Möglichkeiten der Eheschließung

      Möglichkeiten der Eheschließung

      Hallo.

      Da es wohl auch bei mir im September/Oktober so weit sein wird und ich nichts in den FAQ's gefunden habe, wollte ich die Frage hier nochmals aufblühen lassen (falls ich nur was übersehen habe (wohl mit Sicherheit), bin ich auch über einen Link froh):

      Gibts es eine schöne, saubere Darstellung, wie eine Eheschließung
      1.) In der BRD aussieht
      2.) In der Ukraine aussieht
      3.) In Dänemark aussieht

      Anscheinend erlebt jeder eine etwas andere Geschichte und wenn ich mich privat mit jemandem unterhalte, so weiß es derjenige immer besser und alle anderen sind blöd, denn sein weg ist immer der non-plus-ultra. Der eine sagt es ist besser in D zu heiraten der andere träumt und sieht nur Dänemark.

      Mich würde eine Gegenüberstellung interessieren da ich evtl. auch an Ukraine denke, damit die Eltern dabei sind, wenn das nicht viel mehr Umstände bereitet, als eine Trauung in D.
      Und mir ist klar, dass die Wege vor und nach der Hochzeit auch etwas anders aussehen. Das wäre natürlich auch interessant.

      Danke im Vorraus.
      Nothing In This World Worth Having Comes Easy!
      Es sind auch Kombinationen möglich wie z.B. standesamtlich in Dänemark und kirchlich in UA. Damit wird Deine Entscheidungsmatrix noch größer.

      Eine konkrete Gegenüberstellung können wohl nur Profis geben. Jeder geht i.a. genau einen Weg. Den kennt er und nach ein paar Jahren ist vieles wieder veraltet.

      Du solltest eher sagen, was Du erreichen willst, dann kann man Dir bessere Hinweise geben. Wir wollten z.B. damals erreichen, dass meine Frau, die mit Touristenvisum eingereist war, in DE bleiben konnte. In ca. 2 Wochen von der Entscheidung bis Ende des Visums blieb nur Ehe in Dänemark. So ist es bei uns zu der Ortswahl gekommen. Wir waren beide bereits vorher verheiratet und legten daher keinen Wert auf eine große Feier. Auch fanden wir es so am fairsten, denn so war niemand dabei, weder meine Freunde/Verwandte, noch ihre.

      Gruß
      Siggi
      Heiraten ist eine subjektive und auch formale Angelegenheit, die aufgrund der zwei Personen und ihrer Herkunft in Verbindung mit den Forderungen am Ort der Eheschliessung nicht unterschiedlicher in ihren Vorschriften auseinander driften kann, also gibt es nur so etwas wie ein Kochrezept, man nehme das und das, wenn etwas nicht gelingt, muss man wieder von vorne anfangen oder auf ein anderes Rezept zurückgreifen. Aber dieses müsst Ihr beide selber aussuchen, denn es muss Euch beiden ja schmecken, oder liege ich da so falsch? Danke Oldtrotter

      oldtrotter schrieb:

      Aber dieses müsst Ihr beide selber aussuchen, denn es muss Euch beiden ja schmecken, oder liege ich da so falsch?

      So sehe ich das auch. Dabei wird es vermutlich in den meisten Fällen letztlich nicht so wichtig sein, wo man ein Dokument mehr oder weniger benötigt oder ein paar Euro für Übersetzungskosten sparen kann. Von daher würde ich i.a. auch sagen: Die Entscheidung für einen Weg treffen und dann die Informationen dazu einholen.

