Heiratsvisum oder Antrag auf Familiennachzug?

      DerWiener schrieb:

      Azor schrieb:

      So, heute ist es 4 Monate her, seit wir geheiratet haben. Und immer noch kein Visum auf Familienzusammenführung!


      Das ist ja keine Familien - Zusammenführung.
      Das ist Familien - Enthaltung.
      Woran krankt es?


      Nun: Niemand hier hat mich vorgewarnt, dass die deutsche Botschaft so dermassen ausgelastet ist, dass man erst in 10 Wochen einen Termin bekommt. Am 7. September, dem Tag der Heirat, haben wir einen Termin für den 12. November bekommen. Besonders ärgerlich: Zuvor lagen die ganzen Dokumente schon 6 Wochen beim OLG.
      Anfang Dezember hat sich die lokale Ausländerbehörde zwei Wochen nach meiner Fleh-Mail gemeldet und gefragt, ob meine Frau meinen (unehelichen) Sohn kennt (natürlich!). Es keimte kurz Hoffnung in mir auf, dass es vielleicht doch noch etwas vor dem Jahresende mit dem Visum wird. Natürlich nicht! Dadurch sind nun 6000 EUR durch nachträgliche gemeinsame Veranlagung für 2018 futsch.
      Seit Mitte Dezember ist meine Frau wieder mit dem Reisepass bei mir. Mal schauen, ob das Visum innerhalb der 90 Tage Aufenthaltsgenehmigung kommt...
      Ich kann da auch ein Lied davon singen... FZF-Visum mit allen erforderlichen Papieren am 07. 09. 2018 in Kiew eingereicht, ging (wie aller amtlicher Schriftverkehr) über das Bundesverwaltungsamt - elektronisch am 17. 09. 2018 und in Papierform am 28. 09. 2018 - ans zuständige Ausländeramt. Dort angeblich erst am 08. 10. eingegangen...
      Anfrage Mitte November (nachdem direkt kein Kontakt - weder telefonisch noch per E-Mail - möglich war, persönlich an den Leiter der Behörde): "Anträge werden chronologisch abgearbeitet, andere Paare warten noch länger, keine Auskunft über Wartezeit möglich..."

      2018 endete und am 02. 01. 2019 erneute Anfrage ans Bundesverwaltungsamt: "über den Antrag wurde im örtlichen Ausländeramt noch nicht entschieden!"
      Daraufhin dort nochmal nachgehakt: "Wir bearbeiten aktuell die eingegangenen Anträge von August, sie müssen mindestens noch 6 Wochen warten, bis wir den Antrag anfangen...".

      Es liegt also oft nicht an der Botschaft... Anruf beim Bundesverwaltungsamt (mit Persomalien und Talonnummer) gibt Auskunft!
      - Meine Statements werden nach bestem Wissen und Gewissen abgegeben. Lasse mich gerne überzeugen... mit Argumenten ! - :pardon:
      Nachdem ich mir überlegt hatte, ob ich den § 42 a VwVfG ziehen sollte (ein Antrag gilt nach 3 Monaten als genehmigt...) verlangte gestern die ABH nun "die Scheidungsurteile mit Apostille und Übersetzung"! (Ich werde also auch mein deutsches, apostiliertes und ins Ukrainische übersetzte Scheidungsurteil auch vorlegen :D , sicher ist sicher) und hebelte damit die vorgenannte Hintertüre ("nach Zugang von allen erforderlichen Dokumenten") aus X( .

      Jetzt also das ukrainische (apostilierte und übersetzte) Scheidungsurteil meiner Frau aus der UA möglichst schnell hierher holen und dann einreichen...
      Kurios daran ist, dass sie es bei der Antragstellung in Kiew dabei hatte und es dort mit der Begründung zurückgewiesen wurde, dass dies ja nicht notwendig ist :dash:

      Hoffen, dass es dann endlich losgeht. Nachdem mein ukrainisches Herzblatt - mit Unterbrechnung - seit Mitte November 2018 hier war, reist sie nun aus und wartet in der UA auf das Visum :cursing: .
      - Meine Statements werden nach bestem Wissen und Gewissen abgegeben. Lasse mich gerne überzeugen... mit Argumenten ! - :pardon:

      Stuttgarter schrieb:

      Nachdem ich mir überlegt hatte, ob ich den § 42 a VwVfG ziehen sollte (ein Antrag gilt nach 3 Monaten als genehmigt...)

      ist hier aber m.E. nicht einschlägig, da Ihr nicht eine "Genehmigung" braucht, sondern ein Visum.
      Die Fiktion über eine Genehmigung bringt Euch gar nichts, wenn sie an der Grenze abgewiesen wird (wenn sie was gefragt wird und sich verplappert) oder es dann später keine AE gibt, weil sie ohne Visum eingereist ist.

