Mit Familie auf der Krim 2/2

      Mit Familie auf der Krim 2/2

      Hier der zweite Teil meines Reiseberichtes, der hier begann.

      Krim
      Außer in diesem Forum bin ich im Internet kaum auf brauchbare Infos zur Krim gestoßen. Deswegen wird dieser Teil etwas ausführlicher.
      • Transfer: Mit Wizzair von Kiew nach Simferopel. Europäischer Billigflugstandard, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Würde ich ohne Bedenken wieder buchen.
      • Wahl unseres Urlaubsortes: Wir wollten einen Sandstrand an der Südküste, was die Auswahl nach allem, was man liest, erheblich einschränkt. Letztlich viel unsere Wahl auf den kleinen Ort Primorsky, weil wir dort zum einen ein annehmbares Hotel fanden (siehe unten) und wir hofften, dass in einem kleinen Ort die Lärmbelästigung durch Discos und Ähnliches geringer ausfällt. (Letzteres zu Recht, wie sich herausstellte).
        Es gibt einen langen, natürlichen Sandstrand, der sich von Feodossija, über Berehove bis zum westlichen Ortseingang von Primorsky zieht (Video Sandstrand Krim) und anscheinend auch ein Kite-Surfing-Spot zu sein scheint. Der Strand in Feodossija selbst ist allerdings ein Kiesel-Strand (Video Strand Feodossija) und der Sandstrand in Primorsky ist aufgeschüttet und an vielen Stellen kommt der darunter liegende Beton zum Vorschein.
      • Meer: Das Schwarze Meer in Primorsky ist angenehm temperiert. Erfrischend, aber auch warm genug, um den Kindern zu erlauben, ausgiebig im Wasser zu spielen. Das Wasser ist klar und macht einen sauberen Eindruck, selbst wenn man um etwas Müll im Wasser nicht herum kommt. Aber der schwimmt einem auch nicht weniger in Tunesien oder auf Teneriffa über den Weg. Es gibt kaum Wellengang; selbst bei Wind, kann man noch die Luftmatratze benützen.
      • Hotel: Auf deutsch-, englisch- und französisch-sprachigen Bewertungsplattformen habe ich so gut wie keine brauchbaren und glaubwürdigen Hotel-Bewertungen gefunden. Deshalb: wenn Sie jemanden kennen, der Russisch spricht, bitten Sie diese Person auf Russisch für Sie zu suchen, denn es gibt erheblich mehr Besprechungen in dieser Sprache. Aber bedenken Sie, dass Russen häufig von Strandurlaub eine andere Vorstellung haben als westliche Mitteleuropäer. Wir fanden auf diesem Wege das Primorsky Dvorik (primorskiy.ru/, ausführliche Besprechung hier), dass wir mit Einschränkungen weiterempfehlen können.
      • Urlaubs-Atmosphäre: Wie schon angedeutet, lernten wir rasch, dass die Badeurlaubs-Gewohnheiten der Russen (in Primorsky bilden hauptsächlich Russen die Urlaubsgäste) sich von denen der durchschnittlichen Mitteleuropäer unterscheiden. Dazu gehört offener Alkohol-Konsum schon morgens auch an „Familien“-Stränden, nur wenige handbreit zwischen den Handtüchern Platz lassen (auch wenn es nur 10 Gehminuten weiter viel mehr Platz gibt), ein Hang zu lautem Nachtleben billigsten Niveaus und eine hohe Stress-Resistenz gegen selbstverbreiteten Müll. Ich bin ehrlich: wir brauchten ein paar Tage, um diese für uns unangenehmen Aspekte auszublenden und uns auf die positiven Seiten zu konzentrieren. Dabei half uns sicherlich der halb-privatisierte Strand des Hotels. (Mach einer wird jetzt sagen, dass Mitteleuropäer sich nicht anders verhalten, aber ich habe schon Badeurlaube an verschiedenen Stellen des Mittelmeers gemacht, die von mitteleuropäischen Familien frequentiert werden, und das Verhalten am Strand in Primorsky hatte schon eine andere Dimension.) Ich bin trotzdem froh, diesen Urlaub gemacht zu haben, weil ich dadurch eine andere Art des Urlaub-Machens kennengelernt habe und ich gerne meinen Horizont erweitere. Aber denjenigen, die auf der Krim Mittelmeer-Standards erwarten und deren Urlaubsglück davon abhängt, kann ich nur abraten, auf der Krim ihren badeurlaub zu machen.
        Primorsky selbst ist schrecklich! Die Infrastruktur des Ortes hat sich seit dem Ende der UdSSR wenn überhaupt negativ verändert, wovon auch das nach wie vor vorhandene Lenin-Denkmal zeugt. Als Beispiel: die "Strandpromenade", die das Hotel mit dem Ortskern verbindet, ist durch ein Abrutschen der darunterliegen Düne an einer Stelle auf ungefähr 1 m Breite verengt und bei Nacht bedeutet das etwas Nervenkitzel, da es natürlich dort keine Straßenbeleuchtung gibt. Und wirklich überall liegt Müll herum! An Abendunterhaltung gibt es außer ein paar billigen Strandbars/-diskos so gut wie nichts zu tun.
      • Ausflüge: Überall werden die immer gleichen organisierten Bustouren angeboten, von denen wir letztendlich keine gebucht haben, da wir von mehreren Personen hörten, dass die Busse nicht immer klimatisiert sind. Außerdem ist der Preisunterschied zu einem privaten Fahrer für eine vierköpfige Familie nicht besonders groß: bei Bussen wird ja pro Person gerechnet, beim Fahrer per Auto. Da zahlten wir lieber etwas mehr und behielten unsere Unabhängigkeit, z. B. 500 UAH, ca. 50€ für einen halben Tag. Der Fahrer wurde uns vom Hotel vermittelt. Während dieses Ausfluges besuchten wir u.a. ein Weingut mit Weinprobe (immerhin 10 Weine), das wir durchaus empfehlen können (sunvalley.ua). Führungen eigentlich nur auf Russisch, auch wenn wir Glück hatten und gerade eine Dame verfügbar war, die in Frankreich Praktika gemacht hatte und deswegen Französisch sprach.
        Ursprünglich hatten wir mehr Ausflüge geplant, aber wir hatten die Transport-Zeiten unterschätzt. Ein Tagesausflug nach Jalta z. B. hätte 100€ gekostet (mit Fahrer) und quasi den ganzen Tag gedauert. Auch wenn ein Weg nur knapp 200 km sind, braucht man dafür auf der Krim gut drei Stunden! Bei nur einer Woche Aufenthalt wollten wir uns das nicht zumuten. Mit einer Busgruppe hätte der Tag von 6-22 Uhr gedauert!
      • Simferopel: Auf der Rückreise machten wir für eine Nacht in Simeferopel halt. Der Hauptort der Krim hat eine sehr angenehme Fußgänger-Zone, wo sich trefflich der Abend verbringen lässt. Wir empfehlen das Suvorovskii House Hotel (thecrimea.org.ua/content/view/64/47/). Am Besten direkt beim Hotel buchen, das kommt erheblich billiger.


