Alltag in Zeiten der Krise

      Alltag in Zeiten der Krise

      Ich habe lange überlegt wo ich diesen Beitrag schreiben soll, ich bin aber der Meinung er gehört hier rein und nicht in den Politik-Bereich.
      Hier wird soviel politisiert ohne nach den Menschen zu fragen die darunter zu leiden haben.
      Ich bin mit einer ostukrainischen Frau verheiratet, wir haben 2 Kinder und leben in DE.
      Meine Meinung ist also sehr vom vom Osten der Ukraine beeinflusst, wir haben aber auch Freunde in Kiew.
      Diese Freunde waren bei der orangenen Revolution dabei und finden das was auf dem Maidan diesmal ablief einfach nur befremdlich.
      Ich bin wie viele hier im Forum sehr bestürzt über die einseitige Berichterstattung der deutschen Medien über die Ukraine
      seit beginn des Putsches und bin sehr beschämt über die Politik unseres Landes.
      Wir haben Familie und Freunde in Lughansk, Donetsk, Kiew, und Odessa und alle von ihnen haben seit der "Wende" nur schlechte Erfahrungen machen müssen.
      Der Bruder meiner Frau ist Fernfahrer und hat schnell gelernt das er im Westen besser nur noch ukrainisch reden sollte.
      Eine Freundin fährt jeden Tag in Donetsk an den Barrikaden vorbei und fühlt sich wie in einem surrealistischen Film.
      Das größte Thema ist aber das Zwiebeln zum Beispiel inzwischen genauso teuer geworden sind wie in Deutschland.
      Unsere Tochter (10) soll in den Sommerferien ihre Babuschka in Lughansk besuchen,
      die Flüge sind schon gebucht. Ich persönlich habe im Moment Angst sie alleine da hinfahren zu lassen.
      Ich meine hier im Forum ( im Scherz) mal gelesen zu haben das im Gegensatz zur Westukraine die Leute in der Ostukraine nur am WE Gebäude besetzen weil sie unter
      der Woche arbeiten müssen. Das ist leider kein Scherz. Aber ich denke das gilt sowohl für den Westen als auch für den Osten.
      Was ich damit sagen möchte ist das die "normale " Bevölkerung weder am Putsch auf dem Euromaidan noch an den Aktionen im Osten im Moment beteilig sind.
      Und wenn sie es sind dann nur durch finanzielle Mittel aus dem Ausland (USA-EU UND RU).
      Der Vater meiner Frau ist Bergarbeiter in Lughansk und hat miterlebt wie die Busse der Arbeiter von Fremden angehalten wurden um Protestler zu werben.
      Es wurde Essen, Alkohol und Geld versprochen wenn sie mitkommen würden. Niemand kannte diese Leute. Und das ist das große Problem in der Ost-Ukraine zu Zeit.
      Niemand kennt die Leute die diesen "prorussischen" Aufstand anzetteln.

      Ich würde hier gerne mehr über die tatsächlichen Probleme der Menschen in der Ukraine erfahren und nicht über die Ereignisse von ein paar Krawallmachern.
      Wir sollten mehr über das wahre Leben und die Menschen berichten als über die Propaganda aus dem Westen und dem Osten.

      Vielleicht lesen das dann auch ein paar Politiker und andere Idioten die meinen das Schicksal eines Landes bestimmen zu können.
      Hallo und danke, dass du dies hier reingeschrieben hast!
      Natürlich heiße ich dich auch erst einmal herzlich willkommen!

      Ich habe in verschiedenen Städte, darunter eine Freundin in Odessa, in Donetsk und Uzghorod.
      Erstere haben mittlerweile Angst rauszugehen und erledigen das Meiste und Wichstigste nur von im Schnelldurchgang.
      Besonders traurig: Sie entscheiden sich eher am Wochenende zu Hause zu bleiben, als in einem Club oder sich mit Freunden zu treffen.

