Elektrikarbeiten/Spannungsnetz in der Ukraine

      Elektrikarbeiten/Spannungsnetz in der Ukraine

      Da ich ja im Dezember wieder in die Ukraine fahre, möchte an den 2 Häuschen die Elektrik neu machen.
      Nun hab ich da ein paar Fragen.

      So wie ich gesehen habe, gibt es in Belarus als auch in der Ukraine meistens keine Schutzkontaktsteckdosen (schuko)
      Es gibt also nur Phase und Null Leiter, keine Erde oder Schutzleiter.
      Ist mir schon aufgefallen, als ich gesehen habe, das vom Strommasten der 4adrig ist, nur meistens 2 Adern zum Haus weggehen.

      Zudem wird das elektrische sehr abenteuerlich verlegt.
      Das will ich jetzt im Dezember alles ändern und auch einen FI einbauen, sowie den neuen Wasserboiler im Bad anbringen den Allas Mutter gekauft hat und den Herd separat absichern mit einer 5x2,5 Leitung.

      Daher meine Frage:
      Wie ist das Preisgefälle von elektrischen Komponenten wie Steckdosen, Bewegungsmeldern, Kabeln (Erd-und Mantelleitung) Verteilerkasten und Sicherungen ect.?
      In UA kaufen oder von D mitbringen?

      mark6920 schrieb:

      Daher meine Frage:
      Wie ist das Preisgefälle von elektrischen Komponenten wie Steckdosen, Bewegungsmeldern, Kabeln (Erd-und Mantelleitung) Verteilerkasten und Sicherungen ect.?
      In UA kaufen oder von D mitbringen?


      Das kannst du ggf. gar nicht in der UA kaufen (5x2,5 Leitung) ... was ist denn eigentlich jetzt mit den Fliesen arbeiten :))) ... und bei PVC 2x2x0.8 hast du auch ein Problem
      Ja das hab ich vor.
      Kommt ein Fi rein und Hauptschalter.
      FI mit 40A.

      Das Haus wo gekocht und gewohnt wird, wird aktuell mit einer 3x1,5 Leitung von dem Haupthaus versorgt.
      D.h. da hängt Boiler, Herd, Steckdosen und Lichtschalter mit dran auf einer Kabellänge von ca. 20m.
      Da muss man sich dann nicht wundern, wenn es anfängt zu schmoren.
      Also Kabel bekommst Du in Belarus in allen Variationen.
      In Brest gibts z.B. OMA (Компания ОМА – все для строительства и ремонта, (Минск)) - Baumarkt ähnlich OBI.
      Kannst Du auch vorab auf deren Webseite online bestellen und dort dann abholen.
      FI, LS etc. gibts da auch alles.
      Unsere LS aus russischer Produktion haben bisher zumindest auch immer ausgelöst.

      Wovon ich abraten würde sind sonstige Installations-Gerätschaften aus weißrussischer Produktion (Schalter, Verteilerdosen, Steckdosen etc.)
      Die sind billig weil sie billig sind :)
      Die Schrauben sind z.B. nach einmal fest häufig schnell ab oder mindestens rund...

      "Spezial"-Sachen wie Fundament Erder habe ich hier noch nicht gesehen.
      Hier nimmt man Armierungsstahl und buddelt den ein :)

      63A Hauptschalter

      63 ???
      Da fackelt die Oberleitung ja schon ab, bevor der mal auslöst... :)
      "Wir" sind hier 3-phasig mit 32A abgesischert.
      Schwiegermutter 2-Phasig und mit 10A...

      Herd

      Elektrisch? Nicht eher Gasherd?
      In UA hatten wir immer auf dem Markt gekauft. Die E-Installation kam aus China (nicht empfehlenswert) oder aus der Türkei. Letzteres hatten wir gekauft. Ich hatte einen FI mit 3mA Fehlerstrom extra aus DE mitgebracht. Der Elektriker hat es nicht geschafft, die Installation so hinzubekommen, dass das Ding nicht alle paar Stunden auslöste. Letztlich wurde es abgeklemmt. Das Haus ist verkauft, eine Sorge weniger.