      Ach ja, wir haben allen eigentlich den gesamten „Geschäftsverkehr“ auf Russisch abgewickelt. Ich könnte mir vorstellen, dass es vor allem auf der Krim schwierig ist, ohne Russisch-Kenntnisse durchzukommen.

      Ich hoffe, dieser Erfahrungsbericht macht Ihre Urlaubsplanung etwas einfacher.
      Hallo,
      ich kann den kompletten Bericht so nur bestätigen. Meine Frau (Lm.B) hat mich 2003 mit zur Krim genommen, und zwar mit dem Zug von Kiev nach Simferopol.
      Wir konnten bei Freunden in Sevastopol unterkommen, deswegen brauchten wir kein Hotel und auch kein Restaurant und wir hatten trotzdem Durchfall. Die Landschaft ist absolut beeindruckend, aber leider ist es erschreckend, wie damit umgegangen wird. Alles ist vermüllt.
      In Chersones (Altgriechische Ruinenstadt in Sevastopol) lagen die Ausgrabungen voller Plastikflaschen.
      Fazit: Wenn man Bezug zur Ukraine hat und eh schon mal da ist, sollte man sich das mal ansehen.
      Für einen Familenurlaub mit sauberen, nicht überlaufenen Stränden ist die Krim aber nicht geeignet.
      Meine Frau hat nur das Strandvideo angeschaut: "oh mein Gott, wieviel Leute sind da, und alle gehen ins Wasser zum pinkeln :D "

