Der Gedanke an einen Notfall erfüllt mich mit Angst

      Siggi schrieb:

      DerHuene schrieb:

      Ich hatte mir damals eine Magen Darm Grippe oder ähnliches eingefangen

      So etwas und vieles anderes überlebt man in der Ukraine zweifelslos. Selbst im Provinzkrankenhaus.

      Nur wie sieht es z.B. bei einer Darmperforation aus, wenn das Krankenhaus gar keinen CT hat, um das überhaupt zweifelsfrei zu diagnostizieren? Wird man dann zuerst einmal ein paar Stunden wie mit einer Darmgrippe oder einem Leistenbruch behandelt, bis ihnen klar wird, dass es grob wird und sich die Überlebenswahrscheinlichkeiten schon deutlich reduziert haben, dank des Darminhalts im Unterbauch?

      Meine Erfahrungen aus 2016: In der Polyklinik (das ist die mit den schönen Bildern vom Eingangsbeitrag) diagnostizierte man einen Reizdarm und verordnete Schonkost. Aber ich glaubte ihnen nicht und fuhr nach Feodosia zum MRT. Beim MRT diagnostizierte man eine chronische Prostataentzündung. Das schien mir auch wenig plausibel. Der Urologe in Feodosia hielt im Nachgang nix von diesem neumodischen Zeug (MRT) und stand auf Tastbefund: Leistenbruch doppelseitig! Die Wahrheit: Kein Leistenbruch und die Prostata im normalen (aber sicher vergrößerten) Bereich - wie bei fast allen alten Säcken.

      So konnte sich die wirkliche Erkrankung in Ruhe weiter entwickeln. Wäre ich nicht nach Österreich gefahren, würde ich diese Zeilen vermutlich nicht mehr schreiben. Aber das kann jeder für sich selbst entscheiden, meine Haltung steht unverrücklich fest. Wenn der Käufer nicht noch abspringt, wechselt unser Häuschen noch in diesem Jahr den Besitzer und damit schließt sich dann das Kapitel "Krim" so langsam in meinem Leben.

      Gruß
      Siggi


      Naja, das ist eben dasselbe wie vor 50 Jahren, als es diese Automaten noch nicht gab.....:)))
      Früher sind die Leute eben auch an Diphterie gestorben.
      Gibts Heute wohl nicht mehr sowas....:)))
      Um auch mal meinen Senf dazuzugeben: Hatte vor ca drei Monaten einen Motorradunfall. Ein Diplomatenfahrzeug hat mich auf der Autobahn übersehen und gerammt. Bin daraufhin gestürzt und habe mir mein Bein gebrochen. Alles halb so wild. Polizei hat den Fahrer des Diplomatenautos ziehen lassen (hat mich sehr aufgeregt, waren Iraner). Dem Fahrer, der mich rammte war es aber sichtlich unangenehm und hat sich tausendfach entschuldigt. Lange Rede kurzer Sinn. Bin zwei Tage später in ein staatliches Krankenhaus (dachte Bein war nur geschwollen, Schmerzen wollten aber nicht gehen). In dem Krankenhaus ich mit Krücken endlose Gänge vom Roentgen zum Arzt, zum Parkplatz. Alles nicht behinderten gerecht. Schmale Türen, viele Stufen und natürlich ging der Fahrstuhl nicht. Darum habe ich kurzerhand meiner Schwiegermutter in bestimmenden Tonfall vermittelt in eines der zahlreichen, in Kiew vorhandenen, Privaten Kliniken zu fahren. Dort angekommen, Wartezeit keine fünf Minuten, ab zum Roentgen, direkt danach zum Arzt. Der Spaß hat alles in allem um die 39 Euro gekostet, hat keine Stunde gedauert und hat viele Nerven verschont.Also jederzeit wieder direkt zum privaten Krankenhaus, oder zu privaten Ärzte Häusern.

      rsl schrieb:

      Ich muss mal sagen, dass ich mit dem Krankenhaus hier im Rajon nur gute Erfahrung gemacht habe. Und das nicht nur persönlich, sondern auch im Umfeld.

