Züge, Busse, Marschrutka oder zu Fuß nach Polen, Ungarn oder Rumänien

  • hier nun mein Erfahrungsbericht Teil 1.


    Auf der Straßenkreuzung zum Grenzübergang Dorohusk, wo die Kuppe über die Brücke beginnt, fängt die Polizei die Autos ab und sammelt sie links und rechts der Straße auf den Wiesen und freien Flächen.

    Dadurch gab es keinen Stau auf der Straße und keine Warteschlange vor der Grenzabfertigung.


    Diejenigen die Gründe haben in die Ukraine fahren zu müssen, werden ohne zu zögern durchgelassen.


    Ich hatte mir im Vorfeld einen Zettel ausgedruckt, wo der Grund meines Fahrens in die Ukraine erläutert wird, übersetzt in polnisch, russisch und ukrainisch.

    Da war dann jeder im Bilde und es gab keine Fragen mehr.


    Runter zur polnischen Grenze stand 1 Auto.

    Den Zettel gezeigt, Pass mitgenommen und den KFZ Schein.

    Nach 10 min. bin ich hoch zu den Ukrainern.

    Dann das gleiche in grün dort.

    Alles Frauen an den Schaltern, freundlich und nett.

    Meinen Zettel gezeigt, alles ohne weitere Fragen abgestempelt, und raus gefahren.

    Bei den Polen und Ukrainern keine Fahrzeugkontrolle.


    Der Flüchlingsstau auf der Gegenseite war ca. 5 km lang.


    Wer einen Grenzübergang sucht ohne warten zu müssen wenn er in die Ukraine muss, ist mit Dorohusk bestens bedient.


    Nach 5 km die ersten Kontrolle der Polizei durch Frauen. Lief alles problemlos.


    Die Straße nach Kovel war super zu fahren und ein Stück der Autobahn war der Asphalt abgefräst.

    Die wird erneuert.

    Bis dahin war alles easy und vom Krieg so gut wie nichts zu erahnen.

    So extremst schlecht wie die Straße nach 10km von Kovel in Richtung Norden wurde, so flauer wurde mein Gefühl im Magen.


    Die Abstände der Checkpoints wurden immer geringer.

    Am Anfang von Kovel Stadtauswärts waren noch uniformierte Soldaten an den Kontrollstellen, je nördlicher ich fuhr um so mehr mischten sich Milizen dazu.

    Ausgerüstet mit Jagdgewehren und Flinten, Büchsen, Pumpguns, alles wild durcheinander zum Teil die Gesichter maskiert wie beim KSK.


    Die Kontrollen wurden häufiger und intensiver, mit kompletter Wagendurchsuchung und der Frage nach Waffen.

    Ich will jetzt nicht näher auf die Abwehrmaßnahmen und militärische Geräte und Waffen Bezug nehmen, da ich nicht weiß, wer hier alles mitliest, aber ich kann euch versichern, das es in der Westukraine ein Feuerwerk geben wird, das sich gewaschen hat.

    Ich hatte den Kommandanten oder Befehlshaber auf englisch nach der Fahrzeug Kontrolle gefragt, ob in Brest, (so wie ich es hier schon geschrieben habe umd dumm angemacht wurde) russische Panzereinheiten stehen.

    Er sagte mir klar und deutlich, das sie 100% damit rechnen, das der Russe von Brest in die Westukraine vorstoßen wird.

    Mir ist auch klar warum, die Waffenlieferungen die jetzt anstehen aus der EU laufen alle über Polen, und südlich liegt Lwiw.

    Da kann man eins und eins zusammen zählen.

    Die Aushebungen die ich gesehen habe von Hunderten von Männern mit schwerem Gerät, lassen nichts gutes erahnen.


    Als ich endlich nach zahllosen Kontrollen in Ratno angekommen war, war fast kein Auto auf den Parkplätzen, und die unteren Etagen der Fenster mit Sandsäcken verbarrikadiert.

    Soldaten bewachen das Krankenhaus, das bis auf wenige Patienten geräumt wurde um für "andere" Patienten Platz zu schaffen.

    Nach 2 Stunden im Krankenhaus bei meiner Schwiegermutter und meinem Mädel, wurden, vorher noch nichts zu sehen als ich kam, mit Autokranen Betonsperren am Krankenhaus errichtet, und Aushebungen und Barrikaden auf der Zufahrtstraße errichtet.