      Gruß

      KWB
      Hallo seidelbast,

      ich finde es erfreulich wenn Rückmeldungen hier im Forum auftauchen und deshalb danke dafür! Das es Dir in Primorsky nicht so gut gefallen hat mag zum Teil auch an Primorsky gelegen haben denn die Müllproblematik ist auf der Krim von Ort zu Ort sehr unterschiedlich! Ich habe diesen Sommer mit meiner Freundin und zwei "Halbstarken" eine mehrwöchige Rundreise an der Krimküste gemacht und habe dort von "vorbildlich" bis "katatstrophal" so ziemlich alles gesehen!Wir hatten den großen Vorteil mit einem völlig autarken Fahrzeug unterwegs zu sein und da meine Freundin recht neugierig ist durfte ich nach 2600Km Anreise dann auch noch die ca. 1000KM Küstenlinie der Krim umrunden! :thumbsup:
      Dank günstiger Dieselpreise auf der Krim und dem absoluten Vorteil das man bleiben und übernachten kann wo und wann man möchte fand ich das auch ganz interessant!
      Wir haben teilweise direkt am Strand gestanden oder auch in Balaklava direkt am Hafen-es hat keinen gestört und die Ukrainer waren freundlich und interessiert.In einigen Buchten stapelte sich der Müll wirklich sehr unschön aber andere Ecken waren vorbildlich sauber!Sehr gut gefallen hat uns allen vier der Naturstrand etwas außerhalb von Scholkine-Spezialtip von Siggi!-dort war es in der Woche teilweise wirklich menschenleer,mit herrlichem Sandstrand und selbst zum Wochenende kamen nur wenige Besucher-diese haben sogar erstaunlicherweise fast alle Ihren Müll wieder mitgenommen.Überhaupt finde ich die Ecke Feodosija/Koktobel in Kombination mit Scholkine sehr angenehm:In Feodosija/Koktobel tobt das Leben,Partylife,Nachtleben,Kultur etc. bis zum abwinken und eine Fahrstunde weiter hat man in Scholkine die absolute Ruhe,kombiniert mit einer kleinen aber feinen Promenade mit preiswerten Restaurants,Supermärkten,Bars und Bistros! Siggi hat sich dort mit seiner Frau schon eine nette Ecke zum Leben ausgesucht!

      Schade das es für Euch keine freie Wohnung im "Crimean-Palais" mehr gegeben hat-ich denke Dein Urteil von der Krim wäre besser ausgefallen.

      Gruß

      Martini

      kwb schrieb:

      Für einen Familenurlaub mit sauberen, nicht überlaufenen Stränden ist die Krim aber nicht geeignet.
      Meine Frau hat nur das Strandvideo angeschaut: "oh mein Gott, wieviel Leute sind da, und alle gehen ins Wasser zum pinkeln :D "
      Zum ersten Satz: Das kann ich so nicht stehenlassen-es gibt durchaus saubere und nicht überlaufene Strände auf der Krim-man muß aber wissen wo diese sind!

      Zum zweiten Satz: Glaubt Deine Frau wirklich das die Touris auf Malle,Türkei oder Ibiza das nicht genau so handhaben?

      Gruß

      Martini
      OK, vielleicht habe ich ein wenig übertrieben und wirklich alles gesehen haben wir auch nicht, aber wir waren in Simferopol, Sewastopol mit Chersones, Bachtschisarai, Balaklava, Worontzovski und Jalta und überall sah es gleich aus. Möglicherweise hat sich seit 2003 etwas geändert, aber da bin ich skeptisch, weil die öffentliche Hand nicht wirklich etwas tut und das Müllproblem ein gesellschaftliches Problem in den Köpfen der Leute ist.

