Integrationskurs

      wenzel schrieb:

      Sie lernt seit dem Ende ihres Studiums auf Niveau B2/C1 Goethe und wollte die Prüfung eigentlich letzten Monat ablegen. Da aber erstmal nur Geld für A1 da war und wir wollten dass Sie auf jeden Fall besteht (A1 hat sie ohne Lernen mit 99% gemacht) haben wir das jetzt mit eventuellem Kurs für später in Deutschland geplant.



      Ich denke mit dem Goethe A 1 (war bestimmt für das FZF Visum) hättet ihr euch sparen können.
      Ich weis, es hilft euch jetzt nicht mehr weiter, aber deine Frau hat doch ein viel höheres Level.
      Laut Kiew diplo.de (Merkblatt zum Nachweis dt. Sprachkenntnisse) können ausreichende Sprachkenntnisse auch im Rahmen eines kurzen Interviews in der Botschaft nachgewiesen werden.
      "Wenn bei Ihrer persönlichen Vorsprache in der Botschaft erkennbar ist, dass Sie die geforderten einfachen Deutschkenntnisse ohne jeden Zweifel haben, ist kein besonderer Nachweis nötig." (diplo.de - Kiew)
      Hat bei uns jedenfalls in dieser Form geklappt (Ende September).
      Die Mitarbeiterin dort hat zwar erst auf dessen Erfordernis hingewiesen, war auch nicht gerade zugänglich, hat aber nach kurzem "Protest" (Hinweis auf das Merkblatt; - hatten wir dabei) dann doch 3-4 Fragen gestellt und meine Frau hat einfach auf deutsch geantwortet
      (ihr Niveau ist zur Zeit so A 2.2).
      Ergebnis: - Vermerk "deutsch A 1" nachgewiesen. Gleiches Prozedere fand parallel auch am benachbarten Schalter statt.

      Auf die Prüfungstermine im Goethe Institut in Kiew muss man elendig lange warten (hab es jedenfalls so in Erinnerung); natürlich neben den Kosten und dem Aufwand der Anfahrten (wohnt ja nicht jeder in Kiew).
      Also für andere Interessierte - wenn man sich in deutsch sicher fühlt (auf diesem Niveau) einfach mal auf dieser Alternative bestehen.
      "wer mich beleidigt, bestimme ich" K.Kinski

      egonolsen schrieb:

      Die Mitarbeiterin dort hat zwar erst auf dessen Erfordernis hingewiesen, war auch nicht gerade zugänglich, hat aber nach kurzem "Protest" (Hinweis auf das Merkblatt; - hatten wir dabei) dann doch 3-4 Fragen gestellt und meine Frau hat einfach auf deutsch geantwortet
      (ihr Niveau ist zur Zeit so A 2.2).
      Ergebnis: - Vermerk "deutsch A 1" nachgewiesen. Gleiches Prozedere fand parallel auch am benachbarten Schalter statt.


      Hey, das ganze Prozedere haben wir schon durch und die 70€ waren meiner Meinung nach sehr gut investiert. Ich verbrachte vor dem Termin in der Botschaft zahlreiche Stunden mit Recherche und traf dabei auf unglaubliche Geschichten in Zusammenhang mit FZF-Visum und Nachweis A1. Mein Ziel war sozusagen zunächst die Risikofaktoren zu analysieren - Also die Frage zu beantworten „Aus welchen Gründen werden die meisten Anträge bei Abgabe abgelehnt?". So traf ich auf den fehlenden Nachweis des Sprachtests. Danach folgten andere fehlende Unterlagen wie Reisepass, Apostille Heiratsurkunde usw... So suchte ich nach der Sache mit dem Sprachtest. Ich wollte bevor ich entscheide ob meine Frau trotzdem einen Test macht wissen ob es nicht riskant wäre. Und siehe da - Das krasseste was ich fand war eine Frau die über ihren Mann schrieb der trotz Studium auf Deutsch mit anschließender Dissertation in Richtung deutsche Sprache das Visum nicht bekam. Nach ihren Angaben spricht er fließend und besser als mancher Deutsche Hochdeutsch. Das Interview dort wurde sogar auf seinen Wunsch hin gänzlich in deutsch geführt. Die ganze Diskussion in der Botschaft folgte.. Das Ende war einfach aber schlecht - Antrag abgelehnt da der Nachweis ausdrücklich auf dem Merkblatt steht. Was anderes haben die guten Mitarbeiter dort nicht interessiert. Gründe dafür können mangelnde Auskunft intern sein, oder einfach Unfähigkeit der dort geschulten Mitarbeiter die in allen Fällen ja immer aus dem Land eingestellt werden indem sich die Botschaft befindet (Um Geld zu sparen?!). Naja egal... jedenfalls...
      ... das mag nicht Kiew sein, aber ich dachte mir sicherheitshalber in dieses A1-Zertifikat investieren - auch hier wurde mir von Ahrens dazu geraten, denn ein vollständig eingereichter Antrag gibt weniger Probleme und die Bearbeitung erfolg schneller.

