Gültigkeit einer UA Aufenthaltsgenehmigung auf der Krim

      Heute war die Kommission der Gemeinde bei der Schwiegermutter. Zwei junge Damen, ein paar Fragen zu den Fakten, innerhalb von 5 Minuten wurde das geforderte Dokument ausgestellt, welches einen Wohnsitz auf der Krim seit 2006 bestätigt. 3 Nachbarn bezeugten dies. Noch ein paar Unterschriften bei der Gemeinde mit Stempel besorgt. Alles innerhalb von 2 Std. erledigt.

      Nächste Woche kommt die Kommission zu meiner Frau. Dies ist das wichtigste Dokument im Gerichtsverfahren für die Feststellung des Wohnsitzes. Das Gerichtsurteil wiederum die unabdingbare Voraussetzung für eine Aufenthaltsgenehmigung oder die Staatsbürgerschaft.

      Insgesamt wird das Verfahren wohl ein paar Monate benötigen.

      Gruß
      Siggi

      jimknopf wrote:

      Hast es offensichtlich nicht eilig.

      Sind wir für die Situation verantwortlich? Welchen Vorteil hat meine Frau, wenn sie "morgen" einen russischen Pass hätte?

      Wenn die Verwaltung es nicht schafft, die benötigten Dokumente in einer akzeptablen Zeit auszustellen, dann muss sie schauen, wie sie mit der daraus resultierenden Situation umgeht. Wir sind ja kein Einzelfall. Der Antrag auf Feststellung des Wohnsitzes meiner Frau hat die Nummer 100 (nur für die Kleinstadt Schelkino)! Tausende von Anträgen aus der Region in einer riesigen Schlange, wartend auf einen Gerichtstermin! Das Dokument von der Gemeinde wurde heute ausgestellt von: "Schelkino, Autonome Republik Krim, Ukraine"! Noch niemals einen korrekten Stempel haben sie! Formal gesehen ist das Dokument sicher ungültig, aber es wird akzeptiert werden, weil das Gericht die Situation kennt! Da sollen wir uns Gedanken machen, ob wir mir UA Dokumenten über die Grenze kommen? Und dann vielleicht noch sinnlos den Leuten Geld in den Rachen werfen? Sehe ich überhaupt nicht ein!

      Nebenbei: Nach dem Gerichtsurteil nochmals 2 Monate Wartezeit für Pässe, da diese zentral gedruckt werden. 2 Millionen auf einen Schlag, darauf waren sie in RU nicht vorbereitet. Daneben Mitarbeiter der Behörden die total überfordert sind, da sie die neuen Gesetze nicht kennen.

      Meine Aufenthaltsgenehmigung ist wohl bis auf weiteres gültig, bis Gesetze und Verwaltungsvorschriften existieren, die eine Ausstellung einer RU Aufenthaltsgenehmigung (vermutlich im nächsten Jahr) ermöglicht. Aber selbst darüber gibt es von den Behörden keine eindeutige Auskunft. Interessante praktische Frage: Ob man mich wohl in DE mit einer UA Aufenthaltsgenehmigung (statt Visum) an Board eines Fluges nach RU gehen lassen würde?

      Administrativ ist die Krim im Moment kein Aushängeschild!

      Gruß
      Siggi

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      Siggi wrote:

      Ob man mich wohl in DE mit einer UA Aufenthaltsgenehmigung (statt Visum) an Board eines Fluges nach RU gehen lassen würde?

      ist das eine rhetorische Frage?
      Für RU braucht man als Deutscher ein "russisches" Visum,
      Ein UA Visum bzw. ein UA AT hilft da *gar nichts*

      Krim ist aber eine spezielle Situation, wie eine Fluggesellschaft sich da verhält, weiss man erst hinterher.

      erne wrote:

      Krim ist aber eine spezielle Situation, wie eine Fluggesellschaft sich da verhält, weiss man erst hinterher.

      Genau aus diesem Grund werde ich versuchen, eine schriftliche Bestätigung bzgl. der Gültigkeit der UA Dokumente für RU vom lokalen Ausländeramt zu erhalten, damit ich wenigstens etwas in der Hand habe.

      Gruß
      Siggi

      erne wrote:

      Siggi wrote:

      Ob man mich wohl in DE mit einer UA Aufenthaltsgenehmigung (statt Visum) an Board eines Fluges nach RU gehen lassen würde?

      ist das eine rhetorische Frage?
      Für RU braucht man als Deutscher ein "russisches" Visum,
      Ein UA Visum bzw. ein UA AT hilft da *gar nichts*

      Krim ist aber eine spezielle Situation, wie eine Fluggesellschaft sich da verhält, weiss man erst hinterher.