      Sicher ist nicht alles picobello, aber es wird Stueck fuer Stueck durchrenoviert, die Technik ist auch nicht mehr aus dem Museum, selbst ein MRT gibts seit kurzem.

      Dazu kommt das wirklich nennenswerte Engagement des Personals. Ich kann bei den Aerzten nicht feststellen, dass die irgendwie fachlich hinterm Mond waeren, die sind alle auf dem laufenden. Die alten aus UdSSR Zeiten waren eh schon nicht schlecht und bei den juengeren kommen zur modernen Ausbildung noch die Erfahrungen der klassischen Medizin dazu.


      Das kann man in der Regel nicht beurteilen, ob die Ärzte auf dem neuesten Stand sind und wie Sie arbeiten.
      Also wenn sie nicht gerade eine Fahne haben oder sowas.
      Aber das kann ich mir in Deutschland im allgemeinen auch nicht mehr vorstellen, dass man da immer in kompetenter Hand ist, wenn ich mir so ansehe, wie das mit Berufsanerkennungen und Aprobirationen so in der Praxis abläuft.
      Kann eigendlich nicht sein.
      Denke der generell hohe Qualitätsstandart in der Medizin ist seit einigen Jahren in Deutschland Geschichte.
      Es sei denn man hat in den Krankenhäusern jetzt Methoden entwickelt wie man Anlernkräfte jetzt unfallfrei als Ärzte einsetzen kann.

      Elberower schrieb:

      Um auch mal meinen Senf dazuzugeben: Hatte vor ca drei Monaten einen Motorradunfall. Ein Diplomatenfahrzeug hat mich auf der Autobahn übersehen und gerammt. Bin daraufhin gestürzt und habe mir mein Bein gebrochen. Alles halb so wild. Polizei hat den Fahrer des Diplomatenautos ziehen lassen (hat mich sehr aufgeregt, waren Iraner). Dem Fahrer, der mich rammte war es aber sichtlich unangenehm und hat sich tausendfach entschuldigt. Lange Rede kurzer Sinn. Bin zwei Tage später in ein staatliches Krankenhaus (dachte Bein war nur geschwollen, Schmerzen wollten aber nicht gehen). In dem Krankenhaus ich mit Krücken endlose Gänge vom Roentgen zum Arzt, zum Parkplatz. Alles nicht behinderten gerecht. Schmale Türen, viele Stufen und natürlich ging der Fahrstuhl nicht. Darum habe ich kurzerhand meiner Schwiegermutter in bestimmenden Tonfall vermittelt in eines der zahlreichen, in Kiew vorhandenen, Privaten Kliniken zu fahren. Dort angekommen, Wartezeit keine fünf Minuten, ab zum Roentgen, direkt danach zum Arzt. Der Spaß hat alles in allem um die 39 Euro gekostet, hat keine Stunde gedauert und hat viele Nerven verschont.Also jederzeit wieder direkt zum privaten Krankenhaus, oder zu privaten Ärzte Häusern.


      Also der Preis ist bemerkenswert.....:))))
      Nur interessenhalber, wo sind wir denn da gewesen?

      Elberower schrieb:

      Also jederzeit wieder direkt zum privaten Krankenhaus, oder zu privaten Ärzte Häusern.

      Was voraussetzt, dass es dies in der Umgehung gibt.

      Bis nach Feodosia brauchte ich 2016 über 2 Std. (für 50km, wg. der starken Verkehrs auf der einzigen Verkehrsader). Kann mich noch an einen Arzttermin in Kerch für meine Frau erinnern. Wir kamen dort einfach nicht rechtzeitig an, wg. solcher Verkehrssituation - alltäglicher Wahnsinn:

      Wenn man das über 90km fahren muss und nur 2 Std. einkalkuliert hat, gibt man irgendwann auf.

      Ich habe sicher auch schon das eine oder andere Zipperlein in den letzten >15 Jahren in UA behandeln lassen. Dabei sogar auch mit mehr Erfolg, als in DE. Aber etwas wirklich schlimmes, wünsche ich niemanden in der Provinz!