      In Kiev gehen die Menschen mittlerweile völlig normal mit der Situation um und Uzghorod bekommt eher weit entfernt mit.
      Mich erschreckt es einfach, dass es so weit gekommen ist, dass die eigenen Menschen Angst haben, rauszugehen.
      Hallo borland, vielen Dank für Deine ehrlichen Worte. Ich schreibe das weil ich es für mich herauslesen konnte! Bis zu dem zitierten gehe ich absolut mit Dir u kann Deine Ängste, Sorgen, den Ärger u auch eine Art Hilflosigkeit in der man sich einfach befindet genau nachvollziehen. Die meisten hier haben einen Partner aus der UA u Kinder u ich denke..ja, das ist wirklich das richtige Wort, wir fühlen uns alle hilflos! Ein Teil der Leichtigkeit ist dahin u man steht ständig unter Hochspannung! Wenn ich zb heut abend einen Film zusammen mit meiner Frau anschauen möchte, weiß ich dass sie lieber mit ihrer Mutter skypt oder im Netz Nachrichten liest..(nur ein Bsp) Ich meine diese Dinge in der UA verändern damit auch einen Teil unser aller Privatleben hier in D.

      borland wrote:

      Hier wird soviel politisiert ohne nach den Menschen zu fragen die darunter zu leiden haben.

      Ich denke schon dass hier auch viel über die Menschen geschrieben wird, da wir uns alle um unsere Lieben sorgen.
      Es gibt viele persönliche Beiträge, wie wir uns fühlen aber auch wie sich unsere Verwandten u Freunde fühlen u es ist denke ich unverzichtbar u zeigt wie unsere Herzen leiden.

      Da soviele negative Dinge zur Zeit passieren, kochen hier natürlich die Emotionen sehr schnell hoch! Ich bin da leider ein Paradebsp!
      Ich fühle mich manchmal, wenn ich im nachhinein meine Posts lese, wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde!
      Ich nehme mir vor mich zu bessern u zb erst eine zu rauchen, bevor ich auf einen in meinen Augen ärgerlichen Post reagiere, klappte leider nicht immer!

      borland wrote:

      Was ich damit sagen möchte ist das die "normale " Bevölkerung weder am Putsch auf dem Euromaidan noch an den Aktionen im Osten im Moment beteilig sind.


      Hier möchte ich Dir, falls Du gestattest ein wenig widersprechen!

      Ich denke schon dass im Osten bei den Aktionen viele "normale " Bevölkerung dabei ist.
      Bei den Demos vielleicht mehr als bei anderen Dingen aber grundsätzlich denke ich dass die meisten Leute..ganz normale Ukrainer sind.

      Ich finde man sieht das am besten in den geposteten Videos u hört es, wenn man ihnen einfach zuhört!
      Ich spreche zb leider kein russisch u muß mir alle Nachrichten aus Ru u UA von meiner Frau übersetzen lassen, aber den Schmerz, die Wut, die Unzufriedenheit u das Leid höre ich heraus!!

      Leute, die sich unbewaffnet vor Panzer werfen, das sind keine durchtrainierten Männer sondern Männer mit Bäuchen, Frauen u alle Personen sind in allen Altersklassen zu finden. Außerdem hört meine Frau u ich denke viele andere UA Frauen hier auch den UA Dialekt heraus, meine Frau kann fast immer sagen aus welcher Stadt die Leute in den Video kommen..ohne es vorher gelesen zu haben.

      Es gibt aber auch viele, die aus Angst nicht auf die Straße gehen, nicht zu den Demos zb mein Schwager!
      Er ist zwar 28 jahre alt, aber meine Schwiegermama verbietet ihm rigoros zu Demos nach Donezk zu fahren, einfach weil eine Mutter Angst um ihren Sohn hat!
      Ich denke dass das vielen Leuten so geht!
      “Willen braucht man. Und Zigaretten.”

      Helmut Schmidt
      Hallo borland,

      von meiner Seite herzlichen Dank für Deinen Beitrag und willkommen als aktives Mitglied im Forum!

      Du sprichst mir aus der Seele. Auch ich bin der Meinung, dass hier seit langem viel zu viel politisch schwadroniert wird, deshalb habe ich mich auch in letzter Zeit kaum noch an den Diskussionen beteiligt. Die Diskrepanz zwischen den Darstellungen in den Medien (aus welcher Richtung auch immer) und der alltäglichen Situationen der Menschen vor Ort hat tatsächlich etwas Surrealistisches an sich. Wie unnötig ist doch das ganze Geschehen! Bis auf wenige Einzelne hat niemand irgendetwas davon, außer Zukunftssorgen.

