Wichtig

      Deutsch zu lernen ist die wichtigste Aufgabe für Euren Partner. Ohne die Sprache kann er sich hier nicht verständigen, zurechtfinden und fast nichts tun.

      Spätestens sobald der Partner in Deutschland lebt (auch bereits vor der Hochzeit) sollte man nach Schulen für Deutsch als Fremdsprache suchen.

      Es gibt in den größeren Städten ein reichhaltiges Angebot an Firmen. Hier gilt es, um die Qualität der Kurse zu prüfen, mit den Firmen erst mal eine Teststunde zu machen bevor man Verpflichtungen eingeht.

      Als bestes Institut bietet sich das Goethe-Institut an. Diese haben sogar Niederlassungen in der Ukraine.

      Die VHS bietet auch diese Kurse an, die Qualität leidet allerdings teilweise, da dort die Teilnehmer sehr gemischt werden.

      Dazu kann man sich noch umhören, ob eventuell jemand Privatunterricht geben kann.

      Bewährt haben sich dazu auch die Arbeitsbücher und Unterlagen der Huber Reihe.

      Dazu sollte man auf gar keinen Fall verfallen, die Kommunikation nur auf Englisch (ist ja so einfach - weil wir uns da besser verstehen) abzuhalten. Der Partner muss so schnell wie möglich Deutsch lernen, sprechen und schreiben. Wenn man tagsüber nicht da ist, soll der Partner Radio hören oder besser Fernsehen schauen. Auch dadurch kommt man in die Sprache rein.
      Was immer Du tust, sei stets Du selbst!
      Wer es sich leisten kann, dann ab zur Sprachenschule oder privaten Unterricht. VHS ist auch nur ne halbgare Sache. Zuhause wird grundsätzlich deutsch gesprochen, Englisch wird nur für Erklärungen benutzt. So ist das!
      Allerdings die Schmerzmittel bereitstellen, Tanya brauchte nach dem dritten Tag an der Sprachenschule den Vodkaschnuller, nur Grammatik und alles in deutsch, bin ich froh an der VHS ein bischen zu russeln :P
      Ich finde "Spracherziehung" deutlich fehl am Platze. Der Partner ist ein erwachsener Mensch und muss selbst bestimmen, wann und wie die deutsche Sprache erworben wird. Man kann natürlich Angebote formulieren. Aber Dinge wie: Jetzt wird nur Deutsch gesprochen und dafür können wir uns nicht mehr vernünftig unterhalten und es gibt nur noch deutsches TV, etc., empfinde ich als kontraproduktiv. Ich würde sofort ausreisen, wenn meine Frau versuchen würde, mir hier mit der Holzhammermethode Ukrainisch beizubringen.

      Vernünftige Kurse (keine VHS) waren zu weit weg, sie wollte keinen Führerschein machen, damit war dies indiskutabel jeden Tag 4 Stunden oder länger in öffentlichen Verkehrsmitteln zu verbringen. Daher hat sie sich Deutsch im Selbststudium angeeignet, aber erst nach einem Jahr. Sie wollte einfach ein Jahr keine Verpflichtungen haben, denn in UA hatte sie gerade das Studium abgeschlossen und während des gesamten Studiums noch nebenher gearbeitet.

      Gruß
      Siggi

      Post was edited 1 time, last by “Siggi” ().

      Ich persönlich finde Sprachkenntnisse sehr wichtig. Wenn ich kein Deutsch gesprochen hätte, wäre ich nie nach Deutschland umgezogen. Ich fühle mich sogar im Urlaub nicht wohl, wenn ich die Sprache nicht kann, geschweige denn im Land lebend...
      Ausserdem, welche Berufsperspektiven hat der Mensch ohne Sprache? Gut, für Putzfrau oder Bedienung (bitte nicht als Entwertung nehmen) ist es mehr oder weniger ausreichend, die einfachsten Ausdrücke zu kennen, aber für etwas Anständigeres?
      Es ist natürlich schon die Wahl der Frau, manche fühlen sich vielleicht auch ohne Sprache wohl und locker... Ich könnte aber persönlich ohne Sprachkenntnisse nicht im Land wohnen.