      Gruß
      Siggi, der drei Residenten kannte, die das 60. Lebensjahr in UA nicht erlebt haben
      In der Tat vollkommen bekloppt.
      Das zeigt eigentlich, dass sich ukrainischer Pass und Autofahren ausschliesst.
      Also da sollte man ein Exempel statuieren und die Karren einfach beschlagnahmen und der Verwertung zuführen.
      Dann gehen sie zu Fuss oder fahren mit dem Bus. Das ist das Beste für alle Beteiligten.

      Ahrens schrieb:

      In der Tat vollkommen bekloppt.
      Das zeigt eigentlich, dass sich ukrainischer Pass und Autofahren ausschliesst.
      Also da sollte man ein Exempel statuieren und die Karren einfach beschlagnahmen und der Verwertung zuführen.
      Dann gehen sie zu Fuss oder fahren mit dem Bus. Das ist das Beste für alle Beteiligten.


      Ich denke nicht dass das mit bekloppt zu tun hat. Die Autofahrer werden nicht bestraft. Auch wen ihnen mal der Führerschein abgenommen wird, so können sie ihm wieder zurückkaufen.

      Genau so wie die Flüchtlinge in Deutschland. Sie wissen, wen sie eine Brieftasche klauen und erwischt werden, so sind sie spätestens nächsten Tag wieder auf freien Fuß. Jede Nation macht was sie will, wen sie dafür nicht bestraft wird. In der Ukraine wird man halt für so etwas nicht bestraft.

      ICH schrieb:

      Ahrens schrieb:

      Darum sag ich ja, Auto beschlagnahmen und das Corpus Delikti verschrotten.


      Dann aber gleich vor Ort pressen!

      Als kleine Denkanregung für alle anderen. !lamp!


      Genau. Alle 50 Km eine Schrottpresse an der Strasse und die Leute fahren vernünftig.....:)))
      ukrainische Ärzte:
      Kiew, mein Kleiner hatte Fieber und Husten, Arzt kam ins Appartment und hat Angina diagnostiziert, alles nötige verabreicht, weitere Rezepte mit Anweisung ausgegeben und sich später telefonisch erkundigt.
      Chmelnitzkii: wieder mein Kleiner mit Fierber, das städtische Krankenhaus ist zwei Minuten entfern, also will meine Frau dahin. Warten, dann die Ärztin: was wiegt der Kleine, aha, aber die richtige Medikamentmenge konnte sie auf dem Papier nicht ausrechnen und suchte einen Taschenrechner (einfacher Dreisatz, machen Siebtklässler im Kopf)

      Siggi schrieb:

      und damit schließt sich dann das Kapitel "Krim" so langsam


      ... schade, dass dies der Lohn des ganzen Einsatzes war ...

      Letztendlich bin ich auch nicht ganz sicher ob ich die optimale Lösung gefunden habe, aber ich bin ganz sicher dass ich nur ganz knapp ... Fehlentscheidungen entgangen bin. Und das der Invest geglückt ist ... das war harte 2-jährige Recherchearbeit und auch Glück. Bis dato stehe ich im Plus, aber das kann auch wieder ändern ... was ich nicht hoffe. Kann aber in D auch passieren ...
      Desweiteren gehe ich davon aus, dass es nichts besonderes ist einen 2. Wohnsitz zu haben ... aber bitte nicht auf Male. Der Charme, der von alten Gebäuden ausgeht ist einfach phänomenal ... und die Location ist meistens excellent gewählt

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      donlord schrieb:

      schade, dass dies der Lohn des ganzen Einsatzes

      Der Lohn waren fast 15 Jahre den Sommer in netter Umgebung zu verbringen. Das ist IMHO nicht verkehrt. Aber Leben ist Veränderung. Wir sind in einer anderen Situation als damals und reagieren darauf. Unter dem Strich würde ich die Krim nicht als Fehlentscheidung bezeichnen, auch wenn die aktuellen Immobilienpreise ruhig etwas höher sein dürften.

      Gruß
      Siggi
      Schätze darüber freuen sich deine Kinder oder Enkel, wenn es dazu kommt. Also Immobilienpreise von 2008 meine ich.
      Das wirst Du wohl nicht mehr erleben.
      Es sei denn Du hast nur Parkplätze gekauft....:))