Honig und andere Dinge

      Allein auf die UdSSR-Zeit würde ICH es nicht schieben. Allein wenn ICH die extreme Luftverschmutzung in Zaporoschje sehe (ja, dort kann man sie sehen)... Sagen wir mal so: In der Ukraine machen die einfach so weiter, wie sie es bereits vor 25 Jahren machten. Nur sind die Gifte heute für jeden leichter zu bekommen als zu Sowjetzeiten, wo die Versorgungssituation schon so angespannt war.

      Bei der Armut im gelobten Land kommt es auch schonmal vor, daß, wenn Kuh, Schwein oder Huhn verreckt, dieses Fleisch noch seinen Weg zum Markt findet... Für das besondere Geschmackserlebnis eben.

      In diesem Sinne ein herzhaftes: Slava Ukraina und Guten Appetit!
      Tue nie altruistisch etwas Gutes, denn es wird doppelt und dreifach im Üblen vergolten.
      Alles auf die UDSSR zu schieben ist ja ganz praktisch, aber auch nicht zielführend, wenn man das in fast 30 Jahren nicht verändern konnte.
      Wieviel Zeit ist noch nötig?
      100 oder 150 Jahre?
      Das ist ja bei allen Problemen so.
      Dann muss man sich ja fragen ob man immer noch in einer UDSSR lebt, wenn eh nichts verändert wurde und es genau so weiter geht.
      Oder hat man es nur mit Umbenennung des Staates und der Organe zu tun, wenn alles bleibt wie es ist?
      Dann ist natürlich die Frage wozu das gut sein soll....:))
      Das ist dasselbe wie mit der Korruption.
      Die 2. grosse Ausrede für alles und jeden.
      Wenn was nicht klappt, dann liegt das an Korruption und das machen bekanntlich nur die anderen.
      In Wirklichkeit ist das ein Mittel um Untätigkeit zu rechtfertigen und die wirklichen Ursachen der Missstände nicht anzutasten.
      Oder anders gesagt, damit das Geld auch genau da bleibt wo es jetzt ist.
      Und das reden die interessierten Kreise der Bevölkerung auch von morgends bis abends über die Medien ein.
      Das ist natürlich auch bequem für alle.
      Es ist natürlich auch verständlich, wenn der urlaubende Westeuropäer durch die Ukraine saust und die an der Straße sitzenden Babuschkas mit seinen ökologischen Selbstversorgertraumvorstellungen verbindet. Das es auch da um nacktes Überleben geht, kann er ja nicht wissen. Ich will es auch nicht schlimm oder schön reden, nur wer wie ich, schon bei Hautarzt wegen Nachbars Sprühorgie oder auf dem Örtchen wegen arglos gekauften und gepanschten Honig saß wird dann etwas nachdenklich bzw. vorsichtig.
      Gruß Herr Mayer, der bei Zweifel an der Honigqualität Erdbeermarmelade empfiehlt!
      "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst."
      Kurt Cobain

      Wladimir schrieb:

      1) sie erwärmen Honig über 50 Grad, damit er schneller läuft (das darf man nicht!)

      Das sollte man in der Tat nicht machen; allerdings liegt die Grenze schon bei 40°. Deine Aussage zum Thema "krebserregend" finde ich allerdings fachlich gewagt, besonders, wenn Du das als Tatsache hinstellst.

      Wladimir schrieb:

      2) sie vermischen frischen Honig mit altem Honig (das darf man nicht!)

      Wo steht, dass man das nicht darf? Auch in Deutschland gibt es Imker, die den frisch geernteten Honig mit älterem "impfen", um eine besonders schöne Konsistenz zu erreichen. Bei richtiger Lagerung ist Honig über viele Jahre haltbar. Du wirst auf Imkerhonig auch eher selten eine Angabe über das Erntejahr finden. Wenn man als Imker regelmäßig zu Beginn der neuen Honigsaison noch alten Honig im Keller hat, sollte man sich allerdings Gedanken über seinen Vertriebsweg machen...

      Wladimir schrieb:

      4) sie lösen Wasser im Honig auf, um mehr Gewicht zu machen (das darf man nicht!)

      Ich kann mir kaum vorstellen, dass das ein Imker seinem Honig antut, erhöht das doch nicht unerheblich die Gefahr, dass der Honig in Phasentrennung oder Gärung übergeht, noch bevor man die Gläser an den Mann gebracht hat. Das wäre eher schlecht für den Umsatz.

