Anerkennung ukrainischer Studienabschlüsse

      minimi schrieb:

      Meine Frau will die Anerkennung ihres Diplom nicht ums sich konkret für einen Job zu bewerben, sondern generell um evetuell zukünftigen Arbeitgebern bescheinigen zu können, mit welchem deutschen Abschluss, ihr Diplom vergleichbar ist.

      Na wenn es nur darum ging würde doch ein Blick in Anabin und ein Ausdruck genügen.

      Wir machen die Anerkennung hier beim Sächsischen bildungsinstitut das dem Kultusministerium in Sachsen unterstellt ist.
      Frage: Meine Freundin hat ein Diplom (Bachelorabschluss)? Sie hat Deutschlehrerin und Weltliteratur studiert - so steht es auf dieser Plastikkarte worauf oben fett Diplom steht.
      Was könnte sie damit in DE machen?
      Braucht ihr mehr Infos?
      Forget what hurt you but never forget what it taught you.

      confusion schrieb:

      Sunshine schrieb:

      Aber brauchen wir eine Apostille ?.

      Für den Abschluss meiner Frau war es damals zwingend vorgeschrieben. Mit der Apostille wird auch die Universität bestätigt die die Diplome vergibt.
      Das gilt speziell für Diplome die laut dem Bologna abkommen erworben wurden.
      Ich kann hier auch nur wiederholen was ich damals im FAQ geschrieben habe.

      Für die Apostillation der bereits nach dem Bologna-Prozess mit dem Bakkalaureus/Bachelor und Magister/Master abgeschlossenen Studiengänge ist es zwingend notwendig
      die jeweiligen Diplome angefangen von der Fachschule bis hin zum Magister/Master apostillieren zu lassen. Sonst wird der letzte erworbene Abschluss in Deutschland nicht anerkannt.
      Die Qualifikation muss an einer Institution erworben worden sein, die nach den maßgeblichen Kriterien der Ukraine als Hochschule anerkannt ist.
      (siehe auch Zeugnisbewertungen für ausländische Hochschulqualifikationen)


      Entschuldigt bitte, wenn ich die Thematik mit einiger Verspätung nochmal aufgreife. Bei mir und meiner Freundin stellt sich gerade die Frage, ob es notwendig ist, ihren Master zu apostillieren oder nicht.
      Eine genaue Aussage über die Notwendigkeit kann also nicht getroffen werden, da der Einzelfall sich immer anders gestaltet, wenn ich das richtig sehe? Also was Anlaufstelle, Sachbearbeiter, Bundesland, etc. angeht. Dann denke ich, wir werden ihre Abschlüsse auf jeden Fall apostillieren, um hinterher auf der sicheren Seite zu sein.
      Mahlzeit miteinander,
      hat zufällig derzeit jemand den Studienabschluss seiner Liebsten bei der ZAB anerkennen lassen? Wir sind aktuell dabei, alle Unterlagen zu sammeln und dann nach Bonn zu schicken. Mich würde mal interessieren, wie lange der ganze Vorgang bei euch dauerte bis zur Anerkennung. Auf deren Website steht was von maximal drei Monaten Bearbeitbungszeit (abhängig von der "Auftragslage"), aber man weiß ja nie...
      Danke! :)
      Hallo, dies Diplom gilt in der UA oder im ehemaligen postsowjetischen Raum. Das bedeutet also in Deutschland nochmals an der Hochschule einen vergleichbaren Abschluss erreichen oder in Kiew an der Uni oder andere..(googeln).die eine Zertifizierung nach EU Abschluss haben.Das heißt also in beiden Varianten"büffeln"...:)))
      SARKASMUS ist die Fähigkeit Idioten zu beleidigen ohne dass sie es merken......
      Um an einer brd-Schule als Deutschlehrerin arbeiten zu können braucht sie ein abgeschlossenes Lehramtsstudium Germanistik (1.Staatsexamen), außerdem noch ein Zweitfach, und dann 2 Jahre Vorbereitungsdienst im Referendariat (2.Staatsexamen).

