Wie lange habt ihr gebraucht, um Russisch zu lernen und wie ist euer Sprachniveau derzeit?

      Ja, die tägliche Praxis ist das A und O! Wobei mir Rosetta Stone schon half, da ICH noch intuitiv auf die zusammengeschrumpfte Ausbildung meiner Schulzeit zurückgreifen konnte. So stellte die eigene Aussprache nicht die Herausforderung dar. Zumal die Sprachausgabe bei Rosetta Stone nicht von schlechten Eltern ist. Aufgrund der Vorkenntnisse war es mir auch möglich, anhand der selbst erstellten - auf Rosetta Stone Lektionen basierenden Vokabellisten - jederzeit und gezielt ohne Computer abzuarbeiten.
      Tue nie altruistisch etwas Gutes, denn es wird doppelt und dreifach im Üblen vergolten.
      Ja, die Sprache. Ein überaus interessantes und komplexes Thema. Dass es eine "Sprachbegabung" als solche nicht gibt, wurde ja mittlerweile sogar wissenschaftlich nachgewiesen. Im Jahr 2016 habe ich angefangen, mich intensiv mit der russischen Sprache auseinanderzusetzen. Das kyrillische Alphabet hatte ich nach zwei Tagen drauf. Zwischendurch ist das Thema Russisch dann mangels Motivation irgendwann eingeschlafen. Drei Monate vor meiner geplanten Odessa-Reise im Mai diesen Jahres habe ich dann angefangen, meine Kenntnisse aufzufrischen und intensiven Aufbau des Wortschatzes zu betreiben.

      Meine Erfahrung: Der Erfolg beim Sprachenlernen hat vorallem etwas mit Disziplin zu tun. Das bedeutet, täglich hinsetzen und sich mindestens eine halbe Stunde Zeit nehmen, sich mit der Sprache zu beschäftigen.

      Ein großer Wortschatz ist das Wichtigste. Die Konjugation der wichtigsten unregelmäßigen Verben sollte man auswendig lernen. Ansonsten lernt man das Meiste beim Sprechen und Zuhören. Ich kann dir die folgende Seite ans Herz legen: conversationexchange.com/

      Dort kann man sich kostenlos anmelden und Sprachpartner finden. Zum Beispiel ein Russe der Deutsch lernen möchte, hilft dir mit Russisch. Du hilfst ihm dafür mit Deutsch. Ich habe einen ukrainischen Sprachpartner, mit dem ich regelmäßig über Skype spreche, mittlerweile haben wir uns angefreundet. Mein derzeitiges Niveau würde ich derzeit irgendwo zwischen B1 und B2 ansiedeln. Für 95% der Situationen hat das in Odessa völlig ausgereicht.

      19Tobi91 schrieb:

      Rabotnik schrieb:

      conversationexchange.com/


      Ich bin schon längst auf dieser Seite registriert und nutze sie um mein Englisch und Russisch zu verbessern. Prinzipiell eine gute Seite. Allerdings ist auch schwierig dort zuverlässige und gute Sprachtandems zu finden. Inbesondere für Russisch. Nach ca. 40 Gesprächen, weis ich wovon ich rede. ;)

      Habt ihr keine Frau die russisch spricht?? ;)
      Das Leben als Rentner ist nicht das Schlechteste :D
      Na ja , eins stört schon , als Rentner bekommt man keinen Urlaub mehr
      :hmm:

      Alabaimom schrieb:

      plougras schrieb:



      Habt ihr keine Frau die russisch spricht?? ;)


      Frauen haben hier doch nix zu sagen.... oder hatte ich das falsch verstanden? :D
      Aber: wie groß ist eigentlich der Unterschied zwischen rusisch und ukrainisch? So wie deutsch und schyzerdütsch??? oder eher wie holländisch?


