Hallo,
es gibt eine Veröffentlichung aus 2010, die Sexarbeit von StudentenInnen behandelt: "Auf die Frage, wie weit verbreitet Sexarbeit als Neben- oder Zusatzverdienst unter Studierenden sei, haben wir ein weites Spektrum von Antworten erhalten, wobei die Tendenz der Antworten dahin ging, dass es sich um ein Einzelfallphänomen handelt, das von der Boulevardpresse »aufgebauscht wurde «. Unsere Umfrage hat dagegen ergeben, dass (in Berlin) 3,7 % aller TeilnehmerInnen in der Sexarbeit tätig sind oder waren." http://www.studienkolleg-zu-be…nebenjob_prostitution.pdf
- Hauptmotiv, wie könnte es anders sein, war/ist das Geld.
Als ich 2007 in Odessa war, da hörte ich erstmals den Begriff "Beauty Worker". Und ich konnte dies auch sogleich an einem Anschauungsobjekt festmachen, denn genau vor dem Außenbereich des Restaurants parkte ein junges Ding umständlich einen SUV ein und entstieg ... Absätze, Beine ... länger ging nicht ... bei jedem Mann wurden sofort alle animalischen Triebe wach.
Unsere Begleiter wohnten mitten in der Innenstadt (sie war gebürtige Odessitin) und erklärten mir, dass locker geschätzt 50% aller Studentinnen auf die ein oder andere Art mit Sex ihren Lebensunterhalt bestritten.
- Ein oder andere Art?
Da hatten unsere Begleiter anscheinend einen anderen Begriff im Kopf als ich. Für mich war Sexarbeit bislang mit dem Wort Prostitution gekoppelt (Sex gegen $ oder Euro). Davon habe ich mich dann gelöst, denn in der Ukraine geht es sehr viel öfter subtiler zu. Da finanziert der Mann mal einen teuren Modefummel oder bringt zum Treffen so ein schickes Mobiltelefon mit. Oder es wird ein Zuschuss zu einem Krankenhausaufenthalt gegeben.
Jetzt kann ich nicht genau sagen ... wie hat es so sich etabliert? Ich denke, dass es seinen Ursprung in der inner-ukrainischen Lebenswirklichkeit hat. Der ukrainische Mann von Welt mit Ehefrau und zumindest ein, zwei Freundinnen, zahlt eben nicht für gewisse Dienste in cash, er sponsort lieber die sündhaft teure Sonnenbrille.
Jetzt ist es auch gar nicht mehr so abwegig, wenn wir hier im Forum einmal hörten, dass ein deutscher Besucher um einen Boiler angegangen wurde.
Die Grenzen zwischen Sex gegen Ware und Sex gegen Cash verwischen.
Gruß nobody