Der Gedanke an einen Notfall erfüllt mich mit Angst

      .. und ICH habe in 2015 in einem Ähnlichen gelegen.

      Beim Verladen in den Krankentransport zum Flughafen Zaporoschje war das Geschrei groß, als man die 50jährigen Decken nicht unter meinem Hintern vorbekam. Dieses Theater habe ICH dann umgehend, unkompliziert und großzügig mit Geld beendet. In der Dresdner Uniklinik wurde ICH zunächst entsetzt gefragt was das ist. Auf die Frage, was sie denn damit anfangen sollen, gab es für mich nur eine mögliche Antwort: "Verbrennen!"
      Tue nie altruistisch etwas Gutes, denn es wird doppelt und dreifach im Üblen vergolten.
      Hallo @Siggi, ich verstehe was du meinst; - aber in einem Notfall (für geplante med.Leistungen wirst du Besseres finden) wirst du froh sein wenn man dir dort !!! hilft...wenn du mit Schmerzen oder Ohnmacht (?!) dort eingeliefert wirst, achtest du nicht auf Äußeres,...ich würde aus der baulichen Situation (die jeder Beschreibung spottet) nicht auf die Fähigkeiten der Ärzte schließen, - medizinische Ausstattung ist dann aber noch ein anderes Thema
      (...ich spreche leider aus eigener Erfahrung)
      "wer mich beleidigt, bestimme ich" K.Kinski
      Na und was?
      Das Leben ist ein Risiko und es endet sicher mit dem Tod.
      Damit muss man sich abfinden. Alles andere ist irrationales Wunschdenken
      Wenn man so denkt, kann man nicht mehr auf die Strasse gehen.
      Also ich kann aus Erfahrung sagen, dass es völlig unerheblich ist wie das Krankenhaus aussieht oder ob der Arzt nüchtern ist, wenn es soweit ist.
      Das ist einem vollkommen egal, wenn die Sache Ernst ist, kriegt man das nichtmal mit...:)))
      Also das ist ein rein psychologisches Probem.
      Naja und meistens klappt ja auch Alles....:)))
      Also schlimmer ist es wenn man einen Arzt braucht und keinen kriegt....
      Eben, das Leben ist tödlich. Im Sommer hatte ich, zu ersten Mal überhaupt, wahrscheinlich eine Nierenkolik, das war überhaupt nicht schön. Die Verwandten haben mir aus der Hausapotheke irgendwelche Tabletten gegeben (Welche, war mir in dem Augenblick völlig egal) und nach einer halben Stunde ging es mir deutlich besser. Ich hoffe, Notfallmedizin funktioniert einigermassen und mit Geld für Personal und Medikamente kommt man auch im Krankheitsfall zurecht.
      Also ich hab es schon erlebt, dass man keinen Facharzt kriegt wenn man unbedingt einen braucht.
      Auch mit Geld ist dann nichts zu machen, wenn eben Wochenende ist und Fertig.
      Sogar in Kiew möglich sowas.
      Tolles Erlebnis, wenn du im Krankenhaus sitzt und der Arzt oder was gerade da ist, dann anfängt zu googlen, also im normalen Internet, wo es jetzt einen Spezialisten geben könnte....:))))
      Andererseits ist einem aber ohnehin klar, dass das nix wird, wenn man schon im grössten Krankenhaus der Stadt sitzt.
      Also da war auch mit Geld nix zu machen und warten bis Montag angesagt.
      Das macht mir allerdings auch Gedanken; Die sowjetischen Ärzte waren bekanntermassen sehr gut ausgebildet und haben auch unter widrigsten Umständen so gut wie möglich behandelt. In der Ukraine kann man heute absolut jeden Hochschulabschluss kaufen und es sind Leute unterwegs, die von ihrem job nicht die geringste Ahnung haben. Meine Frau war vor ein paar Jahren bei einer Fachärztin, die eine mögliche Diagnose gegoogelt hat ...
      Wenn´s in Kiev im Einzelfall schwierig mit Fachärzten ist, brauch ich in der Pampa mir ja im Ernstfall gar keinen Kopf machen.

