Das Verhalten des deutschen Autofahrers in der UA

  • Hallo Freunde,


    wie sollte man sich als deutscher Autofahrer am besten benehmen, wenn man von der ukrainischen Verkehrsmiliz GAI in einer Grosstadt oder auf einem Weg zwischen paar Grosstaedten in der Ukraine angehalten wird?


    1. Anfangen bloss gleich auf Deutsch herumzureden, ohne dem Inspektor den Führerschein, Kfz-Papiere oder den Pass zu zeigen, die Sprachbarierre nutzend;
    2. Dem Inspektor alle Dokumente schweigsam geben.
    3. Dem Inspektor 10 Euro zustecken und weiter losfahren - also, das wohl eher nicht, oder? (denn in diesem Falle macht man sich ohne Schuld zum Schuldigen)


    Eure Varianten?


    Schaut, wenn ihr euch für die zwote Variante entscheiden, so welche Garantie gibt es, dass der GAI-Inspektor euch eure Papiere nach dem Anschauen gleich zurückgeben wird ?????


    Wie ist eure Meinung?


    Danke.


    MfG

  • Die Frage kann man so nicht beantworten.


    Es kommt darauf an, ob man
    1. Irgendeinen Regelverstoß begangen hat
    2. Wie viel Zeit man hat


    Es gibt unterschiedliche Strategien für die unterschiedlichen Fälle. Beispielsweise sagte mir ein Resident, dass er die Dokumente durch die geschlossene Scheibe zeigt, die Türen verriegelt, nicht aussteigt, nur Deutsch spricht, auf einen Dolmetscher besteht, bis sie ihn entnervt weiter fahren lassen, obwohl er natürlich einen Regelverstoß begangen hat. Angeblich funktionierte das bei ihm bislang immer. Wer genug Zeit mitbringt, kann das ja mal probieren.


    Gruß
    Siggi

  • Ich lasse meine Frau reden.(Ukrainerin)


    Bis dato immer gut gefahren damit.Ein beispiel:In Kiev auf der Stadtautobahn an einer Ampelanlage die Richtung geändert.Nach 10 min.reden 500uah Strafe zahlen.


    Führerschein und Zulassung wieder bekommen.


    gruß esnowo

  • Hallo Siggi,


    die Stragetie deines Residenten gefällt mir, sehr schlau, he-he-he-he...?


    welche Stragetien gibt es noch?



    aber moment mal, spielt es eigentlich welche Rolle, ob man als Fahrer einen Regelverstoss begangen hat oder nicht?
    mir schien, es ist egal....?

  • Ich lasse meine Frau reden.(Ukrainerin)


    Bis dato immer gut gefahren damit.Ein beispiel:In Kiev auf der Stadtautobahn an einer Ampelanlage die Richtung geändert.Nach 10 min.reden 500uah Strafe zahlen.


    gruß esnowo



    oooh, das ist aber arg, was aber, wenn man als deutscher Fahrer alleine fährt?

  • Nach 10 min.reden 500uah Strafe zahlen.


    Das erscheint mir deutlich überteuert. Das Maximum, was ich je gezahlt habe, waren 300UAH für 170km/h (statt 90km/h) inkl. Überholverbot und dem Ignorieren doppelt durchgezogener Linien/Sperrflächen. (Habe mal wieder auf der Linksabbiegerspur überholt) :blush:


    aber moment mal, spielt es eigentlich welche Rolle, ob man als Fahrer einen Regelverstoss begangen hat oder nicht?


    Aber sicher. Ich bin noch nie zur Kasse gebeten worden, wenn ich nichts ausgefressen hatte. So kenne ich es auch in Erzählungen von unseren Gästen. Angehalten werden sie, aber nicht zur Zahlung aufgefordert.


    Sie hatten früher mehrfach versucht, ihre ökologische Plakette zu verkaufen. Aber wenn man dies nur energisch genug abgelehnt hatte, gaben sie (nachdem sie Feuerlöscher und Verbandskasten kontrolliert hatten) auf.


    Gruß
    Siggi

  • Führerschein wird beschlagnahmt.Anzeige bei einer bestimmten Bank bezahlen.Quittung am Wohnort in der Polizeistation abgeben und nach 10 Tagen Führerschein abholen.


    Strafe ca.1800 uah.


    gruß esnowo

  • So wie es in D oder sonstwelchen rechtlich stabilen Laendern laeuft, funktioniert es auch in UA.


    Der Polizist hat entsprechende Rechte, die sich nach den Gesetzen des Landes richten.
    Diese hat er zu befolgen, sonst ist er ganz schnell seine Arbeit los.
    Das weiss er auch, nur hofft er, das sein Gegenueber, speziell wenn er kein Ukrainer ist, dies eben nicht weiss...