      Gruß
      Siggi
      Wir haben auch in Dänemark geheiratet. Es schien uns vom bürokratischen und Zeit Aufwand die beste Lösung. Nur mal um ein paar Zahlen zu nennen: vom Kontakt zu der Vermittlungsagentur bis zur Terminvergabe im Standesamt gerade einmal zwei Monate...natürlich Wunschtermin. Die Dokumente meiner Frau konnten auch auf Englisch eingereicht werden, erst einmal als Kopie per Mail..die Trauung fand auf Englisch statt (geht natürlich auch auf Deutsch, aber meine Frau spricht noch nicht so gut Deutsch)
      Auch sie war schon einmal verheiratet und deshalb nicht so erpicht auf eine große Zeremonie, zumal ihre Eltern in Russland wohnen.
      In Dänemark sind wir zum Termin ins Standesamt, dort wurden die Kopien mit den Originalen verglichen, dann haben wir unseren Trautermin bekommen, der zwei Tage später war, da in dieser Gemeinde zwei Pflichtübernachtungen gefordert waren und dann ging es los. Es waren zwei nette ältere Damen als Trauzeugen zugegen, man kann aber natürlich auch eigene mitbringen. Danach hatte ich noch einen Fotografen bestellt, der hat noch schicke Fotos gemacht die er mir dann einen Tag später als e-mail geschickt hatte.

      Zu den Übernachtungen noch. Jede Gemeinde in Dänemark hat ein eigenes Standesamtsrecht. In manchen kann man am selben Tag heiraten, manche wollen eine und andere mehrere Pflichtübernachtungen.
      Wir haben - wie oben schon gesagt - in Dänemark (Sonderborg) standesamtlich geheiratet. Pflichtübernachtungen sind dort nicht erforderlich. Dennoch haben wir uns mit unseren Trauzeugen (ebenfalls ein dt-ukr. Paar) in der Nähe von Sonderborg ein Ferienhaus gemietet. Wir waren dort etwa für eine Woche und haben Dänemark mit dem Auto erkundet und Ausflüge gemacht. Abends haben wir auf der Terrasse schön gegrillt. Dänemark ist ein schönes Land mit sehr netten, offenen Menschen! Kann ich nur empfehlen.
      Wir haben damals in Hamburg gelebt, sodass Dänemark nicht so weit entfernt war.

      Etwa 5 Monate später haben wir dann kirchlich in meiner Heimat in Süddeutschland geheiratet. Die Eltern meiner Frau waren mit dabei. Wir haben viel selber vorbereitet. Unsere Freunde haben bei den Vorberietungen z. T. mitgeholfen. Ukrainische Elemente haben wir einfließen lassen (z. B.: kirchliche Zeremonie teilweise auf russisch, Sektempfang mit Krimsekt und Kaviar-Häppchen, russ. Musik, ein bißchen Wodka usw.). Nach der Hochzeit sind die Eltern noch 1,5 Wochen in D geblieben und wir haben mit ihnen Ausflüge gemacht.

      Ich glaube, meine Schwiegereltern wären auch gerne bereit gewesen, noch eine Feier in der Ukraine auszurichten. Wäre sicher schön gewesen, aber wir haben es dann sein lassen. Wir hatten genug gefeiert.

      Ein Jahr später waren wir wieder in Dänemark. Unsere damaligen Trauzeugen haben es uns nachgemacht. Jetzt waren wir die Trauzeugen.

      Gruß
      MaBo


      PS: Heiraten ist so einfach. Wenn du vom Pfarrer/Standesbeamten gefragt wirst, dann antworte "Ja, ich will!" und denke Dir dabei "...noch ein Bier!" ;)
      Gruß
      MaBo
      Uns geht es darum, dass es möglichst unbürokratisch zugeht und sie nach der Eheschließung auch gleich hier bleiben kann (A2 wird sie bis dahin schon haben). Doch sie sollte natürlich auch die Möglichkeit haben, ihre Eltern wieder zu besuchen.
      Wir dachten an die gesetzliche Eheschließung hier (Da sie dann gleich hier bleiben dürfte) und sagen wir nach ca. 2 - 3 Monaten (in der Zeit sollten die Papiere fertig sein, dass sie Problemlos wieder nach Ukraine einreisen darf und zurück nach D) eine Kirchliche Trauung im engen Kreis (ca. 30 Leute) in UA.
      Nothing In This World Worth Having Comes Easy!