      Zum zweiten Satz: Wenn man das weiß, stellt sich die Frage, welches Vergnügen gibt es noch, da Urlaub zu machen? Wir haben genau aus diesen Gründen auch kein Interesse an Mallorca, Ibiza und Türkei und überhaupt an Ghettourlaub. Glaube übrigens, das auf Malle (Ich war noch nie da) zumindest Toiletten am Strand vorhanden sind, die diesen Namen auch verdienen.
      Ich habe es übrigens nicht bereut, auf der Krim gewesen zu sein, aber einmal ist genug.

      Gruß
      KWB
      @seidelbast insbesondere wenn man dein Unternehmen kennt aab-marketing.com/
      Ist dein Bericht zu verstehen aber so ein wenig Urlaubsfehlplanung liegt schon vor. Allein wenn man die Berichte hier im Forum mal gelesen hätte wär es schon vermeidbar gewesen.
      Zb.:ich bezweifle dass man in sehr vielen Gegenden eine 200km Strecke in wesentlich weniger als 3 Stunden hinbekommt.
      Es wäre sicher interessant auf der Krim einen freiwilligen Müllräumdienst zu organisieren.

      Natürlich ein subjektiver Bericht.

      Wenn jemand einen Bericht über Malle macht, und sich dabei auf die Erkundung der Bucht von Palma stützt, wird er wahrscheinlich auch nicht sehr positiv ausfallen.
      Was allerdings besonders tendenziös ist, daß zum Einen "Beratungsresistenz" vorlag (Feodossia und Umkreis nicht empfohlen; Mietwagen hingegen wurde empfohlen etc.), dann aber darauf basierend eine Bewerung abgegeben wurde.

      Erinnere mich noch gut an meine eigenen Erkundungen von Malle, allerdings schon vor vielen Jahren: Da gehörte ein Mietwagen fast zum Standard; Ausgangspunkt war dann auch nicht Arenal, sondern z.B. Cala Figuera.

      Diesen Bericht sehe auch mit einem lachenden Auge: Es wird offensichtlich zum Glück noch eine Weile dauern, bis Tarchankut oder Kinburgskaya Cosa den "Touristen" zum Opfer fällt :)

      Wenn ich mir allerdings
      aab-marketing.com/
      anschaue, bin ich doch etwas verblüfft. Für meinen Geschmack beißt sich das grün-alternative Outfit dieser Site etwas mit dem dem gewählten, sehr kommerziellen Basisort des Reiseberichts. Ist aber vielleicht auch einfach nur "Marketing" :)

      kwb schrieb:

      Möglicherweise hat sich seit 2003 etwas geändert, aber da bin ich skeptisch, weil die öffentliche Hand nicht wirklich etwas tut und das Müllproblem ein gesellschaftliches Problem in den Köpfen der Leute ist.
      Es hat sich etwas geändert.In Yalta z.B. habe ich Jugendliche beobachtet, die zumindestens die Strandpromenade saubergehalten haben, sie waren von der Stadt in den Sommerferien angestellt worden.Das war vor 3 1/2 Jahren!In Koktebel (dieses Jahr) gab es Nichtraucherzonen (!)am Strand und man hat auch viel weniger Müll gesehen.Ebenso liefen kaum Menschen mit Bierflaschen in der Hand herum, wie man es früher beobachten konnte.Ich halte mich öfter in einer Kleinstadt westlich von Kiew auf.Vor einigen Jahren war es dort noch ziemlich schmutzig.Mittlerweile kann der Park sich wirklich sehen lassen!Auch dort herrscht Rauchverbot, welches tatsächlich von den meisten Besuchern eingehalten wird.Auf der Strasse habe ich einmal einen jungen Mann beobachtet, der eine Kippe wegwarf.Er wurde sofort von einem Polizisten ermahnt!Zumindestens in den grösseren Strassen und Plätzen ist es vorbildlich sauber.Es tut sich was in der Ukraine!So jedenfalls ist mein Eindruck.
      Und was die Krim betrifft: Ich war 2005 das erste Mal dort.Wenn man sich ordentlich vorbereitet gibt es auch genug zu erkunden.Mich hat der "Krimvirus" nicht mehr losgelassen ich bin seither jedes Jahr dortgewesen, manchmal mehrmals.