      Außerdem wollte ich meiner Frau mögliche Diskussionen mit der dt. Botschaft ersparen. Falls du davon ausgegangen bist, dass du dann als Ehemann in der Botschaft diskutierst... sehr riskant das Ganze! Die Botschaft nutzt es nach Informationen die ich bekommen habe nämlich sehr oft aus das der Ehemann anwesend ist und interviewt direkt beide Eheleute simultan. Das ganze nennt sich dann Scheinehen-Interview mit ca. 80 Fragen.

      egonolsen schrieb:

      Auf die Prüfungstermine im Goethe Institut in Kiew muss man elendig lange warten (hab es jedenfalls so in Erinnerung); natürlich neben den Kosten und dem Aufwand der Anfahrten (wohnt ja nicht jeder in Kiew).


      Für den A1-Test muss man elendig lange warten? Im Gegensatz zur Botschaft verteilen sie dort Termine im Expressverfahren. So bekam meine Frau innerhalb von 4 Wochen einen Termin und dort mit ihr hingehen war auch kein Problem. Die Botschaft verteilt derzeit Termine für in 12 Wochen... wenn für dieses Jahr überhaupt noch Termine offen sind.

      egonolsen schrieb:

      Also für andere Interessierte - wenn man sich in deutsch sicher fühlt (auf diesem Niveau) einfach mal auf dieser Alternative bestehen.


      Und dann steht man dort, wenn der Botschaftsmitarbeiter sich quer stellt und nicht dieser Meinung ist? Nimmt den Antrag nicht an weil er nicht vollständig ist? Und einen neuen Termin gibt es aus Gründen der Gleichbeteiligung erst in 3 Monaten? Ich wäre hier äußerst vorsichtig mit solchen Aussagen!

      PS: Versteh mich nicht falsch - es mag sein, dass bei euch alles geklappt hat. Das ist aber auf Grund unzähliger Geschichten hier im Forum und auch extern für mich eher die Ausnahme. Wer wirklich so schnell wie möglich zusammenleben will macht aktuell aus Gründen der Sicherheit lieber den A1-Test auch wenn es nicht wirklich nötig ist. Man darf wie ich finde bei derzeitiger Lage (auch in Kiew) keine Gründe dafür liefern einen Antrag dort abzulehnen. Die Frau wäre unendlich traurig weil sie wieder 3 Monate warten kann (bald event. noch länger). Will man wirklich das Risiko gehen und seiner Frau so etwas antun?! Ich habe mich dagegen entschieden und mit ihr abgemacht, dass sie den A1-Test trotzdem macht. Und was soll ich sagen - Antrag wurde ohne zu zögern angenommen und sie war binnen nicht einmal 45 Minuten wieder zurück aus der Botschaft inkl. Fingerabdrücke nehmen und so weiter :)
      Forget what hurt you but never forget what it taught you.

      Michael aus BW schrieb:

      Uns wurde gesagt, dass bei Verlaengerung des Aufenthaltstitels Bemuehungen des Fortschritts erkennbar sein muessen.

      das ist falsch

      Michael aus BW schrieb:

      Meine Frau hat das A1-Zertifikat. Ich denke, wir kommen um den Kram nicht herum???

      das ist richtig


      Nebebei: Der Integrationskurs besthet nicht nur aus Sprache.

