Geldanlagen in der Ukraine

      Geldanlagen in der Ukraine

      Hallo zusammen, Ich werde diesen Sommer mit meiner Ukrainischen Frau in die Ukraine ziehen. :P Die Ukrainischen Banken zahlen einen atraktiven Zins von 12 bis 18,5% auf Griwna bei einer Laufzeit von 12 bis 18 Monaten, mit monatlicher Zinsauszahlung. :D Ist natürlich interresant wenn man sowieso Griwnas zum leben braucht. Ich möchte deshalb Griwnas auf 3 verschiedene Banken in UA anlegen. Meine Frage richtet sich besonders an die Personen die schon in der Ukraine Leben. Welche erfahrungen habt ihr mit Festgelder in UA gemacht. Wie Zuverlässig sind die Zinsauszahlungen.

      Fragwürdig

      Bin auch mal auf die Antworten gespannt. Ich kann es mir ganz schwer vorstellen wie das funktionieren soll. Bin ja auch nicht ganz auf den Kopf gefallen und meine ein wenig wirtschaftliche Zusammenhänge zu verstehen. Und da sind erstens zwischen 12 und 18% eine riesen Lücke und bei Sicherheit würde mir schon ein Weg einfallen eine große Summe Geld dort anzulegen. (nicht nur mir). Aber wenn jemand Erfahrung mit solchen Geldanlagen hat posten.

      kurze anmerkung

      Noch kurzer Erfahrungsbericht: " Als ich Im Januar in der Ukraine war hab ich um etwa 10 Uhr morgens in einer Stadt einen Menschenauflauf vor einem Gebäude beobachtet. Auf die Frage was denn los sei, sagte man mir das die Banken wieder Geld rausgeben und alle alles abheben was Sie bekommen können. Dies war anscheinend nicht immer möglich."
      Wir haben seit 2002 Geld in UA angelegt (größere Summen in Euro, was man so im Jahr zum Leben braucht, in Landeswährung). Verluste am Kapital: 0. Pünktlichkeit: wie man es gewohnt ist.

      Probleme:
      - Während der orangenen Revolution wurde es "interessant". Da hatten die Leute kein Vertrauen mehr in die Banken und wollten alles abheben. Da dies keine Bank der Welt (auch nicht in Westeuropa überlebt) hat die Nationalbank den Kontozugriff auf $150 pro Tag limitiert. Auch über Visa Electron gab es in UA nicht mehr. Ich habe seinerzeit die Panik bekommen, bin mit 6 Visa Electron Karten nach Österreich und nach einigen Tagen der Plünderung diverser Geldautomaten war das Geld wieder in Sicherheit. Hätte ich dies nicht gemacht, wäre auch nichts passiert. Zwei Monate später war alles wieder beim alten.

      - Möchte man Euro als Fremdwährung kaufen, ist es oft ganz unproblematisch. Selten bekommt man aber keine größeren Beträge (ich spreche vom fünfstelligen Eurobereich) zum ausgewiesenen Kurs. Zahlt man ein wenig mehr, dann geht es. Diese Erfahrung wurde in Sumy gemacht. In anderen Orten kann dies anders sein.

      - Bei der Anlage in Landeswährung ist zu berücksichtigen, dass diese fest an den Dollar gebunden ist. In der letzten Zeit hat also eine Person, die intern in Euro rechnet, starke Verluste hinnehmen müssen, da der Dollar (und somit auch die ukrainische Landeswährung) gegenüber dem Euro stark nachgegeben hat.

      - In der Ukraine gibt es eine staatliche Devisenkontrolle. Der Wechselkurs wird amtlich festgelegt. Da die Inflation in der Ukraine vergleichsweise hoch ist, muss man meiner Einschätzung nach mittelfristig mit einem Kapitalverlust durch Abwertung der Landeswährung rechnen.

      - Wenn man in Fremdwährung in UA anlegt, so kann es ggf. bei der Rückzahlung Probleme geben: Die Bank möchte dann lieber in Landeswährung auszahlen. Bekommen haben wir zwar die Euros immer, manchmal musste man dafür aber "auf den Tisch hauen". Schlimm war in dieser Hinsicht die UkrSoz Bank. Deswegen sehen die uns nie wieder.

      - Zum Teil sind keine Verträge mit automatischer Verlängerung möglich. Man muss also dauernd die Ablaufdaten der Anlagen überwachen und bei Ablauf Folgeverträge schließen. Zum Teil kann diese Bürokratie Stunden dauern (Das macht alles meine Frau, ich habe auf solchen Papierkrieg keine Lust.)