      Gruß
      Siggi
      ich weiß, ich bin da ein bisschen ein kleiner Komiker. Ich hatte das Vergnügen mal 400V für ein paar Millisekunden auf einer Klemmreihe bei der Fehlersuche abzubekommen. Bin dann ein Woche mit Herzrhythmusstörungen rumgelaufen und weiß, dass das ein riesen Unterschied ist!! Dagegen ärgert man sich 230V eigentlich nur ...

      Siggi schrieb:

      Der Elektriker hat es nicht geschafft, die Installation so hinzubekommen, dass das Ding nicht alle paar Stunden auslöste


      Da brauchst Du einen Schütz. Aufgrund der Spule hast du dann eine saubere Null. Diese Null kannst du dann direkt oder über einen Schließer weiterführen. So macht man aus PEN .... PE + N und kann diese auf Klemmreihen sammeln.
      FI und PEN funktioniert nicht

      MrMogilev schrieb:

      Also Kabel bekommst Du in Belarus in allen Variationen.
      In Brest gibts z.B. OMA (Компания ОМА – все для строительства и ремонта, (Минск)) - Baumarkt ähnlich OBI.
      Kannst Du auch vorab auf deren Webseite online bestellen und dort dann abholen.
      FI, LS etc. gibts da auch alles.
      Unsere LS aus russischer Produktion haben bisher zumindest auch immer ausgelöst.

      Wovon ich abraten würde sind sonstige Installations-Gerätschaften aus weißrussischer Produktion (Schalter, Verteilerdosen, Steckdosen etc.)
      Die sind billig weil sie billig sind :)
      Die Schrauben sind z.B. nach einmal fest häufig schnell ab oder mindestens rund...

      "Spezial"-Sachen wie Fundament Erder habe ich hier noch nicht gesehen.
      Hier nimmt man Armierungsstahl und buddelt den ein :)

      63A Hauptschalter

      63 ???
      Da fackelt die Oberleitung ja schon ab, bevor der mal auslöst... :)
      "Wir" sind hier 3-phasig mit 32A abgesischert.
      Schwiegermutter 2-Phasig und mit 10A...

      Herd

      Elektrisch? Nicht eher Gasherd?


      Alla hat in Brest Gasherd, ihre Mutter in Sabolottya e-Herd.
      Hatte bei Alla ne Dreifachsteckdose repariert, meine Güte, ich bin fast in Ohnmacht geflogen als ich das Innenleben sah.
      Nichts außer vier parallel laufendes Metallklemmblech mit zwei angelöteten Kabelenden und die Kunststoffhülle.

      Für die Ukraine werd ich alles hier besorgen.
      Sonst wird es wohl nicht fertig werden in den 10 Tagen.
      Also in der Ukraine wird das Haus zweiadrig mit Strom versorgt.
      Da mein Bruder zum Glück Elektromeister ist werd ich mit ihm nochmals alles durchgehen hier in D und mir einen Plan machen für die komplette Installation..
      Aktuell wird das Nebenhaus vom Haupthaus versorgt, d.h. der Wasserboiler, alle Licht und Steckdosen, sowie der Herd mit 9 kw werden über eine 3x1,5mm2 lange 20m Leitung (freihängend gespannt), eingesteckt in einer Steckdose im Haupthaus.
      Das da öfter was schmort und nichts richtig funktioniert ist mehr als logisch.

      Werde daher die "hängende Leitung" durch ein 5x4mm2 Erdkabel ersetzen und die 50cm tief im Boden verlegen.

      Siggi schrieb:

      In UA hatten wir immer auf dem Markt gekauft. Die E-Installation kam aus China (nicht empfehlenswert) oder aus der Türkei. Letzteres hatten wir gekauft. Ich hatte einen FI mit 3mA Fehlerstrom extra aus DE mitgebracht. Der Elektriker hat es nicht geschafft, die Installation so hinzubekommen, dass das Ding nicht alle paar Stunden auslöste. Letztlich wurde es abgeklemmt. Das Haus ist verkauft, eine Sorge weniger.

      Gruß
      Siggi


      Du meinst sicher 30mA?
      Da bekommt man schon ordentlich eine gewischt.
      Ab 50mA wenn der Strom übers Herz geht kann tödlich sein.
      Auf einem Markt in der Stadt gibt es alle Kabel zu günstigeren Preisen als in Deutschland. Schutzleiter ist ein Fremdwort in UA. Aber anscheinend klappt es ja schon seit 70 Jahren.... was anderes, was bringt ein Schutzleiter, wenn es schon nicht am Haus ankommt? Ok, du kannst einen Erdspieß setzen, dann alle Schutzleiter dahin führen. FI ? Völlig unbekannt in UA!
      Für die ankommende Leitung zum Haus, mind. 6mm2
      Ampere= A
      mA= miliampere= Ladestrom für Mobiltelefone etc.