      Post was edited 1 time, last by “Darja” ().

      Hallo Darja,

      Die meisten Ukrainerinnen, die wir in Deutschland kennen (und die wegen dem Partner umgesiedelt sind), arbeiten überhaupt nicht. Welche Akademikerin wandert schon nach D aus, um dann dort putzen zu gehen? Die Berufsperspektive hängt ja nicht nur von der Sprache ab, sondern auch davon, ob die Berufsausbildung anerkannt ist und wo man in D wohnt (Arbeitsmarktchancen). Natürlich kann man einen ungünstigen Standort durch Mobilität kompensieren, aber ob der daraus resultierende Lebensstil erstrebenswert ist, muss jeder selbst wissen. Gut, ich breche hier jetzt ab, denn das hat jetzt mit dem Spracherwerb nur am Rande zu tun.

      Gruß
      Siggi
      Hallo Siggi,

      ich gebe Dir Recht, was die Berufsperspektive angeht, aber das stimmt nicht ganz, dass die meisten Ukrainerinnen in D. überhaupt nicht arbeiten. Ich will jetzt nicht verallgemeinern- es gibt solche und solche, wie überall. Es gibt auc hnoch Frauen, die der Meinung sind, dass jemand vorbei kommt und alles für sie macht, was natürlich nicht funktionieren kann.
      ... Ich habe mich jetzt total verzettelt, eigentlich wollte ich nur sagen, dass es viel daran liegt, ob man die Sprache spricht oder nicht und wenn man das tut, dann findet man auch einen anständigen Job, unabhängig davon, ob die Ausbildung anerkannt wird oder nicht. :]
      Hallo Natalija,

      Ich habe nur von den meisten Ukrainerinnen, die wir kennen, geschrieben. Ich habe keine Statistik, ist auch nicht mein Thema. Ob man einen halbwegs vernünftigen Job in Deutschland findet hängt auch stark von der Region ab. Im Osten gibt es Gebiete mit 30% Arbeitslosigkeit, es gibt im Westen strukturschwache Gebiete mit wenig Industrie, etc. Bei uns war es noch vergleichsweise einfach: Meine Frau hat neues hinzugelernt und in unserer Firma mitgearbeitet.

      Gruß
      Siggi
      Ich hoffe, daß hier auch Schweizer anwesend sind und mir vielleicht sagen können, ob es wie z.B. wie in Norwegen möglich ist, einen Sprach- bzw. Integrationskurs in CH für lau zu erthalten. Falls nicht, bitte ich zumindest um Adressen, welche derartige Kurse anbieten. Danke.
      Original von Siggi
      Hallo Darja,

      Die meisten Ukrainerinnen, die wir in Deutschland kennen (und die wegen dem Partner umgesiedelt sind), arbeiten überhaupt nicht. Welche Akademikerin wandert schon nach D aus, um dann dort putzen zu gehen? Die Berufsperspektive hängt ja nicht nur von der Sprache ab, sondern auch davon, ob die Berufsausbildung anerkannt ist und wo man in D wohnt (Arbeitsmarktchancen). Natürlich kann man einen ungünstigen Standort durch Mobilität kompensieren, aber ob der daraus resultierende Lebensstil erstrebenswert ist, muss jeder selbst wissen. Gut, ich breche hier jetzt ab, denn das hat jetzt mit dem Spracherwerb nur am Rande zu tun.

      Gruß
      Siggi


      Da ist meine Frau zum Glück eine Ausnahme :D

      Sie hat in der Ukraine ihr Diplom (Wirtschaft) gemacht und eine Banklehre abgeschlossen und auch dort gearbeitet.
      Als sie zu mir nach Deutschland kam, waren erstmal eineinhalb Jahre intensiv lernen angesagt.
      Dann hat sie zwei Praktika gemacht - Dadurch hat sie mitbekommen wie das hier so läuft. Dann ging es steil bergauf; Einkäuferin in einem Bekleidungsgroßhandel und jetzt Personalrekrutierung und Personalabteilung!
      Sie hat sich wirklich durchgebissen und ich bin voll Stolz auf Sie!