    Es gibt einen Strafen-Katalog, den man fuer wenige Griven in jeder Buchhandlung bekommt.
    Es empfiehlt sich, sich daraus einiges uebersetzen zu lassen und das Heftchen immer im Auto dabeizuhaben.
    Und natuerlich sich zu informieren, was dem Milizionaer von Rechts wegen erlaubt ist und was nicht.


    Man hat beim naechsten Verkehrsverstoss dann eine Grundlage, die Sache entsprechend zu regeln - nach dem Gesetz oder, und das ist eben der angenehme Unterschied zu o.g. rechtlich sehr stabilen Laendern - privat mit dem Kontrolleur des Gesetzes...


    Es kann ins Auge gehen mit der Verfahrensweise,bei einer Kontrolle oder eines Verkehrsverstosses auf einen Dolmetscher zu bestehen und die Tuer verschlossen zu lassen.
    Man stelle sich dieses Verhalten eines Auslaenders in Deutschland oder besser noch USA vor...

  • Es kann ins Auge gehen mit der Verfahrensweise,bei einer Kontrolle oder eines Verkehrsverstosses auf einen Dolmetscher zu bestehen und die Tuer verschlossen zu lassen.


    Hier muss ich widersprechen: Niemand kann gezwungen werden, eine Anzeige zu unterschreiben, die er nicht versteht. Nach dem Gesetz kann man auf einen Dolmetscher bestehen. Das sollte man auch tun, wenn man sich nicht mit dem Kontrolleur direkt einigen kann und der Sprache nicht mächtig ist. Sonst gibt man ggf. Verstöße offiziell zu, die man nie begangen hat.


    Laut Gesetz kann einen die DAI nicht einfach auffordern, das Auto zu verlassen. Es muss eine gute Begründung dafür vorliegen. Eine legale Begründung wäre z.B. die Unterstellung von Alkoholkonsum . Eine andere wäre die Inspektion des Fahrgastraums. Dafür benötigen sie aber zwei unabhängige Zeugen und es muss ein Protokoll gefertigt werden. Es muss gute Gründe für dieses Begehren geben, sonst stellt sich DAI ins rechtliche abseits, was nachher Konsequenzen für den Kontrolleur haben kann. Ob es klug ist, sich so auf die formale Seite zu stellen, ist eine andere Sache. Das ist nicht meine Strategie. Es kann z.B. als Zeichen von Angst gesehen werden, was einen sicherlich nicht in eine vorteilhafte Position bringt. Ich persönlich ziehe es vor, locker und offen zu agieren. Was kann einem schon passieren, wenn man nicht gerade unter Drogen steht oder einen schweren Unfall verschuldet hat? Es geht doch nur um ein paar Hundert UAH. Es gibt eine inoffizielle Preisliste. Wenn die DAI merkt, dass man diese kennt, ist i.a. unmittelbar eine Einigung zu den Standardtarifen möglich. Obwohl es etwas mehr kostet als noch vor Jahren (da kam man noch meist mit 20UAH davon), sind die Preise im Vergleich zu Westeuropa immer noch ein Schnäppchen. Gar nicht zu sprechen davon, dass man in Europa bei vielen Verstößen zum Fußgänger degradiert wird.


    Gruß
    Siggi

  • Danke, dass du mich berichtigst, ich konnte mir halt nicht vorstellen, das es einen Polizist ruhig laesst, wenn du jedwede Kommunikation mit ihm verweigerst.
    Zumindest das Fenster einen Spalt oeffnen und was von "nix verstehn" sagen sollte man schon...


    Das man im Auto sitzenbleiben kann, ist mir bekannt, halte ich auch immer so - obwohl dann trotzdem die Jungs mich hin und wieder in den Streifenwagen bitten, weil sie halt neugierig sind und manchmal auch irgendwelche Formulare beschreiben wollen, die sie Protokoll nennen.
    Aber es klaert sich halt immer innerhalb der privaten Preisliste (Haelfte der Strafe).
    Somit kann ich deinen letzten Beitrag nur vollinhaltlich bestaetigen...

  • Zumindest das Fenster einen Spalt oeffnen und was von "nix verstehn" sagen sollte man schon...


    Die Nummer hatte ich in PL schonmal versucht...
    Künstlerisch hat der Polizist dann die Straße, mein Auto und das 90-Schild zu Papier gebracht und mir daraufhin die Radarpistole unter die Nase gehalten.
    Der hat sich wirklich Mühe gegeben, mir mein Vergehen verständlich zu machen.
    Das Problem war allerdings, dass ich nicht genug Zlotys hatte und € wollte er nicht. Ich sollte zum Bankomaten und Zlotys holen.
    Sein Adrenalinausstoß schoss merklich in die Höhe, als ich ihn dann auf russisch gefragt habe, wo der nächste Bankomat ist.
    Die Überzeugungsarbeit meiner Frau war schließlich der Grund dafür, dass er mich nicht standrechtlich erschossen hat und wir mit einer mündlichen Verwarnung weiterfahren durften. :thumbup:

  • Es gibt eine inoffizielle Preisliste.