      kwb schrieb:

      Möglicherweise hat sich seit 2003 etwas geändert, aber da bin ich skeptisch, weil die öffentliche Hand nicht wirklich etwas tut und das Müllproblem ein gesellschaftliches Problem in den Köpfen der Leute ist.
      Wenn Deine persönlichen Erfahrungen von 2003 sind so ist das lange her-es tut sich eine ganze Menge auf der Krim!

      kwb schrieb:

      Ich habe es übrigens nicht bereut, auf der Krim gewesen zu sein, aber einmal ist genug.
      Ich war jetzt ca. zum zwölften Mal auf der Krim-so ganz sicher bin ich mir da nicht mehr-und entdecke jedesmal wieder neue und schöne Ecken! Leider manchmal auch nicht so schöne aber da ich nie etwas im voraus reserviere kann ich jederzeit weiterreisen falls es mir irgendwo nicht gefällt.

      Ich behaupte mal wer nur einmal auf der Krim war kennt die Krim noch lange nicht . . . .

      Gruß und guten Rutsch wünscht

      Martini

      Kuhtreiber schrieb:

      Ich behaupte mal wer nur einmal auf der Krim war kennt die Krim noch lange nicht . . . .

      Da gebe ich Dir zwar recht, aber der Krimurlaub war schon sehr intensiv. Wie bereits gesagt, habe ich es auch nicht bereut, dagewesen zu sein. Schon
      die Zugfahrt (mit Platzkardwagen, d.h. offene Schlafwagen) von Kiev nach
      Simferopol war ein Erlebnis. Auf der Krim selbst war Besichtigung und
      Programm angesagt. Wir waren sogar in Chersones bei einem Theaterstück
      im antiken Amphitheater. Was Badeurlaub angeht haben wir allerdings nur einmal kurz
      die Füße nass gemacht. Für Badeurlaube mit den Kindern gibt es wesentlich schönere Ecken, als gerade die Krim und deshalb zieht uns nichts mehr dahin.
      Wir hatten in der Hochsaison in Südfrankreich hunderte qm traumhaften Strand für uns, wir haben diverse super Urlaube auf dem Italienischen Stiefel verbracht, und zwar beide Seiten, Mittelmeer und Adria, letztes Jahr waren wir auf Sardinien und das wirds dieses Jahr wohl wieder. Bei allen Orten würden wir nochmal dahinfahren, bei der Krim nicht.
      Meine Frau hat in Ihrer Kindheit und Jugend jeden Sommer auf der Krim verbracht und gerade sie will absolut nicht dahin. Sie kann auch nicht nachvollziehen, warum die in DE verheirateten ukrainischen Frauen trotzdem auf die Krim wollen und da den Jahresurlaub des Mannes verbringen, obwohl sie doch fast frei reisen können. Die Krim ist zwar landschaftlich und historisch interessant aber für Badeurlaube gibts schönere und gepflegtere Ecken und Sardinien oder die Pyrenäen z.B. sind landschaftlich noch schöner.

      Gruß

      KWB
      Hallo KWB,

      kwb schrieb:

      Wir hatten in der Hochsaison in Südfrankreich hunderte qm traumhaften Strand für uns, wir haben diverse super Urlaube auf dem Italienischen Stiefel verbracht, und zwar beide Seiten, Mittelmeer und Adria, letztes Jahr waren wir auf Sardinien und das wirds dieses Jahr wohl wieder. Bei allen Orten würden wir nochmal dahinfahren, bei der Krim nicht.
      Wir hatten eine ganze Bucht mit tausenden qm traumhaften Sandstrand nur für uns-nur morgens sehr früh waren kurz freilaufende Pferde zu Besuch. :D

      Ein wunderschöner,flach abfallender Strand am Asovschen Meer gleich neben einem Naturschutzgebiet-ohne Touris,Kioske oder Karaoke:Nochmals meinen Dank an Siggi ohne den wir dieses Paradies wohl nie gefunden hätten!

      Irgendwie wollen die Franzosen und Italiener einen immer mit Gewalt und Bußgeldandrohungen auf Campingplätzen einsperren-deshalb war ich zwar schon viel unterwegs in EU-
      aber die sehen mich nicht wieder.

