Fortsetzung- Rückreise aus der Ukraine
Nach einer Woche Aufenthalt bei meinem Schwiegervater war nun der Tag der Abreise gekommen. Pünktlich um 6 Uhr morgens wurden wir von einem Kurierservicefahrer bei meinem Schwiegervater abgeholt. An Bord befand sich bis dahin nur eine Frau, die er zuvor in Buchach abgeholt hatte. Danach ging es zügig weiter nach Lwiw, wo wir eine Frau mit zwei Kindern aus einer Ferienwohnung in der Innenstadt abholten.
Wie sich herausstellte, hatte sie mit ihren Kindern und ihrem Ehemann, der in der ukrainischen Armee an der Front dient, ein paar Tage Urlaub in den Karpaten gemacht. Anschließend verbrachten sie noch etwas Zeit in Lwiw. Nun kehrte sie mit den Kindern nach Deutschland zurück, wo sie als Kriegsflüchtlinge mit ihren Eltern lebt. Ihr Mann musste wieder an die Front – und wie sie erzählte, hatten sie und die Kinder ihn seit zwei Jahren nicht mehr gesehen.
An einem weiteren Halt in Lwiw wurden noch einige Pakete umgeladen, dann fuhren wir gegen 9 Uhr direkt weiter zum Grenzübergang nach Schehyni.
Gegen 10:45 Uhr erreichten wir Schehyni. Vor uns standen rund 20 Fahrzeuge, vor allem Kleintransporter. Der ukrainische Grenzbeamte kontrollierte das Fahrzeug direkt vor uns sehr gründlich – der Fahrer musste jedes Gepäckstück und jedes Paket öffnen. Zu unserem Fahrer meinte der Beamte: „Der vor dir war total genervt – also nehme ich mir jetzt richtig viel Zeit und lasse mir alles einzeln zeigen.“
Ich hatte bereits meinen deutschen Pass griffbereit, als der Beamte meine Frau fragte, ob wir verheiratet seien und ob sie mir Wareniki gemacht hätte. Sie antwortete, dass ich keine Wareniki esse. Darauf fragte er, ob ich wenigstens Schmalz bekommen hätte – was sie bejahte.
Dann ging es weiter zu den polnischen Grenzbeamtinnen – auffällig klein, aber flink und sehr effizient. Die Kontrolle auf polnischer Seite verlief routinemäßig und reibungslos. Gegen 13:45 Uhr verließen wir schließlich den Grenzübergang in Medyka und setzten unsere Fahrt fort.
Wir kamen gegen 21:30 Uhr an der polnisch-deutschen Grenze in Görlitz an. Wie gewohnt mussten wir den kleinen Umweg über den Parkplatz nehmen, wurden dort aber von den deutschen Beamten einfach durchgewunken – alles problemlos.
Danach brachten wir die Frau mit den zwei Kindern nach Wilthen, wo sie schon von ihren Eltern erwartet wurde. Die andere Frau fuhren wir anschließend nach Arnsdorf. Von dort aus ging es dann direkt weiter nach Dresden, wo wir gegen Mitternacht zuhause ankamen.
Alles in allem eine ruhige und unkomplizierte Rückfahrt.