Ausbürgerung von der Krim-Ukraine Russland? - Deutsche Staatsbürgerschaft

      Ausbürgerung von der Krim-Ukraine Russland? - Deutsche Staatsbürgerschaft

      Meine Frau kommt ja von der Krim. Nach dem die Krim nun von den Russen Annektiert worden ist will meine Frau nun die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen obwohl Sie für Deutschland eine unbefristete Niederlassungserlaubnis hat. Sie hat bereits den Einbürgerungstest gemacht und hat alle notwendigen Unterlagen bei der Ausländerbehörde abgegeben. Die Ausländerbehörde unterstützt Sie dabei und hat den Vorgang auf eilige Bearbeitung gesetzt. Vermutlich wird sie in 6 Wochen die Zusicherung haben. Anschließend wollen wir zur Ukrainischen Botschaft nach Hamburg um die Ausbürgerung zu beantragen. Da werden wir wahrscheinlich auf Schwierigkeiten stoßen da die Ukraine ja nun kein Zugriff mehr auf die Verwaltung der Krim hat. Falls jemand von Euch einen Partner von der Krim hat und den gleichen Vorgang machen möchte wäre es schön wenn ihr auch über Eure Erfahrungen berichten könntet. Bei der Ausländerbehörde war man auch noch sehr ratlos. Einerseits erkennt weder Deutschland noch die Ukraine die Annektierung an. Ist die Ukraine noch zuständig? Andererseits müssen alle Ukrainer auf der Krim bis zum 15. April schriftlich bekannt geben ob Sie Ukrainer bleiben wollen. Alle anderen werden automatisch Russen. (Meine Frau ist nicht als Auslandsklebende Ukrainerin gemeldet). Sollte es keine Lösung gibt muss die Ukrainische Botschaft das Bescheinigen. Dann wird die Ausländerbehörde eine Entscheidung über den weiteren Fortgang treffen.
      Ich möchte Euch jetzt keinen Schreck einjagen....

      Aber Du schreibst, dass Deine Frau nicht als auslandslebende Ukrainerin gemeldet ist..

      In diesem Fall wird das Konsulat m. E. nach den Ausbürgerungsantrag so gar nicht entgegennehmen. Voraussetzung für den Antrag auf Ausbürgerung ist, dass man beim Konsulat registriert ist.
      Siehe hier: botschaftbonn.wordpress.com/cons/stag/entlassung/

      Meine Frau ist seit 2013 registriert. Eine Menge Papiere waren zu besorgen. Insgesamt hat das Verfahren etwa 1 Jahr gedauert.

      An Eurer Stelle würde ich zuerst klären, welche Staatsbürgerschaft Deine Frau nun hat bzw. haben wird. Dass alle die sich nicht bis zum 15.4. melden, automatisch Russen werden kann ich mir nicht vorstellen. Das wäre ein starkes Stück: aufgedrängte Staatsbürgerschaft!!! Wenn dem tatsächlich so ist, stellt sich dann die Frage, ob sie dadurch gleichzeitig ihre ukr. Staatsbürgerschaft verlieren.
      Gruß
      MaBo

      MaBo schrieb:

      An Eurer Stelle würde ich zuerst klären, welche Staatsbürgerschaft Deine Frau nun hat bzw. haben wird. Dass alle die sich nicht bis zum 15.4. melden, automatisch Russen werden kann ich mir nicht vorstellen. Das wäre ein starkes Stück: aufgedrängte Staatsbürgerschaft!!! Wenn dem tatsächlich so ist, stellt sich dann die Frage, ob sie dadurch gleichzeitig ihre ukr. Staatsbürgerschaft verlieren.


      Die Infos kommen von Ihrer Mutter die auf der Krim lebt.
      Womöglich ist das Beste wenn die Ukraine nicht mehr zuständig ist. Möglicherweise kann Sie hier einbürgert werden wenn Sie nicht zwangsweise eine Russin werden will. Die Ausländerbehörde hat so etwas angedeutet...
      Aber wir werden sehen wie es weiter geht.

      MaBo schrieb:

      An Eurer Stelle würde ich zuerst klären, welche Staatsbürgerschaft Deine Frau nun hat bzw. haben wird. Dass alle die sich nicht bis zum 15.4. melden, automatisch Russen werden kann ich mir nicht vorstellen. Das wäre ein starkes Stück: aufgedrängte Staatsbürgerschaft!!! Wenn dem tatsächlich so ist, stellt sich dann die Frage, ob sie dadurch gleichzeitig ihre ukr. Staatsbürgerschaft verlieren.