      Beim bamf (bundesamt für migration und "flüchtlinge") gibt es aber Kurzkurse so ab 6 Monate für das Fach "Deutsch als Fremdsprache" für Leute mit allen möglichen Lehrerabschlüssen. Danach ist es vorgesehen diese Leute vor "flüchtlingen" zu verheizen. So eine Verwendung halte ich für realistisch, falls sie sich das wirklich antun möchte.

      Ich selbst würde sowas höchstens machen, wenn ich eine Ukrainerin und mind. 2 Kinder durchfüttern müsste, so als Vorstufe zur Selbstopferung (habe auch ein 2.Staatsexamen fürs höhere Lehramt in 2 ausgestorbenen techn. Fächern).

      oksi schrieb:

      Hallo, dies Diplom gilt in der UA oder im ehemaligen postsowjetischen Raum. Das bedeutet also in Deutschland nochmals an der Hochschule einen vergleichbaren Abschluss erreichen oder in Kiew an der Uni oder andere..(googeln).die eine Zertifizierung nach EU Abschluss haben.Das heißt also in beiden Varianten"büffeln"...:)))


      Weiß nicht was daran witzig ist, oder übertreibst du es schnell?
      Meiner Meinung ist es eine Schande... Vor allem wenn man dann anscheinend noch damit zufrieden ist.
      Uns macht es langsam krank. Meine Frau WILL arbeiten, aber nicht als Putzfrau oder in anderen Positionen wo man keinen Schulabschluss bräuchte. Einerseits ist es nicht leicht eine geeignete Stelle für sie zu finden. Andererseits ist sie mit einem Abschluss (Diplom) in Linguistik und Deutscher Literatur nicht gerade einfach "umzuschulen". Achja... falls jetzt die traumhafte Idee kommt: Es gibt soooo viele Flüchtlinge die alphabetisiert werden müssen - Ich kann gerne Kontonummer und BLZ für Spenden einrichten.
      Kurs C1, + Prüfungsgebühr + Bamf-Zertifikate, Schulung sowie Zeugnis-Anerkennungsverfahren -> ganz guter Kleinwagen.

      Zurück zum Thema Bewerben und Jobsuche.
      Wir denken derzeit extremst um die Ecke was sowas angeht - man ist schließlich flexibel. Langsam machen wir Fortschritte... langsam kommen immer mehr Ideen. Aber das alles reicht noch lange nicht aus um eine angemessene Stelle zu finden wo sie glücklich wäre...

      Hat mal jemand darüber nachgedacht, dass Stellenausschreiben für Akademiker in Deutschland nicht einfach zu besetzen sind? Genauer gesagt bewirbt man sich in diesem Sektor maximal zugeschnitten und angepasst an die Stelle. Auf so Sachen wie "Ich habe in der Ukraine X gelernt, deshalb kann ich auch gut Y" wird sich kaum ein Personalchef einlassen - Man wird nichtmal eingeladen! Warum auch? Man verprasst schließlich Geld wenn man falsch einstellt und kann sich dann für sein Handeln bei der nächsthöheren Etage verantworten. Ausländern vertraut man zudem sehr wenig. Das ist die Realität, bzw. einfach mal im Offtopic lesen ;) Ihr wisst es ja selbst.

      Und so zieht man fast immer den kürzeren wenn man nicht zu 1000% überzeugt.
      Was bleibt dann noch übrig frage ich mich??
      Forget what hurt you but never forget what it taught you.
      Meine Ex-Freundin ist in den 1990ern mit dem Diplom der Universität Perm(Russland) in Pharmazie und keinerlei Deutschkenntnissen in die brd gekommen. Innerhalb von 2 Jahren hat sie an der Uni Tübingen das 3. Staatsexamen in Pharmazie nachgemacht während sie gleichzeitig noch Deutsch gelernt hat und in Teilzeit als Apothekenhelferin gearbeitet hat um 2 kleine Kinder und 1 Alkoholiker-Ehemann durchzufüttern. Mit bestandenem brd-Examen hat sie dann sofort eine Stelle als Apothekerin bekommen.
      ist bei uns ähnlich , da nützen die ganzen Diplome und Goldmedallien nix, Sie hat ihren B1 perfect bestanden aber einen normalen Job zu finden ist nahezu unmöglich . Und NEIN Sie wird nicht bei McDoof an der Frittentheke stehen
      Ich weiß, dass ich nichts weiß.

