Heirat während Aufenthalt in Deutschland mit einem Studentenvisum

      Update:
      Ich war letzte Woche Freitag mit meiner Zukünftigen in der Ausländerbehörde (Marburg). Wir haben der strengen Beamtin unsere Situation offen geschildert und nachgefragt, wie der Ablauf der Verlängerung des Aufenthaltstitels (mit dem Zweck der Familienzusammenführung anstatt Studienzwecken) aussieht. Da hat sie als erstes sofort gesagt, dass man einen gemeinsamen Wohnort in Form eines gemeinsamen Mietvertrages angeben muss, weil in einer Ehe ein Lebensmittelpunkt nachgewiesen werden muss. Ich habe dann freundlich nachgehakt und dies in Frage gestellt, mit den Argumenten, dass es aufgrund der studienbezogenen und beruflichen Situation noch nicht möglich ist, eine gemeinsame Wohnung zu haben und dass unsere Liebesbeziehung auf Wochenendbasis viel mehr als über eine "normale Freundschaft" hinausgeht (wie es in der Gesetzesvorschrift formuliert ist). Aber keine Chance! Ich wurde unterbrochen mit den Worten, dass sie einen gemeinsamen Mietvertrag verlangen.

      Alle anderen Punkte sind klar und verständlich gewesen.

      Wer den Laufzettel für den Erhalt eines Aufenthaltstitels mit dem Zweck der Familienzusammenführung haben will, möchte mich dann einfach anschreiben.

      Creative schrieb:

      Ich wurde unterbrochen mit den Worten, dass sie einen gemeinsamen Mietvertrag verlangen.

      ... und wenn ein Amt die notariell beglaubigte Unterschrift meiner Katze will, dann bekommen sie das eben, wenn ich keine Schwierigkeiten habe, dies beizubringen. Ein gemeinsamer Mitvertrag sollte ja kein Problem sein.

      Gruß
      Siggi
      Ok, der AHB-Sachbearbeiterin will also einen gemeinsam unterschriebenen Ehevertrag.... wenn´s halt sein soll.

      Ich frage mich nur, wass theoretisch passieren würde, wenn der Vermieter keinen weiteren Hauptmieter haben will. Muss man sich dann eine neue Wohnung suchen....

      Oder gesetz dem Fall, dass Du alleiniger Mieter bist und Deine Frau bloß bei dir wohnt. Das würde der ABH-Dame auch nicht reichen....
      Oder gesetz dem Fall, dass ihr einen gemeinsamen Mietvertrag habt, Deine Frau aber in einer anderen Stadt lebt (wg. Studium). Reicht dann der AHB-Dame der Mietvertrag, obwohl man eigentlch nicht zusammenwohnt und der Verdacht einer Scheinehe u. U. näher liegen dürfte ist als im Fall 1.....
      Gruß
      MaBo
      Meine Frau war damals auch noch Studentin als wir geheiratet haben (in DK). Meine Frau lebte bei mir. Ich war alleiniger Mieter.
      Unsere AHB (in HH) hat überhaupt nicht nach dem Mietvertrag gefragt und wollte ih gar nicht sehen. Wir hatten nur unsere Meldebescheinigungen dabei.
      Gruß
      MaBo

      MaBo schrieb:

      Oder gesetz dem Fall, dass ihr einen gemeinsamen Mietvertrag habt, Deine Frau aber in einer anderen Stadt lebt (wg. Studium). Reicht dann der AHB-Dame der Mietvertrag, obwohl man eigentlch nicht zusammenwohnt und der Verdacht einer Scheinehe u. U. näher liegen dürfte ist als im Fall 1.....

      Abgesehen davon dürfte das rechtlich wohl keinen Halt haben. Ich denke nicht, daß die ABH das verlangen darf. Was macht man denn mit Eigentum? Muss die Frau dann im Grundbuch eingetragen werden? Oder macht man(n) einen Mietvertrag. Wäre vieleicht auch steuertechnisch hilfreich. :lol:


      Gruß
      Michael
      Gruß
      Michael

      Michael schrieb:

      Ich denke nicht, daß die ABH das verlangen darf

      Das glaube ich auch nicht. Aber wenn es keine Probleme gibt, die Dokumente zu besorgen, dann gebe ich den Ämtern, was sie verlangen. Das ist einfach weniger Energieaufwand für alle Beteiligten, als lange Kämpfe.