      Die eigene Ohnmacht angesichts der aktuellen Vorgänge, die wir der sogenannten Weltpolitik und einzelnen kommerziellen Interessen zu verdanken haben und die letztendlich viele Millionen von friedlichen Bürgern in UA und anderen Ländern ausbaden dürfen, ist oft schier unerträglich.

      Auch wir haben eine zehnjährige Tochter, die im Sommer in den Schulferien geplant hat, ihre Babuschka zu besuchen. Diese wohnt allerdings im Westteil der UA. Auch wir haben bereits die Tickets gekauft. Ob der Besuch, auf den die Kleine sich riesig freut, Wirklichkeit wird, steht leider noch in den Sternen. Letztendlich werden wir wohl die Babuschka entscheiden lassen, da sie die Lage vor Ort besser einschätzen kann, als wir von Deutschland aus.

      Seit letzem Montag ist meine Frau zu Besuch bei ihren Eltern in UA, anlässlich zweier Geburtstage und um bei der Renovierung des Badezimmers zu helfen. Bisher hat sie mir nichts von ungewöhnlichen Vorfällen berichtet, alles scheint mehr oder weniger wie immer. Auch ihre Reise ist ohne jeden Zwischenfall verlaufen - hoffentlich bleibt es so auch beim Rückflug am kommenden Dienstag. Ich warte schon gespannt auf ihre detaillierten Schilderungen der Situation dort.

      Was uns bleibt, ist doch nur die Hoffnung auf eine möglichst schnelle Stabilisierung und Verbesserungen des alltäglichen Lebens. Wie diese zustande kommt, ist mir persönlich dabei herzlich egal, Hauptsache, sie tritt ein.

      Ich wünsche allen Betroffenen alles Gute für die Zukunft.

      Reinhard
      =!..
      Also unsere Familie aus Donezk interessiert sich einen SCHEISS für Politik.

      Die sind weder für die Armee auf der Straße, für selbsternannte Milizen oder Banditen, die sich als Aktivisten ausgeben.
      Die machen sich eher sorgen um ihre Arbeitsplätze oder Renten und die momentane Willkür.

      Solocha wrote:

      Wie diese zustande kommt, ist mir persönlich dabei herzlich egal, Hauptsache, sie tritt ein.

      So sehe ich das auch mit einer Rahmenbedingung: Keine weiteren Todesopfer!

      Ich sehe seit Monaten nur, dass jeder Schritt die Probleme des Landes erhöht. Es geht soweit, dass ich nicht nur keine Perspektive für einen Wandel sehe, nein ich wäre schon froh, die sicher nicht optimale, aber dafür stabile Situation der Vergangenheit zurückzubekommen. Juschtschenko oder Janukowytsch, ich wäre mit jedem einverstanden. So minimal sind bereits meine Anforderungen.

      Gruß
      Siggi, der morgen versuchen wird, auf die Krim zu fahren
      Meine Familie und Freunde sagen auch, dass das was jetzt gerade geschiet auch vorbei gehen wird. Sie gehen weiter zur Arbeit.
      Aber was wird danach? Eine große Angst ist, dass es genau so weiter geht wie vorher. Auch mit einer föderalern Struktur könnte das passieren.

      Post was edited 1 time, last by “lelocle” ().

      Siggi wrote:

      So sehe ich das auch mit einer Rahmenbedingung: Keine weiteren Todesopfer!

      Ich sehe seit Monaten nur, dass jeder Schritt die Probleme des Landes erhöht. Es geht soweit, dass ich nicht nur keine Perspektive für einen Wandel sehe, nein ich wäre schon froh, die sicher nicht optimale, aber dafür stabile Situation der Vergangenheit zurückzubekommen. Juschtschenko oder Janukowytsch, ich wäre mit jedem einverstanden. So minimal sind bereits meine Anforderungen.

      Gruß
      Siggi, der morgen versuchen wird, auf die Krim zu fahren

      Dito.
      Meine Frau liest seit geraumer Zeit überhaupt keine Nachrichten mehr. Ist vielleicht auch besser so.
      Drücke dir alle Daumen Siggi für deine Reise in die "Heimat".
      mfg
      badossi
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      Wer keine Angst vorm Teufel hat, braucht auch keinen Gott.
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      Siggi wrote:

      Juschtschenko oder Janukowytsch, ich wäre mit jedem einverstanden. So minimal sind bereits meine Anforderungen.

