Zu "schön" um wahr zu sein: Gongadse's Mörder sind tot, weitere Ermittlungen erübrigen sich

  • Wirklich wundern tut uns das ja nicht. Das "ärgerliche" Thema wird nun zu den Akten gelegt, wer weiß, wer aus der aktuellen Regierung sonst gar noch "Schaden" gefunden hätte.
    Gongadse's Mord wurde, wie nun "herausgefunden" wurde, allein vom Ex-Innenminister Jurij Krawtschenko angeordnet. "Dummerweise" lebt der nicht mehr, er war seinerzeit kurz vor der Befragung zu eben jenem Fall tot aufgefunden worden. Tja, da kann man ja nichts mehr machen, man kann ihn nicht mehr fragen, also gibt es auf der ganzen Welt keine Möglichkeit, noch irgendetwas zu dem Thema herauszufinden. Dieses Thema muss einigen Leuten verdammt Angst machen...


    Wer Sarkasmus im oben geschriebenen findet, kann ihn behalten.


    Quellen: ГЕНПРОКУРАТУРА: КРАВЧЕНКО - ЄДИНИЙ ЗАМОВНИК УБИВСТВА ГОНГАДЗЕ (Deutsche Fassung: Toter Ex-Innenminister Krawtschenko soll allein den Mord an Georgi Gongadse angeordnet haben, auch interessant: eine Reportage aus der Kyiv Post: How High Does Conspiracy Go?.


  • Irgendwie scheinst Du da (mal wieder) mehr zu wissen als alle anderen... !think!


    Den Kommentar verstehe ich nicht. Wenn Du meinst, dass ich öfters mehr als die anderen weiß, muss ich das wohl als Kompliment auffassen :little_UA_smiley:


    Ich nehme das aber nicht für mich in Anspruch. Mehr als spekulieren können wir hier alle nicht. Aber man muss doch feststellen, dass diese "Lösung" ein wenig zu praktisch ist. Mich erinnert das zienlich an den JFK-Mord: Lee Harvey Oswald wird festgenommen, und bevor er richtig vernommen wird, wird er umgebracht. Danach erklärt man ihn zum alleinigen Täter und stellt die Ermittlungen ein. Das stinkt doch zum Himmel. Und anders sieht das hier im Fall Gongadse auch nicht aus. In beiden Fällen erlaube ich mir zu spekulieren, dass da einige fröhlich am manipulieren sind.

  • Krawtschenko habe sich erschossen. Eine Sprecherin des Innenministeriums, Inna Kissel, sagte, es scheine sich um Selbstmord zu handeln. Krawtschenko sollte gegen neun Uhr zum Mordfall Gongadse befragt werden.

    irgendwie habe ich in erinnerung das er sich gleich 4 oder 5 x erschossen haben soll. wollte wohl auf nummer sicher gehn.

  • Hier ist noch einmal eine Aufarbeitung der Affaire mit einigen interessanten Aspekten (vor allem die Zeugenaussagen, die Lytwyn persönlich als Mitwisser belasten sowie ein Link auf die Audioaufnahmen, die Kutschma und Lytwyn belasten): Названо першого замовника убивства Гонгадзе. І єдиного?, bzw. in deutsch: Es wurde der erste Auftraggeber für die Ermordung von Gongadse genannt. Ein Einziger?. Ganz interessant, da viele Vorfälle schon wieder etwas in Vergessenheit geraten waren....

  • natürlich - Rumbo , bleibt im Grunde nur zu spekulieren ..... Was in der Eigendynamik solcher Taten begründet ist .


    Denn politisch motivierte Verbrechen [ die ganze Bandbreite geheimdienstlicher Acktionen schlage ich mal locker , auch wenn das ein weites Feld ist , da hinzu ] haben bestimmte , oft eine späterere Aufklärung behindernde , Regeln bzw. Vorgehensweisen .


    Da wären die Auswahl der Täter aus einem Pool besonders zuverlässiger Leute .
    Der extrem kleine Kreis eventueller Mitwisser
    Die meistens nur mündliche Instruktion / Kommunikation zwischen Befeehlserteilendem und ausführendem
    Das Bestreben , keine verwertbaren Spuren , Hinweise hinterlassen ( was übrigens nicht heißt , das Opfer immer verstecken zu müssen ....... oftmals wird es gerade hinterlassen , um Angst zu erzeugen )


