deutsche Frau und ukrainischer Mann!?

      Hallo, das ganze ist zwar schon eine Weile her, aber ich kann Euch
      etwas zu der eingangs Frage sagen. Meine Großmutter heiratete 1951
      als deutsche Frau einen Mann aus der Ukraine. OK, vielleicht nicht ganz,
      seine Mutter Xenia reiste mit Sohn an der Hand und meinem Opa unter
      dem Herzen über Königsberg nach Deutschland.

      Dort lernten sie sich kennen, ja, er war ein Mann ganz nach Ihrer Vorstellung.
      Er konnte zupacken und Zart sein. Er donnerte und liebte seine Tochter
      (meine Mutter), er trug sie überall herum. Er hatte eine feine Seele, laut meiner
      Oma und abgesehen von dem Denken seinerseits im Matriachat (die älteste weibliche Person war das Oberhaupt) seine Mutter....

      Liebte er mit allen Sinnen, genoss das Leben in vollen Zügen, war gutaussehend,
      charmant und liebenswürdig. Er sprach die Sprache der Dichter und konnte
      vorzüglich reiten. Das sind natürlich alles Aussagen meiner Familie, ich selber
      habe meinen Großvater nicht kennen gelernt.

      Aber, meine Oma war die stolzeste Frau die ich kenne, nie hätte sie einen Mann
      geliebt der nicht Ihrer Art war. Damit meine ich, egal ob man aus Russland, der Ukraine, England, Italien oder Jerusalem kommt... Liebe ist Staatenlos und kümmert
      sich weder um Sprache noch Mentalität. Wenn man sich liebt kann man alles überwinden.

      Ich habe wohl zu oft gelesen das Männer aus der Ukraine tumbe Gesellen
      mit alkoholischen roten Nasen sind. Gut das ist etwas älter, aber sie sind doch
      schmuck die Männer.

      Liebe Grüße, früher von der Nordsee, heute aus Berlin
      lillith

      DSC03654.JPG
      Ja, das mag sein, das es früher anders war.
      Doch glaubst Du das sich die Liebe so gewandelt hat?

      Ich glaube nicht, wir alle suchen doch nur nach der
      Hand die man erfassen kann. Das ist vor Hundert Jahren
      nicht anders gewesen.

      Ich glaube das es in den Kriegswirren ungleich schwerer
      war sich zu finden über Länder hinaus. Heute in der Zeit
      von Internet und Facebook ist es doch einfacher.

      Vielen Dank für die Antwort, Meinungen sind immer richtig, an
      der Stelle gedacht. 100 Meter weiter sind sie vielleicht
      anders herum.

      lillith

      lillith schrieb:

      Doch glaubst Du das sich die Liebe so gewandelt hat?


      Das kommt darauf an, wie Du "Liebe" definierst.
      In meinen Augen heiratet man nicht aus Liebe. Die Liebe entsteht erst innerhalb der Ehe, wenn Probleme auftreten und man sich gegenseitig sagt: "Da gehen wir gemeinsam durch, denn nur gemeinsam sind wir stark".
      Alles was vorher ist, umschreibe ich jetzt mal grob als "begehren".
      Früher waren die Regeln klar gesteckt. Der Mann hat gearbeitet und die Frau hat sich um Haushalt und Kinder gekümmert. Jeder hatte seine Aufgabe zu erfüllen.
      Heute sind in einer Ehe beide berufstätig. Probleme gibt es weitaus mehr als früher. Eigentlich besteht eine Ehe heute nur noch aus Problemen.
      Das fängt schon bei den Kindern an. Wer geht weiter arbeiten und wer bleibt zuhause beim Kind...
      Neben 8 Stunden Arbeit müssen noch weite Anfahrtwege in Kauf genommen werden. Heute mit Kindern eine Wohnung in der Stadt finden? Fast aussichtslos... Man kann diese Liste beliebig fortführen, aber meistens erkennt man erst in der Ehe, dass es vorher weitaus weniger problematisch war. Das führt mitunter zu massiven psychischen Belastungen, die irgendwann wie ein Vulkan explodieren...
      Ich habe noch nie verstanden, wie man beim Biathlon Zweiter werden kann.
      Man hat doch ein Gewehr...

      lillith schrieb:

      Doch glaubst Du das sich die Liebe so gewandelt hat?

      Ich glaube nicht, wir alle suchen doch nur nach der
      Hand die man erfassen kann. Das ist vor Hundert Jahren
      nicht anders gewesen.