      Wer allerdings bereits gute Deutschkenntnisse hat, hat auch gute Chancen nicht zum i-Kurs verplfichtet zu werden.
      Wird man trotzdem verpflichtet, kann man eben einfach den Test mache und nach Bestehen mit B1 und "Leben in Deutschland" ist auch der I-Kurs abgeschlossen

      Leben in Deutschland siehe oet.bamf.de/pls/oetut/f?p=534:30:0::NO:::
      Ich habe noch einmal nachgelesen. Für Ehegatten deutscher Staatsbürger werden nur einfach Deutschkenntnisse (sprich A1) für die NE verlangt.
      2) Dem Ausländer ist in der Regel eine Niederlassungserlaubnis zu erteilen, wenn er drei Jahre im Besitz einer Aufenthaltserlaubnis ist, die familiäre Lebensgemeinschaft mit dem Deutschen im Bundesgebiet fortbesteht, kein Ausweisungsgrund vorliegt und er sich auf einfache Art in deutscher Sprache verständigen kann. Im Übrigen wird die Aufenthaltserlaubnis verlängert, solange die familiäre Lebensgemeinschaft fortbesteht.

      @erne Welche Sanktionsmöglichkeiten gibt es denn für Integrationskursverweigerer, wenn diese nicht auf ALG 2 angewiesen sind?

      Gruß
      Siggi

      Siggi schrieb:

      Im Übrigen wird die Aufenthaltserlaubnis verlängert, solange die familiäre Lebensgemeinschaft fortbesteht.


      Zur Not dann halt das...
      Ich kenne zwei Ehepaare die das auch so handhaben.
      Da wird jedes Jahr nur die AE verlängert weil an deutscher Staatsbürgerschaft nicht interessiert.
      Integrationskurs oder Sprachkurs wurde nicht belegt.
      Von einem Paar weiß ich auch folgendes: (Russin und Kasache)
      Ihnen reicht es, dass die beiden Kinder die dt. Staatsbürgerschaft haben.
      Wie das allerdings überhaupt so gekommen ist, dass beide hier leben - keine Ahnung.
      Forget what hurt you but never forget what it taught you.

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      Siggi schrieb:

      Ich habe noch einmal nachgelesen.
      Für Ehegatten deutscher Staatsbürger werden nur einfach Deutschkenntnisse (sprich A1) für die NE verlangt.

      2) Dem Ausländer ist in der Regel eine Niederlassungserlaubnis zu erteilen, wenn er drei Jahre im Besitz einer Aufenthaltserlaubnis ist, die familiäre Lebensgemeinschaft mit dem Deutschen im Bundesgebiet fortbesteht, kein Ausweisungsgrund vorliegt und er sich auf einfache Art in deutscher Sprache verständigen kann. Im Übrigen wird die Aufenthaltserlaubnis verlängert, solange die familiäre Lebensgemeinschaft fortbesteht.


      das war mal, der Gesetzestext lautet nun
      (2) Dem Ausländer ist in der Regel eine Niederlassungserlaubnis zu erteilen, wenn er drei Jahre im Besitz einer Aufenthaltserlaubnis ist, die familiäre Lebensgemeinschaft mit dem Deutschen im Bundesgebiet fortbesteht, kein Ausweisungsinteresse besteht und er über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache verfügt.



      Siggi schrieb:

      Welche Sanktionsmöglichkeiten gibt es denn für Integrationskursverweigerer, wenn diese nicht auf ALG 2 angewiesen sind?

      das beginnt damit, dass man die Kursgebühren im Voraus eintreibt ... eben in der Hoffnung, dass dann die bereits bezahlten Leistungen (des Kursanbieters) auch in Anspruch genommen werden.
      Die AE ist aber nicht in Gefahr

      wenzel schrieb:

      Da wird jedes Jahr nur die NE verlängert weil an deutscher Staatsbürgerschaft nicht interessiert.

      Nein, die NE wird nie verlängert, sie ist bereits unbefristet.
      Du meinst die AE