      Wird doch nirgends gesagt.

      confusion schrieb:

      Andererseits müssen alle Ukrainer auf der Krim bis zum 15. April schriftlich bekannt geben ob Sie Ukrainer bleiben wollen. Alle anderen werden automatisch Russen.
      Ein Blick ins ukr. Staatsbürgerschaftsgesetz: zakon2.rada.gov.ua/laws/show/2235-14

      Steht in Art. 19 Nr. 1 nicht, dass man seine ukr. Staatsbürgerschaft verliert, wenn man aus freien Stücken eine andere Staatsbürgerschaft wählt. (Kann leider kein ukrainisch)
      Die Frage ist dann, ob die Nichtmeldung bis zum 15.4 und anschließender russ. Staatsbürgerschaft, ein freiwilliger Akt im genannten Sinne ist. Das die Nichtmeldung ein freiwilliger Akt ist habe ich meine Zweifel, zumal in confusions Fall der Umstand hinzukommt, dass seine Frau in D ist und nicht einfach mal so auf die schnelle nach UA fahren kann...
      Gruß
      MaBo

      Koschka schrieb:

      Ukrainerin Olga Geißler aus Charkow bekommt die doppelte Staatsbürgerschaft im Juni 2014 in Deutschland.

      Ah, jetzt weiss ich von was du sprichst:
      n-land.de/lokales/lok-detail/d…Bforgot%5D=1#.U6rHl_l_t8E

      Sie bekommt nicht die dopplete Staatsbürgerschaft, sondern Sie bekommt die deutsche Staatsbürgerschaft unter Hinnahme der Mehrstaatigkeit. Ihre ukr. Staatsbürgerschaft verliert sie nicht automatisch, sondern erst nachdem Sie den ukr. Behörden angezeigt hat, dass sie nun (auch) Deutsche ist.

      Hat die jetzt glückliche Olga alle Gerichtsinstanzen durchlaufen? Der Innenminister von Bayern ist schon ein guter Mann...
      Also, an alle die in Bayern leben: Pass wegwerfen bzw. auslaufen lassen und ein schönes Schreiben an den Innenminister formuliert..
      Gruß
      MaBo
      Hallo zusammen,

      scheint ja, dass einige Glück haben und eingebürgert werden, trotz einer Hinnahme der doppelten Staatsbürgerschaft. Gerne würde ich das auch in Köln wünschen, mein Antrag wurde abgelehnt, da ja Anträge auf Ausbürgerung entgegengenommen werden. Aber die Bearbeitungszeit ist ja sehr lange und das interessiert niemand. Ich soll bis zu zwei Jahren warten und erst dann dürfen die mich auch mit ukrainischer Staatsbürgerschaft einbürgern. Laut Konsulat brauchen die für eine Ausbürgerung mehr als ein Jahr.

      Ich pflege Kontakt zu meinem Landtagsabgeordneten wegen meines Praktikums und habe sogar den Innenminister getroffen. Vielleicht hätte ich es ihm ja sagen sollen.. :D

      Aber jetzt die Frage, stimmt es nun wirklich, dass man die ukr. Staatsangehörigkeit verliert, wenn man die deutsche annimmt und diese bei der ukr. Behörde (Welche denn?) anzeigt? Kann jemand vielleicht näheres erläutern? Wäre sehr interessant für alle Einbürgerungsbewerber hier. Danke!
      Dank Putin muss sich meine Frau, Ukrainerin von der Krim, jetzt in Deutschland lebend, demnächst entscheiden ob sie die deutsche oder die russische Staatsbürgerschaft annimmt.
      Ihre erwachsenen Kinder die in Sewastopol leben wurden bereits unter Androhung des Jobverlustes bei Weigerung gezwungen Bürger Russlands zu werden. Das ging alles unglaublich schnell. Ihre ukrainischen Heimatpässe durften Sie jedoch behalten.
      Der einfachste dieser Wege führt zur russischen Staatsbürgerschaft. Aber wie sieht es aus mit eventuellen Schikanen seitens der ukrainischen Grenzbeamten für ehemalige ukrainische Bürger mit neuem russischem Pass ausgestellt auf der Krim nach der Annexion ?
      Es soll ja ukrainische Gesetze geben die so etwas unter Strafe stellen.
      Letztendlich will ja meine Frau auch ihre Verwandten in der Ukraine mit dem neuen russischen Pass besuchen.
      Konnte in der kurzen Zeit seit der Annexion der Krim durch Russland schon jemand Erfahrungen dahingehend sammeln ?

      uaexpress schrieb:

      gezwungen Bürger Russlands zu werden.


      Demzufolge haben Sie ja jetzt einen russischen Pass.

      uaexpress schrieb:

      Ihre ukrainischen Heimatpässe durften Sie jedoch behalten.


      Wie Du selbst schreibst auch einen ukrainischen Pass!??

      uaexpress schrieb:

      ehemalige ukrainische Bürger mit neuem russischem Pass ausgestellt auf der Krim nach der Annexion ?
      Es soll ja ukrainische Gesetze geben die so etwas unter Strafe stellen.
      Letztendlich will ja meine Frau auch ihre Verwandten in der Ukraine mit dem neuen russischen Pass besuchen.


      Sie könnte den Besuch doch einfach mit dem alten ukrainischen Pass machen.Es weiß doch noch niemand wohin die Reise der UA überhaupt geht-ich persönlich glaube nicht einmal das es die UA in der jetzigen Form in einem Jahr überhaupt noch gibt:Man kann sich keine "Brüder,Schwestern und Freunde" zurechtbombardieren.