      Ampere ist gebräuchlich für Hausinstallation

      Warum 5x4mm2? Wenn die Hauptleitung nur 2 Leiter hat? Bringt doch nichts. 2x 4mm2 oder 6mm2 ist genug. Für die interne Schutzleitung im Haus einen ein Meter langen Eisenstab in die Erde treiben und sämtliche GelbgrünLeitungen anschließen. Das ist genug.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „OBM100“ ()

      OBM100 schrieb:

      Auf einem Markt in der Stadt gibt es alle Kabel zu günstigeren Preisen als in Deutschland. Schutzleiter ist ein Fremdwort in UA. Aber anscheinend klappt es ja schon seit 70 Jahren.... was anderes, was bringt ein Schutzleiter, wenn es schon nicht am Haus ankommt? Ok, du kannst einen Erdspieß setzen, dann alle Schutzleiter dahin führen. FI ? Völlig unbekannt in UA!
      Für die ankommende Leitung zum Haus, mind. 6mm2


      Der FI bringt soweit was wenn man selber Strom abbekommt.
      Die ganz normale Haussicherung schützt nicht vor einem lebensgefährlichen Stromschlag, sondern lediglich die Leitungen vor Überlastung. Um Personen vor Stromunfällen zu schützen, muss zusätzlich ein FI-Schutzschalter installiert sein.
      Der unscheinbare Apparat überwacht die Stärke der Ströme, die zum elektrischen Gerät und von ihm zurück fließen.Bei einem intakten elektrischen Gerät haben diese Ströme die gleiche Stärke.
      Berührt dagegen ein Mensch ein ungenügend isoliertes Gerät, fließt durch seinen Körper ein mehr oder weniger starker Strom zur Erde. Es gibt eine Differenz zwischen zu- und abfließendem Strom zum FI.. In einem solchen Fall unterbricht der Fehlerstromschutzschalter (FI-Schutzschalter) blitzschnell den Stromkreis.
      Der FI ist in erster Linie für eine Person die Schutzsicherung, nicht für Geräte bezüglich Überlastung.
      Für diese ist der normale Sicherungssautomat zuständig.
      Der FI unterbricht den Stromkreis je nach Art bereits bei einer Stromstärkendifferenz von 30 oder sogar schon bei 10 Milliampere.
      Die herkömmliche Haushaltssicherung reagiert erst bei einer Stromstärke von 16 oder mehr Ampere und braucht entsprechend länger, bis sie den Stromkreis unterbricht. Damit schützt sie zwar die Leitung vor einer anhaltenden Überlastung und beugt beispielsweise Kabelbränden und Überspannungsschäden vor.

      Um Menschen vor lebensgefährlichem Stromschlag zu schützen, reagiert sie aber viel zu träge
      Fehlerstromschutzschalter reagieren hier dann in einer Abschaltzeit von unter 40 Millisekunden und das schon ab 10mA
      Ich weiß was ein FI ist. Ich dachte die Diskussion vorher war um die Absicherung im Haus selbst. Natürlich löst ein FI bei Minimaler Überspannung aus. Aber ich meine, wenn es 70 oder mehr Jahre ohne ging...wie bei uns. Ich kenne niemand, der jemals unabsichtlich durch einen Stromschlag gestorben ist. Und ich habe jetzt nahezu 4 Generationen erlebt. Das ist auch so eine Erfindung der Berufsgenossenschaft, um die Wirtschaft anzukurbeln. Genauso die jährlichen Überprüfungen elektrischer Anlagen z. B. in Kirchen. Was soll denn in einem Jahr an den elektrischen Leitungen passieren? Ich kenne Elektroinstallationen, die schon 50 Jahre und mehr arbeiten und nichts ist dort schlecht.

      Zur Info, wenn zum Haus keine 6mm2 ankommen, helfen auch weiterführende 6mm2 nichts. Ein Kabel mit 4 mm2 kann bis 15 m 20 kW leisten, ohne zu brennen.

      Grüße!