    Was ich auf der 20km langen Strecke von Ratno/Krankenhaus in mein Dorf bezüglich Miliz erlebte, schreib ich im zweiten Teil.

  • Hallo zusammen,


    auch ich bin neu hier und habe folgende Frage: Eine Freundin meiner Frau hat es mit ihrer 3 jährigen Tochter nach Chișinău/Moldawien geschafft und kommt dort erstmal unter und will in den nächsten Tagen entscheiden, ob sie weiter zu uns nach Deutschland (nähe Koblenz) reist.

    die Frage, wie am besten: Als errsten Schritt nach Iași/Rumänien wäre meine Idee, aber wie dann weiter? Flug scheidet soweit ich weiß aus, da sie für ihre Tochter nur eine Geburtsurkunde hat.

    Ideen?

    Vielen Dank und Grüße

    Alexander

  • Hallo,

    nun soll es morgen weiter gehen.

    Es besteht die Möglichkeit über Ungarn oder Rumänien, hat jemand einen Tipp wo &die Schlange nicht so lang ist.

    Man findet kaum info's.

  • Technisch gibt ja noch bei google maps die Funktion Verkehr, hatte vorher gar nicht daran gedacht

    So kann man ( auch in UA ) die einigermaßen genaue Verkehrsdichte sehen


    Alex, kann die leider gar nicht helfen, hast du mal bei fb geschaut ob es eine rumänische UA Hilfe Seite gibt ?

  • Hallo Leute,auch neues von mir... Aber noch nicht sehr gut :|

    Meine Mädels stecken im Bus im Stau... Sie sind immer noch in Ukraine... An der Grenze nach Polen Staut es sich... Kein Wunder. Alles will da raus :wacko:

    Ich habe den Bus Bahnhof in Krakau gefunden, wo sie angeblich ankommen werden. Ich kann nur warten und hoffen, daß sie bis morgen über die Grenze kommen..

    Es ist auf jeden Fall schon besser, als in Kiew Bunker 👍

    meine Frauen habes es nun irgendwie nach Lwiw geschafft. Sie sagen, um 6 uhr fahren wieder Busse bis nach Krakau.

    Ich fahre aus DE jetzt langsam los. Ich hoffe, das alles gut geht :thumbup:

  • Google sperrt alle Live-Daten für die Ukraine. (Meldung NTV)

    Вежливый мужчина спросит: 'можно я приеду?', 'можно я встречу?', 'тебе помочь?'. Хороший мужчина скажет: 'я приеду', 'я встречу', 'я помогу'. Настоящий мужчина: приедет, встретит, поможет!

  • Erfahrungsbericht Teil 2.


    Als ich nun das Krankenhaus nach dem Besuch meiner Schwiegermutter und Meinem Mädel verlassen habe, mache ich mich auf den Weg ins 20km entfernte Dorf.

    Schon am Ortsausgang die nächste kleinere Kontrolle von 2 Älteren Herren, die man früher dem Volkssturm zugeordnet hätte und nicht unter die Mobilmachung der Ukraine mehr fallen.

    Bewaffnet mit Großkalibrigen Jagdgewehren und einem K98 Karabiner (warscheinlich noch von Adolfszeiten) hielten die beiden mich an.

    Meinen Zettel Ihnen zum lesen gegeben, freundlich mit Goldgebiss gelächelt und mich durchgelassen.

    Nach 5km der nächste Kontrollposten, Miliz und reguläre Streitkraft, mit Rambokopftüchern, z.T.Tarnfleckkleidung aller möglichen Gewehren ect und unter anderem auch AK 74 ( gleich erkannt am Magazin und Mündungsbremse) und in Stellung gebrachtes schweres Gerät.

    Da auch wieder Zettel raus, und abgewartet.

    Nur dieses mal waren sie nicht so leicht zu überzeugen, das ich kein Spitzel, oder deutscher Sabotteur ect. Der Russen sein könnte.

    Musste aussteigen, alle Türen und Motorhaube öffnen, und wurde befragt/verhört.

    Mein ganzes Auto wurde durchgewühlt und "auseinander" genommen.

    Dann die Frage, wer meine Teschta sei, Name, Wohnort.

    Wer meine Frau, wie heißt sie, Alter u.s.w.

    Ob ich das mit Fotos belegen kann.

