kostenlose Gesundheitsversorgung in der Ukraine

      kostenlose Gesundheitsversorgung in der Ukraine

      Ich wollte bei der Steuer ein paar Medikamente und ein Hörgerät, die wir für die Schwiegermutter in der Ukraine gekauft hatten, absetzen.
      Das war aber ein Satz mit X.
      Die Sachbearbeiterin beim Finanzamt schrieb mir: Laut der ukrainischen Verfassung gibt es in der Ukraine eine kostenlose Gesundheitsversorgung. Womit diese Ausgaben gestrichen wurden.

      Meine Holde sagte, das ist vielleicht die Theorie, die Praxis ist eine andere. Nur das ist kein Argument fürs Finanzamt. Was wisst Ihr über dieses Thema? Steht das wirklich so in der ukrainischen Verfassung?
      Nur so lange ist uns der Friede sicher, solange wir des Sieges sicher sein können!
      Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben,
      - die Sterne der Nacht, - die Blumen des Tages - und die Augen der Kinder
      Moin.

      So wie ICH es kennengelernt habe, ist nur die ärztliche Versorgung kostenlos, so lange man nicht in eine der Privatkliniken geht. Medikamente und Hilfsmittel hat der Patient selbst zu beschaffen. Dazu gibt es vom Arzt ein Rezept, mit dem der Patient oder ein Angehöriger zur Apotheke geht, um das Benötigte zu kaufen. Selbst um die Versorgung mit Nahrungsmitteln während eines Krankenhausaufenthaltes hat sich der Patient selbst zu kümmern. Soweit in Kürze meine persönlichen Erfahrungen.
      Tue nie altruistisch etwas Gutes, denn es wird doppelt und dreifach im Üblen vergolten.
      Sicher ist es nicht leicht, betimmte Hilfen für im Ausland lebenede Angehörige steuerlich geltend zu machen.
      Ich habe viele Jahre meine Schwiegermutter in der Ukraine finanziell unterstützt und eine pauschale Summe unter
      außergewöhnliche Belastungen von der Steuer abgesetzt.
      Hier was zum Thema:
      Unterhaltsleistungen für im Ausland lebende Angehörige

      LG lev

      ICH wrote:

      Moin.

      Selbst um die Versorgung mit Nahrungsmitteln während eines Krankenhausaufenthaltes hat sich der Patient selbst zu kümmern.


      Das ist soweit ich weiß nicht so. Die Qualität es Essens ist allerdings sehr bescheiden, so daß es üblich ist, das Angehörige oder Freunde den Patienten mit lecker selbstgekochtem Essen versorgen.
      Richtig ist, das die Medikamente selbst gekauft werden müssen. Praktischer Weise befinden sich im bzw. auf dem Krankenhausgelände gleich entsprechende Apotheken. Wie ich gelesen habe, gibts allerdings Schmerzmittel kostenfrei.
      Das kann man so pauschal nicht sagen, kommt ganz auf das KH an. Mein Schwiegervater, war mehrere Wochen wegen einer Op in einem städtischen KH in Lviv und da waren die Bedingungen sehr schlecht. Seine Schwester hat ihn mit Essen versorgt und alle Arnzeien besorgt.
      Meine Schwiegermutter, war dann ganze drei Monate in einem Spittal (Andrey Sheptytsky) auch in Lviv.
      Dort war das Essen sehr gut und alle Arzneien und Hilsmittel auch Pampers wurden gestellt. Wir brauchten absolut nichts beibringen. Dies war aber auch nicht kostenlos, 200 UAH (damals Kurs 1:16, ca. 12,50 €) je Tag. Das ist schon für ukr. Verhätnisse schon sehr viel.

      siluan wrote:

      ICH wrote:

      Moin.

      Selbst um die Versorgung mit Nahrungsmitteln während eines Krankenhausaufenthaltes hat sich der Patient selbst zu kümmern.


      Das ist soweit ich weiß nicht so. Die Qualität es Essens ist allerdings sehr bescheiden, so daß es üblich ist, das Angehörige oder Freunde den Patienten mit lecker selbstgekochtem Essen versorgen.


