann auch am Fahrzeug. Nun wurde der ganze Schaden am Fahrzeug offenbar. Stoßfänger vorne beschädigt, Klimakondensator (Riesendelle), Kühler geplatzt, Kühlerlüfter (Halterung gebrochen), Motorhaube beschädigt, Heckstoßstange beschädigt, Heckklappe beschädigt, Reserveradmulde um 20 cm eingedrückt, Reifen plattgedrückt (ich musste erst die Luft ablassen um den Reifen rauszuholen)…. Zum Glück hatte ich ein Reserverad eingelegt anstatt des Luft-Sets. Das sind im Groben die Schäden am Fahrzeug. Zwischendurch mussten wir noch in ein anderes Hotel umziehen. Nun konnte es endlich an die Reparatur gehen, wieder einen Transporter bestellt und in eine kleine Hinterhof-Werkstatt gefahren. Den Kühler hatten wir ja schon bestellt und bekommen. Schwierigkeiten machte uns aber der Lüfter, der Halter war 2 mal gebrochen. Der Versuch, einen anderen zu besorgen war auch nach intensivem Suchen erfolglos. Corsa C ist in der Ukraine kein Massenfahrzeug. Deshalb musste der alte Halter repariert werden, er wurde an einen Elektriker in eine Nachbargarage gegeben wo er nach gemeinsamer Beratung notdürftig repariert wurde. Der Kühlerkondensator ist mit 2 Holzbohlen und ein paar Hammerschlägen gerichtet worden, er hat es sogar überlebt!!! Kurz vor 22 Uhr war dann auch der Lüfter so weit repariert, dass man ihn verbauen konnte. Um 22 Uhr ging das Licht (generell) auf dem Garagenhof aus und wir mussten auf einen Generator zurückgreifen. Es wurde nur das Nötigste repariert, so dass der Wagen fahrbereit war. Ich wollte endlich weiterfahren. Am nächsten Morgen ging es los, wir waren wieder am Rollen.Unsere Reise sollte eigentlich ohne weitere Komplikationen weiter gehen. Nur, ich habe nicht damit gerechnet, dass meine Frau durch den Unfall immer noch geschockt war. („Pass auf, da bremst einer….“, oder „Fahr nicht so dicht auf!“, oder sie hob nur den Zeigefinger…). Auf 1500 km eine nervige Sache, die einige Diskussionen zur Folge hatten. Bis zur Abzweigung nach Berdjansk, kurz nach Saporischschja war die Fahrt ohne Probleme, aber dann nach einigen km ging`s los: Löcher in der Straße dass man bei Regen darin baden kann…. Mit der Hoffnung, es wird schon wieder besser werden, fährt man weiter, aber es wurde nicht besser. Nachts, 80 Km Loch an Loch, dazwischen kurze Strecken zum Gas geben um ohne Ausweichmöglichkeit ins nächste Loch zu rauschen… Auch das haben wir geschafft und kamen morgens um 7 Uhr in XXXX (am Asowschen Meer) an. Fazit der Nachtfahrt: 2 beschädigte Felgen und eine verlorene Radkappe. Wir freuen uns schon auf unsere nächste Fahrt Mitte Juni!!!Die ukrainische Kfz-Versicherung des Unfallgegners (DOMINANTA) hat wohl auch noch Insolvenz angemeldet hat und nun bleiben wir auf unseren Kosten sitzen. Das private Gutachten belief sich auf ca. 1500 Euro. Ich habe den Wagen aber nur verkehrstauglich wieder hergestellt. Kosten: etwa 300 Euro.

      ​Das soll nicht abschreckend wirken, nur ernüchternd. Ich selbst habe gesehen, dass es viele Baustellen gibt und man versucht, die Hauptverkehrsadern einigermaßen hinzukriegen. Auch die Reformen bei der Polizei scheinen in eine positive Richtung zu gehen, was Korruptionsbekämpfung betrifft.

      ​Ein schönes Wochenende Euch allen und einen schönen Fußballabend!

      Ds Lbn st krz.
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      Dicker schrieb:

      Siehst und deshalb nie mit dem PKW dorthin.

      Keine Sorge, das wird so bleiben. Mit dem PKW wirst Du nie fahren müssen. Findest Du aber eine Frau, die genauso schlimm wie meine ist, wirst Du nicht mehr fliegen, sondern mit dem LKW hinfahren, denn man kann in das große Auto so vieeeeel einladen, was man unbedingt mitnehmen muss. =O

      (Das ist ganz ernst gemeint. Ich kenne einige Männer, die nur aus dem Grunde mit dem Auto fahren und einige, die noch viel größere Autos fahren, als sie früher hatten. Ich selbst bin ein schlimmes Beispiel, der früher nur zweisitzige Sportwagen gefahren ist.)

      Gruß
      Siggi
      Fährt vielleicht jemand aus dem Großraum Stuttgart mit dem Auto im August für 10-14 Tage in Richtung Kiew/Cherkasy und zurück? Ich suche eine Mitfahrgelegenheit für 1 Person (Nichtraucher, guter Fahrer - kann also auch als Ersatzfahrer einspringen).
      - Meine Statements werden nach bestem Wissen und Gewissen abgegeben. Lasse mich gerne überzeugen... mit Argumenten ! - :pardon:
      Ich habe mal ein Gedankenspiel gehabt Transporte in die Ukraine zu machen,ist aber daran gescheitert das aus der Ukraine nicht viel zu bekommen ist und auch schlecht bezahlt.Nach Dnepro hätte ich wöchentlich mindestens 2 Aufträge gehabt bei grossen Agrar Hersteller für Landmaschinen. Letztendlich ist aber aber auch so das die Leasingfirma und auch die Versicherung nicht mitspielen wollten.
      Hallo,

      @billyx also eins ist ja mal sicher: Nachts in der Ukraine auf unbekannten Straßen zu fahren ist nahezu Selbstmord. Das mit dem Unfall kann dir überall passieren, aber dass die Polizei so lange braucht um eine Straße zu räumen ist natürlich unerklärbar.