    Oh ja, die gibt es. Normalerweise ist es 1/2 vom regulären Preis. Das faszinierende dabei ist ja, dass die netten Polizisten fest damit rechnen, dass man den inoffiziellen Preis zahlt.
    :huntsman:

    Als wir mal gesagt haben: Nö, wir wollen bitte den offiziellen Preis zahlen mit Beleg und was dazu gehört....dann hat der Herr Polizist leider nicht mal einen Straffzettel dafür gefunden. Tsja, wir haben also gar nichts bezahlt. Was mich aber sehr traurig macht - an dem Tag hatte anscheinend gar kein Autofahrer ofiziell bezahlt, sonst wüsste der Herr nämlich, dass er nicht mal die nötigen Sachen dabei hat
    :dos:

  • an dem Tag hatte anscheinend gar kein Autofahrer ofiziell bezahlt


    Vielleicht sind die anderen ja auch alle anständig gefahren... :whistling: !happy!

  • Vielleicht sind die anderen ja auch alle anständig gefahren... :whistling: !happy!


    Wo du es sagst: wir sind anständig gefahren. :thumbup:
    Der Polizist hat es geschaft viele Kleinigkeiten zusammenzukratzen, z.B. "die TÜV-Plakette ist aber in einer Woche nicht mehr gültig". Hallo?!
    Es durfte uns nicht mal anhalten, weil es keinen Grund dafür gab! :pfeil:

  • Man sollte aber auch nicht zuviel Obrigkeitsgehorsam einem ukrainischen Polizisten gegenueber an den Tag legen...
    Sicheres Auftreten - nicht unterwuerfig , aber auch nicht frech - hilft, das Gespraech mit den Milizionaeren stressfreier zu fuehren.


    Anhalten darf dich die Miliz, aber mehr als Papiere auf Vollstaendigkeit pruefen ist nicht, wenn kein Verkehrsverstoss vorliegt. Faengt er an, das Haar in der Suppe zu suchen, dann - siehe oben.


    Die TUV- Nummer hat man uebrigens bei mir auch schon versucht, da hat er sich mein Etikett genau angeschaut und ich ihn direkt gefragt, was er da suche.
    Grinst mich an und meint, er muesse meinen TUV kontrollieren.
    Meine Antwort, das er das nicht braucht, da das die Aufgabe seiner deutschen Kollegen waere, brachte ihn wieder in die Senkrechte... und mich zum Weiterfahren.

  • heisst das, dass man auch mit abgelaufenem TÜV in der Ukraine fahren darf?


    Leute,


    was denkt ihr, was aber, wenn der deutsche Autofahrer von der Miliz angehalten wird und sich im Auto verriegelt, Scheiben zu, ohne den Beamten Papiere selbst durch die Scheibe zu zeigen?
    Also, der Autofahrer bleibt ruhig im Auto sitzen, spricht auf Deutsch herum und sonst nix, gleich nach dem Motto:
    Gebt mir einen Dolmetscher, nur dann können wir ein Gespräche anfangen und Basta! und bis dahin tschüß und auf wiedersehen!


    Ist dies eine Variante, sich Streß und Nervenzerrerei zu sparen? Was denkt ihr?


    Dabei kann man natürlich etwas Zeit verlieren, aber während dessen kann man ja den TV einschalten oder ein Buch lesen.

  • Scheiben zu, ohne den Beamten Papiere selbst durch die Scheibe zu zeigen?


    Davon hatte ich nicht gesprochen. Er zeigt seine Papiere durch die Scheibe. Er öffnet die Scheibe einen Spalt breit. Er zeigt einen Zettel auf dem in Russisch steht: "Ich bin Deutscher und spreche nur Deutsch. Ich kann mich mit Ihnen nur unterhalten, wenn Sie Deutsch sprechen. Spricht niemand von Ihnen Deutsch und geht es um eine Strafsache, bitte ich einen Übersetzer beizubringen, damit wir die Anzeige aufnehmen können." Ansonsten antwortet er auf jede Frage mit einem Zucken der Schulter.


    Er behauptet, dass sie ihn spätestens nach einer halben Stunde laufen lassen. Er zählt darauf, dass die Beschäftigung mit ihm nicht lohnt, weil ihnen sonst zu viele andere Einnahmen verloren gehen. Ein Tourist mit dem ich letztes Jahr auf der Krim sprach, hat eine ähnliche Strategie (aber ohne verriegelte Türen). Ihm ist egal, wie lange es dauert und das zeigt er auch. Auch ihn lassen sie immer laufen.


    Für mich wäre das nichts. Ich fahre ja nicht zu schnell, um den Zeitgewinn wieder mit der DAI zu vertrödeln.


    Gruß
    Siggi

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