      Sokrates (470-399 v.Chr.)

      Erfahrung ist eine nützliche Sache. Leider macht man sie immer erst kurz nachdem man sie brauchte.
      Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

      Bestätigung holt man sich dort, wo man annimmt sie auch zu finden.
      ok
      Hallo Wenzel. Ich habe das nicht witzig gemeint, sondern das ist die Realität.
      Ein Diplom aus der UA oder aus den ehemaligen postsowjetischen Raum, damit kann man sich den H. putzen. Es ist in D. nichts wert.
      Ich weiß es aus Erfahrung, meine Exfrau kam aus der ehemaligen Sowjetunion. Sie hatt studiert 6 Jahre an der Uni. Geheiratet haben wir in D. Und dann in D. mit ihren Diplom, wir sind dorthin und dahin. Keine Chance Anerkennung. Keine Chance eine anständige Arbeit mit ihrer erlangten Qualifikation (Historiker) zu bekommen.
      Sie hätte Arbeit bekommen können als Putzfrau/ Toiletten Frau und da noch dazu so mies bezahlt.
      Ist das lebenswert. Meiner Meinung nicht.
      Das ist meine Meinung zu der Sache, Anerkennung Diplom.
      SARKASMUS ist die Fähigkeit Idioten zu beleidigen ohne dass sie es merken......
      Ich bin nun kein Personalchef. Ich habe es aber schon im Vorstellungsgespräch erlebt, das mir ein Landmaschineningenieur ! einer UDSSR Hochschule nicht den Drehmomentanstieg bei einem Dieselmotor und dessen Wichtigkeit erklären konnte. Damit möchte ich nur sagen, Diplome sind ein Thema, das Wissen bzw. die Leistungen die sich dahinter verbergen manchmal etwas völlig anderes - erstaunlicherweise hatten z.B. Absolventen der damaligen Techniker-Ausbildungsanstalt mit solchen Fachfragen mal gar keine Problem (gehabt). Wenn ich das direkt umsetze, dann weis ich eben aus meinem Berufsbild, das aus der FH in Köln keine Absolventen herauskommen denen wesentliche grundsätzliche DInge fehlen, das kann aber leider ! eben bei einem ukrainischen Diplom mal völlig anders aussehen.

