Vortragsabend - "Holodomor" - Hunger als Waffe - 8.11. in Heidelberg

      Vortragsabend - "Holodomor" - Hunger als Waffe - 8.11. in Heidelberg

      Vortragsabend «Holodomor» - Hunger als Waffe

      Das Jahrhundertverbrechen in der Ukraine 1932-1933
      Was geschah damals in der Kornkammer Europas wirklich?
      8. November 2013 - 19 Uhr
      Universität Heidelberg
      Hörsaal des Historischen Seminars
      Grabengasse 3-5, 69117 Heidelberg

      Referenten
      Prof. Dr. Gerhard Simon, Universität Köln.
      Historiker und Politologe, ehem. leitender Wissenschaftlicher Direktor im Bundesinstitut für internationale und ostwissenschaftliche Studien in Köln (BIOst).
      Führender wissenschaftlicher Experte zur jüngeren Geschichte der Ukraine .
      «Der Holodomor - Hunger als Waffe»

      Dr. Ernst Lüdemann, Nußloch
      Osteuropahistoriker u. Ukrainist, ehem. Abteilungsleiter der Landeszentrale für politische Bildung, Baden-Württemberg.
      «Berichte von Überlebenden»

      Veranstalter:
      Deutsch-Ukrainische Gesellschaft Rhein-Neckar e. V.
      Universität Heidelberg, Lehrstuhl für osteuropäische Geschichte
      Gesellschaft für Ostbeziehungen Rhein-Neckar e. V.

      Wer diesen Begriff erstmals hört, dem würde ich empfehlen, sich ein wenig in die Thematik einzulesen:
      Andere kritisieren den Begriff Holodomor. In ihren Augen wird er von einigen Ukrainern verwendet, um die tragischen Folgen der über die Ukraine hinausgehenden Kollektivierung für nationalistische Zwecke politisch zu missbrauchen. Auch die Assoziation mit dem Begriff Holocaust wird kritisiert, da durch die Parallelität der Begriffe nicht nur die Bewertung des Ereignisses als gezielter Genozid vorweggenommen, sondern auch der vom NS-Regime organisierte Völkermord an den europäischen Juden relativiert werde. Weiterhin wird darauf verwiesen, dass die Hungersnot dieser Zeit keinesfalls nur die Ukraine, sondern auch andere Gebiete der Sowjetunion betraf, sie also nicht gezielt gegen die Bevölkerung der Ukraine „organisiert“ wurde.[5
      Neuere westliche Forschungen gehen inzwischen – nicht zuletzt nach der Öffnung vieler Archive in den 1990er Jahren – davon aus, dass der Holodomor als eine Verkettung von Folgen und Nebenfolgen äußerst rücksichtsloser und brutaler Politik der Zwangskollektivierung, Herrschaftskonsolidierung und Widerstandsunterdrückung sowie zusätzlich hinzukommender wetterbedingter Ernteausfälle erklärt werden kann.[6]

      de.wikipedia.org/wiki/Holodomo…domor_als_V.C3.B6lkermord

      Auch hier im Forum gab es schon viele kontroverse Diskussionen zum Thema.

      Gruß
      Siggi

      marco schrieb:

      Wobei es sich ja hier um zwei deutsche Historiker handelt, da würde der nationalistische Aspekt nicht ziehen

      In den Diskussionen im Forum waren fast nur Deutsche vertreten. Je nach Heimatort der Frau/Freundin wurden die Argumente des Westens oder des Ostens von UA leidenschaftlich vertreten.

      Gruß
      Siggi
      Ist ein Freitag :hmm: Mal schauen wie ich mit der Arbeit verbinden kann , dann versuche ich vorbei zu kommen .
      Ich weiß, dass ich nichts weiß.

      Sokrates (470-399 v.Chr.)

      Erfahrung ist eine nützliche Sache. Leider macht man sie immer erst kurz nachdem man sie brauchte.
      Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

      Bestätigung holt man sich dort, wo man annimmt sie auch zu finden.
      ok

      Siggi schrieb:

      Weiterhin wird darauf verwiesen, dass die Hungersnot dieser Zeit keinesfalls nur die Ukraine, sondern auch andere Gebiete der Sowjetunion betraf, sie also nicht gezielt gegen die Bevölkerung der Ukraine „organisiert“ wurde


      ...natürlich, ganz klar, warum auch nicht, ansonsten könnten ja Wiedergutmachungsansprüche den Russen auf den Tisch flattern...

      marco schrieb:

      Wobei es sich ja hier um zwei deutsche Historiker handelt, da würde der nationalistische Aspekt nicht ziehen...

      Wenn Du dich da mal nicht täuscht.

      Für pro-russische Hardliner ist der Titel schon eine „Provokation“, da hier von Genozid gesprochen wird. Da spielt es keine Rolle ob die Referenten ukrainische oder westeuropäische ( annerkannte ) Historiker sind. Für die Vertreter der pro-russischen Geschichtsschreibung sind solche Vortäge nur dazu da die Geschichte zu verfälschen und Russland und seine Geschichte zu denunzieren!

      Ich habe schon einige solcher Vorträge besucht und wenn dieser ähnlich aufgebaut sind die zum einen die Systematik beschreiben, weit entfernt von einer oftmals salopp bezeichneten Verkettung der Umstände, verbunden mit Augenzeugenberichten kommt da ziemlich „harter Tobak“ zu Sprache.

      Empfehlenswert ist so ein Vortrag immer. Lehrreich, aber keineswegs „leichte Kost“!
      Wer die Chance/Zeit und Interesse hat, dem kann ich nur empfehlen die Möglichkeit diesen Vortrag zu besuchen zu nutzen!
      „Wirkungsvolle Autorität beruht nicht auf Privilegien, sondern auf mehr Wissen, Einsatz und Energie.“
      Cyril Northcote Parkinson (1909-93), brit. Historiker u. Publizist