      Siggi, der morgen versuchen wird, auf die Krim zu fahren


      Soetwas hätte man sich vor kurzem nicht mal im Traum vorstellen können, dass man Juschtschenko und Janukowitsch in einem Atemzug und dem Verweis auf relative Zufriedenheit nennen würde. Aber trauriger Weise muss ich Dir auch im Bezug auf diese Feststellung mal wieder uneingeschränkt zustimmen. Ich wünsche Dir und Deiner Frau das Ihr hoffentlich ohne Probleme und unversehrt auf der Krim in Eurem Sommerdomizil ankommt. Lass bitte nach Ankunft von Dir hören.
      Gruss Fasil
      Alltag in Zeiten der Krise - ein gutes Stichwort.

      Mein Mann und ich waren ein paar Tage vom aktuellen Geschehen abwesend. Wir haben Familie und Freunde besucht, aber keinen Wert auf Medieninformationen gelegt - wir wollten einfach nur entspannen und das ist uns auch gelungen.

      Gestern erfuhren wir bei Freunden, das es in der Ukraine etliche Tote gegeben haben soll. Ich habe nur kurz überlegt und für mich entschieden, dass es heute auch noch reicht, die entsprechenden Nachrichten zu lesen. Ich wollte den Kurzurlaub, der einfach schön war, gestern Abend ohne Probleme ausklingen lassen.

      Heute morgen war der Schock umso größer. Ich konnte es nicht fassen, was alles während unserer Abwesenheit passiert war. Mir standen die Tränen in den Augen. Trotzdem war ich alles in allem froh, ein paar Tage dem Alltag entflohen zu sein, denn irgendwie brauchen wir das doch alle.
      Möchte mal wieder ein Update meines Umfeldes geben.
      Bisher war die Stimmung in unserer Familie in der Ukraine so das sie gesagt haben: "Ist mir egal, ich gehe arbeiten, und mache alles wie bisher, wird schon alles gut".
      Inzwischen haben alle nur noch Angst. Der Bruder meiner Frau, der Fernfahrer hat inzwischen seine Arbeit verloren.
      Freunde die selbständig sind wissen nicht wie sie ihre Kredite zurückzahlen sollen.
      Meine Frau sagt man kann nur noch 500 Hriwna pro Tag bei der Bank abholen, und es wird erzählt die Prämie
      für Leute die den Krieg mitgemacht haben wird am 9.5. auch nicht bezahlt. Sind zwar nur 30€ ,aber für einen Rentner eine ganze Menge. Auch habe ich gehört die Prämien die für die Teilnahme an den Protesten gezahlt wird liegt weit unter den hier genannten Zahlen. Dadurch kann man also auch nicht seinen Lebensunterhalt bezahlen.
      Also denke ich niemand geht nur wegen dem Geld auf die Barrikaden.
      Danke borland,

      endlich mal wieder ein Beitrag ohne Politisierung aus dem wirklichen Leben, genau deshalb lese ich seit Jahren mit. Ich wollte schon länger hier einen Beitrag schreiben, Du hast mich ermutigt. Zu mir, verheiratet mit Ukrainierin, 2 Kinder, seit 13 Jahren mehrfach im Jahr in UA, Verwandtschaft in Kiev und zentraler UA. Viele russisch sprachig, aber auch ukrainisch. Meine Kinder werden deutsch/ russisch sprachig erzogen.

      Auch mir tun unsere Verwandten in UA unsagbar leid, für mich ist es kaum noch zu ertragen wie Politiker aller Seiten handeln. Wie Medien beider Seiten Propaganda machen. Wer hat "Er ist wieder da" von Timur Vermes gelesen oder gehört? Sinngemäß heißt es an einer Stelle "die Politik vernachlässigt die neuen Medien, wenn ich diese Möglichkeiten damals gehabt hätte...."