      Dann scheint das regional unterschiedlich zu sein: Denn in dem Provinzkrankenhaus der Kreisstadt in dem ICH im Sommer 2015 persönlich lag, gab es nicht einmal eine Flasche Wasser.
      Tue nie altruistisch etwas Gutes, denn es wird doppelt und dreifach im Üblen vergolten.
      Es kommt einfach aufs Krankenhaus und den Arzt an.
      Und auch in der Einrichtung gibts meist noch Sonderbehandlungen....:)))
      Ne Bekannte hatte sich hier neulich operieren lassen, 30.000.- Grn bezahlt, Einzelzimmer mit Klimaanlage usw. Verschiedene Essen zur Auswahl. Der Operationstermin war praktisch sofort nach der Diagnose.
      Operation mit Laser nach neuestem Stand. Alle waren hinterher zufrieden wie es aussah.
      Also sowas kriegt man in Deutschland wenn überhaupt nur als Privatpatient.
      Als Kassenpatient kann man von Sowas höchstens träumen.

      Ahrens wrote:

      Es kommt einfach aufs Krankenhaus und den Arzt an.
      Und auch in der Einrichtung gibts meist noch Sonderbehandlungen....:)))
      Ne Bekannte hatte sich hier neulich operieren lassen, 30.000.- Grn bezahlt,

      "Sonderbehandlung", wie überall in der Ukraine. Ich weiß das auch von einer mittlerweile pensionierten Oberärztin aus Minsk. Die arbeitet auch noch, quasi in Teilzeit, weil ihre Rente zu niedrig ist. Sie hat diese "Sonderbehandlungen" zu ihren Gunsten bestätigt.

      Alabaimom wrote:

      ICH wrote:

      Schwiegermütter sind grundsätzlich eine außergewöhnliche Belastung... ;)


      ja... nur hat mir das Finanzsamt noch nicht mitgeteilt.. wo ich meine absetzen könnte...


      Irgendein Rastplatz auf der A20 bei Pasewalk in der Pampas...

      ... wo auch keine Züge fahren!!! :thumbup: (nicht daß die dann irgendwann wieder vor der Tür steht)
      Tue nie altruistisch etwas Gutes, denn es wird doppelt und dreifach im Üblen vergolten.

      siluan wrote:

      Ahrens wrote:

      Es kommt einfach aufs Krankenhaus und den Arzt an.
      Und auch in der Einrichtung gibts meist noch Sonderbehandlungen....:)))
      Ne Bekannte hatte sich hier neulich operieren lassen, 30.000.- Grn bezahlt,

      "Sonderbehandlung", wie überall in der Ukraine. Ich weiß das auch von einer mittlerweile pensionierten Oberärztin aus Minsk. Die arbeitet auch noch, quasi in Teilzeit, weil ihre Rente zu niedrig ist. Sie hat diese "Sonderbehandlungen" zu ihren Gunsten bestätigt.


      Ja, das ist gängige Praxis hier.
      Das hat natürlich auch Vorteile, wenn man es sich leisten kann.
      Also bislang bin ich damit besser gefahren als in Deutschland.
      Billiger und Besser.

      ICH wrote:

      Schwiegermütter sind grundsätzlich eine außergewöhnliche Belastung...

      Oh ja, aber nicht nur im steuerlichen Sinne...

      Ahrens wrote:

      Und auch in der Einrichtung gibts meist noch Sonderbehandlungen....:)))

      Was mich wundert: Es gibt noch keine Ermahnung von einem überkorrekten Nutzer wg. der Sonderbehandlung!

      Gruß
      Siggi
      Danke für die Infos, es scheint hier regionale Unterschiede zu geben.
      In Marhanets muß nach Aussage der Schwiegertochter jede ärztliche Untersuchung und jedes Medikament selbst bezahlt werden.
      Das Bett scheint kostenlos zu sein. Essen liefern die Verwandten. Leute die im dortigen Kombinat arbeiten, bekommen während des Krankenhausaufenthalts einen Zuschuß von der Firma in Höhe von 200 Griwna.i

      Übrigens ist die Schwiegermutter eine ganz liebe Frau. Die Schwester würde ich in die Kategorie einordnen, in der Ihr die Schwiegermutter habt und noch schlimmer.
      Nur so lange ist uns der Friede sicher, solange wir des Sieges sicher sein können!
      Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben,
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      Im Osten sieht es nach Auskunft aktuell so aus, dass die meisten Einrichtungen mit Betten zu Unterkünften für Soldaten geworden sind. Der Rest der Behandlungsmöglichkeiten ist für die Normalbevölkerung dauernd überlastet. Zu Zahlungsthematik keine Angabe.