      Was greifen könnte ist eine Untätigkeitsklage nach §75 VwGO, was dann nach Entscheiden über die Klage von einem Gericht durchaus darin münden könnte, dass die AV verdonnert wird, das Visum auszustellen, was doch wieder dauern kann.
      Die ABH wird dann beim Antrag auf AE begeistert sein und irgendwo einen Sandkort im Getriebe finden.

      Stuttgarter schrieb:

      Kurios daran ist, dass sie es bei der Antragstellung in Kiew dabei hatte und es dort mit der Begründung zurückgewiesen wurde, dass dies ja nicht notwendig ist

      da haben wir schon ein Sandkorn.
      Eigentlich sind die Scheidungsurteile für ein Visum irrelevant,, und da man "eigentlich" eigentlich streichen kann ...
      Im Ernst: die Scheidungsurteile sind nur für die Eheschliessung relevant, diese müssen ja schon da geprüft worden sein und wäre da was nicht in Ordnung, dann hätte es keine Eheschliessung geben dürfen. Ach, ihr habt in UA geheiratet? Nun, auch dann gilt erstmal die Eheurkunde und ihr seid verheiratet, selbst wenn einer von Euch nicht "richtig" geschieden wurde oder es da irgendwo ein Sandkorn gibt. Auch das ist für das Visum irrelevant, da ihr verheiratet seid.
      Das Problem: war eine der Scheidungen unsauber und einer von Euch damit noch offiziell mit einem Ex verheiratet, dann handelt es sich bei der zweiten Eheschliessung um Bigamie. Die zweite Eheschliessung ist zwar gültig, aber "aufhebbar" ... was die Behörden erstmal druchsetzen müssen. Sollte es wirklich so sein, seid ihr in Bigamie verheiratet aber eben doch verheiratet und das Thema Scheidungsunterlagen für das Visum irrelevant.

      nicht umsonst haben Muslime, die mehr als eine Frau haben, auch einen Anspruch auf eine FZF (eine der Ehefrauen zum Ehegatten nach D) --- aber eben halt nur für eine der Ehefrauen :)
      die anderen kann dann kommen, um hier zu studieren :)

      erne schrieb:

      Eigentlich sind die Scheidungsurteile für ein Visum irrelevant,, und da man "eigentlich" eigentlich streichen kann ...
      Im Ernst: die Scheidungsurteile sind nur für die Eheschliessung relevant, diese müssen ja schon da geprüft worden sein und wäre da was nicht in Ordnung, dann hätte es keine Eheschliessung geben dürfen. Ach, ihr habt in UA geheiratet? Nun, auch dann gilt erstmal die Eheurkunde und ihr seid verheiratet, selbst wenn einer von Euch nicht "richtig" geschieden wurde oder es da irgendwo ein Sandkorn gibt. Auch das ist für das Visum irrelevant, da ihr verheiratet seid.


      Und wie bringe ich das der hiesigen ABH bei? Das Scheidungsurteil ist ja vorhanden, nur liegt es aktuell in der UA und meine Frau ist hier!
      - Meine Statements werden nach bestem Wissen und Gewissen abgegeben. Lasse mich gerne überzeugen... mit Argumenten ! - :pardon:
      die Grundlage für das FZF zum Ehegatten ist der Wille, eine eheleiche Lebensgemeinschaft in Deutschland zu führen.
      Voraussetzung dafür ist eine Ehe.
      Die Ehe ist mit der apostillierten Eheurkunde nachgewiesen.
      Frage doch einfach, wofür sie die Scheidungsunterlagen wollen? Und wenn die tatsächlich eine Antwort wissen, wo die gesetzliche Grundlage für dieses "wollen" ist. Problem dabei: die ABH hier einzunorden kann länger dauern als die Scheidungsurkunden zu besorgen. Wenn die ABH darauf besteht, kannst du ja darauf bestehen, dass das nicht nötig ist ... dann muss die ABH den Antrag mit einer Begründung ablehnen. Auf die Begründung wäre ich gespannt. "Fehlende Scheidungsunterlagen" sind kein Grund, eine FZF abzulhenen, sie wären aber ein Grund die Nachregistrierung der Ehe in D zu verweigern ... das betrifft aber das Standesamt und die ABH kann die Nachregistrierung nicht als Voraussetzung für die FZF fordern.
      Wird die FZF mit fandenscheiniger Begründung abgelehnt, kannst du klagen. Kriegst am Ende da wohl recht.
      Aber einfacher ist es, die Scheidungsunterlagen beizubringen ... es sei denn Ihr habt Zeit und Lust Euch Euer Recht einzuklagen.