    Wie dem auch sei .... es kommt immer was dazwischen und manchmal werden , durchaus manchmal erst nach langer Zeit oder mehr oder weniger zufällig , Ermittlungsansätze sichtbar und die Spur führt zu Tätern / Mitwissern ...... was für den Befehlserteilenden / Auftragserteilendem dem GAU gleichkommt .
    In der Folge kommt der ( oder die ) Täter unter doppelten Druck
    - nemlich dem der offiziellem der Untersuchungs / Ermittlungs / Geheimdienst - Organe und eine drohende Enttarnung und Strafverfolgung zieht am Horizont drohend herauf .
    Und zweitens , Druck durch den eigenen Befehlsgeber / Auftragserteiler und / oder eine eventuelle eigene " Organisation " ......... denn auch deren Enttarnung rückt in gefährliche Nähe .
    Und das führte dann in ungezählten Fällen der Politik - Geschichte dazu , daß Täter entweder gleich vorsorglich oder bei "Gefahr in Verzug" von der " eigenen Organisation " zum Schweigen gebracht wurden .
    ( Oder das Leben , respektive die kommenden Aussichten nicht lustig findet und Schluß macht )


    Soweit mal eine relativ algemeine Einlassung .............


    Und jetzt zu meiner konkreten These .
    Daß der besagte und jetzt eingefangene Ex General der Haupttäter bei der Ermordung des Journalisten war dürfte untrittig sein . Daß er den Befehl dazu vom Innenminister bekommen hatte auch .
    Daß der Innenminister auf eigenen Entschluß den Befehl gab , widerumm schließe ich aus .


    [ Sowohl die noch aus Sowjetzeiten überlebten Denk / Verhaltensweisen / Machtmechanismen als auch der quasi vorhandene Zwang zur Konspiration bei solchen illegalen politisch motivierten Taten lassen das vermuten .
    Zumahl die Aufklärung einer politischen Straftat größten politischen Schaden verursachen würde ..... kann und wird ( egal in welcher " Organisation " ) nur der "Allerhöchste" die Macht und den Mut haben solche aufträge zu geben . ]


    Nun und Selbstmord , des Ex Innenministers , schließe ich hier [ trotz seines " Bekennerschreibens " ] aus , man schießt sich nicht zweimal in den Kopf .


    Gruß ! Robert


    PS : ( wie übrigens auch im oben erwähntem Falle Barschel )

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  • Krawtschenkos Familie möchte vor Gericht dessen Rehabilitierung erreichen



    Gestern erklärte der Leiter des Pressedienstes der Generalstaatsanwaltschaft, Jurij Bojtschenko, dass die Familie des verstorbenen Innenministers Jurij Krawtschenko, den die Ermittlungen zum Auftraggeber der Ermordung des Journalisten Georgi Gongadse machten, fordert, das dessen Angelegenheit vor Gericht geprüft wird. “Die Familie Krawtschenko besteht darauf, dass die Ermittlungen bis zum Ende durchgeführt wird und das Gericht eine Entscheidung darüber fällt, ob er schuldig oder unschuldig ist”, erklärte Bojtschenko.


    Zur Erinnerung: Vorher hatte die Generalstaatsanwaltschaft das Ende der Ermittlungen in der Sache der Ermordung Georgi Gongadses verkündet, indem sie Jurij Krawtschenko als Auftraggeber und Anstifter der Ermordung nannte (Ausgabe des “Kommersant-Ukraine“ vom 15. September). Wie Bojtschenko dem “Kommersant-Ukraine“ erläuterte, muss der Ermittler die Sache in Bezug auf den Ex-Leiter des Innenministeriums in Verbindung mit dessen Tod schließen. “Doch dies ist ein Umstand, der eine Rehabilitierung nicht zulässt”, unterstrich der Leiter des Pressedienstes der Generalstaatsanwaltschaft. Daher nutzten die Verwandten Jurij Krawtschenkos, seinen Worten nach, §215, Absatz 3 der Strafprozessordnung, gemäß dem im Falle der Schließung einer Sache aufgrund des Todes des Beschuldigten nahe Verwandte und gesellschaftliche Organisationen das Recht haben mit dem Ziel der Rehabilitierung des Verstorbenen darum zu bitten die vorgerichtlichen Ermittlungen zu Ende zu führen.


    “Jetzt bei der Übergabe der Sache an ein Gericht muss der Ermittler erneut einen Antrag auf die Anwendung des §6, Absatz 8 der Strafprozessordnung einreichen und darum bitten das Ermittlungsverfahren in Verbindung mit dem Tod des Beschuldigten zu schließen und das Gericht wird entscheiden, ob die Angelegenheit geschlossen wird oder diese wird geprüft und eine Entscheidung zur Schuld Krawtschenkos getroffen”, sagte Jurij Bojko dem “Kommersant-Ukraine“. Wie bekannt ist, steht der ehemalige Leiter der Abteilung für Außenüberwachung der Kriminalhauptverwaltung des Innenministeriums, Alexej Pukatsch, vor Gericht.



    Herkunft: http://www.ukraine-nachrichten…rehabilitierung-erreichen

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