      Vor 2014 war alles bis auf Medikamenten umsonst und eigentlich auch auf gutem Stand.
      „Journalismus ist etwas zu veröffentlichen,was andere nicht wollen, dass es veröffentlicht wird. Alles andere ist Propaganda.“
      – George Orwell -
      "Das unverzeihliche Verbrechen Deutschlands vor dem Zweiten Weltkrieg war der Versuch, seine Wirtschaftskraft aus dem Welthandelssystem herauszulösen und ein eigenes Austauschsystem zu schaffen, bei dem die Weltfinanz nicht mehr mitverdienen konnte."
      - Winston Churchill - “Der Zweite Weltkrieg”, 1960
      Um mal auf das Ausgangsposting zurueck zu kommen, wie kommt das Finanzamt eigentlich auf den Trichter festzulegen was man als Unterstuetzung leisten darf bzw. dass man nix machen darf wenn "der Staat" was macht?

      Es kommt doch nur darauf an, dass es reale, belegbare zweckgebundene Ausgaben im Sinne der Steuergesetzgebung sind.

      Missbrauch von Hoergeraeten zur Belustigung von Kiddies ist eher nicht naheliegend und in Medikamenten liegt an sich bereits eine wenig diskutierbare Zweckbindung.
      Wollen wir mal ein bisschen Licht ins Dunkle bringen.

      Ja, laut der Verfassung der Ukraine gibt es eine kostenlose Gesundheitsversorgung. Dies ist auch in anderen Ex-Sowjetländern der Fall. Funktioniert aber nirgends, weil das Budget dafür viel zu gering ist. Deswegen erhöht sich der Anteil der sogenannten "Out of pocket" Zukäufe von Patienten. Es wird auch oft empfohlen zusätzliche Medikamente oder auch Verbrauchsmaterialien zu kaufen, weil die, welche vom Staat bezogen worden, eher von schlechter Qualität sind. Besonders wenn man außerhalb der Großstädte ist.

      Sonderbehandlungen. Natürlich bekommt man diese und man kann sich für einiges an Extrakosten eine OP mit einem tollen VIP Zimmer in einer Privatklinik kaufen. Das größte Geschäft in der Ukraine machen hier oft die Geburtskliniken. Da ist man für eine Geburt schon mal gute 2. bis 5.000 Dollar los. Ob man es machen muss? Kann man streiten. Man bezahlt einfach oft nur für das Image. Die Ärzte, welche in den Privatkliniken arbeiten, arbeiten in der Hauptzeit in den ganz normalen staatlichen Kliniken. Also da bekommt man den identischen Arzt für kleineres Geld. Nur dann eben nicht das schöne Zimmer mit Klimaanlage.

      Billiger und besser? Wer wirklich beide Gesundheitssysteme kennt und besonders mal hinter die Kulissen schaut, wird schnell merken, dass dies nicht der Fall ist. Das geht alles noch bei Kleinigkeiten und Mini-OP´s. Wenn es dann aber komplizierter wird, reicht bei vielen Ärzten auch einfach die Ausbildung, Wissensstand, Erfahrung, Equipment in den Krankenhäusern und auch Privatkliniken nicht aus.
      Das deutsche Gesundheitssystem ist auch nicht wirklich ein Paradebeispiel und ähnelt eher einer Autowerkstatt. Rein, Diagnose, Teile wechseln und schnell wieder raus. Aber dem Ukrainischen doch noch um einige Jahrzehnte voraus.
      Funktioniert aber nirgends, weil das Budget dafür viel zu gering ist.


      Es funktioniert auch nicht wenn die Budgets riesig sind, siehe DE. Krankenversicherung ist ein nennenswertes Budget. Aber wo landet das? Na nicht da wo es gebraucht wird. Krankenhauspersonal jaemmerlich bezahlt, Wartezeiten bei Fachaerzten bis zum Abwinken, OP Termine kurz nach dem Ableben, Vorsorge die nicht "dran" ist selber zahlen (Frauen koennen ein Lied davon singen) Zuzahlungen, Patientenabgabe bei Rezepten usw. usf.

      Zurueck zu UA. Hier ist das System einer Krankenversicherung gerade im Aufbau. Rein praktisch bedeutet das, dass sich jeder Buerger einen Familienarzt (in DE wuerde man Hausarzt sagen) sucht. Ueber diesen wird dann eine Registrierung bei Головна | Офіційний сайт електронної системи охорони здоров’я eHealth (*) angestossen (aktuell 25 Mio. Patienten drin). Was dann an Leistungen mit welchen Beitraegen abgedeckt werden soll, habe ich noch nicht gefunden, es sind aktuell 400 UAH monatlicher KV Beitrag angedacht.

      Aber egal wie das jetzt aufgebaut wird, was zu zahlen ist und was dabei rauskommt, ich schwoere, es wird im Endeffekt fuer jeden einzelnen teurer, als das jetzt zumindest ertraeglich laufende System.


