Mit Familie in Kiew 1/2

      Mit Familie in Kiew 1/2

      Liebe Freunde,

      Da ich auf diesem Forum (und zwar in diesem Thema) die besten Tipps für meinen ersten Ukraine-Urlaub bekommen habe, möchte ich mich mit einem kleinen Reisebericht revanchieren. Ich hoffe, dass die darin enthaltenen Informationen anderen Ukraine-Anfängern nützen.

      Es war dies mein erster Aufenthalt in der Ukraine. In der ehemaligen Sowjetunion hatte ich zuvor bereits ausgiebig Kasachstan und ein bisschen Russland bereist.

      Reiseroute unserer 4-köpfigen Familie (Eltern, 2 Töchter): 1 Woche in Kiew mit Übernachtung bei einer Freundin, dann mit Wizzair nach Simferopel für eine Woche Strandurlaub auf der Krim in Primorsky, 10km östlich von Feodossia. Kiew stand zuerst als Reiseziel fest; dann kam die Krim dazu nach dem Motto "Wenn wir schon mal da sind, könnten wir ja unseren Erholungsurlaub am Schwarzen Meer machen."

      Zusammenfassung: Kiew eignet sich gut für Städtetourismus, dank guter Infrastruktur und einer sehr freundlichen Bevölkerung (für einen Nachfolgestaat der UdSSR besonders bemerkenswert). Eine Woche kriegt man locker um. Einen Strandurlaub auf der Krim sollte man nur ins Auge fassen, wenn man neugierig ist, wie Russen ihren Urlaub am Meer verbringen, oder das bereits weiß und deswegen auf die erheblichen Unterschiede zu westeuropäischen Gepflogenheiten eingestellt ist. Dann kann man vom angenehm temperierten und ausreichend sauberen Schwarzen Meer profitieren. Es lohnt sich aber nicht, bis auf die Krim zu reisen, nur um mal ein originelleres Reiseziel als Türkei, Spanien etc. für den Strandurlaub anzusteuern.

      Kiew
      Zur ukrainischen Hauptstadt findet man ja recht einfach Reiseinformationen. Deshalb hier nur ein paar Reise-Splitter und persönliche Eindrücke:
      • Während der ganzen Woche ist uns nur ein unfreundlicher Taxifahrer begegnet, ansonsten waren alle Ukrainer, die uns in irgendeiner Form bedient haben oder denen wir begegnet sind, ausgesprochen freundlich. Wenn Sie wie ich mit Personal in UdSSR-Nachfolge-Staaten negative Erfahrungen gemacht haben und manchmal den Eindruck hatten, die Verkäufer und Servierer mit Ihrem Bedienungswunsch zu stören, seien Sie beruhigt: in der Ukraine ist das zum Glück ganz anders.
      • Selbst wenn die Bedienung in ukrainischen Restaurants sehr freundlich ist, heißt das leider noch nicht, dass der Service gut ist. Während unseres 2-wöchigen Aufenthalts mit durchschnittlich mehr als einem Restaurantbesuch/Tag (preisgünstig bis Mittelklasse) haben wir nie (in Zahlen: 0x) alle bestellten Gerichte zur gleichen Zeit bekommen. Der Rekord waren glaube ich 40 Minuten zwischen dem ersten und dem letzten Teller. Auch sehr beliebt: den Hauptgang und die Beilage zu völlig verschiedenen Zeiten servieren. Also z.B. erst die Pommes und erst eine Viertelstunde später das Fleisch - oder auch umgekehrt. Stellen Sie sich darauf ein und essen Sie, solange das Gericht noch warm ist, wäre mein Ratschlag, besonders auf der Krim!
      • In unserer Ausgabe des Lonely Planet Reiseführers ist auf der Karte des Höhlenklosters im südöstlichen Ende des Komplexes ein Eingang eingezeichnet. Der war im Juli 2012 aber schon seit geraumer Zeit geschlossen, was uns zu einem weiten Umweg zwang!
      • Für mich das interessanteste war der Umsonst-und-draussen Fitness-Bereich auf der Hydropark-Insel. Das gibt’s wohl nur in Kiew. (Kurzes Hydropark-Video hier.) Der Rest des Hydropark-Geländes ist ansonsten nur zum Saufen und Baggern zu empfehlen und deshalb für Familien mit Kindern nicht geeignet. Den Fahrgeschäften in ihrem erbärmlichen Zustand wollte ich meine Kinder jedenfalls nicht anvertrauen!
      • Meine Herren: die Ukrainerinnen werden ihrem Ruf optisch vollauf gerecht. Wenn Ihre weibliche Begleitung shoppen gehen will, entspannen Sie sich einfach währenddessen in einem Strassencafé. Meine Damen: laut Urteil meiner Frau ist dieselbe Strategie für Sie leider nicht interessant. Denn während sich die Damen in Kiew zum Ausgehen immer fein machen und sich betont sexy kleiden, schlurft deren männliche Begleitung mit Badelatschen und Fussball-Trikot neben ihnen über die Straße.


      Gleich im Anschluss poste ich noch den zweiten Teil dieses Reiseberichts zur Krim.