      Und wer die Tödlichkeit des Lebens bestreitet, hat kein "irrationales Wunschdenken", sondern sollte mit seinem Psychiater mal eine Medikamentenumstellung diskutieren. Ich hab beruflich manchmal mit Unsterblichen zu tun ... Hauptsache, das Morphium funzt.
      "...Wenn man so denkt, kann man nicht mehr auf die Strasse gehen."
      Nö, gerade das !... rausgehen unter Leute,... Zuhause ist's gefährlich, denn da sterben die meisten Leute ;)))

      "Also schlimmer ist es wenn man einen Arzt braucht und keinen kriegt...."
      ...da hatte ich wohl Glück, bei mir hatte die Station den Chefarzt nachts rausgeklingelt, der nach 1/2 Stunde auch kam...so sagte man mir,...ich war da schon "weg"
      "wer mich beleidigt, bestimme ich" K.Kinski
      Eben.
      Das ist Glück.
      Aber wenn ein Feiertag ist, dann sind die Leute eben im Urlaub.
      Also einen Allgemeinmediziner oder Chirurgen kriegt man immer in jedem Krankenhaus.
      Das ist nun nicht das Thema.
      Aber bei Gastrologiespezialisten haut das nicht hin an Feiertagen und ist dann sozusagen Zufall.
      Wohl ähnlich bei Herzspezialisten usw.

      Andererseits hab ich auch schon reiche Leute gesehen, die sich ihre ukr. und russischen Spezialisten ins Krankenhaus nach Deutschland einfliegen lassen haben.
      Sowas gibts auch im besten Land der Welt...:)))
      Und billiger als ein deutscher Privatarzt ist das sicher auch nicht....:)))
      Ich habe vor zwei Jahren eine Nacht in einem städtischen oder dem städtischen Krankenhaus in Odessa verbracht. Ich hatte mir damals eine Magen Darm Grippe oder ähnliches eingefangen. Das volle Programm mit Fieber über 40 Grad. Der Arzt kam in das Apartment, untersuchte mich und beschloss mich umgehend einzuliefern. Ich kann Parallelen zu dem oben geposteten Bild feststellen. Auch die Methoden eine Stuhlprobe zu nehmen waren gewöhnugsbedürftig...nein es wurde kein Becher bereitgestellt). Ein Einzelzimmer gab es leider nicht mehr, da ich zeitgleich mit einem anderen Deutschen eingeliefert wurde. Dessen Frau, sie hatten einen Tag vorher geheiratet, bekam das begehrte Zimmer gegen einen kleinen Zuschuss. Ich dachte vorher es wären Vater und Tochter)). Ich wurde an einem Tropf gelegt und verbrachte die Nacht in einem Acht Bett Zimmer...voll belegt. Zu dem Personal kann ich nichts negatives sagen. Ich habe es überlebt). Sie wollten mich noch einen Tag da behalten, da die Testergebnisse noch nicht eingetroffen waren. Meine damalige Freundin regelte die Situation und ich durfte das Krankenhaus verlassen. Die nächsten drei Tage bekam ich Spritzen in den Allerwertesten durch meine Freundin und mit telefonischer Unterstützung Ihrer Schwester, die als Krankenschwester arbeitet))).
      Mir haben sie Mal den Arm ohne Narkose genäht, der Arzt hatte ne deutliche Alkoholfahne am frühen Morgen.
      Die hatten wohl die Nacht in der Notaufnahme durchgezecht.
      Auf dem Tisch lag blutiges Verbandszeug usw...:)))
      Zuerst dachte ich seinerzeit auch ich bin im falschen Film, als der einfach angefangen hat zu nähen...:)))
      Aber im Prinzip war alles ganz normal.
      Nix weiter passiert und es hat aufgehört zu bluten.
      Also im Prinzip ist das überflüssig, sowas zu betäuben.

      Ahrens schrieb:

      Mir haben sie Mal den Arm ohne Narkose genäht, der Arzt hatte ne deutliche Alkoholfahne am frühen Morgen.
      Die hatten wohl die Nacht in der Notaufnahme durchgezecht.
      Auf dem Tisch lag blutiges Verbandszeug usw...:)))
      Zuerst dachte ich seinerzeit auch ich bin im falschen Film, als der einfach angefangen hat zu nähen...:)))
      Aber im Prinzip war alles ganz normal.
      Nix weiter passiert und es hat aufgehört zu bluten.
      Also im Prinzip ist das überflüssig, sowas zu betäuben.