      Apropos, sie sucht Ingenieure und Techniker ohne Ende - wenn Ihr jemanden kennt oder Kontakte habt:
      m-plan.de/htm/stellen.htm
      Was immer Du tust, sei stets Du selbst!

      chhuebner wrote:

      Spätestens sobald der Partner in Deutschland lebt (auch bereits vor der Hochzeit) sollte man nach Schulen für Deutsch als Fremdsprache suchen.
      Es ist gut möglich, dass man mittlerweile sogar dazu verpflichtet wird. Meine Mitarbeiterin im Landratsamt empfahl mir am Telefon, die Anmeldung zum Intagrationskurs ihr schriftlich mitzuteilen, damit sie nicht in 2 Monaten eine Mahnung rausschicken müsse. Der Vorteil davon ist, dass der Staat die Integrationskurse bezuschusst, man muss nur 1 Euro/Stunde selber zahlen + Fahrkosten + Bücher und Kopierkosten. Allerdings sind nur Kurse von A1 bis B1 förderfähig, die Kurse darüber muss man voll selbst bezahlen. Immerhin, besser als gar nichts oder einem geschenkten Gaul ...

      chhuebner wrote:

      Es gibt in den größeren Städten ein reichhaltiges Angebot an Firmen. Hier gilt es, um die Qualität der Kurse zu prüfen, mit den Firmen erst mal eine Teststunde zu machen bevor man Verpflichtungen eingeht.
      Auf dem Intergationsportal des BAMF kann man sich im Downloadbereich die Liste der Intergationskursträger runterladen. Meine Erfahrung ist, dass die meisten Kursanbieter sich allerdings gegen Teststunden streuben. Einige Anbieter von der Liste bieten aber keine Integrationskurse mehr an. Das betrifft insbesondere die "hochpreisigen" wie z.B. Berlitz oder das Goethe-Institut. Auch wenn sie (noch) auf der Liste stehen. Man muss also zu anderen Test-Methoden greifen. Anbieter, die im Sprachbereich nur Integrationskurse (das geht nur bis B1!) anbieten, die Stufen darüber von B2 bis C2 dagegen nicht, oder Anbieter, die z.B. sehr viele Arbeitslosenkurse für einfache Berufe anbieten, oder Anbieter, die z.B. viele Hobby-Kurse anbieten (VHS), haben natürlich eine geringere Qualität, als reine Sprachschulen, die sich nicht auf Äpfel mit Birnen verzetteln und nicht nur die Integrationskurs-Grundlagen, sondern auch höhere Kurse anbieten. Auch die Aufmachung der Büros, die Lernmaterialien an den Wänden, der Umfang des Tests etc. - das ist alles aussagekräftig. Wenn man 2-3 Schulen besucht und den Test dort gemacht hat, bekommt man schon das Gefühl, welche besser sind.

      chhuebner wrote:

      Als bestes Institut bietet sich das Goethe-Institut an. Diese haben sogar Niederlassungen in der Ukraine.
      Sie bieten keine Integrationskurse mehr an, zumindest nicht mehr in München. Und die Normalkurse kosten bei denen so um die 995 Euro. Als subventionierten Integrationskurs bekommst Du die gleiche Unterrichtszeit (85-100 Stunden im Monat) für 100 Euro, den Rest übernimmt der Staat.

      chhuebner wrote:

      Die VHS bietet auch diese Kurse an, die Qualität leidet allerdings teilweise, da dort die Teilnehmer sehr gemischt werden.
      Nee, sie leiden bei der VHS, weil sich dort nieman zu sehr für die Kurse zuständig fühlt, Deutschkurse sind dort schließlich einige von vielen und irgendwo zeischen Koch- und Schreinerkursen anzusiedeln. !wsmile! Die Teilnehmer sind überall gemischt. Ein hohes Teilnehmerniveau wirst Du in intensiven Intrgrationskursen finden. Sie dauern 400 statt 600 Stunden wie die normalen Integrationskurse (es gibt noch die 900 Stunden-Integrationskurse für Analphabeten). Und in diesen 400-Stunden Intensiv-Integrationskursen gibt es fast ausschließlich Akademiker. Das Problem: kaum jemand bietet diese an! In München hat sie früher das Goethe-Institut angeboten, aber jetzt sind sie aus dem Programm ausgestiegen. Die Frage: nimmt man viel Geld in die Hand für einen teueren staatlich nicht geförderten Sprachkurs einer Deutsch-Sprachschule, oder toleriert auch ein paar langsamere Zeitgenossen im normalen Integrationskurs. Wir haben uns für den normalen Integrationskurs entscheiden. Für die geförderten 4 Monate vom A2 bis B1.

      chhuebner wrote:

      Dazu kann man sich noch umhören, ob eventuell jemand Privatunterricht geben kann.
      Bietet fast jede reine Sprachschule an. So um die 30-50 Euro/Stunde. Mein Tip: in der Ukraine während der A1-Vorbereitung machen! Dort bekommst Du einen Einzelunterricht für nur ca. 6€/Stund.

      chhuebner wrote:

      Bewährt haben sich dazu auch die Arbeitsbücher und Unterlagen der Huber Reihe.
      Jepp, die Schritte-Reihe. Sind die besten und nach diesen wird auch in den Integrationskursen unterrichten. Auch der A1-Kurs in Charkiw ging nach dem "Schritte 1". Vorsicht allerdings: diese Bücher für A1 unterscheiden sich im Ausland und im Inland. Obwohl vom gleichen Verlag, für hier werden sie mehr mit Infos "von ihnen" gefüttern, z.B. über Behördengänge etc. Für andere Länder mehr mit einem Blick von außen nach Deutschland. Also nicht für den A1-Unterricht in der Ukraine die Version für Deutschland kaufen!

      chhuebner wrote:

      Dazu sollte man auf gar keinen Fall verfallen, die Kommunikation nur auf Englisch (ist ja so einfach - weil wir uns da besser verstehen) abzuhalten. Der Partner muss so schnell wie möglich Deutsch lernen, sprechen und schreiben. Wenn man tagsüber nicht da ist, soll der Partner Radio hören oder besser Fernsehen schauen. Auch dadurch kommt man in die Sprache rein.
      Hm, das mit dem Englisch verwirt mich jetzt. wir haben und bis jetzt mit meiner Frau auf akzentfreiem Russisch unterhalten, aber eigentlich mache ich gerade einen Englisch-Kurs. Und da käme mir mehr Englisch-Praxis eigentlich doch sehr gelegen. ;) Danke also für den Tip! :D
      @Anton32
      Du hast auf einen 4 Jahre alten Beitrag geantwortet. Die Antwort auf so alte Beiträge macht i.a. wenig Sinn - zumindest dann, wenn Du eine Antwort von den ursprünglichen Themenstarter erwartest. Der schreibt in diesem Fall nicht mehr im Forum.

      Gruß
      Siggi
      @Siggi:

      das ist kein Problem, ich erwarte gar keine Antwort. !wsmile! Ich schreibe meine aktuellen Erfahrungen für Leser nieder, die in den nächsten 6 Monaten vielleicht nach solchen Informationen suchen werden. Jede Information hat ein Verfallsdatum. !wsmile! Die Form von Antworten habe ich gewählt, weil es für mich so in Form eine pseudo-Dialoges leichter ist, meine aktuelle Situation zusammenzuschreiben. Ich könnte auch einen Beitrag kommentieren, der vor 100 Jahren entstenden ist, wenn man in einer Antwort auf solchen die aktuelle Situation gut darstellen könnte. ;)