      Zumnal einfach so mal die Scheidungurkunde aus dem Ausland zu bringen erst mal für D keine Relevanz hat, da damit eine Scheidung im Ausland in D rechtskröftig wird, es einer *Anerkennung* bedarf.
      Das ist ja der Witz: eine Scheidung im Ausland braucht, um in D wirksam zu sein, eine Anerkennung.
      Eine Ehe braucht das nicht (dafür gibt es kein Verfahren).
      Und es ist auch nicht nötig, dass die Scheidung deiner Frau in D "wirksam" wird, da sie die Ehe hier nicht gelebt hat.
      Alles hängt an der Eheschliessung; efolgte sie nach UA Recht, ist sie für D gültig. Punkt, Aus, Amen.
      Und Ihr entscheidet, ob Ihr die Ehe in D *gemeinsam* leben wollt, und wenn Ihr das wollt, besteht ein Anspruch auf eine FZF.

      DerWiener schrieb:

      Halte ich grundsätzlich für skandalös, diese lange Wartezeiten. Wenn man gesetzeskonform handelt, dann wartet man auf den St. Nimmerleinstag.
      Wenn man den Reisepass wegschmeißt und Asly schreit, dann gibt es alles (Unterkunft, Geld) sofort.


      Welch ein Schwachsinn

      Warum wohl hat die Frau von Azor nicht ihren Reisepass weggeschmissen und Asyl geschrien um Unterkunft und Geld sofort zu bekommen?

      Nicht falsch verstehen, auch meiner bescheidenen Meinung nach läuft so ziemlich alles falsch in der deutschen Asyl- und Migrationspolitik. Was da abgeht hat nichts mit Asyl zu tun und all die "Gutmenschen" haben entwerder eigene egoistische Ziele oder sind verblendet --- aber diese Pauschalisierung "Papiere wegwerfen, Asyl schreien und Deutschland zahtl für alles" ist nicht hilfreich, ganz im Gegenteil. Zeigt nur, dass man sich mit dem Thema nicht beschäftigt hat und das auch gar nicht will.
      Wenn wir schlau gewesen wären (bzw. wenn man mir im Forum dies geraten hätte), dann hätten wir den Botschaftstermin schon beantragt, BEVOR die Dokumente zum OLG gegangen sind (dort lagen sie 6 Wochen). Zusammen mit bestimmt 2 Wochen Verzug wegen Weihnachten und Neujahr hätten wir somit zwei Monate eingespart, den Wohnort noch im alten Jahr anmelden, und uns jetzt auf eine saftige Steuerrückzahlung (6000,- EUR) freuen können!

      Azor schrieb:

      Na dann zeig mir doch die Hinweise auf die lange Wartezeit auf einen Botschaftstermin in deiner FAQ


      Eigene Erfahrung:
      Die Wartezeit auf einen Botschaftstermin waren
      - ein Dutzend mal: wenige Tage bis zwei Wochen
      - ein Mal kurz vor den Sommerferien: 4 Monate
      allerdings hatten wir in den letzen 3 Jahren keine Botschaftstermine beantragt

      Ist es jetzt generell so, dass man immer mehrere Monate warten muss?
      Für die lachhafte und unberechnenbare Terminvergabe und Arbeitsorganisation der Botschaft bin ich nicht zuständig.
      Da müsst ihr Euch bei denen beschweren....:))
      Damit zerbrösele ich doch nicht die aufwendig erarbeiteten FAQs. Soweit kommt das noch.

      Dazu kann man Heute auch nicht mehr viel sagen, ausser dass es unberechnenbar und schwer abzusehen ist, wann man Termine kriegt, wenn man sich bei der Terminvereinbarung auf die Botschaft oder die von ihr beauftragten Dienstleister verlässt.
      Mehr ist zu diesem Quatsch nicht zu sagen.
      Es sieht sogar mittlerweile diesmal so aus, als wenn das ein Dauerzustand bleit und nicht mehr wie früher auf ein paar Monate im Jahr beschränkt ist.
      Eine Lösung dafür ist nicht abzusehen und wahrscheinlich können die das Terminsystem nur noch abschaffen, wie das für einige Visakategorien schon der Fall ist.
      Dann bräuchten Sie aber wohl zumindest kurzfristig drastisch mehr Personal, was sie aber vorher entlassen haben.
      Dann bleibt aber offen wie VFS an ihr Geld kommen soll. Das ist wohl das Hauptproblem der Botschaft....:)))
      Meine Frau hat gerade eben das Visum abgeholt. So wie ich das verstanden habe, muss sie jetzt trotzdem beim örtlichen Ausländeramt erst einmal die Aufenthaltserlaubnis beantragen, richtig? Natürlich sind bei uns die nächsten Termine hierfür erst im Mai verfügbar...
      Kann meine Frau jetzt schon ihren Wohnsitz anmelden? Damit ich sie mitversichern kann?