      Die Menschen scheinen in diesem Konflikt "Allen" egal zu sein, dabei ist den "normalen" Menschen Rasse, Glaube, Hautfarbe doch völlig egal. Normal leben, morgen etwas zu essen und den Kindern soll es besser gehen als mir ist doch die Devise. Mein Lösungsvorschlag dazu, die Hauptakteure einmauern wie zur Papstwahl. Wenn weißer Rauch aufsteigt bricht die Bevölkerung die Mauer ein.

      Widersprechen muss ich dem Satz nur "Bezahlte" wären diesmal auf dem Maidan gewesen. Meine Verwandtschaft hat zum großen Teil selbst mit demonstriert und versucht zu unterstützen wo es geht. Allesamt weit weg von jeglicher faschistischer Gesinnung, Geld hat von ihnen niemand erhalten oder angeboten bekommen. Noch über Neujahr habe ich bei unserem Aufenthalt in UA alle Verwandten und Freunde befragt wofür demonstriert wird, Antwort: Das Regime Janukowitsch muss weg, Ende der Korruption, klare Verhältnisse und Zukunftsperspektive. Einen EU Beitritt oder ein Annäherung wollte niemand. Nach der Flucht von Janukowitsch dann die Hoffnung auf Veränderung, endlich.

      Dann startete die "russische" Propagandamaschine, entschuldigt den Ausdruck. Meine Schwiegermutter, ethnisch Russisch/ wohnhaft zentrale UA, (schaut überwiegend russische Fernsehkanäle) hatte Angst von den "anrückenden Faschisten" aus er Westukraine ermordet zu werden. Eine ukrainische Bekannte, wohnhaft in D/ Herkunft Westukraine, bekam einen Anruf vom Bruder, wohnhaft am Ural. Was ist bei uns zu Hause in Lwiw los, stimmt das was ich im Fernsehen sehe. Wer die Bilder im russischen Fernsehen gesehen hat, untermalt mit Original Aufnahmen aus dem dritten Reich versteht die Angst der ethnisch russischen Bürger. Ich möchte hier auf keinen Fall faschistisches Vorgehen das mit Sicherheit vorhanden ist leugnen. Das gibt es jedoch leider überall, besonders da wo ein Machtvakuum* entstanden ist.

      Meine Frau war mit 1Kind vor 2 Wochen wieder für 2 Wochen in UA, die Flüge hatten wir schon im Januar gebucht. Lange hatten wir überlegt ob das noch machbar ist. Deutsche Freunde, mehrfach mit uns in UA, wollten ihre Tochter mittreisen lassen. Zu gefährlich, zu ungewiss war für sie die Entscheidung die Tochter nicht reisen zu lassen. Wir haben die Entscheidung verstanden.

      Vor Ort, an jedem Ortseingang/ -Ausgang Straßen Kontrollen von Militär durchgeführt. Die Verwandtschaft wie paralysiert, gelähmt und ängstlich, niemand weiß was passiert. Den Druck auf die Ukraine vernimmt man dort von pro-russischer Seite. Trotzdem Alle und alles friedlich, von Faschisten keine Spur. Trotzdem bin ich froh das sie wieder hier ist.

      *Machtvakuum: Ich bin ein absoluter Gegner jeglichen Militärs, für mich sind das Dinge die die intelligentesten aller Tiere auf der Erde eigentlich nicht gebrauchen. Mein Ansatz dazu, die Ausgaben in Kindererziehung und Völkerverständigung gesteckt und alles wird gut (nur die Margen sind in den Bereichen nicht so hoch). Noch im Oktober 2013 habe ich mich auf einer Feier in D hart mit einem hohen ehemaligen Militär darüber gestritten. Der ältere Herr entgegnete mir: "junger Mann, merken sie sich, die Geschichte hat gezeigt, immer da wo ein Machtvakuum entsteht geht der stärkere Nachbar rein". Ich habe damals die Diskussion beendet, mit ziemlich barscher Wortwahl. Sollte ich ihn wieder treffen werde ich mich entschuldigen. Bin trotzdem weiter gegen Aufrüstung und vertraue auf das gute im Menschen.