      Auf der Krim kann ich an vielen Stellen mit dem Wohnmobil bis an den Strand fahren-oft sogar kostenlos-manchmal gegen kleine Gebühr. Wie bereits geschrieben haben wir in Balaklava direkt am Hafenbecken gestanden und die örtliche "Fußmiliz" hat freundlich gegrüßt anstatt zun zetern-da fahre ich gerne wieder hin.

      Aber Gott sei Dank sind Geschmäcker halt verschieden.

      In diesem Sinne wünsche ich einen guten Rutsch und einen schönen Urlaub auf Sardinien.

      Martini
      Ein hallo mal für beide Meinungen, ich kenne das Schwarze Meer von Sotschi (Adler) bis Odessa und habe mir auch meine Meinung bilden können. Als einen wichtigen Punkt für das Schwarze Meer ist,es ist das Heiligtum für Russen wie Ukrainer.Die Handhabung mit diesem ist natürlich sehr unterschiedlich. Ich fahre aber nicht in den Urlaub um hinterher alles schlecht zu machen, ich nehme es so wie es ist und erfreue mich an allem Guten was mit Sicherheit überwiegt. Ich wundere mich nur das über den vorhandenen Müll diskutiert wird und die Gastfreundschaft außen vor bleibt. Außerdem muß ich sagen wem es nicht gefällt der klappt auch nicht mit der Tür.

      Wünsche allen noch eingesundes neues Jahr und freue mich schon das die Sonne immer höher steigt und es bald wieder los geht. Gruß manpank.

      Bin überrascht über so viel Reaktionen

      Ich bin total davon überrumpelt, dass mein Reisebericht so viele Reaktionen nach sich zieht und dass ich nach nicht mal 2 Tagen so viel zu lesen habe.

      Ich arbeite jetzt einfach mal nacheinander ab, wozu ich noch gerne etwas sagen möchte.

      Allen, die jetzt noch mal nachlesen, möchte ich vorab schon mal an Herz legen, auch den 1. Teil meines Reiseberichtes zu lesen. Da steht nämlich auch drin, wieso wir auf die Krim gefahren sind.

      Denn wenn man Reiseberichte liest, finde ich immer wichtig zu wissen, mit welcher Haltung der Autor in den Urlaub gefahren ist und welche Rahmenbedingungen es noch gab. Dann können die Leser für sich sagen "Das stimmt mit mir überein." oder auch "Da habe ich eine ganz andere Grundhaltung. Dieser Reisebericht ist für mich nicht relevant." Denn bei meinen Reisen habe ich eins sicher festgestellt: "Was dem einen die Hölle, ist dem anderen sein Himmelreich." Niemand kann für sich in Anspruch nehmen, das abschließende Wort zur Krim sagen zu können; auch diejenigen nicht, die auf der Krim wohnen oder sehr erfahrene Teilnehmer hier im Forum sind.

      Kuhtreiber schrieb:

      Ich habe diesen Sommer mit meiner Freundin und zwei "Halbstarken" eine mehrwöchige Rundreise an der Krimküste gemacht

      Ich glaube, dass Rundreisen wahrscheinlich die Krim-Lösung sind, die das größte Konsens-Potenzial hätte. Dann kann man den Strandurlaub, den wir suchten, am besten mit Ausflügen verbinden und auch stille Strände mit mehr Unterhaltung am Abend kombinieren.

      4neo schrieb:

      @seidelbast insbesondere wenn man dein Unternehmen kennt aab-marketing.com/
      Ist dein Bericht zu verstehen aber so ein wenig Urlaubsfehlplanung liegt schon vor. Allein wenn man die Berichte hier im Forum mal gelesen hätte wär es schon vermeidbar gewesen.

      jimknopf schrieb:

      Was allerdings besonders tendenziös ist, daß zum Einen "Beratungsresistenz" vorlag (Feodossia und Umkreis nicht empfohlen; Mietwagen hingegen wurde empfohlen etc.), dann aber darauf basierend eine Bewerung abgegeben wurde. (...) Wenn ich mir allerdings aab-marketing.com/ anschaue, bin ich doch etwas verblüfft. Für meinen Geschmack beißt sich das grün-alternative Outfit dieser Site etwas mit dem dem gewählten, sehr kommerziellen Basisort des Reiseberichts. Ist aber vielleicht auch einfach nur "Marketing" :)