      Der Unterschied wird oft unterschätzt. Natürlich sagen dir die meisten Leute in der Ukraine, dass es sehr ähnlich ist. Ich würde sagen nein.
      Ukrainisch ist viel näher an polnisch. Also ist es im Vergleich schon eher wie deutsch und holländisch. Die Holländer verstehen uns eher, als wir sie.
      So ist es auch mit ukrainisch und russisch.
      Wenn Du platt sprichst versehst Du auch Holländisch, wenn sie langsam sprechen...:)))
      Zwar nicht politisch korrekt, aber das ist ein deutscher Dialekt.
      Dass Ukrainisch nun aber ein russischer Dialekt ist, kann man nicht sagen. Also der Unterschied ist schon etwas grösser.
      In der Tat ist das eher wie Polnisch oder Tschechisch. Aber die Schreiben kein kyrillisch.
      Das hat die selben slawischen Wurzeln, liegt aber lange zurück.

      plougras schrieb:


      Habt ihr keine Frau die russisch spricht?? ;)


      Bei der Konversation mit Männern ist der Ablenkungsfaktor nicht gegeben, daher bevorzuge ich diese als Gesprächspartner :) Bei den Frauen beschränke ich mich eher aufs Anschauen anstatt aufs Reden ;)
      Habe immer noch Probleme mit denn Ziffern. In Deutschland sagt man einfach zweitausend. Ob nach, mit, über, ..... Vergangenheit, Zukunft, Gegenwart... das Wort zweitausend ändert sich nicht.

      Im russischen ändert sich das Wort die ganze Zeit. Mit meiner Frau 3 mal die Woche am lernen. Es gibt zwar große Fortschritt bei mir. Aber es ist wirklich sehr sehr schwer.

      Ich kenne keinen deutschen, der wirklich gut russisch spricht. Kenne seinen Namen nicht, hat früher für ARD in Moskau gearbeitet.
      So ein älterer Mann mit weißen Schnurrbart. Boris Reitschuster. Früher habe ich paar Jahre in Russland gejobt. Viele Ausländer kennen gelernt.

      Alle sprechen sich furchtbar russisch. Man muss sich schon anstrengen um sie zu verstehen.
      Da wird halt nur sehr ober flächig russisch gelernt.

      Also spricht man so russisch, wie ein Türke deutsch, der 3 Jahre lang in Deutschland lebt.

      Wen man so russisch spricht, hat man schon was erreicht, ganz klar.

      Aber da geht noch mehr.
      Jetzt noch anfangen ukrainisch zu lernen, kommt für mich gar nicht in die Tüte. Lieber relativ gut eine Sprache sprechen, als schlecht zwei.

      Jurgen schrieb:

      Habe immer noch Probleme mit denn Ziffern. In Deutschland sagt man einfach zweitausend. Ob nach, mit, über, ..... Vergangenheit, Zukunft, Gegenwart... das Wort zweitausend ändert sich nicht.

      Im russischen ändert sich das Wort die ganze Zeit. .



      Jürgen, nicht nur. Die Grammatik kann grausam sein. Wenn es 10 vor 8 ist wird aus 10 (deset) "bez deseti vosjem"

      **geschrieben wie man`s spricht.
      Momentan bin ich die "Verben der Bewegung" am Lernen, im Hinblick auf meine B1-Prüfung im November. Schon schwierig und ich handhabe es so, wie ich es auch mit den Rest der russischen Grammatik handhabe, lernen durch aktives Sprechen, passives Zuhören und regelmäßiges Lesen.

      Alles andere demotiviert mich nur allzusehr und wäre auch nicht so leicht in meinen Alltag unterzubringen.
      Also Sprachniveau B1 oder 2 ist schon super nach zwei Jahren. Ich lebe jetzt schon zwei Jahre mit meiner Frau und Familie zusammen und komme nicht recht weiter. Anfangs habe ich gute Fortschritte gemacht, aber zwischendurch komme ich mir vor wie ein Erstklässler der zum ersten Mal ein Buch sieht. Wenn die Leute richtig loslegen miteinander zu sprechen, muss ich passen. Zu oft muss man über ein Wort nachdenken, der dem gesagten folgen und dann verliert man den Faden der weiteren Sätze. Das ist sehr frustrierend und dann setzt eine Demotivationsfase ein, wo man einfach aufhört zuzuhören. Aber oftmals schwafeln die Leute aber auch einen Schwachsinn zusammen, den man sich eh sparen kann zu verstehen. Oft denke ich, sie verstehen sich auch nicht so richtig, denn wenn ich meine Frau fragte, was der Mensch im Amt nun gesagt hat, meint sie, hmm, ich weiß jetzt auch nicht so recht, was er wollte. Dann wird nochmals gefragt und der andere erzählt genau das gleiche wieder. Zudem sprechen die Zentralukrainer ein Mischmasch aus Russisch-Ukrainsch, das kein Mensch außer ihnen versteht. Das können sie auch nicht in der Westukraine anwenden. Für einen Ausländer ist das katastrophal zu verstehen.
      Meint ihr, dass Lesen eine Hilfe dabei sein kann, die Grammatik zu verbessern?