      Jetzt werde ich doch noch politisch: Genau das Machtvakuum hat Russland genutzt um seine Interessen zu waren/ wiederherzustellen nachdem Stadthalter Janukowitsch nicht mehr da war. Ich mag ebenso wie viele andere hier nicht die amerikanische Politik, wünsche mir mehr eigenständige Europa Politik, wobei Europa für mich bis zum Ural geht. Putin hielt/ halte ich für einen cleveren Politiker der Russland nach Jelzin wieder nach vorn gebracht hat, zu einer stolzen Nation. Was jetzt abläuft, von beiden Seiten, habe ich in Europa noch vor einigen Monaten für völlig unmöglich gehalten. Ende Februar zu Beginn der Krim Krise, die ersten "Selbstverteidiger" waren auf der Krim, habe ich einen Kommentar gelesen "Putin macht, der Westen wird diskutieren". Meine Prognose: 2 weitere Gebiete werden sich noch vor dem 25.Mai Russland anschließen (Putin: wenn sie es denn wollen), Russland wird die Regierung in Kiev weiterhin nicht anerkennen (ja stimmt! sind nach Verfassung nicht legitim, irgendeiner muss es aber machen bis zum 25ten) und die Ukraine weiter destabilisieren.

      Mir tun die Ukrainer leid! Geht es doch bei dem Spiel nur um Macht und Geld, Dinge über denen wir intelligenten Tiere stehen sollten.

      Jetzt habe ich mehr geschrieben als ich wollte, obwohl noch nicht alles raus ist. Morgen früh geht es wieder in eines der östlichen EU Länder (Beitritt vor 10 Jahren) das ich seit fast 20 Jahren intensiv besuche, damals noch mit Korruption. Davon ist Gott sei Dank heute auf dem Niveau auf dem ich mich bewege nichts mehr vorhanden. Ein Zustand den ich den Ukrainern von ganzen Herzen wünsche.

      Gute Nacht
      Stefanowitsch







      Ich selbst bin öfter

      stefanowitsch wrote:

      Trotzdem Alle und alles friedlich, von Faschisten keine Spur.

      Die rannten in Lviv auch nicht frei herum, aber ihre Symbolik überall reichte mir schon bei weitem. Kurioserweise war dieser Banderakult mit Flaggen, Portraits, etc. 2 Monate vorher überhaupt nicht zu bemerken. Kann dann ja wohl nur an den neuen Machthabern in Kiev liegen, wenn sich die Westukraine in nur 2 Monaten so verändert. Die Regionalregierung ist ja noch die gleiche ...
      Tja, und dann komme ich wieder darauf zurück, warum es diese Machtvakuum gegeben hat und eigentlich immer noch gibt, Ursache war der dämlich Regierungsputsch. Dass Janukowitsch weg - na dann halt, aber ich habe schon damals vor Monaten geschrieben, das Volk hat die Wahl zwischen Pest und Cholera, und dass mir im Moment die Pest Janukowitsch lieber ist als die Cholera Oppositionsbündnis. Mir tun die Demonstranten leid, die für eine bessere Ukraine und für ein besseres Leben auf die Strasse gegangen sind, aber leider dann skrupellos instrumentalisiert worden sind. Und wenn ich mir das Vorgehen des Westens durch den Kopf gehen lasse - entweder hatten die famosen Strategen und Pläneschmieder hierzulande keine Ahnung von der Ukraine (so von wegen "alle Ukrainer wollen in die EU" usw.) oder es war ihnen einfach ***egal, was die Ukrainische Bevölkerung will. Nun denn, ausbaden muss es jetzt der Normalbürger dort :( Und Auswirkungen wird das alles auch auf die Normalbürger in Westeuropa und Russland haben, nicht so schlimm, wie auf die Ukrainer, aber trotzdem.
      Also ich war jetzt ja 3 Wochen in der Ukraine.
      Musste feststellen das es im Oblast Dnepropetrovsk ruhig ist und jeder seinem Gewerk nachgeht.
      Aufgefallen ist mir das der Griwna bei Einreise zum 18.4 auf 14,50 war und bei Ausreise auf 16,40, er ist also ertgestiegen und dann wieder gefallen.
      Die Spritpreise sind um fast 5 Griwna gestiegen so etwa 14,30-14,70 pro Liter.
      Auch sind die Lebensmittel im Preis gestiegen , wenn auch nicht Erheblich.
      Erstaunlich es gab Kartoffeln aus Pakistan ?????????????????????????
      Die Regale im ATB und im VARUS waren aber stets gut gefüllt.
      Fleisch ist ebenfalls teurer geworden.so um die 3-5 Griwna pro Kilo
      Weiter konnte ich in der Region Novomovskovsk feststellen das viele kleine Läden geschlossen hatten und zuvor im Winter eröffnete Geschäfte ebenfalls geschlossen waren obwohl sie zu Ketten gehörten zum Beispiel : Lotus
      Einige haben aber auch Neueröffnet.