      Die Liebe hat sich vielleicht nicht geändert, aber die Lebensumstände.
      Vor 100 Jahren haben sich viele Menschen nicht trennen können weil es den Lebensumständen entsprechend nicht möglich war.
      War sicher manchmal gut, manchmal aber wahrscheinlich auch weniger gut.
      Heute, wo (mehr oder weniger) jeder selber Geld verdient gibt es viele Abhängigkeiten nicht mehr ..... ist auch oft gut, manchmal aber auch oft der Grund nicht mehr für irgendwas zu kämpfen sondern einfach das nächste zu suchen, weils eh wurscht ist ....
      denke ich halt zumindest :)
      =!..

      Geri-Jo schrieb:

      Vor 100 Jahren haben sich viele Menschen nicht trennen können weil es den Lebensumständen entsprechend nicht möglich war.


      Da hat auch auf den Dörfern das Ansehen stark gelitten, wenn man sich hat scheiden lassen.
      Heute ist sowas allgegenwärtig.
      Ich habe noch nie verstanden, wie man beim Biathlon Zweiter werden kann.
      Man hat doch ein Gewehr...
      Hmmm, ich oute mich jetzt mal als nicht emanzipiert aber durchaus mir selbst bewußt. Liebe, ich kann nicht für andere sprechen, nur für mich. Ich habe 2001
      meine Heimat Niedersachsen (kleines Dorf) getauscht mit Berlin (Haifischbecken).

      Es gab einen guten Grund, eben meinem Freund. Nachdem wir erfolgreich einige
      Monate in meiner Heimat verbracht haben, ging er zurück nach Berlin, ich folgte ihm.

      Ich gab meine Familie, meinen gut dotierten Job und meine Freunde auf. Brauchte
      Jahre um hier entgültig Fuß zu fassen. Das ist eine Form von Begehren, stimmt, aber
      auch Leidenschaft. Um es kurz zu machen, wir lebten neuen Jahre ohne Heirat und lernten uns behutsam kennen unter einem Dach.

      Es gab 1000 Gründe sofort die Flucht zu ergreifen, schon der Kulturschock war
      befremdlich. Ja, auch innerhalb Deutschland geht das. ABER, ich liebte und
      daherstellte sich die Frage bei Widrigkeiten, auch in der Vielzahl nicht-

      zu gehen, augzugeben ... wäre keine Alternative als starke Person.

      Richtig, Liebe wächst, aber dazu benötige ich keinen Trauschein.
      Jeder von uns hat seine Rolle, jeder mag und kann andere Dinge als
      der andere. Soll er/sie genau das tun.

      Liebe wächst, ja. Aber einem Trauschein ohne Liebe kann ich nicht verstehen,

      Super, interessant die verschiedenen Wahrnehmungen zu spüren.

      Heute sind wir 18 Jahre zusammen, seit 9 Jahren verheiratet.
      Natürlich hat jeder seine Arbeit. Ich gehöre zu den Frauen die
      das verdienen was sie brauchen, alles andere wird in freie Zeit umgesetzt.
      Hallo Geri-Jo,

      ja, die Lebensumstände. Hmmm, wenn ich mir ansehe wie leicht es ist
      in einem westlichen Land Schluss zu machen, sei es im Job oder mit Familie....

      Weiß ich nicht was besser ist. Früher war nicht alles besser, Familien
      funktionierten aus der Not heraus. Heute wird schon wegen Kleinigkeiten
      eine Scheidung eingereicht. Mal ehrlich, warum gibt man 15 Jahre auf,
      wegen eines verschämten Blickes auf jemand anderen, oder weil man aus
      1000 Gründen weniger Zeit hat?

      Die Konfliktfähigkeit ist gegen Null gesunken, alle Welt spricht Small Talk.
      Heute kämpfen wir geben Magermodels. Youtube und Whatsapp als Zeittöter.

      Trotzdem glaube ich an Liebe die Zeiten überdauert.

      Lillith

      lillith schrieb:

      Es gab 1000 Gründe sofort die Flucht zu ergreifen, schon der Kulturschock war
      befremdlich. Ja, auch innerhalb Deutschland geht das. ABER, ich liebte und
      daherstellte sich die Frage bei Widrigkeiten, auch in der Vielzahl nicht-

      zu gehen, augzugeben


      Ja, das stimmt allerdings auch sicher.
      Menschen die sich wirklich mögen und stark sind spielen die Lebensumstände, die Konventionen keine Rolle.
      Ganz schlimm wohl für Menschen vor 100 Jahren die nur wegen der Konvention zusammen bleiben mussten aber eigentlich sich nicht mehr austehen konnten.

      Aber ich hoffe das es vielleicht ein paar, wenn auch nur ganz wenige, gegeben hat, die zu Beginn (oder vielleicht auch mal mitten drinnen im Leben) vielleicht nur wegen der Konventionen zusammen geblieben sind, aber sich dann wieder gefunden haben.
      Andererseits, das wird es heutzutage sicher auch geben ....
      =!..
      Du meinst Paare die aus "Mentalitätsgründen" auseinander gehen
      und dennoch wieder zusammen finden? Die nie zusammen wären
      ohne Eltern oder äussere Umstände?