      (*) Gruselig, alle Daten aller Buerger in einem System, mit allen Krankheiten, Medikamenten, Bluttests, Genanalysen... Vergleichbare Systeme in DE sind datenschutzmaessig aber genau so kaputt konstruiert.

      rsl wrote:

      Funktioniert aber nirgends, weil das Budget dafür viel zu gering ist.


      Es funktioniert auch nicht wenn die Budgets riesig sind, siehe DE. Krankenversicherung ist ein nennenswertes Budget. Aber wo landet das? Na nicht da wo es gebraucht wird. Krankenhauspersonal jaemmerlich bezahlt, Wartezeiten bei Fachaerzten bis zum Abwinken, OP Termine kurz nach dem Ableben, Vorsorge die nicht "dran" ist selber zahlen (Frauen koennen ein Lied davon singen) Zuzahlungen, Patientenabgabe bei Rezepten usw. usf.

      Zurueck zu UA. Hier ist das System einer Krankenversicherung gerade im Aufbau. Rein praktisch bedeutet das, dass sich jeder Buerger einen Familienarzt (in DE wuerde man Hausarzt sagen) sucht. Ueber diesen wird dann eine Registrierung bei Головна | Офіційний сайт електронної системи охорони здоров’я eHealth (*) angestossen (aktuell 25 Mio. Patienten drin). Was dann an Leistungen mit welchen Beitraegen abgedeckt werden soll, habe ich noch nicht gefunden, es sind aktuell 400 UAH monatlicher KV Beitrag angedacht.

      Aber egal wie das jetzt aufgebaut wird, was zu zahlen ist und was dabei rauskommt, ich schwoere, es wird im Endeffekt fuer jeden einzelnen teurer, als das jetzt zumindest ertraeglich laufende System.


      (*) Gruselig, alle Daten aller Buerger in einem System, mit allen Krankheiten, Medikamenten, Bluttests, Genanalysen... Vergleichbare Systeme in DE sind datenschutzmaessig aber genau so kaputt konstruiert.


      Es war darauf bezogen, dass es in UA in der Verfassung steht. Hatte auch geschrieben, dass DE kein Paradebeispiel ist. Natürlich müsste hier generell eine Umfinanzierung im Budget stattfinden. Das Pflegekräfte viel zu wenig verdienen steht außer Frage.
      Aber die Gesundheitssysteme Ukraine und DE zu vergleichen hinkt total. Glaub mir, da sind wir in DE doch noch sehr gut dran. Wie gesagt gibt es da aber weit aus bessere Beispiele. Welche man nicht am Budget alleine messen sollte. Das größte Budget hat nämlich die USA. Und die sind wohl nicht wirklich für ihr tolles Gesundheitssystem berühmt.

      Über die Erfassung der Daten kann man natürlich auch wieder streiten. Ich finde es alles anderes wie gruselig. Sondern hilfreich. Macht die Behandlung, Verschreibung von Medikamenten und generell die Arbeit des Arztes weit aus einfacher. Was denkst du wie viele Patienten zum Arzt gehen und nicht alles erzählen, was sie schon für Medikamente nehmen, weil sie denken, dass wäre nicht wichtig. Dann bekommt man ein zusätzliches Medikament verschrieben, welches sich aber womöglich mit dem anderen nicht verträgt und schon hast du den Spaß.

      Aber zurück zur Ukraine. Die Krankenversicherung plant man schon lange. Und wie du schon richtig erwähnt hast, es ist immer noch nicht klar, was davon wirklich abgedeckt werden soll und wie es funktioniert soll.
      Ziemlich einfach.
      Nichts.
      Das sind die üblichen Politblasen.
      Wie bei allen Sachen die was kosten.
      Dazu sind weder Arbeitgeber noch Arbeitnehmer bereit, die Kosten zu tragen.
      Über den Staatshaushalt ist das auch nicht möglich, sonst müssten die Steuern auf europäisches Niveau gehoben werden.
      So ist das mit den meisten Sachen hier.
      Ein Krankenversorgungssystem fällt, wie alle anderen Sachen, Strassen und Schulen z.B. nicht vom Himmel, wie alle anderen Sachen auch.
      Das geht nunmal mit einem Offshoresteuersystem nicht.
      Schätze für sowas müsste man ja wohl mindestens 5-6 Mrd. zusätzliche Einnahmen generieren. D.H. die Steuereinnahmen um etwa 20% erhöhen....:)))
      Erzähl sowas Mal den Leuten. Dann hast Du hier einen Maidan würde ich sagen.
      Sowas wollen die Leute nicht.
      Also für etwas permanent zahlen, was sie nur manchmal nutzen. Und dann noch in so einer Höhe und für Andere.