      Rambo hat sich einst auch selber den Arm genäht, ohne Betäubung. Bei ihm sah das allerdings sehr schmerzhaft aus. Mich nähte noch niemand ohne Betäubung. Wie ist das Gefühl?
      Also im Arm nicht schlimm.
      Eigendlich braucht man da keine Betäubung.
      War mir aber erst hinterher klar.

      Trotzdem guckt man natürlich Dumm aus der Wäsche, wenn er einfach unvermittelt anfängt an einem rumzunähen....:)))
      Das Spray zum Desinfizieren (nein, nicht sein Atem) nimmt ja auch den Schmerz bis zu einer gewissen Grenze. Aber wegen solcher Kleinigkeiten gehe ICH schon lange nicht mehr zum Arzt. Die Wunde wird mit 'nem Pflaster zusammengezogen und fertig ist die Laube. Verwächst dann schon.
      Tue nie altruistisch etwas Gutes, denn es wird doppelt und dreifach im Üblen vergolten.

      DerHuene schrieb:

      Ich hatte mir damals eine Magen Darm Grippe oder ähnliches eingefangen

      So etwas und vieles anderes überlebt man in der Ukraine zweifelslos. Selbst im Provinzkrankenhaus.

      Nur wie sieht es z.B. bei einer Darmperforation aus, wenn das Krankenhaus gar keinen CT hat, um das überhaupt zweifelsfrei zu diagnostizieren? Wird man dann zuerst einmal ein paar Stunden wie mit einer Darmgrippe oder einem Leistenbruch behandelt, bis ihnen klar wird, dass es grob wird und sich die Überlebenswahrscheinlichkeiten schon deutlich reduziert haben, dank des Darminhalts im Unterbauch?

      Meine Erfahrungen aus 2016: In der Polyklinik (das ist die mit den schönen Bildern vom Eingangsbeitrag) diagnostizierte man einen Reizdarm und verordnete Schonkost. Aber ich glaubte ihnen nicht und fuhr nach Feodosia zum MRT. Beim MRT diagnostizierte man eine chronische Prostataentzündung. Das schien mir auch wenig plausibel. Der Urologe in Feodosia hielt im Nachgang nix von diesem neumodischen Zeug (MRT) und stand auf Tastbefund: Leistenbruch doppelseitig (muss operiert werden)! Die Wahrheit: Kein Leistenbruch und die Prostata im normalen (aber sicher vergrößerten) Bereich - wie bei fast allen alten Säcken. Reizdarm ist schöne Umschreibung für: Wir wissen es nicht.

      So konnte sich die wirkliche Erkrankung in Ruhe weiter entwickeln. Wäre ich nicht nach Österreich gefahren, würde ich diese Zeilen vermutlich nicht mehr schreiben. Aber das kann jeder für sich selbst entscheiden, meine Haltung steht unverrücklich fest. Wenn der Käufer nicht noch abspringt, wechselt unser Häuschen noch in diesem Jahr den Besitzer und damit schließt sich dann das Kapitel "Krim" so langsam in meinem Leben.

      Gruß
      Siggi
      Ich muss mal sagen, dass ich mit dem Krankenhaus hier im Rajon nur gute Erfahrung gemacht habe. Und das nicht nur persönlich, sondern auch im Umfeld.

      Sicher ist nicht alles picobello, aber es wird Stueck fuer Stueck durchrenoviert, die Technik ist auch nicht mehr aus dem Museum, selbst ein MRT gibts seit kurzem.

      Dazu kommt das wirklich nennenswerte Engagement des Personals. Ich kann bei den Aerzten nicht feststellen, dass die irgendwie fachlich hinterm Mond waeren, die sind alle auf dem laufenden. Die alten aus UdSSR Zeiten waren eh schon nicht schlecht und bei den juengeren kommen zur modernen Ausbildung noch die Erfahrungen der klassischen Medizin dazu.