      Ich wundere mich, dass 4neo von Urlaubsfehlplanung spricht, obwohl ich das nicht getan habe, und andere mir nahe legen, ich sollte mich halt besser vorbereiten. Ich habe meinen Urlaub in weiten Teilen genossen und bin froh, dass wir ihn gemacht haben. Ich habe lediglich nicht nur die positiven, sondern auch die negativen Seiten aufgezählt. Auch wenn mein Unternehmen und auch die Site, die einige wahrscheinlich gesehen haben (praktikum-natur-umwelt.de, da war eine Umleitung nicht ordentlich installiert), darüber Auskunft geben, dass Badetourismus eigentlich nicht so mein Fall ist, muss man in einer Familie mit Kindern auch Kompromisse machen. Übrigens habe ich nach Unterbringungsmöglichkeiten auf der Krim gesucht, die den Kriterien eines natur- und sozialverträglichen Tourismus entsprechen, habe aber keine gefunden. Wenn ihr da Adressen hättet ... Es gibt daneben auch gute Gründe, warum in Mitteleuropa vielerorts "mit dem Wohnmobil direkt an den Strand fahren" zu Recht verboten ist. Zwischen Feodossija und Primorsky sieht man eine ganze Menge wildes Campen, aber entsprechend mitgenommen sieht auch die hinter dem Strand liegende Düne aus.

      4neo schrieb:

      Zb.:ich bezweifle dass man in sehr vielen Gegenden eine 200km Strecke in wesentlich weniger als 3 Stunden hinbekommt.

      Auch hier ist dies wieder nur eine Beschreibung der Tatsachen. Dort, wo es Autobahnen gibt, kann man eine 200km Strecke recht einfach in weniger Zeit bewältigen. Wenn wir länger dageblieben wären, hätten wir den Ausflug auch gemacht, aber bei nur 7 Tagen vor Ort, mit An- und Abfahrt, war uns das zu stressig. Dann hätten wir vielleicht auch einen Mietwagen genommen. Da wir aber wussten, dass wir nach einer Woche Stadttourismus in Kiew die meiste Zeit nur faul am Strand liegen wollten, rechnete sich die Ausgabe von 250€/Woche nicht. Von der Unsicherheit sich in einem fremden Land an die Verkehrs-Gepflogenheiten anzupassen, ganz zu schweigen.

      kwb schrieb:

      Die Krim ist zwar landschaftlich und historisch interessant aber für Badeurlaube gibts schönere und gepflegtere Ecken und Sardinien oder die Pyrenäen z.B. sind landschaftlich noch schöner.

      kwb, du nimmst mir die Worte aus dem Mund. Wie gesagt, unsere Familie war "sowieso" in Kiew, und da lag es eben nahe auf die Krim weiter zu reisen. Aber wer nicht an der Krim an sich interessiert ist, sondern nur am Meer, der braucht einfach nicht den weiten Weg auf sich zu nehmen, "nur" der Abwechslung halber.

      Ich wünsche allen noch einen guten Start ins neue Jahr! Wohin ihr auch immer fahrt! Bei uns steht dieses Jahr wohl die französische Atlantikküste an.
      Ich persönlich versteh die Kritik an der Krim nur eingeschränkt. Ich war letztes Jahr mit meiner Frau in Sewastopol damlas eher aus finanzieller Sicht und dieses Jahr hatten wir die Wahl zwischen VAE Türkei und Sewastopol und haben uns wieder für Sewastopol entschieden. Diesmal spielt das Geld eine eher untergeordnete Rolle. Ausschlaggebend war der Ramadan den wir nicht nur im "geschützten" Hotelbereich verbringen wollten. Ich habe Leute kennengelernt die auf Hawei aufgewachsen sind und mir sagten das z.B Fiolent einer der schönsten Orte waran denen sie gewesen sind.