      Sonstige Hinweise:

      - Es gibt in der Ukraine viele kleine und unterkapitalisierte Banken. Die zahlen vielfach zwar höhere Zinsen, aber ich würde versuchen der Gier zu wiederstehen, um nicht probieren zu müssen, ob der Einlagensicherungsfond wirklich funktioniert. Kleine Banken können schon mal insolvent oder von der Nationalbank geschlossen werden. Größere Banken sind wesentlich stabiler. Der letzte größere Crash war im Jahr 2000: Dort ist eine der größten Banken, die Bank Ukraina, in Konkurs gegangen.

      - Wenn man die Anlagedauer auf wenige Monate beschränkt, ist man flexibler und kann im Katastrophenfall das Geld (oder Teile davon) in Sicherheit bringen.

      - Die Verteilung der Anlage auf mehrere Personen bzw. mehrere Banken erhöht die Sicherheit.

      - Ich würde nicht 100% meines Kapitals in der Ukraine anlegen. Aber jeder kann ja seine Risikofreudigkeit selbst einschätzen.

      - Bei den Zinssätzen muss man kein Euro-Millionär sein, um ohne Arbeit in der Ukraine leben zu können. Aber die Zinsen fallen seit Jahren. Ich würde daher nicht meine Lebensplanung darauf ausrichten, dass die Zinsen auch noch in 10 oder 20 Jahren in dieser Höhe gezahlt werden.

      - Zinserträge sind in der Ukraine steuerfrei.

      - Eine weitere Möglichkeit zur hochprofitablen Geldanlage bieten Immobilien. In den vergangen Jahren wuchsen die Preise im Durchschnitt um mehr als 50% jährlich. Das trifft natürlich nur für nachgefragte Immobilien im städtischen Bereich zu. Hier war es also möglich, stets weitaus höhere Renditen, als mit einer Kapitalanlage auf der Bank zu erzielen. Wie lange dieser Preistrend anhält, kann niemand vorhersagen.

      - Für einen Ausländer ohne Sprachkenntnisse und ohne eine Vertrauensperson vor Ort ist die Bürokratie ein solches Hindernis, dass es sich im allgemeinen nicht lohnt, über eine Geldanlage in UA nachzudenken. Interessieren tut es natürlich viele, wenn man von den Zinsen in UA erzählt...


      Gruß
      Siggi

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „Siggi“ ()

      Vielen Dank Siggi, für deinen ausführlichen Bericht. Mit welchen Ukrainischen Banken hattest du denn besonders Gute Erfahrungen gemacht bzw. keine schlechten Erfahrungen. Und ab welcher Kapitalisierung kann man eine UA Bank als gross bezeichnen.

      Gruss basel
      Wir haben anfangs sehr viel bei der Privatbank angelegt. Dies ist die größte Bank in UA. Dann bei der TasComBank (die ist nicht sehr groß, aber meine Frau kannte Mitarbeiter dort aus dem Studium und hatte daher Zugang zu internen Infos). In der letzten Zeit macht meine Frau die Anlagen bei der UkrPromBank. Vom Service her, können wir alle diese Banken empfehlen. Aber die Risikobewertung ist subjektiv, die können wir Euch nicht abnehmen. Um an wirtschaftliche Kenndaten von Banken zu gelangenk hatte meine Frau ein Magazin namens Kontrakti im Abo. Ich habe es da einfach: Ich vertraue meiner Frau, wozu hat sie schließlich Ökonomie studiert!

      Gruß
      Siggi
      Eine Sache hat ich noch vergessen: Wenn man von Anfang an weiß, dass man das Geld nur eine bestimmte Zeit (z.B. 1 oder 2 Jahre) in UA anlegen will, dann kann man dafür sorgen, dass es beim Rücktransfer keine Probleme gibt. Sonst muss man nämlich auf Tricks zurückgreifen (Kredit- Debitkarten, viele kleinere Überweisungen, etc.), da durch die Devisenkontrollgesetze der gesamte Transfer von Fremdwährungen kontrolliert und reglementiert wird. Solche Tricks sind aber mit Kosten verbunden. (Mit einem Koffer mit 100TEuro die Grenze passieren, ist i.a. keine gute Idee. Wenn sie einen erwischen, ist das Geld weg.) Auch beim Transfer von Privatvermögen in die Ukraine solle man unter 12500Euro pro Überweisung bleiben, sonst verlangt der deutsche Staat eine Deklaration.

      Gruß
      Siggi

      basel schrieb:

      Die Ukrainischen Banken zahlen einen atraktiven Zins von 12 bis 18,5% auf Griwna bei einer Laufzeit von 12 bis 18 Monaten, mit monatlicher Zinsauszahlung.