      Ist für mich gerade schwer vorstellbar. Doch ja, bei all den zahllosen
      die in allen Ländern, vielleicht ohne Zutun, verheiratet wurden. Warum
      kein gutes Ende.

      Oder zumindest ein annehmbares Leben alleine.

      Es gab da ja eine Zeit wo Mann und Frau verbunden wurden,
      wegen eines Fehltritts und der Konsequenzen. Da gab es sicher
      auch viele Leidenswege.

      Ja, die gibt es heute auch die Sache mit den Konventionen, in Ländern
      wo Frauen verschleiert werden oder dem Manne untertan sind. Das hat
      sich bis heute nicht verändert und viel Leid gebracht

      lillith schrieb:

      Ich habe wohl zu oft gelesen das Männer aus der Ukraine tumbe Gesellen mit alkoholischen roten Nasen sind

      Die gibt es sicher. Aber es gibt auch ganz normale, nette und auch gutaussehende Männer.

      lillith schrieb:

      oder dem Manne untertan sind.

      Vielleicht nach außen hin. Meine Frau hatte lange Zeit Kontakt zu jemanden aus Pakistan. Was der so an Dingen aus seiner Ehe berichtete, da hatte die Frau im Haus ganz deutlich das Zepter in der Hand.

      Gruß
      Siggi
      Meist kommt es auf Menschen an, ob die sich über Jahre gut vertragen können oder nicht. Mentalität/ Nationalität spielt da eher sekundäre Rolle. Ich kann nun aus eigener Erfahrung berichten. Selbst bin ich Blutsukrainer, in UA aufgewachsen. Die DE Tugenden hab ich schon immer bewundert. So gab es keine großen Probleme bei Integration in DE Gesellschaft. Meine Frau ist Blutsdeutsche. Funktioniert. Was ich bei Ihr v.A. schätze, ist Selbständigkeit. Die rus. Seifenoper hat sie sich nicht reinziehen können, so bleibt mir Theaterspiel meist erspart. Dabei ist sie weiblich und ist schön anzuschauen. Was sie an mir schätzt, ist die handwerkliche Begabung und Fleiß. Nur direkte Art über Dinge zu sprechen kommt nicht bei allen gut an. Ein wenig Falsch­heit / Hinterhältigkeit fehlen mir da noch. Das ist nur eigene Erfahrung. Eine empirische Antwort, ob es mit zwei Menschen klappt in Bezug auf Ihre Herkunft / Mentalität, gibt es ja nicht.

      RumboReload schrieb:

      Geri-Jo schrieb:

      Vor 100 Jahren haben sich viele Menschen nicht trennen können weil es den Lebensumständen entsprechend nicht möglich war.


      Da hat auch auf den Dörfern das Ansehen stark gelitten, wenn man sich hat scheiden lassen.
      Heute ist sowas allgegenwärtig.


      Das glaubst du? Ich bin nach jetzt zwei Jahren der Trennung von meiner ersten Frau im Dorf quasi aussätzig. Die Leute, die früher gewunken haben schauen weg, wenn ich vorbeifahre, sämtliche Frauen des Dorfes werfen mir böse Blicke zu. Jetzt 2018!

      Alejandro schrieb:

      Ich kann nun aus eigener Erfahrung berichten. Selbst bin ich Blutsukrainer, in UA aufgewachsen.


      Hallo Alejandro,

      herzlich willkommen. Mich freut es sehr, dass Du als Ukrainer über Deine Erfahrungen berichtest. Wir haben hier ein fast reines Männerforum. Das liegt wohl hauptsächlich darin begründet, dass zumeist ukrainische Frauen zu deutschen Männern nach D ziehen. Den umgekehrten Fall gibt es eher selten. Die Ukrainerinnen pflegen im Netz dann verständlicherweise lieber Kontakte in russischsprachigen Netzwerken und haben weniger Interesse daran, sich an einem Forum wie diesem hier zu beteiligen. Das hat dann leider zur Folge, dass die ukrainische Meinung/Erfahrung etwas zu kurz kommt.

      Wenn Du also Zeit und Lust hast, hier regelmäßig zu schreiben, wird das bestimmt eine echte Bereicherung für uns alle bedeuten.


      Grüße
      Reinhard
      =!..
      Das glaubst du? Ich bin nach jetzt zwei Jahren der Trennung von meiner ersten Frau im Dorf quasi aussätzig. Die Leute, die früher gewunken haben schauen weg, wenn ich vorbeifahre, sämtliche Frauen des Dorfes werfen mir böse Blicke zu. Jetzt 2018!