      Ob ich mit Kindern lieber ins Hotel gehen werde weis ich nicht. Das ist zukunftsmusik.
      Für manche kann ein Urlaub auf der Krim durchaus schön und unvergesslich werden.
      Alles hängt davon ab, was man vom Urlaub so erwartet. Die Krim bittet schon warme
      Sonne, Meer, Strand, schönes Wetter, viele historische malerische Ecken, auch
      von der Landschaft her sehr empfehlenswert... Trotz allem ist und bleibt der
      Krim ein Extremurlaub. So ein Urlaub verlangt, als erstens viel Geduld und gute
      Nerven. Tourismus selbst ist meiner Meinung nach unterentwickelt. Für Menschen,
      die ein Komfort, Standart und elementaren Qualität genießen wollen ist die Krim fehl
      am Platz. Auch ohne russisch zu können wird auf dem Halbinsel durchaus schwierig
      endspante Tage genießen.

      Kuhtreiber schrieb:

      Ich war jetzt ca. zum zwölften Mal auf der Krim-so ganz sicher bin ich mir da nicht mehr-und entdecke jedesmal wieder neue und schöne Ecken! Leider manchmal auch nicht so schöne aber da ich nie etwas im voraus reserviere kann ich jederzeit weiterreisen falls es mir irgendwo nicht gefällt.



      Kuhtreiber, sag mal ehrlich, warst du im Krim 12 Mal nur wegen “schönen
      Ecken”? Oder was begeistert dich so an diesem Urlaub?

      Maxima schrieb:

      Kuhtreiber, sag mal ehrlich, warst du im Krim 12 Mal nur wegen “schönen
      Ecken”? Oder was begeistert dich so an diesem Urlaub?
      Das Krimvirus hat mich bereits ca. 1995 befallen,damals habe ich noch in Moskau gelebt und gearbeitet mit einem extrem anstrengenden Job als Bauleiter-da kam mir die Krim besonders in der Vor- und Nachsaison einfach wie das "aboslute Paradies" vor! Meine damalige "kleine Moskauerin" wäre vielleicht lieber mit mir in den "goldenen Westen/Malle/Ibiza etc." geflogen aber das war dank Visaproblematik ja alles nicht so einfach und wäre von Moskau aus auch teurer und umständlicher gewesen!

      Seit meiner Rückkehr in 2003/2004 fahre ich immer noch gern auf die Krim-gerne auch mit meinem Motorrad-ich denke es ist eine bunte Mischung die mich auf die Krim zieht:

      Man kann im großen und ganzen Motorradfahren wie man "lustig" ist-solange man keinen "plattfährt" läßt sich alles regeln,meistens "gut&günstig". Für manches Vergehen im Verkehr gerade mit meinem Motorrad gäbe es im Westen oder Süden und Norden der restlichen Welt horrende Geldstrafen plus reichlich Führerscheinentzug!

      Ich habe bereits auf meinen ersten Reisen Freundschaften geschlossen,teils mit Bikern aber auch mit ganz normalen Frauen und Männern zu denen ich immer noch gern den persönlichen Kontakt pflege!

      Auf der Krim habe ich bei jeder Reise neue schöne Ecken und Plätze entdeckt-okay,manchmal auch nicht so schöne . . . .ich denke das gehört dazu!

      Das Leben in den Dörfern der Krim erinnert mich stark an meine Kindheit:Oma sitzt auf der Bank und paßt auf das die Kinder keinen Riesenunfug machen und verscheucht gleichzeitig Nachbars Ziege aus dem eigenen Gemüsebeet.

      Das Leben ist abseits der Touristenströme für meine Verhältnisse günstig-Benzin und Diesel auch.

      Die Gastfreundschaft beeindruckt mich immer wieder-gerade mit dem Motorrad wird man von fremden Menschen eingeladen-am Strand oder auf einem Rastplatz-das Essen mit Ihnen zu teilen,Trucker bieten einem unterwegs einen frisch gebrauten Kaffee an und wildfremde Menschen gaben mir bei einer Panne Ihr Handy zum telephonieren da mein Akku leer war.

      Ich denke ich könnte noch etliche Punkte aufzählen-aber das soll fürs erste reichen!

      Gruß

      Martini