      Ich habe damals für die Aufenthaltsgenehmigung meiner Frau auch mein Gehalt und den Wohnraum nachgewiesen, obwohl das natürlich nicht verlangt werden durfte. Das machen die ABHs recht gern und jede kocht da irgendwo ihr eigenes Süppchen. Interessant war es mit dem Wohnraum. Ich habe den notariellen Kaufvertrag meines Hauses gezeigt. Der Beamte suchte, suchte und suchte. Ich fragte ihn wonach. Er wollte die Wohnfläche wissen. Aber die ist in einem Kaufvertrag nie angegeben, nur die Größe des Grundstücks. Also blieb ihm nichts anderes übrig, als letztlich meiner mündlichen Aussage zu vertrauen. Interessant war auch sein erstaunter Blick auf die Gehaltsabrechnung: "Das bekommen sie also ausgezahlt"? "Das ist wohl die Bedeutung des Begriffs "Auszahlungsbetrags"" erwiderte ich. Das Ganze kam ihm so merkwürdig vor, da ich meine Gehaltsabrechnung selbst unterzeichnet hatte - ich war in meiner GmbH als Geschäftsführer angestellt. Das erfüllte ihn alles nicht mit Zufriedenheit, aber letztlich hatte er ein paar Blätter Papier für die Akten. Nur darauf scheint es anzukommen.

      Gruß
      Siggi
      Ja, wenn die Vermieterin meiner Freundin kein Problem damit hat, mich als zweiten Mietpartner einzutragen, dann machen wir das auch und reichen alles ein.

      Was mir jetzt noch ein wenig Sorgen macht, ist der Gehaltsnachweis, der ja auch auf dem Laufzettel vermerkt ist. Ich bin bis Juli 2014 noch Azubi, meine Freundin eine Masterstudentin... Mein Gehalt reicht also niemals aus, um zwei Personen zu ernähren und eine Wohnung zu bezahlen. Wenn mit der Heirat der finanzielle Nachweis von mind. 7908 € auf einem Sperrkonto wegfällt, wie wird das dann mit dem Gehaltsnachweis im Zusammenhang mit meinem Azubigehalt gehandhabt?

      Oder muss mein Gehalt nicht für die Finanzierung des Lebensunterhaltes genügen? Ich habe auch gehört, dass es für den Betrag des Antrages zur Befreiung der Beibringung des EFZ sein soll?
      Mach Dir deswegen keine Sorgen.
      Bin schon etwas müde heute abend, aber kurze Erklärung, langer Sinn: auch ein hartz4-empfänger darf seine ausländische freundin heiraten und sie bekommt die begehtre Aufenthaltserlaubnis nach 28 AufentG.

      Ihr habt ein dach überm Kopf, du verdienst, bist bald fertig mit der ausbildung, wirst übernommen; sie studiert, verdient auch nach dem Studium. Diese prognose zählt. eltern sind auch noch da. alles paletti!
      Gruß
      MaBo
      Es gibt anscheinend erkennbare Unterschiede zwischen den einzelnen Ausländerbehörden. Wir haben es dann mit einer strengeren zu tun...

      Aber soll dieser Gehaltsnachweis nicht zeigen, dass man in der Lage ist, seine Frau zu ernähren und eine (gemeinsame) Wohnung zu finanzieren? Das wäre ja dann praktisch das gleiche wie der finanzielle Nachweis von einem Betrag auf einem Sperrkonto, der ausreicht, um ohne Staatshilfen (7908 € als einmalige Einzahlung für 659 € im Monat) für ein Jahr zu leben (Visum für Studienzwecke). Wenn das mit dem Gehaltsnachweis (bei Familienzusammenführung) nicht erforderlich ist und sie / wir somit auf Staatshilfen angewiesen wäre(n) (was aber nicht passieren würde, wir haben ja finanzielle Unterstützungen aus der Familie), dann frage ich mich, ganz ehrlich, warum dann noch nicht die halbe Ukraine hier in Deutschland ist?

      Ich rufe mal bei der Ausländerbehörde an und berichte dann hier weiter.

      Creative schrieb:

      Aber soll dieser Gehaltsnachweis nicht zeigen, dass man in der Lage ist, seine Frau zu ernähren und eine (gemeinsame) Wohnung zu finanzieren

      Ein Deutscher Staatsangehöriger muss nicht nachweisen, dass der Lebensunterhalt seines Ehepartners sichergestellt ist. Der Schutz der Ehe und Familie ist im Grundgesetz verankert und wiegt hier schwerer, als evt. finanzielle Nachteile des Staates.
      Lies es im Gesetz nach:
      info4alien.de/gesetze/aufenthg.htm#28
      Der entscheidende Satz:
      Sie soll in der Regel abweichend von § 5 Abs. 1 Nr. 1 in den Fällen des Satzes 1 Nr. 1 erteilt werden.

      Wenn Du mit Ausländerbehörden argumentieren willst/musst, solltest Du anfangen das Gesetz zu lesen und dies besser als die Beamten dort kennen.

      Leider haben von mir in all den Jahren die Ausländerbehörden öfter Nachweise verlangt, die sie laut Gesetz nicht verlangen durften. Das ist nicht so unüblich. Unsere letzten Erfahrungen in dieser Hinsicht:
      Probleme bei der Beantragung eines 5 Jahres Visa
      Davor hatten wir hiermit Probleme:
      Neuer Pass, wie kommt man zur Niederlassungserlaubnis bei Wohnsitz in UA?
      und hier
      Neuer Pass, wie kommt man zur Niederlassungserlaubnis bei Wohnsitz in UA?
      usw. Ich habe keine hohe Meinung von den ABHs.