      Ich kann mich nicht daran erinnern, dass mich in D jemals jemand beim einchecken zu Flügen nach Moskau , nach einem gültigen Visum für Ru gefragt hätte.

      fasil wrote:

      Ich kann mich nicht daran erinnern, dass mich in D jemals jemand beim einchecken zu Flügen nach Moskau , nach einem gültigen Visum für Ru gefragt hätte


      Das wird immer gecheckt, das ist wichtiger noch als wenn der Pass abgelaufen ist. Grund ist, das, wenn du in Moskau nicht einreisen kannst, die Fluggesellschaft verpflichtet ist, dich auf ihre Kosten mit dem nächsten Flug zurückzuschicken.
      Ist aber nicht nur nach Russland so. Mir ist das mal passiert, ok, in den 90-gern, das ich von Moskau nach Vilnius geflogen bin und ich hatte kein Estnisches Visum. Hatte zwar vorher die Botschaft Estlands angerufen und die sagten mir damals, das ich ein Visum am Flughafen erwerben kann als Deutscher, aber ich kam ja nicht aus Hamburg, sondern aus Moskau. Und da war der Visumschalter nicht besetzt. Bin ich eben mit dem selben Flieger wieder zurückgeflogen - ich glaube, das war sogar mein letzter Flug mit eine Tu 134 ...

      jimknopf wrote:

      Hast es offensichtlich nicht eilig.

      Den Spruch versteh ich schon wieder nicht ...

      fasil wrote:

      Ich kann mich nicht daran erinnern, dass mich in D jemals jemand beim einchecken zu Flügen nach Moskau , nach einem gültigen Visum für Ru gefragt hätte.

      Das wird immer geprüft. Die Fluggesellschaften haften für die Rückkehrkosten bei Fehlen der Einreisevoraussetzungen.
      Am 20. war - wie berichtet - die Kommission der Gemeinde bei der Schwiegermutter. Am Montag bei meiner Frau. Gestern hatte sie alle Dokumente und Unterschriften gesammelt, um nun vor Gericht gehen zu können. Wir sind voller Hoffnung, dass das Gericht den Wohnsitz auf der Krim bestätigt.

      Heute bekam ich Nachricht von den Grenzbehörden: Meine ukrainische Aufenthaltsgenehmigung ist bis auf weiteres gültig! So viel widersprüchliche wie wir zu diesem Thema erhalten haben (aber das kannten wir ja schon aus der Ukraine). Ich habe diese Antwort schriftlich. Wenn jemand ähnliche Probleme hat, kann ich gern übermitteln, wie man diese schriftliche Antwort erhält, die einem einstweilen Rechtssicherheit gibt. Eins ist sollte aber klar gesagt werden: Die UA Dokumente sind nicht unbeschränkt gültig, sondern nur bis es entsprechende Regelungen in RU gibt, die eine Ausstellung von RU Dokumenten ermöglichen. Vielleicht muss ich daher nächstes Jahr wieder mit Visum einreisen. Aber zumindest ist mein Aufenthalt bis zum Winter gesichert. In der aktuellen Situation lernt man zwangsläufig, bescheiden zu werden.

      Gruß
      Siggi
      Ich möchte nur mal kurz ergänzen, dass in dem Antwortschreiben vom FSB explizit steht
      "[Dokumente] ausgestellt von der ukrainischen Macht (Regierung) der Republik Krim […]"

      Das bedeutet explizit, dass ukr. Aufenthaltsgenehmigungen/Prapiska, etc aus anderen ukr. Oblasten, seien sie befristet oder permanent, auf der Krim KEINE Gültigkeit haben !
      Herzliche Grüße von der Krim !

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      ║* Versuche niemals dieses Land mit Logik zu erklären *•°*”˜˜”*°•.
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      CrimeanPalais wrote:

      Das bedeutet explizit, dass ukr. Aufenthaltsgenehmigungen/Prapiska, etc aus anderen ukr. Oblasten, seien sie befristet oder permanent, auf der Krim KEINE Gültigkeit haben !

      Das musst Du schon trennen. Z.B. kann die Aufenthaltsgenehmigung in Kherson ausgestellt sein, die Propiska jedoch z.B. in Feodosia bestehen, weil später ein Umzug auf die Krim erfolgte. Preisfrage: Gültig oder ungültig? Frage 3 "Fachleute" und bekommst 3 Antworten.

      Gruß
      Siggi
      Ja, Siggi, darüber gibt das Schreiben vom FSB leider auch keine genaue Auskunft, d.h. es wird nicht unterschieden zwischen "ursprünglicher Ausstellung" und eventl. späteren Aktualisierungen auf der (noch ukr.) Republik Krim :(
      Ich habe generell den Eindruck, dass da Nicht-Juristen die Schreiben formulieren.

      Auf der Seite der RUS-Botschaft in Norwegen (Link siehe hier:
      Gültigkeit einer UA Aufenthaltsgenehmigung auf der Krim

      war ja die gleiche "und/oder"-Unklarheit in der Formulierung der Gültigkeit von ukr. Dokumenten:
      Иностранные граждане, находящиеся в Крыму по долгосрочным украинским визам и документам (работа, учеба, временное пребывание, постоянное проживание) могут проживать, а также выезжать и въезжать на территорию Крыма по украинским документам до истечения срока их действия.