      1Prinz schrieb:

      und sie nach der Eheschließung auch gleich hier bleiben kann

      Hallo 1Prinz, ich bin nun kein in juristischen Dingen Bewanderter. Deshalb kann ich nur das wiedergeben, was ein Jurist uns vor so rund fünf Jahren riet. Wir hatten aber auch einige Spezialitäten, sprich Hindernisse, im Gepäck.

      Meine Frau hatte kein Heiratsvisum, war abgelehnt. Alle Papiere zwecks Heirat standesamtlich in D waren okay, lagen auch in Kiew vor. Ein nationales Visum für Polen war erteilt, aber das war nur für den äußersten Notfall. Dann bekam sie ein Besuchsvisum für D. Damit haben wir in D geheiratet, denn eine Heirat in DK hätte laut Rechtsrat die Aufforderung zum Verlassen der Bundesrepublik zur Folge gehabt. Dann der Weg über Familienzusammenführung.
      Eine Ausreise nach der Hochzeit kam aber gar nicht in Frage, denn meine Frau konnte kein Deutsch. Die Botschaft hatte uns falsch beraten, bzw. ins offene Messer laufen lassen. Und genau den heute geforderten A1-Test hatte meine Frau nicht. Das wiederum hätte für uns den Weg über Duldung in D bedeutet, aber diesen Waffengang vor Gericht wollten wir vermeiden, denn bis zu einem glücklichen Sieg nach vielleicht ein oder zwei Jahren hätte eine Reise in die Ukraine böse Folgen gehabt (keine Rückkehr nach D).

      In unserem Fall bot nur die Heirat in D Sicherheit, weil Ehe und Familie unter dem besonderen Schutz des Grundgesetzes stehen. Meine Frau bekam auch ohne Verzögerung binnen weniger Tage einen Aufenthaltstitel mit Arbeitserlaubnis. Hier ist aber auch entscheidend, dass die Ehe mit einem deutschen Staatsbürger geschlossen wurde.

      Dennoch gab es Strafanzeigen gegen uns (Missbrauch des Visums). Die Staatsanwaltschaft stellte ihre Ermittlungen flugs ein, weil unsere Anwälte u.a. darlegten, dass wir schon Monate zuvor unsere Heiratsabsichten z.B. gegenüber der Botschaft bekundeten. All das kostete damals Nerven und Geld ... eine echte Zitterpartie. Die Heirat in D bot den wahren Schutz ... so wie der Anwalt es in der Beratung sagte.

      Dennoch ... dies sollte man nicht unbedingt nachmachen. Ach so, wir führen noch heute die uns unterstellte Scheinehe. Und ihr habt ja ganz sicher ein Heiratsvisum, den damit ist für den Verbleib in D alles in trockenen Tüchern.
      Gruß nobody

      nobody schrieb:

      Dann bekam sie ein Besuchsvisum für D. Damit haben wir in D geheiratet, denn eine Heirat in DK hätte laut Rechtsrat die Aufforderung zum Verlassen der Bundesrepublik zur Folge gehabt. Dann der Weg über Familienzusammenführung.


      Ja, das kann bzw. wird passieren.

      Bei uns lag der Fall anders. Meine Frau war schon in D. Zunächst als Aupair, dann Studentin. Der Einfachheit halber haben wir uns dann für DK entschieden, zumal es damals noch vor unserer Haustür lag.
      Ein anderes Paar, das wir kennen, mit der selben Ausgangslage wie der unseren, hat in D standesamtlich geheiratet und dann in der Ukraine kirchlich.

      Wie Du siehst, gibt es viele Wege die zum Ziel führen. Es kommt aber immer auf die jeweilige Ausgangslage an und den jeweiligen Einzelfall an. Es ist auch unmöglich irgendwelche "Schablonen mit sämtlichen Eventualitäten" zu erstellen, die man dann auf alle Fälle anwenden kann.