      Gruß
      Siggi

      Creative schrieb:

      Es gibt anscheinend erkennbare Unterschiede zwischen den einzelnen Ausländerbehörden


      Hallo Creative,
      ja, es gibt erhebliche Unterschiede. Wegen des Mietvertrages macht euch nur nicht verrückt. Erst mal die Heirat anschieben.

      Meine Frau und ich bewohnen eine kleine Eigentumswohnung. Also, Mietvertrag is nich. Im Grundbuch stehe ich. Als Nachweis gab es jahrelang also nur meine Erklärung, dass wir unsere Ehe auch führen und die Meldebescheinigung unserer Kleinstadt. Das reicht.

      In der heutigen "mobilen" Zeit wäre es zudem völlig unangemessen, wenn man von Eheleuten durchgängig verlangen würde, dass sie ggf. rund um die Uhr ihre ehelichen Pflichten auch vollziehen können müssen. Was machen da z.B. Gastdozenten, er offiziell in USA sich befindet, sie arbeitet die kommenden 4 Monate in Japan ... will man solche Menschen komplett ausschließen, wo doch deren eigentlicher Lebensmittelpunkt in der Lüneburger Heide liegt? ... diese Wohnung ist aber monatelang verwaist. Ist das Scheinehe ?
      Alles Quatsch, ich kenne solch ähnlichen Fall, er lebt in Thailand, arbeietet für britische Firma, samt Thailänderin und gemeinsamen Kindern. In D existiert nur eine Kleinstwohnung. Wird maximal 1x im Jahr zwecks Kurzaufenthaltes genutzt. Das ist eine nette geordnete Familie, keine Underdogs.
      Gruß nobody
      Hier im Forum gibt es so viele fachliche und sachdienliche
      Hinweise und Tipps. Warum weckt man Tote? Ich meine damit die Ausländerbehörde.
      Ich glaube viele haben über die Jahre Hass gegenüber nichtdeutschen aufgebaut. Um
      den Frust, den sie haben abzubauen, leben sie diesen hin und wieder aus. Wenn man
      sich offenbart und Fragen stellt, sehen sie darin einen Angriffspunkt und
      nutzen den auch. Zum Glück, so denke ich zumindest, sind nicht alle so und
      haben nicht ihre Aufgabe aus den Augen verloren. Leider weiß man vorher nicht,
      an wen man gerät.


      Also rechtlich/fachlich gesehen wurde alles über Euer
      Vorhaben gesagt.

      Macht es!!! Viel Glück!!!
      Update:
      Ich habe mit der Ausländerbehörde telefoniert. Man hat mir bestätigt, dass mein Gehalt nicht unbedingt den Lebensunterhalt meiner Ehepartnerin sichern muss. Eure Aussagen sind also korrekt!

      Wir haben auch schon die ukrainischen Dokumente mit Apostille erhalten (wurden mit einem Fernreisebus aus UA transportiert). Ich war gestern auch schon bei einer allgemein beeidigten Übersetzerin und kann die übersetzten Dokumente diesen Donnerstag oder Freitag abholen. Wenn das dann auch erledigt ist, haben wir alle Dokumente zusammen und gehen gemeinsam zum Standesamt. Was genau wird dann dort gemacht? Wie ist der genaue Ablauf? Klar ist, dass die Dokumente überprüft werden usw. Aber werden vielleicht auch viele (spezielle) Fragen gestellt, um auszuschließen, dass es evtl. eine Scheinehe ist? Wird über den Ehevertrag gesprochen? Ich will da vorbereitet hingehen.
      Hallo!

      Zum Ablauf im Groben:
      Die Unterlagen gehen an´s zuständige OLG zur Prüfung. Wenn Unterlagen vom OLG geprüft wurden und dem Standesamt wieder vorliegen, kann die Trauung vorgenommen werden.

      Das Standesamt interessiert sich nicht für
      - die Scheinehe --> das interessiert nur die AHB
      - den Ehevertrag --> ist Eure Angelegenheit

      Das Standsamt interessiert sich nur für Eure Unterlagen.
      Gruß
      MaBo
      Wenn wir nach dem Standesamt zur Ausländerbehörde gehen, werden meine Zukünftige und ich die Fragen sicherheitshalber durchgehen. Danke schon mal dafür!

      Wie lange hat es bei euch so gedauert, bis die Dokumente wieder dem Standesamt vorlagen? Was sind da eure Erfahrungen?
      Wenn die Dokumente wieder beim Standesamt sind, kann ja ein Termin für die Trauung vereinbart werden, richtig? Wie ist dann der genaue Ablauf?