      Wladimir schrieb:

      5) sie verkaufen alten, aufgeschmolzenen Honig unter dem Label dieses Jahres (das darf man nicht!)

      Wenn es denn ein "Jahreslabel" gibt, wäre das sicher Betrug. Bei deutschen Honigen gibt es das in der Regel nicht. Da wäre es kein Problem, auch Honig von 2017 im Jahr 2018 "aufzutauen" (das meint @Wladimir vermutlich mit "aufschmelzen") und in Gläser zu füllen.

      Wladimir schrieb:

      6) sie sammeln Honig an ökologisch dreckigen Orten und verkaufen ihn als "sauberes Produkt" (das darf man nicht!)

      Dir ist schon klar, wie viele Kilometer Bienen zu ihren Trachtquellen fliegen? Die nehmen keine Rücksicht darauf, ob Du sie auf eine tolle Öko-Blumenwiese stellst, die fliegen trotzdem dahin, wo sie wollen. Und wenn es das mit Glyphosat behandelte Feld ein paar Kilometer entfernt ist. Es gab da irgendwann mal eine Untersuchung von Ökotest zur Belastung von Bio- und konventionellem Honig mit Rückständen. Wenn ich mich recht entsinne, gab es da kaum einen Unterschied...

      Tobias schrieb:

      Die Behandeln wild drauf los egal ob gerade ein Honigraum drauf sitzt oder nicht z.B. mit Oxalsäure und
      die geht dann logischer Weise auch in den Honig.

      Nach meinem Kenntnisstand gibt es bei den in Deutschland neu zugelassenen Oxalsäure-Sprühbehandlungsverfahren auch keine Wartezeit mehr zur Honigernte. Es wird dort zwar empfohlen, die Honigräume vorher abzunehmen, verpflichtend ist das aber - wenn ich es richtig verstanden habe - eher nicht. Ob ein Imker, der ein gutes Produkt erzielen möchte, in der Praxis von einem Volk, das mit OS behandelt wurde, im selben Jahr noch Honig ernten wird, ist natürlich eine andere Frage. Die ist aber eher nicht landesspezifisch.

      eetarga schrieb:

      Wie ich öfter an Hand von Bodenanalysen selber gesehen habe, ist die Kontaminierung von Gartenland! oftmals so hoch, das im Grunde die gesamte Humusschicht als Sondermüll zu bewerten ist.

      Ich habe irgendwo mal einen Bericht gelesen über Bodenanalysen von Kleingärten in deutschen Großstädten. Danach müsste man den Kohl aus dem eigenen Garten wohl eher auch im Wertstoffhof zur Entsorgung als Sondermüll abgeben.

      Mein persönliches Fazit: Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man Lebensmittel eher dort beziehen, wo man sich persönlich einen Eindruck davon beschaffen kann, wie und wo sie produziert werden. Dies wird sicher nicht bei allen Produkten möglich sein. Bei Honig denke ich aber schon, dass es sowohl in Deutschland als auch in der Ukraine den verantwortungsvollen Imker um die Ecke gibt, dem man womöglich auch mal bei der Arbeit über die Schulter schauen darf.

      Maria'sMedwed schrieb:

      Wladimir schrieb:

      1) sie erwärmen Honig über 50 Grad, damit er schneller läuft (das darf man nicht!)

      Das sollte man in der Tat nicht machen; allerdings liegt die Grenze schon bei 40°. Deine Aussage zum Thema "krebserregend" finde ich allerdings fachlich gewagt, besonders, wenn Du das als Tatsache hinstellst.

      Wladimir schrieb:

      2) sie vermischen frischen Honig mit altem Honig (das darf man nicht!)

      Wo steht, dass man das nicht darf? Auch in Deutschland gibt es Imker, die den frisch geernteten Honig mit älterem "impfen", um eine besonders schöne Konsistenz zu erreichen. Bei richtiger Lagerung ist Honig über viele Jahre haltbar. Du wirst auf Imkerhonig auch eher selten eine Angabe über das Erntejahr finden. Wenn man als Imker regelmäßig zu Beginn der neuen Honigsaison noch alten Honig im Keller hat, sollte man sich allerdings Gedanken über seinen Vertriebsweg machen...

      Das impfen läuft anders da bist du wohl falsch informiert. Erklär mal dem WKD das du halt so ein paar Sachen von den Bienen zusammen rührst und das als Honig verkaufst.

      Honig läuft über das Melitherm von diesem Honig wird 1-3% als Impfhonig aufgereitet und mit einer Küchenmaschine o.ä. cremig geschlagen mit diesem aufbereitetem Honig wird dann der noch flüssige andere Honig cremig geschlagen.