      Gruß von

      Martini
      Der einfachste dieser Wege führt zur russischen Staatsbürgerschaft

      Um die meine Frau gerade vor Gericht kämpft. So ist das wohl immer im wirklichen Leben: Die einen wollen es haben, bekommen es aber nicht und die anderen, die es einfach bekommen, wollen es eigentlich nicht.

      uaexpress schrieb:

      Konnte in der kurzen Zeit seit der Annexion der Krim durch Russland schon jemand Erfahrungen dahingehend sammeln ?

      Keine eigene Erfahrung, aber einen "Reisebericht":
      news.mspravka.info/news/45606

      Meine Frau macht sich auch viele Sorgen um beide Fälle: Was passiert, wenn sie die Staatsbürgerschaft nicht bekommt und welchen Schikanen seitens UA sie im anderen Falle ausgesetzt ist.

      Gruß
      Siggi
      Danke Siggi, für die Info. Ein interessanter und gleichzeitig abschreckender Bericht. Dieser neue russische Krim-Pass ist jenseits der russischen Grenzen nichts wert. Völkerrechtlich wird die Annexion der Krim nicht anerkannt und folgedessen ist ein von diesem Staatsgebilde ausgegebenes Dokument für Grenzübertritte wertlos. Keine deutsche oder EU Ausländerbehörde würde einen Aufenthaltstitel in ein solches Dokument eingeben. Meine Frau wird also wohl ihren ukrainischen Pass behalten. Für Besuche auf der Krim sowie auf dem ukrainischen Festland reicht er allemal. Dass man mit ihm die Grenze zwischen Krim und dem Festland Ukraine heute nicht direkt passieren kann muss man wohl hinnehmen. Aber das kann sich ja noch ändern. Alles weitere wird kurzfristig vor Ort geklärt. Fakt bleibt : diese Annexion war absolut unnötig, sie bringt nur viel Leid und Unsicherheit für die Zukunft der Menschen auf der Krim. Hat Putin in seinem Riesenreich nicht genug zu tun ? Kommt Langeweile auf ? Dann mal kurz irgendwo einmarschieren, interessiert ja doch keinen wirklich. Hauptsache der Rubel rollt weiter !

      uaexpress schrieb:

      Dass man mit ihm die Grenze zwischen Krim und dem Festland Ukraine heute nicht direkt passieren kann muss man wohl hinnehmen

      Meine Frau hat mit ihrem UA Pass die Grenze zwischen Festland und Krim Anfang Mai problemlos passiert.

      Keine deutsche oder EU Ausländerbehörde würde einen Aufenthaltstitel in ein solches Dokument eingeben

      Bist Du da sicher? Auf der Webseite der Botschaft finde ich nur:
      Für Visaanträge von Bewohnern der Krim ist die Deutsche Botschaft Kiew zuständig. Dies gilt unabhängig davon, ob die Antragsteller einen ukrainischen Reisepass vorlegen, oder ob sie über einen Reisepass verfügen, der von einem dritten Staat rechtswirksam ausgestellt wurde, sofern der Wohnsitz des Antragstellers auf der Krim liegt

      kiew.diplo.de/Vertretung/kiew/…sastelle__Startseite.html
      Würde man solche wichtige Information nicht publizieren? Ich finde keinen einzigen Hinweis, auf das von Dir behauptete Vorgehen der Botschaft.

      Meine Frau wird also wohl ihren ukrainischen Pass behalten

      Wenn es nie ein Erbe auf der Krim gibt und ihr dort nur als Touristen seid, halte ich diese Entscheidung für vernünftig.

      Gruß
      Siggi

      uaexpress schrieb:

      Fakt bleibt : diese Annexion war absolut unnötig, sie bringt nur viel Leid und Unsicherheit für die Zukunft der Menschen auf der Krim


      Nur für den Fall das Du da irgendetwas verwechselst:Unsicherheit,Tote und ganz viel Leid gibt es momentan jeden Tag in der Ostukraine-aber nicht auf der Krim. Diese "Annexion" war sogar wichtig für den Weltfrieden-der "kriegsgeile Ami" hätte nur zu gern die Schwarzmeerflotte von der Krim verscheucht.Und-nicht zu vergessen-hat Putin das hinbekommen ohne das Hunderte dafür Ihr Leben gelassen haben.

      uaexpress schrieb:

      Dann mal kurz irgendwo einmarschieren, interessiert ja doch keinen wirklich.


      Er mußte überhaupt nicht einmarschieren da reichlich Soldaten vor Ort waren,außerdem existierte ein gültiger Pachtvertrag nachdem 25.000 Soldaten auf der Krim stationiert sein durften.

      Ich fand und finde seine Handlungsweise mutig,wohlüberlegt und gut ausgeführt-meinen Respekt hat er dafür!

      Gruß

      Martini