      Jedenfalls habe ich mir ein komplett russischsprachiges Buch auf B1-Niveau bestellt und werde es lesen. Momentan hakt es bei den "Verben der Bewegung" bei mir noch. Die Theorie sitzt soweit, aber in der Praxis anzufenden, fällt mir schwer.

      Ich spreche auch jetzt 3-4 die Woche in Skype mit Muttersprachlern. Das ist besonders wichtig, wegen a) der Sprachpraxis, b) (eingeschlichene) Fehler korrigiert zu bekommen und c) Neue Wörter und Wendungen zu lernen.

      19Tobi91 schrieb:

      Meint ihr, dass Lesen eine Hilfe dabei sein kann, die Grammatik zu verbessern?

      Jedenfalls habe ich mir ein komplett russischsprachiges Buch auf B1-Niveau bestellt und werde es lesen. Momentan hakt es bei den "Verben der Bewegung" bei mir noch. Die Theorie sitzt soweit, aber in der Praxis anzufenden, fällt mir schwer.

      Ich spreche auch jetzt 3-4 die Woche in Skype mit Muttersprachlern. Das ist besonders wichtig, wegen a) der Sprachpraxis, b) (eingeschlichene) Fehler korrigiert zu bekommen und c) Neue Wörter und Wendungen zu lernen.


      Ich denke, du bist definitiv auf dem richtigen Weg. Mehr Lernen geht nur im Land selbst.

      Rabotnik schrieb:

      19Tobi91 schrieb:
      Meint ihr, dass Lesen eine Hilfe dabei sein kann, die Grammatik zu verbessern?

      Jedenfalls habe ich mir ein komplett russischsprachiges Buch auf B1-Niveau bestellt und werde es lesen. Momentan hakt es bei den "Verben der Bewegung" bei mir noch. Die Theorie sitzt soweit, aber in der Praxis anzufenden, fällt mir schwer.

      Ich spreche auch jetzt 3-4 die Woche in Skype mit Muttersprachlern. Das ist besonders wichtig, wegen a) der Sprachpraxis, b) (eingeschlichene) Fehler korrigiert zu bekommen und c) Neue Wörter und Wendungen zu lernen.



      Ich denke, du bist definitiv auf dem richtigen Weg. Mehr Lernen geht nur im Land selbst.


      Deshalb bin ich auch am schauen, ob ich nicht einen Freiwiligendienst im russischsprachigen Raum machen kann. Ich bin ja nocht unter 30 und da sollte es doch möglich sein. Aber erst einmal konzentriere ich mich auf die B1-Prüfung im Winter. Ein solches Zertifikat kann noch hilfreich sein.
      Klingt sinnvoll. Ich an deiner Stelle würde es machen, wenn ich die Gelegenheit hätte. Abgesehen von der Sprache, eröffnet einem das Leben woanders gänzlich neue Blickwinkel. Bist du erst einmal von der Sprache umgeben und musst Alltagssituationen mit ihr meistern, schnappst Gespräche auf usw, dann wirst du sehen, wie rasant sich das entwickelt. Ich habe es bereits nach nur 10 Tagen gemerkt. Übrigens ist eine Konversation von Angesicht zu Angesicht wesentlich einfacher, als über Skype. Ich hätte selbst nicht geglaubt, was das für einen Unterschied macht.