      Kann das vielleicht daran liegen, dass Deine Ex-Frau Unwahrheiten verbreitet?

      Auch in einem ukrainischen Dorf spricht sich so etwas schnell herum und kann für eine bestimmte Zeit das Thema Nummer 1 sein.

      OBM100 schrieb:

      RumboReload schrieb:

      Geri-Jo schrieb:

      Vor 100 Jahren haben sich viele Menschen nicht trennen können weil es den Lebensumständen entsprechend nicht möglich war.


      Da hat auch auf den Dörfern das Ansehen stark gelitten, wenn man sich hat scheiden lassen.
      Heute ist sowas allgegenwärtig.


      Das glaubst du? Ich bin nach jetzt zwei Jahren der Trennung von meiner ersten Frau im Dorf quasi aussätzig. Die Leute, die früher gewunken haben schauen weg, wenn ich vorbeifahre, sämtliche Frauen des Dorfes werfen mir böse Blicke zu. Jetzt 2018!


      Klingt ja voll Schei...
      Wie muß man das alles verstehen?
      Вежливый мужчина спросит: 'можно я приеду?', 'можно я встречу?', 'тебе помочь?'. Хороший мужчина скажет: 'я приеду', 'я встречу', 'я помогу'. Настоящий мужчина: приедет, встретит, поможет!

      Solocha schrieb:

      Das liegt wohl hauptsächlich darin begründet, dass zumeist ukrainische Frauen zu deutschen Männern nach D ziehen


      Schon vor 1000 Jahren haben Frauen einen Ernährer gesucht, einen, der für sie und ihre Kinder sorgen kann. Daran hat sich auch heut kaum was geändert. Liebe hin oder her. Es ist nun mal so, dass DE ein Sozialstaat ist. Männer, die einen Beruf gelernt haben, sind meist in der Lage Familie zu ernähren. Dazu kommt die Tatsache, dass Alkoholsucht unter deutschen nicht so verbreitet ist wie in Osteuropa. Dass sind schon zwei gewichtige Gründe, wieso viele ukr. Frauen ihr Glück in DE suchen. Was reizt DE Männer an ukr. Frauen? V.a. bei ersten Treffen wird man mit Weiblichkeit überschüttelt. Feminine Erscheinung wird immer groß geschrieben. Dazu haben die Haushalt meist gut im Griff, können gut kochen, etc. Diese Darstellung ist nun sehr nüchtern. Emotionale Ebene spielt selbstverständlich auch wichtige Rolle.
      Als ich meine zukunf. DE Frau kennen lernte, war ich kein gestandener Ingenieur, sondern armer Student aus UA. Erst später kam Stadtvilla und schöner Garten. Bei der Planung/ Projektierung hat sie immer mitgemacht. Haupternährer bin ich zwar schon, aber auch ohne mich würde sie im Leben klar kommen. Nun mein Fazit zum Thema DE-UA Ehe: DE Frauen sind emanzipierter und wissen oft wo der HAMMER hängt. Ein bissel Ironie dürfte an der Stelle erlaubt sein. Falls jemand meine Darstellung und/oder Wortwahl nicht passend findet, entschuldige ich mich schon dafür im Voraus.

      Alejandro schrieb:

      DE Frauen sind emanzipierter und wissen oft wo der HAMMER hängt. Ein bissel Ironie dürfte an der Stelle erlaubt sein. Falls jemand meine Darstellung und/oder Wortwahl nicht passend findet, entschuldige ich mich schon dafür im Voraus.


      Also ich weiß nicht, es gibt hier in UA auch jede Menge Frauen, die wissen wie der Hase läuft und regeln sämtliche Geschäfte selbst, vielleicht sogar mehr als in Deutschland, weil die Kerle ja ständig besoffen sind oder anderen Frauen nachstellen. In Deutschland gibt es auch jede Menge naive Frauen. Tatsache heutzutage dürfte sein, dass die Menschen in Deutschland besser ausgebildet sind was Berufe anbelangt, aber einen Garten zu pflegen und Familie versorgen lässt schon schwer nach. Vor lauter Arbeit kommt man ja in Deutschland zu nichts mehr nach Feierabend. Ich finde ukrainische Frauen sehr patent. Aber wie so oft, wahrscheinlich ist die eine so, die andere so.

      OBM100 schrieb:

      Ich finde ukrainische Frauen sehr patent.

      Da schließe ich mich an. Erfinderisch sind ukr. Frauen schon. Sogar wenn Kühlschrank leer ist, zaubern sie so ein Festmahl wie diesen Salat (Bild im Anhang).
      Die Paarung de. Mann – ukr. Frau funktioniert ganz gut. Da gibt es sehr viele Beispiele. Dass es auch umgekehrt klappt, hab ich versucht zu erklären.
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