      Hallo basel,
      bitte erkundige dich einmal, was du an Znisen auf Anlagen in Dollar oder Euro in der Ukraine bekommst. Das liegt weit niedriger, denn diese Währungen sind stabiler. In der Ukraine gehen Inflation und hohe Zinsen Hand in Hand. Schaue unbedingt auch auf die dortige Preisentwicklung. Dann wird sofort klar, dass du im Vergleich zum letzten Jahr Sommer nunmehr heute erheblich mehr Geld benötigst für den Lebensunterhalt. Und unter erheblich verstehe ich nicht nur 15 % mehr!
      Wir haben uns nicht nur wegen dieses Aspektes für ein Leben in Deutschland entschieden. Könnte sich allerdings auch einmal anders entwickeln.
      Hallo Nobody,

      natürlich gibt es in Dollar oder Euro weniger, aber mit ca. 10% in Euro und 12-13% in Dollar immer noch deutlich mehr, als in Westeuropa. Wenn man von seinem Kapital in UA leben will, dann sollte man so kalkulieren, dass man ein wenig Luft hat und nicht so, dass es jetzt gerade so langt. Ich hatte auch schon darauf hingewiesen, dass meiner Meinung nach langfristig die Zinsen nicht auf diesem Niveau bleiben werden. Aber unabhängig vom Wohnort (das geht auch, wenn man in DE lebt): Warum nicht einfach ein wenig von den hohen Zinsen in UA profitieren?

      Gruß
      Siggi
      P.S: Mein Bruder wohnt auch in Haltern.
      Hallo Nobody,

      Uns sind Zins Sätze für US Dollar um 9% und für Euro um 8% bekannt. Dabei gehen dann noch 1% bei der Auszahlung der Fremdwährung verloren.In US Dollar würde ich nicht Investieren. Weil der US Dollar seit den 50 zigern ständig an Wert verliert. Allein in den letzten 8 Jahren hat der US Doller 46% :thumbdown: an Wert verloren. Deswegen den USDollar als Stabile Währung zu bezeichnen ist eigentlich ein Witz.

      Wenn man z.B 20 000 Euro in Griwna anlegt, beträgt der monatliche Zins 2160 Griwna, der gleich Anlagebetrag in USD bringt nur 1029 Griwna monatlich und in Euro gerademal 916Griwna im Monat. Wenn jemand sowieso Griwnas für den Alltag braucht ist die Wahl in die einheimische Währung sicher interessant.

      Der Griwna wird ja von der Ukrainischen Regierung künstlich auf hohem Nivau gehalten. Siggi kann sicher mehr dazu Schreiben. Ich meine mich zu erinnern das 2003 der Griwna aufgewertet wurde. Auf jedenfall stand damals der Kurs für US Doller bei 6 Griwna und der Euro bei 7 Griwna.Ein paar Wochen Später bei meinem nächsten Besuch bekam man nur noch 5 Griwna für den USDoller, und 6 Griwna für den Euro. Also wurden der US Dollar und der Euro damals zum Griwna abgewertet.Der Euro hat sich mitlerweile wieder auf 7,90 Griwna hochgearbeitet.

      In Deutschland steigen die Preise auch erhäblich.Milchprodukte um 50%, Brot um 30%, Benzin um 30%, Abfallgebühren um 48%, Strom um 20%, Gas um 30%, Obst/Gemüse um 30%, Fleisch um 30%, Die Bahn um 18%, Parkgebühren um 50%, Gebühren bei den Ämtern um 46% usw. usw. Wie können die Politiker den hier behaupten wir hätten eine Inflation von 3,5%. Wenn dies jeder Idiot selbst nachrechnen kann. Geldmengenwachstum minus Wirtschaftwachstum gleich Inflation.Also gewachsene Geldmenge ( Anstieg von bedrucktem Papier) in Deutschland 11,5 % minus 2,5% Wirtschaftswachstum gleich 9% Inflation in Deutschland. Das heist wenn jemand in Deutschland 20 000Euro für 4 % anlegt hatt er nach 12 Monaten Inflationsbereinigt nur noch 19 000 Euro. also 5 %minus. ?(

      Viele Grüsse, basel

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „basel“ ()

      Hallo Basel,

      Dabei gehen dann noch 1% bei der Auszahlung der Fremdwährung verloren

      Das ist nicht üblich. Habe ich z.B. 5000 Euro auf ein Festgeldkonto in der Ukraine in bar eingezahlt, dann gibt es auch 5000 Euro + Zinsen wieder in bar ausgezahlt. Anders sieht es aus, wenn Euro aus Deutschland auf ein ukrainisches Konto überwiesen wurde. Da nimmt dann die Bank bei der Barauszahlung Gebühren. Aber hier kann man bei größeren Summen mit der Bank handeln. Wenn man das Festgeld bei derselben Bank anlegt, bei der man auch das Girokonto hat, so sollten sich diese Gebühren gänzlich vermeiden lassen.