      Nun eine Nachricht die mich Missmutig stimmt, Schwiegermutter Arbeitet seit gut 20 Jahren bei den Örtlichen Gas Werken nun die Nachricht der Obrigkeit es werden 400 Stellen abgebaut und platz geschaffen für die Jugend denn die brauche die Arbeit.
      Aber Mutter hat nur noch 3 Jahre bis zur Rente.
      Noch Arbeitet sie , aber vielleicht nicht mehr lange und bestimmt wird sie nicht einen Vergleichbar bezahlte Arbeit finden.
      Gut Stiefvater hat eine sehr gute Rente vom Russischen Millitär, er würde sich sehr freuen wenn Mama nicht mehr Arbeitet,
      jedoch mag Mama gerne Arbeiten.

      Ich glaube Mama steckt das jetzt schon im Zwiespalt .
      ( die Beiden wollen Heiraten, wenn ich wieder in der UA bin, wie Süß )

      Von meiner Frau weiß ich ja wenn sie denn Arbeiten würde mit Kindern wäre gerade mal 700-100ß Griwnas drinnen.
      Wennn in Dneprop direkt dann eventuell 1500-max 2000 Griwna.
      Sie muss ja dann noch die Kinder Versorgen.

      Wir haben geplant wenn Architektisch möglich das Haus und den Anbau auf eine 2te Etage zu erweitern als Altersitz,
      vorausgesetzt die Grundmauern geben es her.
      Da es keinen Abflußkanal gibt werden wir dieses Problem durch eine Art von Zisterne Lösen.
      Da kommt in Zukunft dann noch einiges auf Unsere Familie zu.
      aber bisdahin können noch 2 Jahre vergehen so der aktuelle Familienbeschluß-.

      Alle Menschen dort waren wie immer sehr Freundlich und Nett und es war kein Argwohn zu verspüren.
      Man wurde auf der Straße nach der Herkunft gefragt da ich mit der Frau Englisch spreche wenig Deutsch außer mit meiner Tochter und nur wenig Russisch.

      Ach und ja der Buspreis bis nach Dneprop ist um 1 Griwna gestiegen, Kurzstrecke nach wie vor 3 Griwnas.

      Alles im ganzen und groben so wie im 11.1.14 die UA verlassen hatte.

      Auf der Rückreise am FLughafen Borisüpol nach dem Check In vor der Passkontrolle wurden wir höflich von einer Zöllnerin angesprochen und dann zum Diplomatenschalter geführt.
      So schnell war ich noch nie wieder im Terminal.

      Sollte mir noch was einfallen werde ich die Ergänzen.

      Schön wieder aus der Sicht der Realen Begebenheit zu berichten.
      Bitte gerne für den Bericht.
      Nein der Preis liegt bei Schwein 54-70 Griwna
      Rind glaube um die 60 - 70 Griwna.
      Es ist nur etwas angestiegen.War schon so wie ich geschrieben hatte ein leichter Anstieg im Kilopreis.
      Bei den Taxis ist mir aufgefallen um so größer oder Europäscher der Hobel um so teurer der preis liegt wohl am Benzinpreis.

      Auch auf dem Markt und dem Bazar kann man um den Preis etwas feilschen waren werden zur probe Angeboten.
      Dort gab es junge Kartoffeln für 18 Griwnas das Kilo, etwa 3 mal soviel wie die herrlichen aus Pakistan vom ATB.
      Aber super Qualität.
      Aufgefallen ist mir schon das einige auf die Auswahl ihrer Einkäufe sehr achten.

      ps.Mama sagt die Gaspreise werden steigen und sind es zum Teil auch in der letzten Abrechnung der Wohnung waren gut 350 Griwnas mehr zu berappen.
      Auch hat man jetzt einen Wasserzähler eingebaut. Wird monatlich von mam abgelesen und weitergeleitet da man auf Besuch keine Lust hat.