      ... und wenn du sowas ein paar mal erlebst, dann wirst du eben vorsichtig.
      Ein Uni-Diplom alleine ist sowieso nix wert, selbst wenn es an einer brd-Uni gemacht worden ist, wenn nicht noch mindestens 2-3 Jahre Berufserfahrung in einer Position vergleichbar mit der ausgeschriebenen vorliegen. Nur ein paar Großkonzerne wie z.B. hier Bosch oder Siemens stellen auch Ing-Absolventen direkt von der Uni ohne einschlägige Berufserfahrung ein. Hier sollten aber zwischen Abschluss und Einstellung nicht mehr als 6 Monate vergehen. Ich habe damals versucht dieses Problem zu lösen in dem ich nach meinem Abschluss (Dipl.-Ing.) von der Uni-Stuttgart eine schlecht bezahlte Praktikantenstelle in einem renommieren mittelgroßen Unternehmen angenommen habe. Hat aber auch nicht viel gebracht und ich musste letztendlich umsatteln auf Quereinstieg in das höhere Lehramt.
      Sowas wie mangelnde Berufserfahrung etc. ist ein absolutes Luxusproblem.
      Hier in der Ukraine gibt es massenhaft Hochschulabsolventen die nach einem 5 jährigen Uni-Abschluss keinerlei Ahnung vom Fach haben.
      Also ich rede von Juristen die nicht wissen was ein Kaufvertrag oder Diebstzahl ist, Dolmetscher, welche ihre Fremdsprache bestenfalls auf A1- Niveau beherrschen, usw.
      Das Gibts in jedem Beruf.
      Das sind keine Ausnahmen, sondern die Regel.
      Ich denke das trifft durch die Bank auf 30% der Uni-Absolventen zu.
      Vollkommen egal aus welcher Region, welchem Berufszweig und welcher Uni die Leute nun kommen.
      Diese Ausbildung existiert oftmals nur auf dem Papier.
      Mit der Hälfte der Dolmetscher, welche sich bei mir bewerben kann man nichts anfangen, weil ihnen elementare Kentnisse des Faches fehlen.
      Verständigung ist oft nur rudimentär möglich.
      Bei Vorstellungsgesprächen muss ich mir regelmässig das Lachen verkneifen...:)))
      Ausserdem sind etwa 30% des Stoffes vollkommen Fachfremd und gehören zur Allgemeinbildung.
      Der Ukrainische Student verplempert 30% der Unterrichtszeit mit Fächern wie ukrainischer Geschäftssprache, Philosophie, Zivilverteidigung, ukrainischer Literatur usw. Also was man in Deutschland im Abitur hat.
      Deshaslb ist der ukrainische Abschluss schon von der reinen Semesterstundenzahl überhaupt nicht mit dem deutschen Äquivalent zu vergleichem. Die haben 30 % weniger Stoff!
      Das kann man beim besten Willen nicht durch die Bank anerkennen.
      Würde man das tun, wäre das im Vergleich zu deutschen eine ungerechtfertigte Privillegierung, weil die Inhalte und die Ergebnmisse nicht äquivalent sind. Das wäre eine Art Ettikettenschwindel.
      Das wird jeder bestätigen können, der damit beruflich oder sonstwie schon mal zu tun hatte.
      Das wird übrigens immer schlimmer, nicht etwa besser.
      AHRENS, richtig erkannt, Warum?? Du hast den richtigen Durchblick!!
      P.S. Verplempern..ich sehe das bei meiner Stieftochter 14 Jahre was diese an einer UA Schule für ein Schwachsinn auf Deutsch gesagt lernt, mich schüttelst mich immer, sowas gehört zur Allgemein Bildung. Was ich immer höre von Ukrainenerin wenn ich was erkläre will : почему/ зачем= Standard Ответ...
      SARKASMUS ist die Fähigkeit Idioten zu beleidigen ohne dass sie es merken......
      Hab gerade mal nachgeschaut. Das Schmerzensgeld für die Deutschlehrer bei den Integrationskursen für "flüchtlinge" beträgt immerhin 35€/45min. Also wer das 100h im Monat durchhält kommt auf 3500€ brutto. Davon gibt es natürlich jede Menge Abzüge, weil von Honararlehrkräften Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeitrag gleichzeitig in die Sozialkassen einbezahlt werden müssen, da sie zwar als selbstständig gelten andererseits aber in die Rentenkasse einzahlen müssen.

      wenzel schrieb:

      Uns macht es langsam krank. Meine Frau WILL arbeiten, aber nicht als Putzfrau oder in anderen Positionen wo man keinen Schulabschluss bräuchte. Einerseits ist es nicht leicht eine geeignete Stelle für sie zu finden.

      Dann muss sie eine Ausbildung oder zumindest Teile davon plus die Prüfung in DE erneut machen. Das gilt für die allermeisten Fächer.

      Eine Bekannte meiner Frau arbeitet in einer Spielothek, was gar nicht so ein schlechter Job im Vergleich zu Kassiererin, Zimmermädchen oder Putzfrau ist. Sie hatte in UA Jahrzehnte beim Finanzamt gearbeitet. Dafür benötigte sie ein Diplom in Ökonomie, was in DE wertlos ist. So schaut die Realität aus.

      Deine Frau ist noch jung. Wenn eine Karriere angestrebt wird, dann sollte sie sobald als möglich mit der Ausbildung starten. Für die Frauen, die im mittleren Alter erst nach DE kommen, sind realistisch betrachtet alle Züge abgefahren.

      Opelfan schrieb:

      Das Schmerzensgeld für die Deutschlehrer bei den Integrationskursen für "flüchtlinge" beträgt immerhin 35€/45min.

      Hört sich vielleicht viel an, vergleicht man mit dem Gehalt eines gewöhnlichen Lehrers, relativiert sich dies.

      Gruß
      Siggi