      Wladimir schrieb:

      4) sie lösen Wasser im Honig auf, um mehr Gewicht zu machen (das darf man nicht!)

      Ich kann mir kaum vorstellen, dass das ein Imker seinem Honig antut, erhöht das doch nicht unerheblich die Gefahr, dass der Honig in Phasentrennung oder Gärung übergeht, noch bevor man die Gläser an den Mann gebracht hat. Das wäre eher schlecht für den Umsatz.

      läuft normal über Reisstärke o.ä. da dies die Haltbarkeit des Honigs nicht beeinflußt und Honig dann wenn er "feuchter" ist schneller dazu neigt zu gähren.

      Wladimir schrieb:

      5) sie verkaufen alten, aufgeschmolzenen Honig unter dem Label dieses Jahres (das darf man nicht!)

      Wenn es denn ein "Jahreslabel" gibt, wäre das sicher Betrug. Bei deutschen Honigen gibt es das in der Regel nicht. Da wäre es kein Problem, auch Honig von 2017 im Jahr 2018 "aufzutauen" (das meint @Wladimir vermutlich mit "aufschmelzen") und in Gläser zu füllen.

      Die Chargenverfolgung muß halt gewährleistet sein.

      Wladimir schrieb:

      6) sie sammeln Honig an ökologisch dreckigen Orten und verkaufen ihn als "sauberes Produkt" (das darf man nicht!)

      Dir ist schon klar, wie viele Kilometer Bienen zu ihren Trachtquellen fliegen? Die nehmen keine Rücksicht darauf, ob Du sie auf eine tolle Öko-Blumenwiese stellst, die fliegen trotzdem dahin, wo sie wollen. Und wenn es das mit Glyphosat behandelte Feld ein paar Kilometer entfernt ist. Es gab da irgendwann mal eine Untersuchung von Ökotest zur Belastung von Bio- und konventionellem Honig mit Rückständen. Wenn ich mich recht entsinne, gab es da kaum einen Unterschied...

      Das kann man schon eingrenzen und je nach Bienenart fliegen die eben zum Rapsfeld was neben der Beute steht und nicht 1-3 km weit zu Omas Blumenwiese
      insbesondere Buckfast neigen zu so einem Verhalten.

      Tobias schrieb:

      Die Behandeln wild drauf los egal ob gerade ein Honigraum drauf sitzt oder nicht z.B. mit Oxalsäure und
      die geht dann logischer Weise auch in den Honig.

      Nach meinem Kenntnisstand gibt es bei den in Deutschland neu zugelassenen Oxalsäure-Sprühbehandlungsverfahren auch keine Wartezeit mehr zur Honigernte. Es wird dort zwar empfohlen, die Honigräume vorher abzunehmen, verpflichtend ist das aber - wenn ich es richtig verstanden habe - eher nicht. Ob ein Imker, der ein gutes Produkt erzielen möchte, in der Praxis von einem Volk, das mit OS behandelt wurde, im selben Jahr noch Honig ernten wird, ist natürlich eine andere Frage. Die ist aber eher nicht landesspezifisch.

      Wie willst den Sprühen oder Beträufeln ohne die Honigräume abzunehmen? Welchen Sinn soll das bei einer OS Behandlung machen ?
      Die Völker müssen Brutfrei sein bei der Behandlung und im Honigraum ist keine keine Brut. Absperrgitter?

      eetarga schrieb:

      Wie ich öfter an Hand von Bodenanalysen selber gesehen habe, ist die Kontaminierung von Gartenland! oftmals so hoch, das im Grunde die gesamte Humusschicht als Sondermüll zu bewerten ist.

      Ich habe irgendwo mal einen Bericht gelesen über Bodenanalysen von Kleingärten in deutschen Großstädten. Danach müsste man den Kohl aus dem eigenen Garten wohl eher auch im Wertstoffhof zur Entsorgung als Sondermüll abgeben.

      Mein persönliches Fazit: Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man Lebensmittel eher dort beziehen, wo man sich persönlich einen Eindruck davon beschaffen kann, wie und wo sie produziert werden. Dies wird sicher nicht bei allen Produkten möglich sein. Bei Honig denke ich aber schon, dass es sowohl in Deutschland als auch in der Ukraine den verantwortungsvollen Imker um die Ecke gibt, dem man womöglich auch mal bei der Arbeit über die Schulter schauen darf.