      "Ausländische Staatsbürger, die sich auf der Krim mit einem ukr. Langzeitvisum <<<und>>> (gemeint ist aber "oder") Dokumenten (Arbeit, Lernen, zeitweiliger Aufenthalt, permanenter Aufenthalt) können leben und auf das Terretorium der Krim mit ihren ukr. Dokumenten ein- bzw. ausreisen bis zum Ablauf der Gültighkeit ihrer Dokumente."
      Herzliche Grüße von der Krim !

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      ║* Versuche niemals dieses Land mit Logik zu erklären *•°*”˜˜”*°•.
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      Gestern Abend hatten wir noch ein Gespräch mit einem Anwalt. Meine Frau benötigt nicht nur Zeugenaussagen, sondern auch viele Dokumente, um ihren Wohnsitz vor Gericht nachzuweisen:
      1. Quittungen der Nebenkosten, am besten über viele Jahre (Ich hätte so etwas nicht mehr, aber meine Frau sammelt solche Dinge.)
      2. Rechnungen von Einkaufen vor Ort (ein paar Rechnungen von Großgeräten sind aus Garantiegründen noch vorhanden).
      3. Einen Nachweis, dass sie in ihrer Heimatstadt nicht arbeitet (das Arbeitsbuch ist in ihrer Heimatstadt).
      4. Einen Nachweis, wovon sie ihren Lebensunterhalt bestreitet (glücklicherweise konnte ich meine Kreditkartenabrechnung vom letzten Jahr mit vielen Barverfügungen vor Ort noch abrufen - aktuell funktionieren Kreditkarten auf der Krim nicht).
      5. Dokumente, über Konten vor Ort (meine Frau bewahrt solche historischen Dinge auf, aber die Nachweise liegen ebenfalls in Sumy - es gibt keine ukrainischen Banken auf der Krim mehr, alle Konten existieren nicht mehr).
      6. Nachweise über Arztbesuche vor Ort (gibt es nicht, war für den Anwalt unverständlich, hoffentlich macht dies nicht noch Probleme).
      7. Alle weiteren Dokumente, die die Anwesenheit auf der Krim bestätigen können (wie z.B. Briefumschläge mit Poststempel, Zahlung von Beiträgen zu Versicherungen, Tankquittungen, etc.)

      Nach Angabe des Anwalts versuchen viele Ukrainer, die eine Wohnung auf der Krim haben und diese nur zu Ferienzwecken genutzt hatten, nun eine Aufenthaltsgenehmigung bzw. einen russischen Pass zu erhalten. Es geht also darum, unzweifelhaft nachzuweisen, dass diese Wohnung auf der Krim der Hauptwohnsitz war.

      Das wird vor Gericht noch schwierig werden, insbesondere für die Schwiegermutter, die viel weniger Nachweise erbringen kann. Da viele Nachweise in Sumy liegen, darf sie reisen. Zu allem Überfluss gibt es angeblich mal wieder keine Fahrkarten (in der Saison passierte das schon immer häufiger).

      Wie man sieht: Entgegen anders lautenden Gerüchten werden weder Aufenthaltsgenehmigung noch Staatsbürgerschaft verschenkt! Die einzige Ausnahmeregelung besteht für die Ukrainer, die zum Zeitpunkt des Referendums auf der Krim registriert waren. Will man mit diesen gleichgestellt werden, so muss man viele, viele Nachweise erbringen, die bestätigen, dass man tatsächlich dort den Hauptwohnsitz hatte.

      Gruß
      Siggi

      Post was edited 1 time, last by “Siggi” ().

      Es gibt Neuigkeiten für Personen mit UA Aufenthaltsgenehmigung:
      fms.gov.ru/treatment/voprosy/i…ya_instrn_grzhdn_v_krymu/
      Vor dem 1. Januar 2015 ist eine neue Aufenthaltsgenehmigung zu beantragen. Sie wird innerhalb von 20 Tagen ausgestellt.

      Nebenbei: Wer nach dem 1.1.2015 eine Aufenthaltsgenehmigung beantragt, muss zuerst einen Test in Russisch und Russischer Historie bestehen!
      (Die sind ja noch schlimmer, als die Deutschen!)

      Gruß
      Siggi

      AlexanderUA wrote:

      ... nein, die machen das denen nur nach.

      Wenn es nur eine Retourkutsche sein soll, dann müssten die Regeln von der Nationalität des Ausländers abhängen (ähnlich wie dies beim Visaverfahren schon praktiziert wird).
      Z.B. erhalten Albanier eine Aufenthaltsgenehmigung ohne diese Tests, während Deutsche getestet werden. Das wäre für mich nachvollziehbar.

      Gruß
      Siggi