      Gruß
      MaBo
      Gruß
      MaBo
      Wir heiraten dieses Jahr in der UA. Von den Dokumenten ist das sicherlich der aufwendigste Weg. Alles muss hin und her legalisiert und übersetzt werden. Der Familie meiner Verlobten wegen haben wir uns für die UA entschieden. Die können ja nicht alle nach D kommen. Außerdem sind es die letzten Wochen in ihrer Heimat - auch deshalb in der UA. Dann wird nochmal in D gefeiert, wenn sie endgültig hier ist.
      Ob es in DK leichter ist zu heiraten, vermag ich nicht zu sagen. Gut, die brauchen kein Ehefähigkeitszeugnis und diese ganzen Apostillen nicht. Das erspart Zeit und Geld (wenn beides knapp ist). Aber ich weiß nicht, wie die ABH reagiert, wenn man mit Besuchervisum in DK heiratet. Man hat ja schon so einiges gelesen. Ich würde gar nicht erst anfangen, die Behörden zu "provozieren". DK würde ich nur als Option wählen, wenn Gründe vorliegen, die eine Eheschließung in D oder UA erschweren.

      Es soll der schönste Tag im Leben sein, also warum den bequemsten Weg gehen?

      Gruß
      За Украинy!
      Hallo zusammen,
      letztendlich hängt das von den persönlichen Prioritäten und Möglichkeiten ab, wo und wie geheiratet wird.
      Wir haben vor 13 Jahren standesamtlich in DE und kirchlich (katholisch) in UA geheiratet, allerdings war das Thema Visum damals noch wesentlich einfacher als jetzt.

      Für die Dokumente (Ziel Heiratsurkunde) würde ich den Weg des behördentechnisch geringsten Widerstands gehen. Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, ist das meiner Meinung nach in Deutschland (Wohnorte nahe DK mal ausgeklammert). Mit deutschen Dokumenten gibts später auch keine dummen Fragen von sonstigen Behörden in DE. Wenn natürlich irgendetwas vorliegt was diese Option schwierig macht kommen Plan B (DK) und Plan C (UA)
      Für die persönlichen Dinge, wie schönster Tag im Leben und Feier mit der/den Familien usw. ist man heute wesentlich flexibler als bei unserer Hochzeit. Flüge kosten nicht mehr die Welt und für UA gibts auch keine Visapflicht mehr. Man kann also seine engeren Verwandten und Freunde durchaus zu einer Reise nach UA motivieren.
      Entscheidend aber ist, das man die rechtlichen (Standesamt) von den persönlichen (kirchliche Hochzeit oder einfach nur Familienfeier wenn die Kirche keine Rolle spielt) Dingen trennt.
      Dann wird die Entscheidung wo geheiratet wird relativ einfach.

      Gruß

      KWB
      Aber ich weiß nicht, wie die ABH reagiert, wenn man mit Besuchervisum in DK heiratet.


      In DK hiratent ist völlig legal. Ehe ist gültig! Dagegen kann keiner was sagen!

      Das Problem ist: Mit Besuchervisum heiraten (auch wenn das in D erfolgt) und anschließendem Antrag auf AE in D!

      Gruß
      MaBo
      Gruß
      MaBo

      kwb schrieb:

      Mit deutschen Dokumenten gibts später auch keine dummen Fragen von sonstigen Behörden in DE.


      Eine ausländische Heiratsurkunde kann man im Ursprungsland legalisieren lassen (Apostille) und dann in D von einem öff. vereid. Übersetzer übersetzen lassen. Damit kann man sich beim deutschen Standesamt eine deutsche Heiratsurkunde abholen und sich ins Eheregister eintragen bzw. ein Familienbuch anlegen lassen.

      Gruß
      MaBo
      Gruß
      MaBo