    Zeigte dann meine vielen Fotos auf dem Handy

    An seiner Reaktion wusste ich, das er meine Frau erkannte, ist hier ja alles verzweigte Dorfstruktur.

    Dann die Frage was ihr Bruder so machen würde, ich, der, ist seit 6 Jahren Tod mit 42 gestorben.

    Und ihr Vater? Fragte er, was macht der?

    Auch gestorben, vor 14 Jahren, liegen beide begraben nebeneinander auf dem Friedhof.

    Ok meint er er, alles in Ordnung, ich könnte weiter fahren.

    Um mich ein wenig in das Gedächtnis der Milizentruppe einzubrennen, (da ich die Strecke ja öfters fahren muss) zum Schluss ein lautes Slava Ukraini von mir, da schallte ein lautes, wie aus einer Kehle und Stimme zurück "Heroyam slava".


    Dachte dann nach dem 15 minütigen "Aufenthalt" alles ok, als Freund der Ukraine erkannt, freie Fahrt.

    Kurz vor Ortseingang meines Dorfes die nächste Milizentruppe und Stopp.

    Mein Zettel wieder raus und wieder das Fragen und Antwortspiel, bis auf Funk etwas durchgegeben wurde und ich plötzlich freie Fahrt bekam.

    Bekam ein Zeichen, das 2 Milizionäre mir vorrausfahren würden.

    Also den zweien hinterher, obwohl ich ja wusste, wo ich hinfahren musste.


    Sie hielten 20 m vor unserem Grundstück an und verabschiedeten sich.

    Die dachten wohl ich kenne den Weg nicht.


    Als ich einsteigen wollte, um die andere Einfahrt des Grundstücks zu nehmen kamen 8 Mann der Dorfmiliz, und einer fuhr mich schroff an wer ich sei und was ich hier wollte.

    Verlangte Ausweis und Papiere mit scharfen Unterton.

    Da erkannte mich einer und Fragte, du bist Mark, Allas Mann?

    Zudem kam eine Frau die ich aus dem Laden hier am Ort kannte und umarmte mich plötzlich und Fragte wie es meiner Schwiegermutter denn ergehen würde.


    Als die Miliz sah, das ich zum Dorf "gehöre" und manchen hier bekannt bin, entschuldigte sich der Anführer 1000 mal mit herzlichen Gesten und sagte, alle hier sind sehr sehr angespannt, da die russischen Panzer etwa 15-20km weit weg stehen würden und es Spione hier angeblich geben sollte.

    Hab ihm gesagt das ich sein Verhalten nicht negativ aufgefasst habe und es unter der gegenwärtigen Lage verstehe.

    Er gab mir seine Nummer und ich ihm seine, das wenn es brennzlig werden würde, oder ich irgendwo Probleme bei Kontrollen bekäme, er mich oder ich ihn anrufen sollte.


    Also hab ich von der Miliz hier jetzt nichts mehr zu befürchten, da ich jetzt bei allen bekannt bin.

    Werde mich aber hüten, die Ausgangssperre zu ignorieren.

    Da ich hier sehr nach an der belarussischen Grenze wohne, und die Panzereinheit der Russen sehr nahe ist, weiss ich nun, das ich hier auf einem Pulverfass sitze, das jederzeit explodieren kann.

    Hoffe das ich bald zurück kann.


    Heute morgen muss ich zurück nach Ratno und eine Schwägerin mitnehmen, die auf meine Schwiegermutter im Krankenhaus dann aufpasst und mein Mädel abholen, dann zurück ins Dorf, alle Sachen packen.

    Dann wieder zurück zur Klinik, mein Mädel abliefern und die Schwägerin wieder ins Dorf zurück bringen.

    Dann denke ich geht es am Dienstag morgen los und zurück nach Polen.




  • Svetlana will die Ukraine verlassen.

    Ich will ihr Geld mit Moneygram schicken.

    Gibt es Erfahrungen, ob das möglich ist?


    Quote

    доброе утро, мы с Ангелиной сегодня попробуем уехать с Украины.

    ты можешь прислать немного денег на дорогу?

  • Svetlana will sich mit Tochter bis PL durchschlagen.

    Saporozhe - PL

    Gibt es geeignete Fluchtwege?

    Ich kann mich jetzt nicht darum kümmern.

    Ich will ihre Mutter und Stiefvater überreden, dass sie auch die Flucht antreten.

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