      Ich finde leider online keine Zinssätze, bei den Banken, die die meisten Zinsen geben. Hier
      swedbank.ua/index.php?cat=591
      gibt es 13,5% in UAH, 10,5% in Dollar und 9,5% in Euro. Wenn ihr also eine Bank findet, die 18,5% höhere Zinsen in Landeswährung bietet, dann sollte es deutlich mehr als 10% in Euro geben. Nicht, dass ich damit eine Anlage in Euro vorschlagen würde, nur der Vollständigkeit halber sei dies vermerkt.

      Gruß
      Siggi
      Bei uns in der Nachbarschaft hat eine Kreditagentur eröffnet. Sie suchen noch Kapitalgeber. Die Kapitalrendite beträgt 25%, d.h. nach gut 3 Jahren hat sich das Kapital verdoppelt! :huh:

      So wer ist jetzt mutig und beleiht sein Häuschen? ;)

      Gruß
      Siggi
      In der Ukraine gibt es eine staatliche Devisenkontrolle. Der Wechselkurs wird amtlich festgelegt. Da die Inflation in der Ukraine vergleichsweise hoch ist, muss man meiner Einschätzung nach mittelfristig mit einem Kapitalverlust durch Abwertung der Landeswährung rechnen.

      Da hatte ich mich wohl (zumindest kurzfristig) getäuscht. Es ging genau anders herum. Die ukrainische Landeswährung ist im Vergleich zum Dollar um ca. 10% aufgewertet worden, um die Inflation zu bekämpfen! Der Euro steht jetzt bei 7,15 aber in diesem Jahr hatten wir schon eine Acht vor dem Komma gesehen. Eine verrückte Berg- und Talfahrt, ich wage keinerlei Vorhersagen. ?(

      Gruß
      Siggi
      Hallo zusammen,
      ich war ende Mai in der Ukraine,die Raiffeisenbank bot folgende Konditionen
      Festgeld 12 Monate folgende Zinsen
      € ab 10.000 19%
      $ ab 10.000 16%
      Griwna 11%

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Christian53“ ()

      Hallo Christian,

      da scheint sich mir ein Fehler in Deinem Bereicht eingeschlichen zu haben. UAH hatte bei allen Angeboten, die ich über Jahre gesehen habe, immer eine viel höhere Verzinsung als EUR oder USD. Nach Deiner Schilderung ist genau umgekehrt, was nicht plausibel ist. Hier sind die aktuellen Konditionen zu finden (sogar in Englisch): aval.ua/eng/personal/accounts/deposit/

      UAH max. 15,31%
      USD max. 9,25%
      EUR max. 7,75%

      Die Raiffeisenbank Aval bietet deutlich nicht die besten Kondition in UA.

      Gruß
      Siggi
      @Siggi,

      Danke für den Hinweis habe tatsächlich die Währungen vertauscht. :dash: Die 19 % stimmen, allerdings war es ,so wie mir meine Liebste Heute Morgen am Tel mitteilte, die Delta Bank die damit auch sehr stark im TV Werbung betreibt
      Wir waren heute gerade bei der UkrPromBank. Die Zinsen sind gestiegen!?
      16% auf EUR
      17% auf USD
      23% auf UAH
      Nein, nicht wirklich: Zusätzlich nimmt man an einer Lotterie teil. Nur wenn man gewinnt, gibt es 5% Zinsen extra (daher die erhöhten Sätze, mit denen Werbung gemacht wurde). Für Tagesgeld erhalten wir zurzeit 12% in UAH. :thumbsup:
      An solchen Tagen frage ich mich immer wieder: Warum arbeite ich noch?

      Gruß
      Siggi

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Siggi“ ()

      basel schrieb:

      Also dann ist der 1% tige Abzug nur bei Überwiesenen Fremdwährungen.
      Ich kann es mir eigentlich nicht vorstellen, aber in UA mag alles etwas verrückter sein. ;) In der Schweiz ist es üblich auf ein Fremdwährungskonto zB EUR diese 1% Abzug / Aufschlag bei Bar EIN-u Auszahlungen zu verlangen. Ist ja auch logisch, bare Fremdwährung kostet Geld.

      Agio/Disagio bei Ein-/Auszahlungen 1% (mind. CHF 20.-) auf dem Barbetrag.
      bankcoop.ch/index/privatkunden/konti/eurokonto.htm
      bankcoop.ch/index/privatkunden/konti/fremdwaehrungskonto.htm

      Also seit ihr euch wirklich sicher, dass es diese Gebühren für Bares in UA nicht gibt?